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Krieg verändert sich mit der menschlichen Gesellschaft. Wo staatliche Macht in den Hintergrund tritt, waltet hybride Kriegsführung. Ein Text von Nils Wegner.

Die Reaktionen nicht nur der deutschsprachigen Regierungsstellen und Medien auf die islamistischen Anschläge beispielsweise in Brüssel und Berlin (2016), London und Barcelona (2017), Paris und Straßburg (2018), Lyon (2019), abermals Paris sowie zuletzt Wien (2020) waren Offenbarungen. Sie zeigten den Unwillen, nach Herausforderungen durch den „Islamischen Staat“ (IS) genuin politisch zu handeln.

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Diese Haltung der Schwäche nützt nichts: Die Pflicht zum Politischen verschwindet nicht dadurch, dass man sie ignoriert. Es offenbart sich die völlige Verkennung der Lage auf staatlicher Führungsebene – die Verkennung des faktischen Kriegszustandes mit einem politischen Akteur neuen Typs, auf den die „westliche Welt“ nicht vorbereitet scheint.

In der amerikanischen „Marine Corps Gazette“ erschien im Oktober 1989 eine Abhandlung des zivilen Militärtheoretikers William Lind in Zusammenarbeit mit US-Stabsoffizieren, inspiriert von Schriften des Generalleutnants der deutschen Bundeswehr und ehemaligen NATO-Kriegsschulleiters Franz Uhle-Wettler („Der Krieg. Gestern – heute – und wie morgen?“).

Demnach bestehe in Friedenszeiten die Aufgabe des Soldaten darin, sich so gut wie möglich auf den nächsten Krieg vorzubereiten. Und dazu brauche es ein gründliches Umdenken in der Sicherheitspolitik!

Krieg in der Neuzeit

Der Artikel entwickelte ein transepochales Modell der modernen Kriegsführung in überlappenden „Generations of Warfare“ (GW). Ausgangspunkt war der Westfälische Friede von 1648, der den Krieg – zuvor oft eine diffuse Fehde zwischen Familien oder Städten unter Einsatz von Söldnern – zu einem genuin politischen Instrument staatlicher Akteure eingehegt hatte.

Die daraus folgende „1. Generation der Kriegsführung“ (1GW) wurde bestimmt von der Linieninfanterie, ausgestattet mit ineffizienten Musketen und im Manöver sehr geordnet, aber auch schwerfällig. Ihr Einsatz erforderte strengsten Drill und starre Kommandostrukturen; er war stellenweise ideologisch motiviert, besonders in der französischen Revolutionsarmee, wo „freier“ Bürger neben „freiem“ Bürger stand und oft auch fiel.

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2GW setzte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein, als die Einführung von Hinterladern mit gezogenen Läufen und Maschinengewehren sowie der neu entwickelte Stacheldraht die Linienformationen zu Todesfallen werden ließen. Auf den Großeinsatz der Männerkraft folgte der Großeinsatz der Feuerkraft: Gemäß der französischen Maxime „Die Artillerie erobert, die Infanterie besetzt“ verließen sich die Strategen fortan operativ vor allem auf den massiven Einsatz indirekten Feuers.

Darauf reagierte die Infanterie mit mobilerem Vorgehen im breiten Sturmangriff – taktisches Grundkonzept noch des Ersten Weltkrieges, das Ernst Jüngers Aufsatz „Feuer und Bewegung“ den Titel gab. Der aus der Industrialisierung des Krieges folgende Wandel von der offenen Feldschlacht in zum Stellungskrieg führte in die 3GW, die sich  durch flachere Hierarchien, hohe und nonlineare Beweglichkeit, Kommandounternehmen und insbesondere das „Führen mit Auftrag“ anstelle des streng verbindlichen und unflexiblen Befehls auszeichnete.

Während bereits bei ihrer Entfaltung den (kaiserlichen) deutschen Sturmbataillonen eine Vorreiterrolle zukam, darf als Vollendung dieser GW auf damals höchstem technischen Niveau der Blitzkrieg 1939–1941 betrachtet werden, der gemäß der Doktrin des „indirekten Ansatzes“ (Basil Liddell Hart) den operativen Fokus vom Faktor Raum auf den Faktor Zeit verschoben hatte.

Die Transformation des Krieges

Über 70 Jahre nach Anbruch der 3GW sagte der Artikel in der „Marine Corps Gazette“ für die allernächste Zukunft eine 4GW voraus. Diese werde vier zentralen Faktoren ihrer Vorgängerin entspringen: Flexibilität, Dezentralisierung, Agilität und Zersetzung.

Globale Trends wiesen in Richtung einer Kriegsführung, die ohne Schwerpunktbildung und erkennbare Fronten potenziell unbegrenzt stattfinden werde, wodurch Krieg und Friede (sowie Kategorien wie „militärisch“/„zivil“) zunehmend ununterscheidbar werden würden.

Schlachtfeld der 4GW werde die gesamte Gesellschaft des Feindes sein, nicht nur als (an-)greifbares Objekt, sondern auch auf soziokultureller Ebene. Essenziell sei die Identifizierung der strategischen Zentren des Feindes, die aufgrund ihrer Verwundbarkeit verkleinert und zerstreut würden und so die allgemeine Undeutlichkeit verschärften.

Durch Einbeziehung von kultureller Infrastruktur und Zivilgesellschaft als Ziele verlasse die Kriegsführung die Ebene der Staatlichkeit: Die 4GW werde die Generation „nichtstaatlicher Kämpfer“ („Violent Non-State Actors“, VNSA), deren zentrales Operationsgebiet das feindliche Hinterland sei und die sich bereits als südamerikanische Drogenkartelle, afrikanische Privatarmeen und in grenzübergreifenden Terrorgruppen manifestierten – der Status quo des Westfälischen Friedens sei dahin.

Dieser grundlegende Wesenswandel des Krieges nach mehr als 350 Jahren hat so umfassende Folgen, dass man eine systematische Auseinandersetzung damit und angemessenes Handeln in der internationalen Gemeinschaft noch immer vergebens sucht.

Das spielt insbesondere dem internationalen Terrorismus in die Hände, der sehr genau um die blinden Flecken seiner schwerfälligen und zögerlichen staatlichen Todfeinde weiß. Dass im Dezember 2001 Kopien des Lind-Artikels im afghanischen Höhlenkomplex Tora Bora aufgefunden wurden, der als Rückzugsort islamistischer Kämpfer diente, bezeugt die Bedeutung dieser Überlegungen – die wohlgemerkt noch keinerlei (bekannte) doktrinäre Berücksichtigung fanden. Militärische Empfehlungen, die Lind und Offiziere verschiedener westlicher Staaten im Seminarrahmen erarbeiteten, wurden zeitweilig unter dem ironischen Titel „Feldhandbücher der k.u.k. österreichisch-ungarischen Marineinfanterie“ veröffentlicht, weil von offizieller Seite (des „militärisch-industriellen Komplexes“?)… (weiterlesen in FREILCH 13).

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Unsere Zeit ist digital. Wer keine Präsenz im Netz hat, findet nicht statt. Auf diese Weise können die Mächtigen unliebsame Akteure und Meinungen aus der öffentlichen Wahrnehmung bringen. Ein Text von Julian Schernthaner und Stefan Juritz.

Als das Internetzeitalter anbrach, bot sich ein wahres Eldorado für Freigeister und alternative Meinungen. Erstmals war ein potenzielles Millionenpublikum nur mehr ein paar technische Fertigkeiten und einige Mausklicks weit entfernt. Es wurde dadurch möglich, auch nonkonforme Ansichten an mündige Bürger weiterzugeben, damit die sich ihr eigenes Bild machen könnten.

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Die Einführung weit verbreiteter sozialer Medien intensivierte dies noch: Plötzlich waren nicht nur Familie und Freunde wenige Mausklicks entfernt, sondern es bot sich die Chance, auch mit den Schönen und Reichen der Welt – und allerhand prominenten Wichtigtuern aller Couleur – in den Austausch zu treten. Man musste nicht mehr bei einer Zeitung arbeiten, um seine Botschaft­ der Welt mitzuteilen: Gewissermaßen war jeder, der genug Zeit und Verve mitbrachte, sein eigener  Redakteur. Seit Jahren gibt es Menschen, die von ihrem Au­ftreten beispielsweise auf YouTube gut leben können – und Unternehmen setzen offen auf solche „Influencer“.

Dass der dabei mitschwingende freie Meinungsmarkt den modernen Gesinnungswächtern missfallen würde, war klar. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis sich diese an legistische und logistische Mechanismen machten, um jene Meinungen, die sie für nicht erwünscht hielten, wieder aus der Geltung zu bringen.

Dabei reicht das heutige Spektrum der Meinungsselektion von oben von sanft­en Mitteln, wie der Einschränkung der Reichweite, über irrwitzige Sperren und immer neue Willkürregeln bis hin zu offener Zensur und Verfolgung mit zivil- und sogar strafrechtlichen Rechtsnormen, die darauf abzielen, das alte Meinungsmonopol wiederherzustellen.

