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In diese große Auseinandersetzung unserer Zeit – „wir hier unten“ gegen „die da oben“ – sind auch die Kirchen involviert. Es kann aber niemand bestreiten, dass sich religiös-ethische Grundsätze nicht eins zu eins in den Bereich der Politik übertragen lassen. Eine Klärung ist notwendig.

In zahlreichen europäischen Ländern kommt es zum vermehrten Widerstand gegen die Vorstellungen linker und liberaler Eliten. Selbst auf globaler Ebene werden „populistische“ Strömungen festgestellt, deren gemeinsamer Nenner vor allem darin besteht, breiten Schichten der Bevölkerung einen größeren Anteil an der politischen Entscheidungsfindung verschaffen zu wollen. Dennoch versuchen liberale Theologen üblicherweise, die universalistische Ausrichtung des Christentums samt Gebot der Nächstenliebe in die Mitte ihrer – politischen – Deutung zu stellen.

Doch stehen die Ziele des globalen Liberalismus der christlichen Weltanschauung diametral entgegen: ein multilaterales Handelsnetzwerk, länderübergreifende politische Eingriffe und schrankenlose Migration. Eine Klärung ist dringend geboten. Vor dem Hintergrund von mehr als 2000 Jahren christlich-abendländischer Kultur beleuchtet „Nation, Europa, Christenheit“ den traditionsreichen Dreiklang des Titels ebenso wie das Verhältnis „rechter Christen“ zu Volk und Staat. Mit Beiträgen von Volker Münz (MdB), Prof. Dr. Felix Dirsch, Marc Stegherr, Jaklin Chatschadorian und anderen.

Das Buch „Nation, Europa, Christenheit. Der Glaube zwischen Tradition, Säkularismus und Populismus“ vom ARES Verlag finden Sie HIER im FREILICH Buchladen.

Weitere Titel vom ARES Verlag finden Sie HIER.

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In Zeiten von einheitlichem Mainstream, Falschmeldungen und Hetze im Internet ist eine kritische Stimme wichtiger denn je. Ihr Beitrag stärkt FREILICH und ermöglicht ein inhaltsvolles rechtes Gegengewicht.

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Er kommt in den Medien nicht vor: Sucharit Bhakdi. Der ehemalige Leiter des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Johannes-Guttenberg-Universität zu Mainz hat über 300 wissenschaftliche Arbeiten zu Immunologie, Bakteriologie, Virologie etc. publiziert. Unlängst hat er einen gut lesbaren und angenehm überschaubaren Bericht mit Zahlen, Daten und Hintergründen zur Corona-Pandemie vorgelegt.

Wissenschaftlich basiert, anschaulich dargestellt und erfrischend am gesunden Menschenverstand orientiert, räumen Bhakdi und Reiss mit dem ganzen inszenierten und kolportierten Konvolut der Angst verursachenden Gerüchte und Pseudo-Wahrheiten auf. Während ein Großteil der Bevölkerung sich furchtschlotternd mit den albernen Gesichtsmasken zu einem Heer von manipulierten Clowns macht, schreiben Bhakdi und Reiss Tacheles: „Die durch das SARS-CoV-2-Virus ausgelöste Erkrankung gefährdet insbesondere älterer Menschen mit mindestens einer ernsten Vorerkrankung. Je nach Land und Region verlaufen insgesamt 0,02 bis 0,4 % der Infektionen tödlich, vergleichbar mit saisonaler Grippe. Die Epidemie stellte nie ein Infektionsgeschehen von nationaler Tragweite dar. Die Implementierung der Ausnahmereglungen des Infektionsschutzgesetzes waren und sind unbegründet.“

Das Buch „Corona Fehlalarm? Zahlen, Daten undHintergründe“ finden Sie HIER im FREILICH Buchladen.

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Rolf Peter Sieferles “Rückblick auf die Natur” erschien zuerst 1997, in einer Phase, als das Umweltthema eine konjunkturelle Delle bekam. Der Untergang des Ostblocks und die Wiedervereinigung Deutschlands setzten andere Notwendigkeiten auf die Tagesordnung der 1990er Jahre.

