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Aufgeblättert. Zugeschlagen – Mit Rechten lesen ist eine regelmäßige Literatursendung zu drei aktuellen Büchern des literarischen Lebens, ein Austausch zwischen der Publizistin Ellen Kositza vom Verlag Antaios, der Buchhändlerin Susanne Dagen vom BuchHaus Loschwitz und einem jeweils neuen Gast.

Zu Gast in der aktuellen Ausgabe ist dieses Mal der Karikaturist und Autor Bernd Zeller, der u.a. Redakteur bei den Magazinen Titanic und Eulenspiegel war. Vorgestellt werden die Bücher „Arthur Lanz“ von Monika Maron, „Als die Nacht sich senkte“ von Herbert Lackner und „Mao und die 72 Affen“ von Bernd Wagner.

Unabhängig, geistreich und am Diskurs interessiert ist Aufgeblättert. Zugeschlagen – Mit Rechten lesen ein vergnügliches Plädoyer für vorurteilsfreies Lesen und ein Gemeinschaftsprojekt vom Verlag Antaios, Schnellroda und dem BuchHaus Loschwitz, Dresden. 


Die aktuelle Ausgabe 10 des FREILICH Magazins beschäftigt sich unter dem Titel „Unpopulär rechts“ mit den Problemen des Rechtspopulismus in Europa und Österreich. Die Heftvorschau finden Sie HIER.

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Alexander Malenki ist zurück und setzt mit seinem neuen Projekt „Kulturlabor“ neue Akzente.

Mitte 2019 traf den bekannten rechten YouTuber Alexander Malenki die Zensur. Facebook sperrte ihm seine Konten, sowohl bei Instagram als auch bei Facebook. Er nutzte den im ersten Moment schweren Schlag für ein „Social-Media-Detox“ und um die Kräfte dafür zu sammeln, auch unter schwierigeren Bedingungen die gegenkulturelle Arbeit fortzusetzen. Das trägt nun Früchte. Malenki moderiert die neue Sendung aus dem Hause Ein Prozent: „Kulturlabor“


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Gestern, am 13. Juni 2020, ist der Schriftsteller Jean Raspail verstorben. „Selbst die Rechte hat ein Herz“, attestierte ihm die links- liberale Tageszeitung „Libération“. Sein Verleger und Übersetzer Konrad Weiß vom Karolinger Verlag hat ihn erstmals 2016 in Paris besucht. Er erinnert sich.

Ist man bei Jean Raspail geladen, dem Romancier, Abenteurer, royalistischen Grandseigneur, Barden untergegangener Völker und verlorener Sachen sowie Generalkonsul eines imaginären Königreichs, dann gibt es eigentlich nur ein angemessenes Fortbewegungsmittel, um zu diesem letzten ausführlichen Gespräch zu erscheinen, das der reaktionäre Einzelgänger der Öffentlichkeit zu geben gedenkt: zu Pferde. Wir aber sind zu Fuß.

Raspail, Jahrgang 1925, aber kerzengerade, in angedeutet austriakischer Gewandung, übernimmt die Zügel, fördert aus seinen mit Memorabilien geschmückten Regalreihen Marion Gräfin Dönhoffs „Namen, die keiner mehr nennt“ zutage und zitiert: „Meine Vorfahren sind zu Pferd gekommen, wir gehen zu Pferd“, und sagt: „Es rührt zu Tränen! Wenn man das liest, kann man für einen Moment ‚den Rest‘ vergessen, und der wiegt wahrlich schwer, und sich verneigen vor der Größe der Kämpfer und Zivi- listen. Aber Deutschland vergisst seine Geschichte.“