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Betroffen sind hiervon alle, die vom etablierten Narrativ abweichen. Momentan trifft es somit sowohl Coronamaßnahmen- als auch Migrations- und Islamkritiker. Verstärkt wird dies auch durch Gesetze wie das deutsche „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ (NetzDG) und das österreichische Paket gegen „Hass im Netz“, die Betreiber sozialer Medien mit hohen Geldstrafen bedrohen, wenn diese vermeintlich problematische Beiträge nicht zeitnah löschen. Die staatliche Zensur wird „ausgelagert“; diese Dienstleister neigen dazu, eher zu viel zu löschen als zu wenig.

Zensur als „Gesundheitskur“

Der schlimmste Fall ist die offene Löschung oder – und sei es nur eine temporäre – Sperre von Kanälen und Konten. Hierbei wird kein Unterschied gemacht, wie meinungsbildend die betroffene Person oder das betroffene Projekt  sein mag.

Der Infektionsepidemiologe und Bestsellerautor Sucharit Bhakdi war davon wegen seiner abweichenden Fachmeinung betroffen. Aber auch vor Journalisten macht man nicht halt. Eine Bezugnahme auf Bhakdi und dessen Warnung vor den im Eiltempo entwickelten Impfungen reichte im Dezember 2020 aus, um den Kanal des „Deutschland-Kurier“ mit fast 100.000 Abonnenten zeitweise abzudrehen. Mehrfach wurden auch Videos von „Wochenblick“-Chefredakteurin Elsa Mittmannsgruber gelöscht.

Möglich macht all dies ein Passus in den Nutzungsbedingungen, wonach Ansichten der WHO und/oder Regierungsmaßnahmen zur Pandemiebekämpfung nicht widersprochen werden darf. Der freie Journalist Boris Reitschuster – immerhin früher jahrelang  Russlandkorrespondent für den „Focus“ – machte die gleiche Erfahrung, es verschwanden sogar seine kritischen Vor-Ort-Berichte zu Pressekonferenzen der deutschen Bundesregierung. Zwischenzeitlich folgte auch bei ihm eine temporäre Sperre.

„Hassrede“ im (a-)sozialen Netzwerk

Eine Masche, die schon länger zieht, ist der Vorwurf der „Hassrede“. Seit Jahren zurrt der IT-Riese die Bestimmungen, was er unter diesem in keiner westlichen Rechtsordnung denierten Begri‑ versteht. Allein zwischen Mai 2019 und Ende 2020 sperrte YouTube deshalb mehr als 25.000 Konten. Der Rechtsweg dagegen ist kostspielig und schwierig – und der Erfolg hängt vom Einzelfall ab. Sogar der Vlogger Niklas Lotz („Neverforgetniki“), der ein eher liberalkonservatives Publikum anspricht, musste die Rücknahme seiner Löschung anwaltlich bezwecken.

Ein in Bezug auf die direkten Konsequenzen minder schwerer Fall ist die Löschung einzelner Videos, die gleichwohl aber eine Selektion der Inhalte bedeutet. Hier macht die Plattform keinen Unterschied, wer sich äußert. Das Portal löschte im Jänner sogar eine Parlamentsrede des damaligen FPÖ-Klubchefs Herbert Kickl.

Auf Facebook wiederum widerfuhr das gleiche Schicksal bereits dem freiheitlichen Generalsekretär Michael Schnedlitz wegen einer asylkritischen Rede. Eine Rede der FPÖ-Abgeordneten Dagmar Belakowitsch zu den Corona-Maßnahmen bekam einen absurden Warnhinweis: Das Video enthalte angeblich „Gewaltdarstellungen“.

Im Laufe der Jahre sperrte Facebook auch mehrere Medien – darunter die Magazine „Info-DIREKT“ und „COMPACT“. Die Sperre für „Unzensuriert“ wurde nach drei Tagen wieder zurückgenommen, dennoch wissen die Betreiber seitdem wohl, dass auch sie auf diesem Meinungsmarkt bestenfalls geduldet sind.

Der bekannte Islamkritiker Hamed Abdel-Samad wiederum wurde zeitweise auf Facebook gesperrt, weil er die Radikalisierung muslimischer Jugendlicher in der zweiten und dritten Generation kritisiert hatte. Im Sommer 2019 war sein YouTube-Kanal nach der Nachschärfung der „Hassrede“-Richtlinien einer jener, die dem Rotsti­ zum Opfer fielen – ohne Vorwarnung oder vorherige Verwarnung. Erst nach der Androhung rechtlicher Schritte schaltete die Plattform das Konto wieder frei.

Kein Amt schützt vor Zensur

Die Zensoren sind keine neutralen Akteure. Die Amadeu-Antonio-Stift­ung der ehemaligen Stasi-Mitarbeiterin Anetta Kahane gehörte einst einer Taskforce mit Facebook und der deutschen Regierung zur Bekämpfung von „Hassbotschaft­en im Netz“ an. Die Leiterin der nahe am linken Rand operierenden Stiftung dementiert jede Einflussnahme, Kritiker kaufen ihr die Beteuerung angesichts der einseitigen Löschpraxis aber nicht ab.

Der wohl bekannteste Fall einer Totalsperre in sozialen Medien ist Ex-US-Präsident Donald Trump. Nach den in herkömmlichen Medien zum „Sturm auf das Kapitol“ aufgebauschten Tumulten einiger Tausend aufgebrachter Pro-Trump-Demonstranten wurde das zu diesem Zeitpunkt noch amtierende Staatsoberhaupt unter beträchtlicher Elastizität der Fakteninterpretation wegen eines vermeintlichen Aufrufes zu Gewalt von Facebook und Twitter verbannt.

Dabei hatte er eigentlich das Gegenteil getan, die Protestierenden zum friedlichen Heimweg animiert. Nur weil auch diese Videobotschaft­ ein Raub der Zensur wurde, konnte der Mainstream dann ungehindert das Bild des Umstürzlers zeichnen.

Schon zuvor waren seine Hinweise auf mögliche Manipulationen bei der verlorenen Präsidentschaftswahl im November 2020 zensiert oder mit Warnhinweisen versehen worden. Zum Vergleich: Als seine politischen Gegner einst die falsche Unterstellung lancierten, Russland habe vier Jahre zuvor zugunsten seiner Wahl interveniert, gab es keine solchen Eingriffe. Die  Verschwörungstheorie wurde sogar zur Basis für ein letztlich gescheitertes  Amtsenthebungsverfahren.

Crux der alternativen Fakten

Mit Warnhinweisen operieren auch sogenannte Faktenchecker, die sich bevorzugt an freien und alternativen Medien abarbeiten. Wenn die Checks der dpa oder von „Correctiv“ auch nur kleine Recherchefehler orten, versehen sie entsprechende Facebookbeiträge mit einem Pop-up, das darauf hinweist.

Der eigentliche Schaden ist aber, dass die Beiträge einer betroffenen Seite danach weniger Nutzer erreichen – eine Maßnahme im Kampf gegen angebliche „Fake News“. Im Zweifelsfall kann auch schon einmal ein „fehlender Kontext“ behauptet werden.

Besonders perfide ist es, wenn „Correctiv“ Exklusivrecherchen als „unbelegt“ brandmarkt. In einem Fall hatte der „Wochenblick“ einen solchen „Faktencheck“ über eine regionale Exklusivstory erhalten, die über angedrohte Führerscheinentzüge für Inhaber von Maskenbefreiungsattesten berichtete.

Ein im Corona-Widerstand bekannter heimischer Anwalt hatte belegbar mehrere Klienten deshalb vertreten, der Hinweis kam von einem internen Tippgeber. Weil ein Polizeisprecher aber dementierte, behauptet „Correctiv“ infolge seiner eigenen verkürzten Recherche bis heute, dass die Darstellung „unbelegt“ sei… (weiterlesen in FREILICH 13 – HIER bestellen)

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Der Skala Fjord, im Osten der Färöer-Inseln im Atlantik, war am vergangenen Sonntag, 12. September 2021, Ort eine der größten Massentötungen von Delphinen in der Geschichte. Mindestens 1.428 erwachsene Tiere und Dutzende Jungtiere wurden Opfer der Praktik, die nicht nur bei internationalen Artenschutzorganisationen auf heftige Kritik stößt.

Die Meeresschutzorganisation OceanCare, die bereits im Frühjahr des Jahres auf die intensiven Jagden auf Kleinwale in europäischen Gewässern aufmerksam gemacht hat, zeigt sich fassungslos. Fabienne McLellan, OceanCare, Leiterin des Programms zur Einstellung der Waljagd ist entsetzt: “Die Jagd ist sinnlos und verursacht großes Tierleid. Hier wurde eine Grenze überschritten und eine neue Dimension der Jagd erreicht. Wir hoffen, dass sich auch Färinger davon distanzieren” so McLellan.

Im Rahmen der Jagd, bei der Kleinwale in eine Bucht getrieben, um dort mit Messern und Lanzen getötet zu werden, sollen mehr Tiere dieser Delphinart getötet worden sein, als die Gesamtzahl in den vergangenen 10 Jahren.