Gerade in dieser Situation schien es Sieferle ratsam, an die Grundlagen zu erinnern, auf denen unser wirtschaftliches Anspruchsdenken beruht: die Natur und ihre Veränderung durch den Menschen. Dieses Verhältnis betrachtet Sieferle nüchtern, ohne daraus politischen Nektar saugen zu wollen. Gerade dieser distanzierte, aber dennoch wehmütige Blick auf die Veränderungen der Jahrtausende sorgt dafür, daß dieses Buch seine Gültigkeit behalten hat.

Sieferle spannt einen weiten Bogen von den Jägern und Sammlern der Altsteinzeit über die Ackerbaukulturen bis hin zur Industrialisierung oder Modernisierung, die als zweite Transformation der Landschaft begriffen wird: vom agrarischen System hin zum fossilen Industriesystem. Damit ist der entscheidende Prozess benannt, der die uns umgebenden Landschaften zu »totalen Landschaften« gemacht hat, die einer stetigen Umformung unterworfen sind und die keinen stabilen Zustand mehr erreichen werden.

Sieferle ist kein Romantiker, der in der Vergangenheit stabile Gleichgewichte ausmacht. Es geht ihm um die Totalität und die Geschwindigkeit des Wandels, der innerhalb weniger Jahre vollzieht, wozu es früher Generationen brauchte. Sieferles interdisziplinär angelegte Umweltgeschichte eröffnet neue Perspektiven auf das Verhältnis von Natur und Mensch. Gerade der Naturschutz muß sich die Frage gefallen lassen, ob seine Bemühungen nicht nur ein Teil der Umweltgestaltung sind, da es eine vom Menschen unabhängige Natur schon lange nicht mehr gibt. Aber auch die totale Unterwerfung der Natur scheint unmöglich: ihre Komplexität entzieht sich dem Planungsanspruch des Menschen.

Das Buch „Rückblick auf die Natur. Eine Geschichte des Menschen und seiner Umwelt“ von Rolf Peter Sieferle im FREILICH Buchladen.

Rolf Peter Sieferle (1949‒2016) studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Soziologie an den Universitäten Heidelberg und Konstanz und lehrte ab 1991 in Mannheim. Seit 2005 war er ordentlicher Professor für allgemeine Geschichte an der Universität St. Gallen. Zu seinen Hauptwerken zählen Epochenwechsel (1994) und die universalhistorische Bilanz Rückblick auf die Natur (1997). 2010 verfasste Sieferle für den „Wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltveränderungen“ der Bundesregierung die Abhandlung Lehren aus der Vergangenheit. 2017 beginnt die Herausgabe seiner gesammelten Werke im Manuscriptum Verlag.


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Hoppla, was ist denn da passiert? Die Addendum Redaktion hat als erste eine Zusammenschau der Ereignisse produziert, seit Corona Österreich erreicht hat. Mit spannenden Einblicken in den katastrophalen Politbetrieb.

Die Corona-Pandemie hat in Österreich zur massivsten Beschränkung der Grund- und Freiheitsrechte seit Ende des Zweiten Weltkriegs geführt. Auf welcher Grundlage wurde der Ausnahmezustand verhängt, der das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben zum Stillstand brachte? Wer hat wann auf welcher Informationsgrundlage welche Entscheidung getroffen? Ein Addendum-Autorenteam hat den Weg von der Unterschätzung des Virus über den Panikmodus des Lockdowns bis zum Verordnungschaos bei der Rückkehr zur Normalität nachgezeichnet: Es ist die Chronologie einer Entgleisung.