Jean Raspail durchlief eine Reihe katholischer Schulen, die ihm jedoch meist die Tür wiesen; das Abitur gelang erst im dritten Anlauf. Eine berufliche Orientierung scheiterte ebenso wie erste Schreibversuche, deren Mängel er aber intuitiv begriff. Das Nachkriegsfrankreich mit seinen schrumpfenden Horizonten eignete sich wenig zur Erweiterung des eigenen; es folgte „ein Abenteuer, das über meine Existenz entschieden hat“: Raspail durchmaß im Kanu über 4.500 Kilometer die einstigen französischen Besitzungen in Nordamerika, von Québec bis La Nouvelle-Orléans. Seine Leitsterne waren der Jesuitenmissionar Marquette und der Cavelier de La Salle, die Entdecker des Mississippis beziehungsweise seiner Mündung. Beide gingen nach ungeheuren Anstrengungen dabei zugrunde. Dann ging er nach Kanada und Louisiana, entlang der „Wasserwege des Königs“, allesamt 2005, 55 Jahre nach der Fahrt, im gleichnamigen Buch von Raspail in berückender Schönheit heraufbeschworen. Man findet darin schon den Kern von Raspails Faszinationen und Werk angedeutet – Königtum, Katholizismus, verlorene Sachen, ergänzt durch eine zärtliche Liebe zu untergehenden Kleinstvölkern, erworben auf einer weiteren Reise, diesmal vom Kap Hoorn nach Alaska und zu den Ureinwohnern Patagoniens, die in den Regenstürmen der Magellanstraße ein Dasein herzerweichender Kargheit fristeten.

Eine Laufbahn als Reiseschriftsteller folgte, bis Raspail sesshaft wurde und Frankreich in einem „radikalen Wandel kultureller Natur“ wiederfand, in seiner Substanz bedroht und wie so viele Völkerschaften davor „reif für den finalen Schlag“. Mit dem „Heerlager der Heiligen“ (Schnellroda 2015), dessen Übersetzungen allein mehrere Regalreihen füllen, nimmt er auch die Literatur wieder auf und die Gegenwart in beängstigend prophetischer Weise schon 1973 vorweg: Eine Million bettelarmer, aber entschlossener Boatpeople fällt als Vorhut der Dritten Welt gewaltlos in Frankreich ein, das ein Trommelfeuer der Indoktrination durch faktisch gleichgeschaltete Medien und politische Eliten zu jeglichem Widerstand und Selbstbehauptungswillen unfähig gemacht hat. Heute spricht man von „Willkommenskultur“ – und Raspail von der „altruistischen Idiotie, die Millionen deutscher Schwachköpfe, pardon, ‚Aber ja! Nur immer herein!‘ ausrufen lässt“.

Und Frankreich, nach dem Attentat aufs Bataclan? „Niemand hat den Feind benannt. Es gab keine wirkliche Reaktion, bloß nationales Lamentieren, Blumenhaufen und Hollandes Beflaggungsaufforderung – dergleichen tut man für Siege, nicht für Begräbnisse. Es ist eine gigantische Schafherde und eine Art Party. ‚Die andere Seite‘ – französische Staatsbürger, die ich nicht verachte, aber nicht als Landsleute betrachte – hat eine schleichende Kolonisation begonnen, sie macht in manchen Banlieues 80 Prozent aus und bewirkt bereits eine Segregation durch Rückzug. Irgendwann wird man nicht mehr ausweichen können, eine Art Bürgerkrieg ist unausweichlich.“

Seinerzeit für seine Prognosen von der Presse verdammt, kann Raspail sich heute ihrer kaum mehr erwehren: „Jetzt sind wir mittendrin. ‚Raspail hatte recht‘, heißt es, und man hat vergessen, was man damals über mich sagte.“ Spricht er wie die AfD von der Waffe als Ultima Ratio? „Gewalt ist nicht zwangs- läufig ein Töten, sondern zunächst eine Attitüde eminenten Energischseins.“ Und bei aller Schärfe seiner Diagnose: „Dieses Problem ist nicht zu lösen. Ich sehe mich selbst auch schwerlich jede Barmherzigkeit gegenüber Leuten verlieren, die auf der anderen Seite der Barrikade verhungern.“

La droite, darin sieht er „nicht eine politische Position, sondern eine Denkfamilie, keine Frage der Politik, sondern des Ideals“.