„Es geht hier längst nicht mehr um die Frage der Akzeptanz unterschiedlicher Sichtweisen und Kulturen, hier geht es um eine gezielte, brutale Vernichtung von Delphinschulen“ zeigt sich Nicolas Entrup, Co-Direktor für Internationale Zusammenarbeit bei OceanCare, empört und wendet sich sowohl an die dänische Regierung als auch die Verantwortlichen der zu Dänemark gehörenden autonomen Region der Färöer-Insel: „Ja, es braucht den Dialog, aber genauso braucht es ein Vorgehen gegen jene Personen, die solch einen sinnlosen Akt zu verantworten haben”.



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Wir erleben soeben die vielleicht erste „Revolution“ in der Menschheitsgeschichte, in der das gesamte Establishment und alle relevanten Institutionen aufseiten der angeblich so machtlosen und diskriminierten „Revolutionäre“ stehen. Heute lesen Sie Teil II unserer Reportage (HIER finden Sie den ersten Teil). Ein Artikel von Nils Wegner.

Die von BLM und den – oft­ weißen – Mitläufern dieser Organisation über Jahre hinweg angeheizte, sich nun zwischen COVID-19-Pandemie schlagartig Bahn brechende und die gesamte westliche Welt in Brand setzende Rassenpolarisierung reicht weit zurück. Tatsächlich befinden sich die Vereinigten Staaten nicht erst, wie von kurzsichtigen Beobachtern oft­ behauptet, seit den 1992er-Rassenunruhen in Los Angeles (63 Tote und mehr als 2300 Verletzte in nur sechs Tagen), sondern spätestens seit den Ausschreitungen nach der Ermordung Martin Luther Kings 1968 (43 Tote und mehr als 3000 Verletzte in acht Wochen) im Dauerzustand eines Kalten Bürgerkrieges entlang der ethnischen Bruchlinien der Gesellschaft­, und zwar ganz konkret: der afroamerikanischen Bevölkerungsgruppe gegen alle anderen, weit überwiegend jedoch gegen „Whitey“ und die Institutionen der „Weißbrote“.

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Eine wesentliche Grundlage dieses explosiven multiethnischen Gesellschaft­sgemisches ist tatsächlich im Wirken der schwarzen Bürgerrechtsbewegung King’schen Zuschnittes zu suchen. Tatsächlich war es ebenjene „Gleichheit“, nach der noch jetzt auf den  BLM-Protesten geschrien wird, die seinerzeit zum Bruch zwischen Martin Luther King und seinen radikaleren Weggefährten wie Malcolm X führte. Letztere verfochten eine Form von schwarzem Befreiungsnationalismus, der die US-Rassentrennung weitgehend affirmierte; Weiße und Schwarze sollten innerhalb der Vereinigten Staaten gleichberechtigt, aber gesellschaft­lich voneinander getrennt zusammenleben und zur Konfliktvermeidung über jeweils getrennte staatliche Behörden eine  rassische Selbstverwaltung durchsetzen.

Die liberal-integrativen Bürgerrechtler, die sich letztlich durchsetzen, führten ihre schwarzen Gemeinden hingegen über politische Toleranzedikte und die teils mit Waffengewalt durchgesetzte Desegregation in den 1960er-Jahren hinein in die „farbenblinde“ Mischgesellschaft­, als welche die USA seither wahrgenommen werden – und in welcher trotz immenser regulatorischer und legislativer Anstrengungen bis hin zur „Affirmative Action“, der verordneten eklatanten Bevorzugung von Afroamerikanern etwa im Bildungssystem, ein großer Teil der schwarzen Bevölkerungsgruppe auf die eine oder andere Weise Mündel der (noch) weißen Mehrheitsgesellschaft­ geblieben ist.

Die Nutznießer des „Woke Capital“

Doch nicht nur das: Als bedeutendes Konsumentensegment sind die Schwarzen gleichsam ein Angelpunkt der unablässigen PR-Kampagnen multinationaler Konzerne. Für deren besonders „engagierte“, d. h. auf ethnische und sexuelle Minderheiten fokussierte Spielart hat sich das halb ernst gemeinte Adjektiv „woke“ eingebürgert, also „neuen gesellscha­ftlichen Realitäten“ gegenüber „wach“ und aufmerksam. Es liegt so offensichtlich vor unserer Nase, dass manch einer – seiner vorgefertigten Meinung sehr sicher – geradewegs daran vorbeistarren wird: Die weltweiten BLM-Unruhen für „Vielfalt“ und „Gleichheit“, wie wir sie ausgerechnet im „Gay-Pride“- Monat Juni gesehen haben, haben den geballten Auftrieb des globalen Kapitals unter ihren Fittichen.

Von sämtlichen So­ftwaregiganten bis hin zu Luxusmarken wie Montblanc hat sich jedes große Unternehmen solidarisiert, und der Spendenfluss an BLM und nahestehende Organisationen wie NAACP und ACLU straft­ alles Geschrei über eine gesellschaft­liche  Diskriminierung“ Lügen – allein Amazon und Facebook haben bereits Anfang Juni jeweils zehn Millionen Dollar „gegen strukturellen Rassismus“ bereitgestellt. Wer da nicht mittut, sieht sich umgehend boykottiert. So sorgte das Gerücht, Starbucks untersage seinen Angestellten das Tragen von BLM-Ansteckern, binnen weniger Stunden zu weltweiter Entrüstung.

Nur zwei Tage später präsentierte der Kaffeehausriese seine durchtriebene „Lösung“ – Hemden mit dem BLM-Slogan und dem eigenen Markenlogo als Pflichtbekleidung für das Personal. Man spürt die Absicht, und man ist verstimmt, doch ein wenig grimmige Anerkennung muss man den PR-Profis für ihre Winkelzüge wohl tatsächlich zollen!

Dass der zwei Tage nach George Floyds Tod in Betrieb genommene neue Internet-Filmkanal „HBO Max“ umgehend damit Werbung machte, den achtfach oscarprämierten Klassiker „Vom Winde verweht“ wegen dessen „Südstaatenromantik“ vorerst aus dem Programm zu nehmen und in Zukunft­ nur noch mit politisch korrekter Kommentierung anzubieten (und dass dies wiederum zu Rekordabsätzen dieses Filmes bei der Konkurrenz von „Amazon Prime“ sorgte), stellt da bloß noch einen ebensolchen Treppenwitz dar wie die Neubewertung der beliebten Kinderserie „Paw Patrol“, worin durch die Figur eines niedlichen Schäferhundes Polizeiarbeit „zu positiv“ dargestellt werde.  Darin liegt die tatsächliche Dialektik dieses immer unter falscher Flagge operierenden Systems: Der „engagierte“ Spätkapitalismus ist ohne Weiteres in der Lage, jede Opposition zu schlucken und letztlich mit abgestimmten Produkten und Dienstleistungen geldwert ruhigzustellen.

Die US-republikanische Verdrängungsrhetorik im Sinne von „Die Schwarzen sind eigentlich friedlich, es ist die Antifa, die gewalttätig ist und aufhetzt!“, die leider auch von deutschsprachigen,  dialogversessenen Rechtspolitikern eifrig nachgebetet wird, erhält damit sogar ein Stück Legitimität: Schwarze wie linke Krawalltouristen, rassen- wie klassenkämpferische Machtberauschte kommen zusammen unter dem gigantischen globalistischen Schirm der Konzerne, die ihnen neben finanziellen Zuschüssen auch gleich noch die maßgeschneiderte Merchandise- und Souvenirpalette zu ihrem „Widerstand“ gegen die „Unterdrückung“ liefern.

Emotion sticht Sachlichkeit

Es ist schon verschiedentlich auf die (quasi-)religiös anmutende Inszenierung der BLM-Proteste und der  Solidaritätskundgebungen für diese hingewiesen worden; gewisse Parallelen gerade auch zu den ebenso bekenntnisorientierten Umzügen unter der Parole „Fridays for Future“ liegen auf der Hand. Und das nicht allein in beider massiver Instrumentalisierung moralischer Erpressung: Wir sehen auch das in seiner hündischen Unterwürfigkeit grotesk-abstoßende Auft­reten bereitwilliger Selbstbezichtiger, die darum flehen, dass ihnen die mit ihrer Hautfarbe verbundene „Erbsünde“ vergeben werden möge.

Dabei geht es keineswegs nur um den längst nicht mehr ikonischen Kniefall: Fotos und Videos von Weißen, teils von kleinen Kindern, die Leiberl mit der Aufschrift­ „So, so sorry“ tragen, sich laut schluchzend in ein Sklavenjoch einspannen lassen oder Schwarzen auf der Straße die Füße küssen, finden sich in den sozialen Netzwerken zuhauf. Doch böse ist das Erwachen: Vergebung gibt es nicht, kann es nicht geben, denn es kann wortwörtlich keiner „aus seiner Haut“ – und in  dieser Auseinandersetzung gibt es keinerlei Liebe, die für Vergebung unabdingbar ist. Es gibt nur Hass, und mit diesem laden die weißen Flagellanten sich schlussendlich selbst auf und projizieren ihn nach außen, auf ihre eigenen „Farbgenossen“, die verschwinden sollen.