Als das neuartige Coronavirus im Jänner 2020 in der chinesischen Provinz Hubei zu aufsehenerregenden Maßnahmen führte, wurde es in Europa massiv unterschätzt. Das änderte sich schlagartig mit den Bildern, die den Zusammenbruch des Gesundheitssystems in der Lombardei zeigten. Diese Bilder sollten die österreichische Diskussion über die Anti-Corona-Maßnahmen auch dann noch prägen, als längst klar war, dass es „italienische Verhältnisse“ in Österreich nicht geben würde. Dazwischen lagen Wochen, in denen die Gesundheitsbehörden die beginnende Epidemie in Österreich ignorierten. Das Addendum-Autorenteam hat Hintergründe aufgedeckt und chronologisch aufbereitet, warum Österreich schlecht vorbereitet war, wann aus der Reaktion eine Überreaktion wurde, und wie die Wiedereröffnung des Landes zum Verordnungschaos wurde.

„Corona. Chronologie einer Entgleisung“, herausgegeben von Michael Fleischhacker. Addendum/Edition QVV 2020, Hardcover, 200 Seiten, 19,90 Euro

Das Buch „Corona. Chronologie einer Entgleisung“ gibt es bei uns im FREILICH Buchladen.


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Marx ist wieder in. Und das weniger auf Seiten der Linken, sondern vielmehr bei der angestammten Gegenseite.

Die Jahre 2018/19 markieren den Beginn (und womöglich auch schon wieder das Ende) einer geradezu erlesen konträren Liaison: der Entdeckung der Marxschen Thesen von rechter bzw. neu-rechter Seite. Um zu erkennen, wie diese Paarung funktionieren könnte oder gerade auch nicht, bedarf es der Aufklärung von berufener Seite, am besten durch den großen Universalgelehrten Rolf Peter Sieferle.

Band 4 der Sieferle-Werkreihe enthält Sieferles detailkritische Grundlagenwerke zu Karl Marx und setzt sie wie den Monolithen aus 2001 mitten in die Neuverwertbarkeitsdebatte um seine Theorien. Doch auch von der Tagesaktualität abgesehen, eröffnet Band 4 ein Marx-Verständnis von der Pike auf, so dass Leser mit geringen Vorkenntnissen durch die Lektüre zutiefst bereichert wird. Wer Marx also wirklich verstehen möchte, tut mit dem Griff zu diesem Buch genau das Richtige.

Das Buch „Marx zur Einführung. Die Revolution in der Theorie von Karl Marx“ von Rolf Peter Sieferle im FREILICH Shop.

Rolf Peter Sieferle (1949‒2016) studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Soziologie an den Universitäten Heidelberg und Konstanz und lehrte ab 1991 in Mannheim. Seit 2005 war er ordentlicher Professor für allgemeine Geschichte an der Universität St. Gallen. Zu seinen Hauptwerken zählen Epochenwechsel (1994) und die universalhistorische Bilanz Rückblick auf die Natur (1997). 2010 verfasste Sieferle für den „Wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltveränderungen“ der Bundesregierung die Abhandlung Lehren aus der Vergangenheit. 2017 beginnt die Herausgabe seiner gesammelten Werke im Manuscriptum Verlag.


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Im dritten Band seiner Männer-Trilogie bringt Donovan seine Motivation auf den Punkt: „Ich bin ein Mann, und das ist gut, denn ich liebe mich selbst und mein Leben und mein Schicksal, und ich will um meiner selbst willen mehr von dem werden, was ich bin.“

Klingt das einfach? Die Umsetzung jedenfalls ist nicht leicht. Donovan-Leser erkennen Nietzsche-Anspielungen selbst in diesem kurzen Satz: das eigene Schicksal lieben. Mehr von dem werden, was ich bin – ein ganzerer Mann werden, eine „ganzere Bestie“ (Nietzsche!). Das bedeutet: Entschlackung, Befreiung, Balast abwerfen, sich aufrichten, zur Gestalt werden.

Am bekanntesten ist Jack Donovan sicherlich für sein Buch „Weg der Männer“. Tatsächlich ist der „Weg“ aber nur der erste Teil einer dreiteiligen Abhandlung. In allen drei Büchern geht es um Identität und das eigene Selbstwertgefühl gegenüber der Konsumgesellschaft im heutigen Westen. Donovan nennt das das „Reich des Nichts“.