Raspail hat nie verhehlt, ein „Mann der Rechten“ zu sein. „Selbst die Rechte hat ein Herz“, attestierte ihm die links- liberale Tageszeitung „Libération“. La droite, darin sieht er „nicht eine politische Position, sondern eine Denkfamilie, keine Frage der Politik, sondern des Ideals“, und hält es mit seinem verstorbenen Freund Jean Cau, dem Schriftsteller und Privatsekretär Sartres: „La droite n’est pas d-i-c-i-ble“, nicht aussprechbar, buchstabiert Raspail, „sondern Ergebnis eines schwer erfassbaren état d’âme, einer Seelenlage“.

Ein Element aber sei fundamental, mache geradezu den Menschen aus: „Haltung! Nicht die Pose. Sehen Sie sich die englische Königin an, während ihres ganzen Lebens. Formidable!“ Raspails Romanfiguren haben samt und sonders keine Hoffnung, aber eine zugleich selbstvergessene und unbeugsame Attitüde des Trotzdem. Eine weiterer Wesenszug von Werk und Autor: „Es scheint, als zählte ich zu jenen Menschen, die eine religiöse Natur haben. Dergleichen soll ja vorkommen. Das Empfinden für das Heilige ist innerlich – oder es ist nicht.“ Papst Franziskus’ migrationspolitische Einlassungen verfolgt er mit Sorge, aber: „Rom ist Rom, der Papst der Papst.“ Ungeheuren Schaden sieht Raspail aber durch das Zweite Vatikanum angerichtet, „den Willen zur Zerstörung des Heiligen. Wenn man den Sinn für das Heilige verliert, haben die Leute keine Lust mehr, eine Religion zu haben. Genau das ist geschehen.“ Indes sei eine Erneuerung, aus der Tradition, spürbar: Sie komme, ebenso wie die Rettung der katholischen Welt insgesamt, aus den Klöstern.

Außer unfreiwilligen Scharmützeln mit antirassistischen Pressure Groups, die ihn verklagen (und meist unterliegen), meidet Raspail, zeitlebens parteilos, die Niederungen der Politik ebenso wie die Masse, die er verabscheut. 1993 aber, zur zweihundertsten Wiederkehr der Hinrichtung Ludwigs XVI., organisierte er eine Gedenkkundgebung am Tatort, der Place de la Concorde; Zehntausende erschienen. Geforderte Verschiebungen lehnte er zuvor strikt ab – „der Kopf des Königs ist um 10 Uhr 23 gefallen, nicht im Morgengrauen, nicht nach Büroschluss“ –, ein Verbot erging. In letzter Minute aber wurde die Polizei zurückgepfiffen. „Wissen Sie, wer das getan hat? Mitterrand. Er war links, aber hatte einen Sinn für die Geschichte.“

Antoine de Tounens, ein Provinzadvokat des 19. Jahrunderts, hatte sein Leben der fixen Idee verschrieben, sich ohne Ressourcen und Unterstützung zum König der patagonischen Ureinwohner aufzuschwingen, sie vereint gegen die chilenisch-argentinischen Unterdrücker zu führen. Abnehmenden Erfolgen stand bald zunehmender Realitätsverlust gegenüber; besiegt, verspottet, aber ungebrochen ging „Orelie-Antoine I.“ 1878 in einer elenden Dachkammer im französischen „Exil“ zugrunde. Man ahnt es: Hier fließen alle Faszinationen Raspails zusammen. Sein resultierender Roman erhält den begehrten Grand Prix de l’Académie française

Die Faszination vom geträumten Königreich am Ende der Welt aber verfestigt sich, wird ihm zur „Ersatznationalität“ – und grassiert: Vom Grab Antoines vernimmt Raspail augenzwinkernd die Berufung zum „Generalkonsul“, erschafft „Patagonien“ militärische und zivile Amtsträger, Institutionen. 

„Zärtlichkeit, Ironie, Stolz und Melancholie“: ein sehr raspailesker Vierklang charakterisiert die Wahlpatagonier, und ihr Generalkonsul fragt sich angesichts der wachsenden Flut gerade sehr junger Staatsbürgerschaftswerber, „ob wir in einem Land leben, und jetzt spreche ich von Frankreich, in dem man noch träumen kann, wenn man zwanzig ist“.