Letztlich aber schlägt sich der religiöse Charakter all dieser Empörung vielleicht am deutlichsten in all den Statuenstürzen nieder – denn das sind im eigentlichen Wortsinn Ikonoklasmen, Bilderstürze, also die Zerstörung „feindlicher“ Götter, Deizid. Wo Rassismus abseits konkreter Vorfälle überall und immerfort latent vorhanden, also „strukturell“ sein soll, die Strukturen aber eben Produkte der einst weiß dominierten Gesellschaft ­ sind, wird „Rassist“ letztendlich zum Synonym für „Weißer“ – und die geschichtlichen Zeugnisse dieses „Krebsgeschwüres der Menschheitsgeschichte“ (Susan „Sontag“ Rosenblatt 1967 über „die weiße Rasse“) sollen ausgetilgt werden, ob nun Sakralbauten oder Denkmäler, ob nun Andenken an Woodrow Wilson oder Winston Churchill, an Bismarck oder Immanuel Kant.

Letztes Bollwerk Identität

„E pluribus unum“, „aus den Vielen das Eine“, heißt es auf dem offiziellen Dienstsiegel und Hoheitszeichen der Vereinigten Staaten, dem „Great Seal“. Ursprünglich auf die 13 separaten Gründungsstaaten der USA gemünzt und auf deren Bereitschaft­, ihre Autonomie zumindest in großen Teilen der Washingtoner Bundesregierung zu unterwerfen, wird diese Parole seit der allgemeinen Etablierung der Metapher des „Melting pot“ durch den zionistischen Autor Israel Zangwill gern auf die vielen im Einwanderungsland Amerika zusammenfließenden Ethnien übertragen.

Die Vereinigten Staaten sind damit – wenn schon nicht politisch, so doch zumindest ethisch – zum ideellen Leuchtturm der Verfechter einer im wahrsten Sinne des Wortes blutleeren „Willensnation“ qua Bekenntnis geworden, eines jederzeit  kündbaren „Verfassungspatriotismus“,  die ihn in Deutschland Dolf Sternberger und Jürgen Habermas bekannt machten, in Österreich zuletzt Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka eingefordert hat („ORF Politik Spezial“, 27. April 2020) und auf internationaler Ebene kein anderer als Francis Fukuyama, der auch noch nach 30 Jahren weiterhin seinem globalen Sieg der liberalen Weltfriedens- und Marktwirtschaft­sdemokratie („Ende der Geschichte“) hinterdreinläuft­.

Was wir in den Exzessen der Berufstoleranten rund um BLM und sonstige gesellschaft­liche Pressure-Groups nun aber erblicken, ist das genaue Gegenteil. Trotz oder gerade bewusst entgegen allem politisch-diplomatischen erlangen danach, „zusammenzustehen“ und „gemeinsam“ ein Zeichen gegen „Ungleichbehandlung“ zu setzen, machen sich die lautstarken Minderheitenvertreter in einer Einheitsfront gegen alles auch nur im Ansatz Weiße die Überreste ihrer Wirtsgesellschaften zu eigen.

Und das ist vor dem Hintergrund der systemimmanenten Immunschwächekrankheit, der enden wollenden Dominanz einer jeden weißen Mehrheitsgesellschaft­ leider nur folgerichtig, wenn auch nicht allgemein einsichtig: „Nachdem das Aas des Leviathan verzehrt ist, gehen sich die Würmer gegenseitig an den Kragen“, schrieb der Historiker Rolf Peter Sieferle in seinem postumen Skandalfragment „Finis Germania“. Sieferles Nachlassverwalter Raimund Kolb zog dieser vernichtenden Diagnose in seinem Nachwort geradezu die Zähne: „Gemeint ist ein Rückfall auf das Niveau von Multitribalismus und der ihm inhärenten Agonalität.“

Mitnichten! Dass „Multitribalismus“ in einer multikulturellen Gesellschaft­ unter „normalen“ Umständen verschwunden ist, kann nur glauben, wer besagtem Hirngespinst von der „Willensnation“ anhängt, und was immer latent vorhanden ist, darauf kann es keinen „Rückfall“ geben. Die „inhärente Agonalität“ in Schach hält allein eine Mehrheitsbevölkerung, die noch willens und in der Lage ist, sich gegenüber Herausforderungen durchzusetzen. Und dass diese Mehrheitsbevölkerung spätestens im Angesicht von Not und Anstrengung trotz aller liberalen Reden ethnisch und eben nicht ethisch zusammengehalten wird, stellen nicht nur national gesinnte Denker ab und an noch fest, sondern ist auf einer ganz basalen Ebene auch für jeden normalen Menschen selbstverständlich, ehe anerzogene Scheu und moralische Bedenken dazwischentreten.

Ein Beispiel auch hierfür bieten die Rassenunruhen unter dem BLM-Banner: In London gab es einen großen (optisch allerdings sehr wohl problematischen) Protest der Angestammten, die auf Statuenjagd befindlichen „Antirassismus“-Aktivisten Parolen wie „You ain’t English“ entgegenbrüllten – und auch der eigenen Polizei, die sie nicht zu Unrecht im Bunde mit den Bilderstürmern wähnten.

Allein: Was kann aus einem solchen neuen Identitätsbewusstsein erwachsen? Wenn das „Erwachen“ durch die jetzigen Ausschreitungen lediglich dazu führt, dass die verängstigten Angehörigen der Noch-  Mehrheit sich zu Hause einschließen und Multikultikritische YouTube-Videos konsumieren, ist exakt gar nichts gewonnen – genauso wenig übrigens wie dadurch, sich durch theatralische Widerstandsaktionen der Repression durch eine Staatsmacht auszusetzen, der nicht nur derzeit das Appeasement gegenüber Fremden wichtiger ist als die Sicherheit der angestammten Bürger.

Optimisten hatten schon gedacht, mit der COVID-19-Pandemie seien derartige Mikroproblematiken und identitäre Sollbruchstellen der Gesellschaft­ endlich von der Bildfläche verschwunden – doch stieg damit der längst vorhandene Druck erst auf ein kritisches Maß an.

Es bleibt dabei: Alle politischen Akteure, deren Modus Operandi sich nicht auf bloße Symbolpolitik für Minderheiten und sonstige vorgeblich gesellschaftlich Benachteiligte beschränkt, müssen realistisch bleiben oder vielmehr erst einmal wieder werden. Ohne die Erkenntnis, dass Schwarz und Weiß sich selbst bei bestem Willen niemals gleichmachen lassen, wird es niemals eine Aussöhnung geben – genauso wenig wie ohne einen weißen Gegenpol zur selbstbewussten, komplexfreien und gegenüber äußeren Gegnern solidarischen ethnischen Identität der Schwarzen. #whitelivesmatter!

Den ersten Teil unserer Reportage lesen Sie HIER.

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Wir erleben soeben die vielleicht erste „Revolution“ in der Menschheitsgeschichte, in der das gesamte Establishment und alle relevanten Institutionen aufseiten der angeblich so machtlosen und diskriminierten „Revolutionäre“ stehen. Ein Artikel von Nils Wegner.

Nach liberaler Lesart sollen „Trollfabriken“ und „russische/chinesische Bots“ mit ihren koordinierten Massenbeiträgen in sozialen Netzwerken die öffentliche Meinung in den westlichen Demokratien für rechtspopulistische Machtergreifungen sturmreif schießen. Nun, ein jeder kehre vor seiner eigenen Tür: Am frühen Morgen (hiesiger Zeit) des 3. Juni verbreiteten binnen weniger Stunden hunderte Angehörige des politmedialen Komplexes in den USA inklusive deutschsprachiger Korrespondenten ein Foto der Journalistin Martha Raddatz von „ABC News“.

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Darauf zu sehen waren drei Dutzend Angehörige von US-Militärpolizei und -Nationalgarde in voller Kampfmontur – gleichwohl ohne Waffen – auf den Stufen des Lincoln Memorial in der amerikanischen Hauptstadt. Die fast wortgleiche Kommentierung der Vertreter unserer weltbürgerlich-engagierten Medienelite: „Trump hat die Vereinigten Staaten in eine Militärdiktatur verwandelt!“

Auf dem vor Veröffentlichung sorgfältig bearbeiteten Foto wohlweislich nicht zu sehen: Das Denkmal für den Präsidenten der Sklavenbefreiung war bereits in der Nacht zuvor schwer vandaliert worden – und der uniformierten und vermummten Wachabteilung stand bereits wieder ein wütender Mob gegenüber, der sich  erneut Zugriff auf die stoffliche Verewigung eines verhassten „alten weißen Mannes“ verschaffen wollte.