Das Buch „Ein ganzerer Mann“ bildet den Abschluss der gesamten Trilogie. Der Sinnzusammenhang wird im Nachwort noch einmal herausgearbeitet und durch viele kulturelle und politische Erläuterungen ergänzt. All das regt zum Nachdenken an und trägt zum besseren Verständnis bei.

Es lohnt sich auf jeden Fall Donovans Trilogie ganz zu lesen. Man(n) wird nicht enttäuscht sein und danach mit ganz anderen Augen auf den eigenen Platz in der Welt blicken.

Das Buch „Ein ganzerer Mann“ von Jack Donovan im FREILICH Buchladen.


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Der große französische Romancier Jean Raspail berichtet von den Letzten.

Schwarz und unheimlich liegt sie auf dem Schreibtisch Jean Raspails: die Axt aus der Steppe, verwunschenes Artefakt aus mythischer Vergangenheit, in der Familie von Vater an Sohn in fast unendlicher Ahnenfolge weitergereicht. Die Axt treibt den Autor in die Ferne. So stark ist ihr Ruf, dass Raspail sie gar im Safe eines Pariser Bankhauses verbergen muss, will er nicht augenblicklich Haus und Heim verlassen und sich auf die Suche nach untergegangenen Völkern begeben.

Den 1973 mit seiner prophetischen Dystopie „Das Heerlager der Heiligen“ bekannt gewordenen Autor treibt seit jeher ehrliche Anteilnahme am Schicksal der Letzten einer langen Reihe um. Raspail hält es nicht lange in der Studierstube; er muss mit eigenen Augen sehen, am eigenen Leib erfahren, solange es noch etwas zu sehen und zu erfahren gibt.

Die Axt aus der Steppe schickt ihren Besitzer von Kontinent zu Kontinent, immer auf den Spuren der Letzten ihrer Art. Von den Kariben-Indianern auf verlorenen Inseln der Antillen geht die Reise  bis zu den Alakaluf, Seenomaden im hintersten Feuerland. Den untergehenden Völkern gilt die ganze Liebe des Autors. Mit ihnen teilt er Tisch und manchmal auch Bett. Dabei ist Raspail nie überheblich oder belehrend, sieht sich nicht als neunmalkluger Europäer, der anderen die Welt erklären muss. Er weiß ebenso gut wie die Betroffenen, dass sie dem Untergang geweiht sind – warum also großes Aufsehen darum machen? Wenn schon untergehen, dann mit Stil. Hier sind der konservative französische Autor und die stolzen Ureinwohner vom Ende der Welt durchaus einer Meinung.

Keineswegs geht es dabei nur um exotische Völkerschaften in extremer Peripherie. Wer hätte gedacht, dass ein Haufen versprengter französischer Soldaten, auf deutscher Seite kämpfend, im Kriegswinter 1942 tief in den russischen Wäldern auf Nachfahren ihrer eigenen Landsleute traf, die mit Napoleons Grande Armée 130 Jahre zuvor den gleichen Kreuzweg gegangen waren? Oder dass mitten in Frankreich noch Nachfahren von Attilas Hunnen leben – Überbleibsel der sagenumwobenen Schlacht auf den Katalaunischen Feldern? Man kann hier nicht jeden von Raspail besuchten Ort aufzuzählen. Der Leser ist herzlich eingeladen, dem Autor durch Raum und Zeit zu folgen – er wird es mit Gewinn tun.

Dem Karolinger Verlag gebührt großes Lob, das bereits 1974 erschienene Werk endlich auch einem deutschsprachigen Publikum zugänglich gemacht zu haben. Von Konrad Weiß kundig übersetzt, mit Fußnoten, Landkarten und einem Vorwort von Jean Raspail höchstselbst versehen, ist die Lektüre der „Axt aus der Steppe“ ohne Übertreibung wärmstens zu empfehlen.