Jean Raspail ist siebzig Jahre älter, neunzig verweht, und sagt zum Abschied mit heiterer Gelassenheit: „In fünf Jahren werde ich tot sein. O doch! Ich hoffe.“ Und trotzdem klingt eine seiner Zeilen nach und mit: „Wenn man eine (fast) verlorene Sache vertritt, muss man ins Horn stoßen, aufs Pferd springen und einen letzten Ausfall wagen.“ An der Avenue de Wagram in Paris, unweit des Triumphbogens, bleibt der letzte Franzose im Sattel.

MEHR RASPAIL – Konrad Markward Weiß in Interview mit der Tagesstimme: „Jean Raspail hat sich niemals mit dem Zeitgeist gemein gemacht”

„Heerlager der Heiligen“ im FREILICH Buchladen.

„Die Axt aus der Steppe“ ist eben bei Karolinger erschienen. Wir veröffentlichen die Besprechung in den nächsten Tagen. Ein ausführlicher Nachruf erscheint in der nächsten Ausgabe des FREILICH Magazins.


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Bildquelle: Archiv

Michael Klonovsky im Gespräch mit dem Magazin KRAUTZONE und der Frage: Ist die westliche Welt noch zu retten?

Michael Klonovsky war von Juni 2016 bis April 2017 publizistischer Berater von Frauke Petry (AfD), von Juni bis November 2017 Sprecher der von Jörg Meuthen geführten AfD-Fraktion im Stuttgarter Landtag. Seit Februar 2018 ist Michael Klonovsky Redenschreiber des Fraktionsvorsitzenden der AfD im Bundestag Alexander Gauland. Der Krautzone gestattet er einen persönlichen Einblick in sein bisheriges Wirken.

Michael Klonovsky – deutscher Journalist und Schrifsteller

Die KRAUTZONE besteht aus einem Team junger und ambitionierter Autoren. HIER ist ihr Internetauftritt.

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Das IfS feiert heuer seinen 20. Geburtstag. Es könnte erfolgreicher kaum sein.

Zweimal im Jahr strömen mehr als 150 junge Menschen nach Schnellroda. Der Grund sind die Akademien des Instituts für Staatspolitik (IfS), das hier seinen Sitz hat. Zweimal im Jahr gibt es Vorträge, Gespräche und Arbeitsgruppen zu Themen, die für das konservative Milieu so wichtig sind, dass viele eine weite Anfahrt nicht scheuen. Immer geht es um Grundsätzliches, um das „Politische Minimum“, um „Populismus“ oder um „Lektüren“, die Referenten kommen aus Wissenschaft und Politik. Der einzige Haken: Die Teilnehmer dürfen nicht älter als 35 Jahre sein.

Dieser Grundsatz hat seinen Ursprung in der Schwerpunktbildung des Instituts, das im Mai 2000 von Götz Kubitschek und Karlheinz Weißmann gegründet wurde, um dem staatlichen und parteipolitischen Monopol in der politischen Bildungsarbeit etwas entgegenzusetzen. Der Name ist Programm, denn es geht um eine Unterweisung, die keinen kleinlichen Parteiinteressen dient, sondern den Interessen des Gemeinwesens, des deutschen Volkes und seiner Institutionen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Jugend.

Das IfS hat seit seiner Gründung eine rege Tätigkeit entfaltet, die einzig und allein durch die Förderung seitens privater Spender ermöglicht wurde. Dabei spielt die publizistische Aufklärung durch wissenschaftliche Studien eine besondere Rolle. Da man sich beim IfS einem metapolitischen Konzept verpflichtet weiß, existiert darüber hinaus mit der Zeitschrift „Sezession“ ein anspruchsvolles Periodikum.

Neben den Akademien, die seit einiger Zeit auch einmal im Jahr in der Nähe von Graz stattfinden, gibt es verschiedene andere Veranstaltungsformate wie Staatspolitische Salons in Berlin und Staatspolitische Kongresse in Magdeburg. Der 20. Geburtstag des IfS wird am 23. Mai 2020 mit einem ebensolchen Kongress in Magdeburg gefeiert werden.

Das Institut für Staatspolitik im Netz HIER.