Derartige mal mehr, mal weniger gekonnte Meinungslenkung und Massenhypnose findet seit dem 25. Mai dieses Jahres ohne Unterlass statt. An jenem Tag kam der 46-jährige Schwarze George Floyd bei seiner Festnahme durch Beamte der Polizei von Minneapolis ums Leben. Ein – heutzutage unvermeidliches – Handyvideo des Vorfalls verbreitete sich viral über das Internet und sorgte innerhalb von zwei Wochen für eine voll entfaltete Protest- und Krawallwelle unter dem Banner von „Black Lives Matter“ (BLM) in der gesamten westlichen Welt, von Wien bis London und von Berlin bis Tel Aviv. Erhebt sich hier einmal mehr der Volkszorn einer überall außerhalb Afrikas zwar nicht mehr geknechteten, doch mindestens von „strukturellem Rassismus“ unterdrückten schwarzen Opferbevölkerung, wie die westlichen Medien in all ihren Sprachen unisono beschwören?

Einer Opferbevölkerung, der ein bemerkenswert passiver nationalpopulistischer Präsident nicht anders als mit einem Fotoshooting vor der brandversehrten Washingtoner St.-John’s-Episkopalkirche (wovon sich die Kirchenoberen eilfertig distanzierten), Militärhubschraubern, Tränengasgranaten und vor allem vielen leeren Versprechungen, für Recht und Ordnung zu sorgen, beizukommen versteht? Oder steckt mehr dahinter, als auf den ersten Blick sichtbar wird?

Allgegenwärtige Diskriminierung?

Dem gängigen, seit Ende Mai in zahllose Kameras und Mikrofone – laut ORF sogar in Wien – gesprochenen Glaubenssatz zufolge soll George Floyd stellvertretend stehen dafür, „was es heißt, in (Land xy) schwarz zu sein“. Doch ist das mehr als nur billiges Panach thos, in dem Barack Obama nachklingt, der über den 2012 erschossenen 17-jährigen Trayvon Martin (siehe unten) gesagt hatte, dieser hätte auch sein Sohn sein können? Nach allem, was bis heute über Floyd bekannt geworden ist, wir­ eine solche Vereinnahmung alles andere als ein gutes Licht auf die schwarze Bevölkerung: Denn bei dem anfänglich als sanft­er Riese dargestellten Verstorbenen handelte es sich in Wahrheit um einen drogenberauschten Gewohnheitsverbrecher, dessen Strafregister u. a. bewaffneten Raub umfasste.

Zu den Merkwürdigkeiten des Falles zählt außerdem, dass die vier unmittelbar beteiligten „rassistischen“ Polizisten – allesamt nach dem Vorfall entlassen und wegen des Verdachts auf ein Tötungsdelikt in Ha­ – geradezu ein Abbild der multiethnischen US-Gesellschaft­ darstellen: zwei Weiße, ein Schwarzer und ein Asiate. Derek Chauvin, der Polizist, der auf Floyd kniete, war überdies mit einer Asiatin verheiratet, die unter dem Druck des öffentlichen Aufruhrs die Scheidung einreichte. Von den sich in wesentlichen Punkten widersprechenden Ergebnissen der beiden Autopsien an der Leiche George Floyds soll hier nicht gehandelt werden; diese lassen sich problemlos im Internet nachlesen.

Fest steht, dass hier in einem Todesfall und seinen Nachwirkungen die vielfältigen Narrative einer spätestens seit der Präsidentschaft­swahl 2016 endgültig von identitätspolitischen Frontstellungen zerfurchten Gesellschaft­ zusammenlaufen, die pars pro toto für die multikulturelle  westliche Welt steht und nun vor unseren Augen in Rauch aufgeht; all das unter dem Deckmantel des breit aufgestellten Kampfes gegen rassische Diskriminierung. Unzweifelhaft­ die sprichwörtlich leichteste Übung, sind doch zumindest seit der 1960er-Bürgerrechtsbewegung die ethnischen Minderheiten in den USA als abstrakte Größen tatsächlich sakrosankt, auch wenn und gerade weil sie zu jedem Wahlkampf aufs Neue als politische Verschiebemasse herhalten müssen.

So auch jetzt: Während Donald Trumps ständiges Pochen auf seine Verdienste im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit unter Schwarzen bereits zum viel belächelten Klischee geworden ist, hat sein greiser Herausforderer Joe Biden die eigene Präsidentschaft­skampagne mit der Warnung vor Rassismus eröffnet und die heutigen vordergründigen BLM-Anliegen damit bereits im Frühjahr 2019 zu einer obersten Maxime des Wahlkampfes gemacht. Zur behaupteten allseitigen Diskriminierung gegen Schwarze und einer durch „White Supremacy“ erzwungenen Zweirassenklassengesellschaft­ mag das nicht recht passen.

Besonders bemerkenswert ist vor diesem „unterdrückerischen“ Hintergrund doch die Untätigkeit aller offiziellen Stellen gegenüber der aktuellen Gewalt, bis hin zur Aufgabe eines ganzen  Stadtbezirkes in Seattle, Washington durch Polizei und Behörden und der anschließenden Ausrufung einer recht kurzlebigen „Capitol Hill Autonomous Zone“ (CHAZ), danach „Capitol Hill Organized Protest“ (CHOP) durch den schwarzen Rapper Raz Simone und seine Anhänger.

Man mag darüber lachen: Rassischer Separatismus ist nun nicht mehr nur eine Phrase, sondern hat einen medial gefeierten Präzedenzfall. Und wir erleben – in Europa zumindest vor unseren Bildschirmen – vielleicht die erste „Revolution“ in der Menschheitsgeschichte, in der das gesamte Establishment und alle relevanten Institutionen aufseiten der angeblich so machtlosen und diskriminierten „Revolutionäre“ stehen.

Natürlich würde sich kein Polit- oder Medienfunktionär je so weit aus dem Fenster lehnen, offen zu Straßenschlachten und Plünderungen aufzurufen – doch Schlagzeilen wie „27 verletzte Polizisten bei weitgehend friedlichen Protesten gegen Rassismus in London“ („BBC News“, 6. Juni); offenkundige Befehle an die Ordnungshüter, sich Demonstranten und Plünderern gegenüber selbst bei offener Gewaltanwendung zurückzuhalten, während Privatpersonen jedweden Hintergrunds, die unter Androhung von Waffengewalt ihr Gut und Blut zu schützen suchten, harsch verfolgt und teilweise sogleich für „Hassverbrechen“ in Untersuchungshaft­ verbracht wurden; die weltweit verbreiteten Fake News, wonach die Plünderungen in erster Linie von Weißen verübt worden oder die BLM-Demonstranten von eingesickerten Neonazis (!) zu Gewalttaten angestift­et worden seien; sowie das dröhnende Schweigen des Establishments auf die Frage, wie viel denn das Leben von Polizisten bzw. Weißen wert sei, werden von den Rädelsführern der Ausschreitun- gen sehr deutlich verstanden.

Und während schon am 30. Mai die Washingtoner Polizei Barrikaden unmittelbar vor der Zufahrt zum Weißen Haus räumte, versandte man ebendort Pressemitteilungen zum „Nationalen Wander-“ und „Nationalen Ozeanmonat“.

Hinzu kommt die Unterstützung wirklich aller Systeminstitutionen, die mindestens als Resonanzböden für die radikalen Forderungen der „Unterdrückten“ dienen. Sogar das US-Außenministerium propagierte über die Botschaft­en im Ausland „Black Lives Matter“, u. a. in Südkorea – dort allerdings verschwand das große BLM-Plakat an der Außenfassade zusammen mit der darüber angebrachten „LGBTQ“- Flagge am 15. Juni schnell wieder, nachdem intern auf die problematische Außenwirkung der behördlichen Werbung für Nichtregierungsorganisationen und Minderheitenbündnisse hingewiesen worden war.

Den Wink natürlich sofort dankbar aufgegriffen haben allerdings „Kultur“schaffende wie die Macher der Independent-Fernsehserie „Cracka“ („Cracker“, im ursprünglichen Wortsinn soviel wie „arme Sau“, ist im amerikanischen Englisch die auf Weiße gemünzte Entsprechung von „Nigger“ für Schwarze). Die von der Gier nach Blut und Vergewaltigung lebende Show, die damit wirbt, „alles infrage [zu] stellen, was Sie zu wissen glaubten“, kehrt in Wahrheit die Geschichte einfach um, indem sie die Schwarzen zu den Sklavenhaltern der Weißen macht. Seit Neuestem übrigens unter der Werbezeile: „Ihr habt uns den Atem genommen – nehmen wir euren!“ Nachgerade alttestamentarische Rachegelüste also sind die wahre Quintessenz des Aufschreis gegen den „strukturellen Rassismus“, den es angeblich nur in „weißen“ Ländern gibt.

„BLM“ als Unruhenreserve

Bereits der Ursprung der so wirkmächtigen und rund um den Globus bekannten Einflussorganisation „Black Lives Matter“ beruht auf Lügen, die unserer digital- medialen Empörungsweltgesellschaft­ seinerzeit lieb und teuer waren: Am 26. Februar 2012 erschoss der 28-jährige Nachbarscha­ftswächter George Zimmerman in Sanford, Florida den 17-jährigen Schwarzen Trayvon Martin, nachdem dieser ihn niedergerungen und  auf ihn eingeschlagen hatte.