Jean Raspail: Die Axt aus der Steppe. Reisen auf verwehten Spuren. Karolinger Verlag, Wien 2019, 280 Seiten, € 24,–

HIER im FREILICH Buchladen zu erwerben.

Jean Raspail ist am 13. Juni 2020 gestorben. HIER lesen Sie den Nachruf im FREILICH Blog.


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Band 2 der Werkausgabe: Rolf Peter Sieferles letzte große Arbeit „Krieg und Zivilisation“. Der Krieg als Universalie der kulturellen Evolution mit dem Schwerpunkt auf Europa und dem 20. Jahrhundert.

Krieg und Zivilisation ist Rolf Peter Sieferles letzte große Arbeit, abgeschlossen im September 2016. Sieferle wird dadurch nicht zu einem Militärhistoriker im engeren Sinne, vielmehr schreibt er eine Geschichte des Krieges als ein Phänomen der kulturellen Evolution, als ein Strategem in Gruppenkonkurrenzen neben anderen wie Kooperation, Flucht und Unterwerfung. Dabei treffen widersprüchliche Ziele wie das der Wehrhaftigkeit (Populationsvergrößerung) und der Ressourcensicherung (Populationsverkleinerung) aufeinander.

Der Bogen spannt sich von den Strukturunterschieden zwischen tribalen und staatlichen Erscheinungsformen des Krieges über die europäischen Verläufe der Hegung und Enthegung des Krieges. Geschildert wird der hundertjährige Frieden während der industriellen Transformationsphase ebenso wie die geopolitischen Hintergründe der beiden Weltkriege im 20. Jahrhundert und den damit einhergehenden Zivilisationsbrüchen. Daran schließt sich eine Betrachtung der hybriden und asymmetrischen Kriege unserer Tage mit den Phänomenen des Terrorismus und des Cyberkriegs an. Es ist eine atemberaubende – auch atemberaubend aktuelle – Arbeit, bei der Sieferle die Fülle seiner Zettelkästen und seine unvergleichliche Fähigkeit zum Großbildbau voll ausschöpft.

Das Buch „Krieg und Zivilisation. Eine europäische Geschichte“ von Rolf Peter Sieferle im FREILICH Shop.

Rolf Peter Sieferle (1949‒2016) studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Soziologie an den Universitäten Heidelberg und Konstanz und lehrte ab 1991 in Mannheim. Seit 2005 war er ordentlicher Professor für allgemeine Geschichte an der Universität St. Gallen. Zu seinen Hauptwerken zählen Epochenwechsel (1994) und die universalhistorische Bilanz Rückblick auf die Natur (1997). 2010 verfasste Sieferle für den „Wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltveränderungen“ der Bundesregierung die Abhandlung Lehren aus der Vergangenheit. 2017 beginnt die Herausgabe seiner gesammelten Werke im Manuscriptum Verlag.


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Bereits seit Jahren warnen verschiedene Journalisten und „Experten“ vor dem weltweit zunehmenden Gespenst des „Populismus“. Brexit, Trump, Salvini, AfD und FPÖ – sie alle seien, da ist sich das politmediale Establishment einig, eine rechtspopulistische Gefahr für die westlichen Demokratien. Der Germanist und Historiker Prof. Dr. Günter Scholdt sieht das anders. In seinem neuesten Werk fühlt er dem Phänomen „Populismus” aus konservativer Sicht auf den Zahn.

Es gibt zwar zahlreiche verschiedene Definitionen, was Populismus denn nun genau sei, doch im öffentlichen Diskurs scheint es, als bewerteten viele das Phänomen grundsätzlich eher negativ. Besonders im alltäglichen Sprachgebrauch kommt der Populismus meist schlecht weg und dient mehr als Totschlagvokabel denn Analyseinstrument. Mit seinem Spruch „Wir sind das Volk“ sei er eine „undemokratische Anmaßung“ und spalte die Gesellschaft, heißt es etwa von Kritikern. Außerdem biete er „einfache Lösungen“ für „komplexe Probleme“ und neige dazu, ins „völkische Denken“ abzugleiten. Der Populismus sei daher mit einer pluralistischen westlichen Demokratie nicht vereinbar.