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„Wir müssen reden, um die Gesellschaft zu verändern“, sagt einer der damaligen Diskussionsteilnehmer im Video. Yukio Mishima, Schriftsteller, Putschist, Selbstmörder und einer der bekanntesten Autoren der Rechten: Er stellt sich 1969 an der Universität von Tokio den Mitgliedern der linksradikalen Studentengruppe Zenkyoto.

Die legendäre Diskussion wurde gefilmt, die Bänder galten allerdings seit über 50 Jahren als verschollen. Nach der Entdeckung des archivierten Materials wurde sie neu gemastert und mit englischen Untertiteln versehen, so dass die letzte öffentliche Debatte von Mishima nun zum ersten Mal auf Film zu sehen ist. Dazu kommen Kommentare von Wissenschaftlern, Historikern und Zeitzeugen. Den Trailer zu dieser Dokumentation zeigen wir: 

Yukio Mishima zählt zu den bedeutendsten Autoren seiner Generation. In seinem Werk befasst sich der Japaner unter anderem mit der Beziehung zwischen Kunst und Körper. Daneben war er politischer Aktivist. Nach einem misslungenen Putschversuch beging er 1970 vor einer ebenso entsetzten wie faszinierten Menge Selbstmord durch Harakiri. Dazu eine sehenswerte filmische Kurzbiografie in fünf Minuten auf ARTE: The Lost Ones: Yukio Mishima – Schriftsteller und Aktivist

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Der aktuelle Attersee Report beschäftigt sich mit dem Nihilismus und der damit untrennbar verbundenen Frage, wie der Einzelne der allgemeinen Sinnentleerung und der kollektiv verordneten Bedeutungslosigkeit des Individuums entkommen kann.

Dabei wird u.a. angedacht, ob die geistigen Grundlagen der Roten Armee Fraktion jenen Ernst Jüngers ähnlich sind, wie manche Autoren behaupten. Ernst Jüngers Waldgang sei demnach ein Konzept, das nicht nur in der rechten, sondern vor allem auch in der linken Hemisphäre auf Interesse stieß. Der Kult eines absoluten Außenseitertums, das im Wesentlichen im Widerstand gegen die Verhältnisse besteht, wird dabei angesprochen, da nur im Wege einer Individualisierung eine wahrhafte Existenz möglich sei.

Doch auch Martin Heidegger soll uns Fingerzeige gegeben haben, wie wir mit unserer Geworfenheit in die moderne Zivilisation auf bessere Weise umgehen können. Selbst in den NS-Staat verstrickt, erkannte Heidegger zuletzt, dass dieser die Entfremdung der Menschen nicht aufhielt, wie es die Propaganda versprochen hatte, sondern durch Technisierung, Industrialisierung und Bürokratisierung noch weiter vorantrieb – mit dem bekannten Ende. Heidegger soll es aber um das Gegenteil gegangen sein: Bewusstsein wieder auf die Urwahrheit zu lenken.

Folgende Beiträge vertiefen in der aktuellen Ausgabe die Fragestellung zum Thema „Nihilismus“:

Anton Grabner-Haider: Todesmystik bei Martin Heidegger
Norbert Nemeth: Der Waldgang
Gerhard Rihl: Gott ist tot – Es lebe die Kunst!
H. Faber: Über die Linie
Wolfram Schrems: Der Greuel der Verwüstung
Siegfried Waschnig: Durch Tätigkeit zum Guten
Michael Demanega: Häresie der Formlosigkeit
Jörg Mayer: Theorien des Träumens
Laila Mirzo: Die Verwerfung des Koordinatensystems
Siegfried Waschnig: Eine Komödie, die Templergnosis und das Böse
Jörg Mayer: Terrorismus, eine Einordnung

Den Atterseekreis finden Sie im Internet HIER.

Das Print-Abonnement des Attersee Report ist kostenlos. Ein Abo und alle Ausgaben des Magazins können per Mail an [email protected] bestellt werden. Die aktuelle Ausgabe des Attersee Report können Sie HIER lesen.

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Noch immer scheiden sich an dem Schriftsteller Ernst Jünger die Geister. Die einen sehen in dem antiliberalen und antidemokratischen Jünger der Weimarer Republik einen geistigen Wegbereiter des Nationalsozialismus, andere sehen in ihm den brillanten und reflektierten Zeitzeugen, den genialen Stilisten. Wer war Ernst Jünger wirklich? Was hat ihn geprägt?