Während die zuständigen Behörden unmittelbar nach dem Todesfall aufgrund der Beweislage keinerlei Anlass sahen, an Zimmermans Notwehr-Schilderung zu zweifeln, mussten sie zwei Monate später wegen des überwältigenden gesellscha­ftlichen Drucks schwarzer Protestgruppen (und entsprechender Anordnungen von oben) Anklage wegen Totschlags erheben; der Angeklagte, dessen eigener teils afrikanischer und peruanischer Familienhintergrund in den Medien gezielt verschwiegen wurde, galt bis Prozessende im Juli 2013 und gilt teils heute noch als rassistischer Klischeeweißer, der einen unschuldigen schwarzen Teenager mit glänzenden Zukunftsaussichten grundlos über den Haufen geschossen habe.

Zimmerman wurde freigesprochen – und  während es zu vereinzelten Handgreiflichkeiten gegenüber Weißen und Latinos unter dem Slogan „This is is for Trayvon!“ kam, fanden in empörten Internetdiskussionen einige Aktivisten mit diversen Minderheitenhintergründen zusammen, die sich für die Bewerbung ihrer Protestaktionen auf den prägnanten Hashtag „#blacklivesmatter“ einigten. Bis zum ersten öffentlichen Au­ftritt einer unter diesem Namen firmierenden Organisation sollte es jedoch noch ein weiteres Jahr dauern: Am 9. August 2014 stahl der 18-jährige Schwarze Michael Brown in Ferguson, Missouri eine Schachtel Zigaretten aus einem Supermarkt und wurde einem Angestellten gegenüber, der sich ihm in den Weg stellte, handgreiflich.

Dem herbeigerufenen 28-jährigen weißen Streifenpolizisten Darren Wilson versuchte Brown die Dienstwaffe zu entreißen und wurde darauf in von ihm erschossen. Bereits am Tag danach begann eine Serie von gewaltsamen Protesten, Plünderungen, Schießereien und Brandstiftungen, die sich fast bis Jahresende hinziehen sollte und sogar zum Einsatz der Nationalgarde führte.

Als eine Grand Jury am 24. November 2014 entschied, dass kein hinreichender Tatverdacht zur Anklageerhebung gegen Darren Wilson vorliege, führte dies zu einer massiven Verschärfung der Unruhen, inklusive gezielter Angriffe auf Weiße aus Rassenhass (in einem besonders grausamen Fall wurde in St. Louis ein Urlauber aus Bosnien vor den Augen seiner Verlobten von schwarzen Jugendlichen mit Hämmern erschlagen). BLM war währenddessen damit beschäftigt, sich landesweit und international bekannt zu machen – unter der Parole „Hands up, don’t shoot!“, wonach Michael Brown unmittelbar vor dem Todesschuss gegenüber dem Polizisten die Hände gehoben und um sein Leben gefleht habe, was das US-Justizministerium nach einer Untersuchung im März 2015 zur Erfindung erklärte.  

So wurden der neuen großen Kampagne gegen angeblich rassistisch begründete Polizeigewalt Form und Ziel gegeben, und seither befeuert jeder Todesfall eines Schwarzen im Polizeigewahrsam den Rassenkonflikt und den Kampf gegen die Institutionen der „Unterdrücker“ weiter. In Ferguson wurden Polizisten gezielt niedergeschossen; bereits kurz nach der Verkündung der Juryentscheidung hatte ein schwarzer Attentäter in New York aus Rache zwei Polizisten (einen Latino und einen Asiaten) ermordet. Aus dem gleichen Grund eröffnete am 7. Juli 2016 ein schwarzer Afghanistanveteran das Feuer auf Polizisten, die eine BLM-Demo absichern sollten, und hinterließ fünf Tote und neun Verwundete – der bis heute schwerste Angriff auf US-Sicherheitsorgane seit dem 11. September 2001.

Nächste Woche geht es weiter mit Teil II.

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Der IS trat, damals noch als ISIS, erstmals 2004 als Untergruppe von „al-Qaida im Irak“ auf und verübte schwere Attentate, besonders auf Schiiten. Im Jahr 2010 übernahm ein „Al-Baghdadi“ die Führung der Terrorgruppe.

Dieser Al-Baghdadi soll erst ein Jahr zuvor aus britischer Gefangenschaft entlassen worden sein. 2011 führte er seine Truppe nach Syrien, die nicht nur die meisten europäischen Fundamentalisten in ihre Reihen lockte, sondern auch rasch andere extreme Gruppen unterwarf oder deren Kämpfer zum Übertritt bewog, und schließlich, 2013, selbst die „Nusra-Front“ angriff und sich damit offen gegen diesen lokalen al-Qaida-Vertreter stellte.

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Ein Jahr später rief der IS im irakischen Mosul ein „Islamisches Kalifat“ aus. Sein stärkstes Gebiet waren jene Teile des Iraks und Syriens, in denen autochthone Sunniten und Beduinenstämme leben. Letztere erkennen im Regelfall staatliche Strukturen ohnehin nicht an, da Stammesbeziehungen – insbesondere nach Saudi-Arabien – schwerer wiegen. Speziell aus diesem wahhabitischen Königreich sorgten zudem „Geschäftsleute“ und „Hilfsorganisationen“ für einen steten Fluss von Geldern und Gütern, die – neben Geiselgeschäften, Ölverkauf und Schmuggel – das Korsett der IS-Finanzierung bildeten.

Auch wenn westliche Staaten, insbesondere die USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland, aufgrund ihres umfassenden Geheimdienstnetzes in Nah- und Mittelost schon frühzeitig von den IS-Finanziers und deren Routen informiert gewesen sein dürften, verhängte die US-Administration erst im August 2014 Sanktionen gegen Geschäftsleute (aus Kuwait), die dem IS nachweislich Gelder hatten zukommen lassen. Einen Monat später begannen Luftangriffe der USA und ihrer Verbündeten gegen den außer Kontrolle geratenen und massenmordenden IS.

Dieser Sachverhalt ändert indes nichts an der bewussten Untätigkeit des Westens bei der Konsolidierung des „Islamischen Staates“ als stärkster Opponent Assads und seiner Gutmütigkeit gegenüber Saudi-Arabien, das seine wahhabitische Religionsinterpretation in vielen Zügen mit dem IS gemein hat.

Wahhabismus und Salafismus

Der Wahhabismus ist – vereinfacht gesagt – eine extreme Variante des Salafismus. Dieser „verwies als zuverlässigsten Weg zum Verständnis des Islam auf die Praktiken der ersten drei Generationen von Muslimen [also im 7. und 8. Jahrhundert] – die der Ahnen oder der salafs“.

Er entstand im 13. Jahrhundert und war eng mit der Person Ahmad ibn Taymiyya (1263–1328) verbunden. Der Wahhabismus entstand erst fünf Jahrhunderte später, als Mohammed al-Wahhab (1703–1792) eine besonders strenge Auslegung des sunnitischen Islam predigte und eigenmächtig eine Frau aufgrund angeblichen Ehebruches steinigen ließ. Entgegen geläufiger Vorurteile, diese Tötungsart sei dem Islam von jeher immanent, gab es aber beispielsweise in der gesamten Geschichte des Osmanischen Reiches nur eine einzige gerichtlich angeordnete Steinigung.

Dementsprechend war dies keineswegs auf der Tagesordnung. Die Nachbarn al-Wahhabs zeigten sich entsetzt und stießen ihn aus ihrem Kreise aus. Begeistert aufgrund der Rigidität zeigte sich aber der Führer eines Clans der „Saudis“. Sie nahmen sich seiner strengen Interpretationen des (sunnitischen) Islam an, verbreiteten diese in ihren Stammregionen sowie in Bürgerkriegen und folgen seiner Lehre – die mittlerweile Staatsreligion Saudi-Arabiens ist – bis heute. Ohne an dieser Stelle tiefer in die vielfältige Welt islamischer Glaubenslehren vordringen zu können, sei festgehalten, dass den Wahhabismus – neben der salafistisch-strengen Orientierung auf das gedachte Leben der Altvorderen, die Ablehnung der Heiligenverehrung und des Gräberkultes – das Ideologem des „Takfiri“ kennzeichnet.

Diese Strömung bezeichnet Muslime, die sich nicht zum Salafismus/Wahhabismus bekennen, als „ungläubig“. Ihre besonders perfiden Fußtruppen ermorden daher insbesondere abweichende Strömungen im Islam. Auch die Attacken der Dschihadisten von IS und „Nusra-Front“ richten sich in diesem Sinne im Irak vorzugsweise gegen Schiiten und weniger gegen US-Besatzer, und in Syrien ließen sich „Nusra“- Kämpfer über die Golanhöhen nach Israel – zum vorgeblichen „Hauptfeind“ – bringen, um sich in den dortigen Krankenhäusern für die Schlacht gegen die muslimisch-alawitischen und muslimisch-schiitischen Assadgetreuen zu regenerieren.