Bekenntnis zum Populismus

Dessen ungeachtet bekennt jedoch sich beispielsweise der AfD-Ehrenvorsitzende Alexander Gauland freimütig zum Populismus. Für ihn ist es wichtig, dass das Volk wieder mehr direkten Einfluss auf die Politik nehmen kann. Gauland stellt der „globalistischen Klasse“ und ihrem kosmopolitischen Traum einer „One World“ zwei heterogene Gruppen gegenüber: die bürgerliche Mittelschicht und die „sogenannten einfachen Menschen“. Für diese Gruppen ist Heimat noch immer ein Wert an sich und deshalb wollen sie sie auch nicht aufgaben. Gauland sieht diesen Riss durch alle westlichen Gesellschaften verlaufen. „Die Globalisierung sieht im Penthouse sehr viel freundlicher aus als in der Sozialwohnung“, fasst der AfD-Politiker in einem FAZ-Gastkommentar zusammen.

Reaktion auf die Demokratiekrise

Das Phänomen „Populismus“ wird also äußerst unterschiedlich bewertet und ist angesichts der politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen weiterhin von großem Interesse. Aus diesem Grund beschäftigt sich auch der Germanist und Historiker Prof. Dr. Günter Scholdt (Autor u.a. von Freilich und der Sezession) in seinem neuesten Werk „Populismus. Demagogisches Gespenst oder berechtiger Protest?“, das dieses Jahr im Verlag „Basilisken-Presse“ erschienen ist, mit den verschiedenen Begriffsdefinitionen und setzt sich mit einigen Vorwürfen gegen den Populismus kritisch auseinander. Scholdt kommt letztlich zu dem Schluss, dass Populismus überhaupt nicht negativ betrachtet werden muss, sondern im Gegenteil eine wichtige Funktion in der Demokratie übernehmen kann.

Populismus vs. Postdemokratie

Für den Historiker ist das politische Phänomen „Populismus“ vor allem eine Reaktion auf eine akute Demokratie- und Repräsentationskrise, und nicht, wie von den Herrschenden oftmals in der Kausalkette verdreht, die Ursache dafür. In der heutigen postdemokratischen Gesellschaft, in der „Volksherrschaft” nur noch als Simulation ablaufe, wirke der Populismus als „heilsames Gegengift“, der zumindest Fehlentwicklungen, wie etwa die zunehmende Entfernung der Eliten von breiten Schichten des Volkes, sichtbar macht. Bei zahlreichen Themen, von Asyl und Migration bis zur EU, fühlt sich der einfache Bürger von den Regierenden weder gehört noch vertreten und bekommt dadurch den Eindruck vermittelt, dass es auf seine Stimme gar nicht mehr ankommt und dass sowieso über seinen Kopf hinweg entschieden wird. „Beim heutigen Populismus“, so Scholdt, „geht es nicht allein um Ökonomie, sondern zugleich um vielfältige andere Benachteiligungen, nicht zuletzt um die verweigerte wirkliche Teilhabe am Gesellschaftsdiskurs“. Der Populismus will „echte Meinungsäußerungsfreiheit“ wiedererobern und ein „repressionsfreies Sozialklima“ schaffen, betont der Autor. Für Scholdt ist „echter Populismus“ sogar die letzte Chance zu ermitteln, „ob wir überhaupt noch in einer Demokratie leben“.

Das Buch „Populismus. Demagogisches Gespenst oder berechtigter Protest?“ von Günter Scholdt im FREILICH Shop.

Quelle: Tagesstimme


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Band 1 der Werkausgabe: Rolf Peter Sieferles politisches Hauptwerk in einer vom Autor bearbeiteten, unveröffentlichten Fassung.