Der Schriftsteller Ernst Jünger gilt als einer der wichtigsten und zugleich umstrittensten deutschen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Für seinen Lebensweg zwischen „Stahlgewittern“ und ästhetischem Außenseitertum hat er leidenschaftliche Bewunderung wie Verachtung erfahren. Politische Repräsentanten wie Helmut Kohl und François Mitterrand gaben sich bei ihm die Klinke in die Hand. Sie bewunderten im Hochbetagten den „Zeugen des 20. Jahrhunderts“ – und blickten darüber hinweg, dass er den Krieg als Bewährungsprobe und Daseinsgleichnis verstand.

Bis heute verbindet sich mit Jünger das Bild vom Nationalisten und Demokratieverächter, seine radikalen, antiliberalen Schriften aus der Zeit der Weimarer Republik werden von den extremen Rechten wieder zitiert. Zugleich gilt Jünger als Autor ästhetisch brillanter Schriften, der viele Künstler inspiriert. Wer war Ernst Jünger? Was hat ihn geprägt? Warum lohnt der Blick auf die Biografie eines Mannes, dessen Leben so eng verknüpft war mit der deutschen und europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts?

Regisseur Falko Korth zeichnet in seiner Dokumentation nüchtern und unpathetisch anhand historischer Bilder und Interviewdokumente wichtige Lebensstationen der schwierigen Jahrhundertgestalt nach. Zugleich lässt er jene zu Wort kommen, die sich mit Jünger immer wieder beschäftigt und auseinandergesetzt haben, so die Biografen Helmuth Kiesel und Heimo Schwilk, den Historiker Volker Weiß, die Literaturkritikerin Iris Radisch und den Maler Neo Rauch.

Einen spannenden Einstieg in das Denken und Werk des Jahrhundertautors Ernst Jünger finden Sie HIER in einer KRAUTZONE Sonderausgabe.

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Die Unterlagen, die die U-Kommission wenige Tage vor der heutigen Sitzung erhalten hat, belasten den Geschäftsführer der Okto-TV schwer. „Er steht im Verdacht, Förderungen mit seinem eigenen Unternehmen abgeschöpft zu haben und sich als Gewinn ausgeschüttet zu haben“, macht der Wiener FPÖ-Klubobmann Toni Mahdalik aufmerksam. Wegen fehlender Unterlagen hat die MA13 deshalb einen Wirtschaftsprüfer beauftragt, der eine Rückzahlungsforderung in Höhe von EUR 620.000 festgestellt hat. 

Leider hat der Magistrat aber den Skandal nicht öffentlich gemacht, sondern offenbar beschlossen, zur Schadenswiedergutmachung einfach die Förderung für das Jahr 2018 in Höhe von 500.000 Euro einzubehalten. „Der Skandal ist, dass der Magistrat im Wissen um den Missbrauch keinerlei Information an den Gemeinderat weitergegeben hat und der Gemeinderat deshalb weiterhin Förderungen für das Unternehmen beschlossen hat. Hätte der Gemeinderat gewusst, welche Vorwürfe hier im Raum stehen, hätte er eine weitere Förderung nie genehmigt“, meint Mahdalik.

Besonders auffällig ist, dass der Förderakt nach den Aufdeckungen der zuständigen MA13 entzogen wurde und nun bei der MA5 liegt. „Ob zur Aufdeckung oder zur Vertuschung, wird in der Untersuchungskommission zu klären sein“, sagt Mahdalik und kündigt eine entsprechende Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft an.

Seit Herbst 2005 bietet der linksalternative Mitmachsender Okto-TV ein gefördertes Nischenprogramm. Finanziert wird der nichtkommerzielle Sender vorwiegend aus Subventionen der Stadt Wien (MA 5) sowie aus Mitteln des „Fonds zur Förderung des Nichtkommerziellen Rundfunks“ der Rundfunk- und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR-GmbH).