Bezeichnend ist, dass die wahhabitische Staatsreligion Saudi-Arabiens, also eines indirekten bis direkten Förderers des IS, auf das Prinzip des „Takfiri“ nicht verzichten kann. Dementsprechend zugespitzt fällt das Fazit des Publizisten Malte Daniljuk aus: „Bis auf Weiteres hat sich noch kein Islam-Experte gefunden, der dem westlichen Publikum den Unterschied zwischen der Ideologie der Organisation Islamischer Staat und der saudischen Staatsreligion erklärt. Das mag daran liegen, dass ein solcher Unterschied nicht existiert.“

Zumindest ein Unterschied besteht indes offensichtlich: Saudi-Arabien besteht als Nationalstaat, auch im westlichen politischen Staatsverständnis, während der IS-Gottesstaat die weltweite und grenzenlose ummah, die Weltgemeinschaft aller rechtgläubigen, sunnitischen, dem Wahhabismus folgenden Muslime unter einem Kalifen anstrebt(e) – was die Eliminierung jedweder abweichenden Auffassung impliziert.

Reichsidee und Nationalismus

Dieses eminent totalitäre Konzept jedoch als „klassische Reichsüberlieferung“ zu verstehen, wie der eingangs erwähnte Publizist Volker Weiß, geht gänzlich fehl. Wie bereits angedeutet, lehnen Ideologen vom Schlage des IS (wie auch andere Gruppierungen des sunnitischen Neofundamentalismus), die von einem extremen Glauben an ihr Auserwähltsein beseelt sind, sämtliche staatlichen Institutionen, wie auch Nationen (weshalb die weißsche „Verschränkung von religiösen und nationalistischen Inhalten“ gänzlich absurd ist), Völker und regionale/lokale  traditionelle Gemeinschaften, als „unislamische Konstrukte“ ab, die es aufzulösen gelte.

Weiß muss in diesem Zusammenhang damit rechnen, dass bei „Reichsüberlieferung“ an das Römische Reich, das  Heilige Römische Reich Deutscher Nation, das ausgleichende Habsburgerreich oder auch an das Osmanische Reich gedacht wird. Alle diese Reiche waren zwar hierarchisch, aber innerhalb ihrer Sphäre – in unterschiedlicher Intensität – von einer außerordentlichen Vielfalt und einem Reichtum an kulturellen, ethnischen und religiösen Besonderheiten geprägt. Wie kann man diese genuin klassischen Reichsüberlieferungen in einem Kontext mit der IS-Dystopie eines globalen Kalifates nennen?

Aber nicht nur diese Praxisbeispiele verdeutlichen den mangelnden Gehalt einer  entsprechenden Bezugnahme; auch die Reichsidee als Theorem widerspricht dem dschihadistischen Leitbild elementar. Das Reich in der Ideengeschichte ist nicht „in erster Linie ein Territorium“, sondern „eine Idee oder ein Prinzip“. Alain de Benoist, der diese Definition vorschlägt, fährt fort: „Das Wesentliche liegt […] darin, daß der Kaiser seine Macht aus dem Umstand schöpft, daß er etwas verkörpert, was den bloßen Besitz übersteigt.“ Und Julius Evola betont, dass ein Reich im wahren Sinne nur bestehen kann, wenn es „von einem spirituellen Eifer beseelt ist. Sonst erhält man nichts als eine von Gewalt geprägte Schöpfung – nämlich den Imperialismus – einen bloßen Überbau, mechanisch, seelenlos“.

Genau dies wäre ein sich konsolidierendes Kalifat des IS: eine auf  Expansion ausgerichtete und von anhaltender Gewalt geprägte Schöpfung. Auch der idealtypische Kaiser, den Benoist anführt, meint etwas völlig anderes, als es der totalitär herrschende IS-Kalif darstellt. Der „spirituelle Eifer“ wäre noch am ehesten als Argument anzuführen, aber „spirituell“ im eigentlichen Sinne ist nichts an der radikal-salafistischen Lesart des Islam und der Scharia, also an einer Lesart, die nichts weniger als Terror in Permanenz verheißt.

Diese Verheißung des fortdauernden Terrors, des ideologisch getriebenen Vernichtungswillens und der erniedrigenden Entmenschlichung des Gegners führt uns indes direkt zur nur auf den ersten Blick ketzerischen Frage, ob die Auswüchse des sunnitischen Neofundamentalismus mit dem „Bolschewismus“ der  kommunistischen Verfallsgeschichte nicht mehr gemeinsam haben könnten, als es Adepten radikal linker Theorie im 21. Jahrhundert lieb sein kann.

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Das heimische Gesundheitspersonal ist zu Beginn der Corona-Pandemie, als sich das Virus von Norditalien aus über Europa verbreitet, verzweifelt. Es gibt zu wenige Masken. Die Regierung hat nicht vorgesorgt. Es gibt weder gefüllte Lager noch heimische Unternehmen, die Masken in ausreichender Zahl produzieren können.

Masken werden damals vor allem in China produziert, oder sie werden von unserem Nachbarn Deutschland zurückgehalten. Die deutsche Regierung hat kurzerhand ein Ausfuhrverbot für medizinische Produkte und Hilfsmittel verhängt. Die viel gepriesene europäische Solidarität und Grenzenlosigkeit ist ihnen angesichts der Corona-Krise egal.

In dieser Situation zählen plötzlich wieder die eigenen Interessen. Die Franzosen, die sich ebenfalls in Sonntagsreden gern für ein gemeinsames Europa aussprechen – weil sie das Geld der Deutschen brauchen –, gehen noch weiter: Sie beschlagnahmen alle im Land befindlichen Schutzmasken. Deutschland und Frankreich machen für medizinische Produkte die Grenzen dicht. Mit der Corona-Krise feiern Grenzen eine Renaissance in Europa. Plötzlich sind sie wieder notwendig und können  sogar geschützt werden. Das war 2015 anders.

Warum es Grenzen braucht, schreibt FREILICH-Herausgeber Heinrich Sickl in seinem Buch „Das Lob der Grenze“.

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Diese Episode zu Beginn der Corona-Krise zeigt, wie wichtig territoriale Grenzen und Grenzkontrollen in Ausnahme- und Krisensituationen sind, selbst für Open-Borders-Ideologen und Willkommensfanatiker. Das zeigt sich auch später, als die Nationalstaaten quer über den Globus regeln, wer wann und unter welchen Bedingungen ein- und ausreisen darf.

Die grenzenlosen Vorzeigeeuropäer Angela Merkel und Emmanuel Macron erweisen sich als wenig solidarisch. In dieser Krise ist der Nationalstaat wieder jene politische Einheit, die funktioniert, auf die sich die Bürger verlassen. Obwohl Merkel offene Grenzen zur Staatsdoktrin erhoben hat, gilt während der Corona-Krise die Parole: Germany first!

Man macht seine Grenzen dicht, zuerst für Medizinprodukte, später auch für Menschen aus sogenannten Corona-Risikoländern. 2015 hieß es: Grenzen töten. 2020 retten sie Leben. So schnell kann es gehen.

Es zeigt sich: Ist der politische Wille vorhanden, kann man innerhalb von Stunden ein Land abschotten – wogegen auch immer. Während der Corona-Krise wurde Deutschland partiell und temporär wieder zu einem Nationalstaat mit geschützten Grenzen, ohne dass die üblichen staatszersetzenden Kräfte in Politik, Medien und Kultur dagegen protestiert hätten.

Plötzlich setzten selbst weltoffene Fundis auf Nationalstaat und Patriotismus. Gesundheitsminister Rudolf Anschober verkündete täglich, dass Österreich im Corona-Wettkampf der Nationen weit vorn liege, wenn nicht gar die Spitze sei. Grenzen sind wieder ein akzeptiertes Mittel, auch wenn das linke Establishment anfänglich versuchte, sie mit den bekannten Argumenten und Mitteln offen zu halten.

Die linke Tageszeitung „Der Standard“ schreibt am 26.02.2020: „Kaum taucht in irgendeinem Mitgliedsland  der Europäischen Union ein gröberes Problem auf, welches grenzüberschreitende Wirkung hat, ertönt von rechten Parteien der Ruf nach Abschottung, nach Wiedereinführung der vor 25Jahren abgeschafften Grenzkontrollen, nach mehr Kontrolle, nach mehr Nationalstaat. Dabei kommen im Grunde stets die gleichen populistischen Mechanismen zum Tragen. Man spielt mit berechtigten Ängsten der Bürger und erzeugt gefährliche Illusionen.“

Zu Beginn der Corona-Krise, als das politmediale Establishment nicht wusste, wie es mit der Pandemie umgehen sollte, was da anrollte, wie man sie für seine politischen Ziele instrumentalisieren konnte, waren es vor allem die Linken, die reflexhaft vor populistischer Panikmache und vor Abschottung warnten, ja sogar eine Verschwörung rechter Kräfte vermuteten. In „Quer“, einem linken Magazin des Bayerischen Rundfunks, warnte der Moderator vor „rechten Corona-Endzeitpsychosen“ und davor, die Grenzen dichtzumachen. Das würde schließlich den Rechtspopulisten in die Hände spielen. „Das Wuhan-Virus verbreitet sich rasend schnell. Offene Grenze bedeuten auch offen Grenzen für Viren“, zitierte der Bayerische Rundfunk Identitären-Chef Martin Sellner als abschreckendes Beispiel für Verschwörungstheorien.