1994 legte Sieferle diesen Großessay vor, in dessen Zentrum das gegenüber dem universalistischen Projekt des „Westens“ widerständige Deutschland mit seinem Willen zum eigenen Weg steht. Die beiden Weltkriege in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert waren Vorboten einer Auseinandersetzung zwischen universalistischen Perspektiven und deren partikularistischer Abwehr. Er zeigt, wie die beschleunigte Moderne in ihrer seit hundert Jahren anhaltenden, ständigen „Flucht nach vorne“ wachsende Problemberge vor sich herschiebt, zu deren gedanklicher Bewältigung die alten Ideologien des Liberalismus, des Sozialismus und des Nationalismus immer wieder in neue Kleider schlüpfen und in neuen Paradoxien sich verheddern.

Der Hauptgegner der konservativ-revolutionären Position sind die Mächte der bürgerlichen Welt, also Liberalismus, Individualismus und Kapitalismus. Der marxistische Sozialismus erscheint in dieser Perspektive insofern nur als eine Variante des bürgerlichen Materialismus, als er den Prozess der Atomisierung und Zertrümmerung mitträgt und sogar verschärft. Liberalismus und Sozialismus sind beide letztlich universalistisch orientiert, das heißt, sie zielen auf eine homogene „Menschheit“, die nicht mehr systematisch differenziert.

Rolf Peter Sieferle

Fluchtpunkt des Heils vor den herannahenden Umwelt- und Ressourcenproblemen wird schließlich eine universalistische Weltvereinigung unter einem Globalgouvernment. Sieferle analysiert ebenso nüchtern wie intensiv, dass sich hinter dem Rücken dieser angeblichen rettenden Weltinstanz bei ideell und real beseitigten Nationalstaaten strukturlogisch und unvermeidbar die ursprünglichen Kollektive familiärer Clans und tribalistischer Stämme wieder durchsetzen würden und ein tausendjähriger Prozess der Zivilisation rückabgewickelt wäre. Dies ist auch ein Blick auf den gegenwärtigen Zustand Europas, dem die Akteure dieser Retribalisierung seit 2015 regelrecht aufgedrängt werden.

Ein Anziehen der Steuerschraube bei den erfolgreichen Elementen des neuen globalen Netzwerks ist wohl unvermeidlich. Die dadurch bewirkte Umverteilung dürfte sich jedoch nicht darauf beschränken, den wachsenden unproduktiven Bevölkerungsteil durchzufüttern, sondern die Mittel müssten darauf verwendet werden, den Anteil der globalen Spezialisten an der Gesamtbevölkerung zu vergrößern.

Auf rund 500 Seiten bearbeitet Sieferle als Universalgelehrter unglaublich viele Themen und Bereiche auf kühle und rationale Weise. Er geht auf die Umbrüche ein, die in Bewegung gerieten, als das jahrzehntelange Gleichgewicht zwischen den Machtblöcken in Ost und West ab 1989 ins Rutschen kam. Sieferle erkannte schon sehr früh, dass das „europäische Projekt“ über kurz oder lang ins Stottern geraten wird und dann in Chaos und Zerfall endet.

Das Buch „Epochenwechsel. Die Deutschen an der Schwelle zum 21. Jahrhundert“ von Rolf Peter Sieferle im FREILICH Shop.

Rolf Peter Sieferle (1949‒2016) studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Soziologie an den Universitäten Heidelberg und Konstanz und lehrte ab 1991 in Mannheim. Seit 2005 war er ordentlicher Professor für allgemeine Geschichte an der Universität St. Gallen. Zu seinen Hauptwerken zählen Epochenwechsel (1994) und die universalhistorische Bilanz Rückblick auf die Natur (1997). 2010 verfasste Sieferle für den „Wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltveränderungen“ der Bundesregierung die Abhandlung Lehren aus der Vergangenheit. 2017 beginnt die Herausgabe seiner gesammelten Werke im Manuscriptum Verlag.


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