Okto-TV im Internet: okto.tv

FPÖ Wien im Internet: www.fpoe-wien.at

Als jüngster Abgeordneter des Parlaments stellte Hans Kudlich im österreichischen Reichstag 1848 den Antrag zur Abschaffung der Leibeigenschaft und ging damit in die Geschichte ein. Gleichzeitig entstand im Zuge dieser Bauernbefreiung die Raiffeisen-Bank. Für die Bauern folgte eine Abhängigkeit auf die andere: nunmehr die von den Kreditgebern. In „Kudlich – eine anachronistische Puppenschlacht“ (Uraufführung Schauspielhaus Wien 2016), dem ersten Teil von Thomas Köcks „Kronlandsaga“, ging es um die Frage nach der Ambivalenz der Freiheit, nach der problematischen Dialektik des Liberalismus. Die Hauptrolle spielt der Burschenschafter Hans Kudlich (Originalbild unten). 

Beim Original bleibt es freilich nicht: Mit seinem jüngsten Stück entwirft Köck eine Fortsetzung und verlagert die Geschichte von Kudlich nach Amerika. Aufgrund seiner Teilnahme am Wiener Oktoberaufstand zum Tode verurteilt, floh Hans Kudlich tatsächlich in den 1850er Jahren in die USA. In Köcks Fiktion landet er dort unverhofft hundert Jahre später zwischen Hollywood-Stars am Set eines bekannten Westernfilms in der texanischen Wüste. Er entdeckt, wie einst James Dean auf der Leinwand, mehr durch Zufall denn durch eigenes Zutun eine Ölquelle. Durch die Linse des Western-Filmgenres wirft Thomas Köck einen eigenwilligen Blick auf die USA des ausgehenden 19. Jahrhunderts: Die Zeit, in der sich mit der profitorientierten, ungehemmten Erschließung von Land und Rohstoffen die Idee von Freiheit, Wachstum und Individualismus als US-amerikanische Grundwerte herausbilden. Der im Westernfilm mythisierte Prozess der Landnahme und Expansion gen Westen mündet im Einsetzen einer kapitalistischen Gesellschaftsordnung, deren Antrieb die Verheißung ist, dass jede/r es nach oben schaffen kann. Thomas Köck nimmt dies zur Folie für das Nachdenken über den Treibstoff des klassischen Kapitalismus, der wie kein anderer Fortschritt und Bedrohung verkörpert, die Kriege des 20. Jahrhunderts befeuert und die Welt an den Rand des ökologischen Kollaps geführt hat: das Öl.

„schön wärs wär die Geschichte immer so eindeutig wie sie sich später dann gern darstellt“ denkt Kudlich einmal laut. Köcks humorvolles Spiel mit historischen Fakten und filmkulturellen Zitaten vermittelt gerade die Unmöglichkeit ebensolch eindeutiger Darstellung und leuchtet aus, wie gefestigte Narrative durch erfinderisches Erzählen aufgebrochen werden können. Wie lässt sich die Komplexität der Geschichte, die niemals nur etwas Vergangenes ist, heute künstlerisch bedenken? Wer verfügt über ihre Erzählung? Verschiedene Zeitebenen raffiniert miteinander verwebend, knüpft Thomas Köck Verbindungen durch die Jahrhunderte in die Gegenwart, wo die fatalen Langzeitschäden der Ausbeutung der Erde durch den Menschen unleugbar ins Sichtfeld gerückt sind. Wo Klimabewegungen die Veränderung des kapitalistischen Gesellschaftssystems einfordern, während in der Weltpolitik rechtspopulistische Politiker*innen und Gruppierungen an Regierungsmacht gewinnen.

Im Klartext also: ein Stück für Burschenschafter und keinen. Möglicherweise aber doch ein Kandidat für den FREILICH Theaterpreis zur Sichtbarmachung von Burschenschaftern auf der Bühne. 

Hans Kudlich, der Echte.

KUDLICH IN AMERIKA oder who owns history
ein carbondemokratischer spaghettiwestern

von Thomas Köck
URAUFFÜHRUNG
Regie Elsa-Sophie Jach & Thomas Köck

Premiere am 11. Jänner 2020

Alle weiteren Termine am Wiener Schauspielhaus: www.schauspielhaus.at/kudlich_in_amerika