Nicht nur im öffentlich-rechtlichen Fernsehen warnte man vor geschlossenen Grenzen, schließlich könnte der Nationalstaat dadurch eine Aufwertung und ein Revival erleben. Auch Gesundheitsminister Rudi Anschober, als Grüner selbstredend Verfechter der Open-Borders-Ideologie, setzte anfänglich auf offene Grenzen. Noch im Jänner 2020 hielt er Influenza für weitaus gefährlicher als das Coronavirus. Selbst Ende Februar, als im benachbarten Italien die Pandemie ausbrach, betonte der Gesundheitsminister: „Eine Grenzschließung haben wir ausgeschlossen, weil diese Maßnahme nicht angebracht wäre.“

Er lag damit auf einer Linie mit Brüssel. Die größten Sorgen von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen waren zu Beginn der Pandemie geschlossene Grenzen.

Auch die Linke musste erkennen, dass man gegen die Pandemie nur auf nationalstaatlicher Ebene effektiv vorgehen konnte, zumal alle überstaatlichen und internationalen Organisationen und Institutionen versagten. Die EU ist mit der Corona-Pandemie wie mit der Migrationskrise völlig  überfordert. Von der Leyen war tagelang auf Tauchstation, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erwies sich als inkompetent und als Sprachrohr des kommunistischen Regimes in Peking. Einzig die Nationalstaaten… (weiterlesen im FREILICH Politikon „Das Lob der Grenze“).

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Die Volksrepublik ist stark auf Erfolgskurs. Sogar von COVID-19 profitiert das Reich der Mitte. Für Europa ist die rote Republik mit zunehmend Macht und Einfluss eine große Herausforderung.

Das freiheitliche Europa müsse sich im Geiste seiner Grundsätze neu profilieren und als handlungsfähiger Akteur erweisen, sonst laufe es Gefahr, dass jene Kräfte auftrumpfen, die eher in einer autoritären und nicht in einer liberalen Ordnung das Heil für die internationale Zukunft sehen, so die Harvard-Politikwissenschaftlerin Cathryn Clüver.

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Wenn nicht mehr eindeutig sei, wofür eine westliche Demokratie steht und was sie leisten kann, dann werde das 21. Jahrhundert wirklich das Jahrhundert Chinas sein. China gilt jedenfalls als der große Gewinner des Jahres 2020.

Chinas Ehrgeiz ist es, im Jahre 2049, d.h. zum 100. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik, die führende Weltmacht zu werden. Eine mehr als 3500-jährige Geschichte, ein riesiges Territorium und Bauwerke wie die Chinesische Mauer nähren Chinas Bewusstsein für seine Größe. Mehr als nur symbolisch für den heutigen chinesischen Nationalstolz ist die am 23. Juli 2020 gestartete Marsmission mit dem Namen „Tianwen-1“ („Fragen an den Himmel-1“). Auch, dass China der einzige Staat neben den USA ist, der seine Flagge am Mond hinterlassen hat, ist aussagekräftig. Die USA wollen freilich ihre Führungsrolle verteidigen. Der Hauptrivale in diesem neuen Kalten Krieg heißt nicht Russland, sondern China. China wird in den USA mit Deutschland vor dem Zweiten Weltkrieg verglichen, weil es wie Deutschland damals seine Politik darauf ausrichte, gleichzeitig seine Militärmacht zu stärken und die Volkswirtschaften seiner Rivalen zu schwächen.

Bezeichnend für die Beziehungen der EU mit China ist demgegenüber der Vergleich, den der Hohe Repräsentant der EU, Josep Borell, bemühte: Er verglich sie mit dem Text des internationalen Hits „Je t’aime, moi non plus“ („Ich liebe dich, ich auch nicht“), in welchem Jane Birkin und Serge Gainsbourg die „ausweglose körperliche Liebe“ besingen. Abgesehen davon, dass Borells Charakterisierung an Klarheit zu wünschen übrig lässt, wollte er wohl damit ausdrücken, dass die Beziehungen zu China zwiespältige Gefühle hervorrufen.

Maßgebend für die offizielle Haltung der EU ist das Dokument „EU – China Strategische Perspektiven“ vom März 2019, in welchem China gleichzeitig als „Konkurrent, Partner und Rivale“ qualifiziert wird. Die Einschätzung der USA, wie sie etwa in einer gemeinsamen Erklärung der Außen- und Verteidigungsminister der USA und Japans vom 16. März 2021 niedergelegt ist, klingt deutlich aggressiver: „Chinas Verhalten ist, soweit es mit der bestehenden internationalen Ordnung unvereinbar ist, eine politische, wirtschaftliche, militärische und technologische Herausforderung für die internationale Gemeinschaft. Die Minister kamen überein, sich Zwang und destabilisierendem Verhalten gegenüber anderen in der Region, welches das regelbasierte internationale System untergräbt, zu widersetzen.“

Trotz aller Nähe zu den USA ist Europa zwischen die Frontlinien geraten: Peking geht seinerseits realistischerweise davon aus, dass die EU als solche weniger relevant ist als ihre einzelnen Mitgliedstaaten – allen voran Deutschland, Frankreich und, mit Abstand, Italien. Der „Brexit“ als Ausdruck europäischer Uneinigkeit hat China in dieser Meinung nur bestärkt.

Eine weltpolitische und weltanschauliche Herausforderung

Europa befindet sich in der Zwickmühle zwischen der Weltmacht USA mit ihren eigenen Interessen und einem autoritären chinesischen Regime, das nicht die europäischen Werte verkörpert. China wird von einer Einheitspartei, der Kommunistischen Partei (KPCh), die heuer ihr 100-jähriges Bestehen feiert, beherrscht.

Die EU-Staaten wirken in diesem Machtspiel hilflos. Die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik erscheint ohnehin nur als ein frommer Wunsch, weswegen viele in der EU – u. a. der Hohe Repräsentant Josep Borell – sich wünschen, dass ihre Außenpolitik in Hinkunft nicht mehr aufgrund von  einstimmigen, sondern von mehrheitlich gefassten Beschlüssen der Mitgliedstaaten geführt werden soll. Dass damit die großen europäischen Staaten es leichter hätten, ihre eigenen Interessen gegen die kleineren – wie Österreich – durchzusetzen, pfeifen die Spatzen von den Dächern.

So ist die China-Strategie der EU eigentlich keine Strategie, denn sie will zugleich „von Prinzipien geleitet, praktisch und pragmatisch“ sein und soll „den Interessen und Werten der EU treu bleiben“ – was zwei nicht immer in Einklang zu bringende Parameter sind. Man kann das auch den Ansatz „Mal so, mal so“ nennen. Eine Aussage des ehemaligen kanadischen Premierministers Stephen Harper vom 12. März 2021, wonach „Europa einfach keine Rolle mehr in globalen Fragen des Friedens und der Sicherheit spielt“, spiegelt die Schlaffheit des alten Kontinentes wider.

Unmissverständlich ist hingegen das strategische Ziel der USA: „China hat ein übergeordnetes Ziel […] das führende Land der Welt zu werden, das reichste Land der Welt und das mächtigste Land der Welt. Das wird unter meiner Aufsicht nicht passieren, denn die Vereinigten Staaten werden weiter wachsen und  expandieren“, so US-Präsident Joe Biden bei seiner Pressekonferenz vom 25. März 2021.

Wie der chinesische Künstler Ai Weiwei Anfang Oktober 2020 im deutschen Fernsehen meinte, dienen die Erfolge Chinas im Kampf gegen COVID-19 als Vorwand, das eigene System als den demokratischen Gesellschaften überlegen dazustellen. Seit einigen Monaten soll die Kommunistische Partei Chinas Universitäten, Medien und Diplomaten angewiesen haben, auf allen Fronten westliche Argumente zu entkräften. Zudem stehen in Europa wie in den USA die „Konfuzius-Institute“ genannten chinesischen Auslandskultureinrichtungen im Verdacht, politische Propaganda und Spionage zugunsten Chinas zu betreiben, was auch in Österreich im Dezember 2020 zu parlamentarischen Anfragen führte.

Sicherlich will sich China keine westlichen Gesellschaftsmodelle vorschreiben lassen. Eine gemeinsame Erklärung des chinesischen und des russischen Außenministers, Wang Yi bzw. Sergei Lawrow, vom 23. März 2021 hält klipp und klar fest: „Eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten einer souveränen Nation unter dem Vorwand der ‚Förderung der Demokratie‘ ist inakzeptabel.“ Drei Umstände verdeutlichen die chinesische Herausforderung für Europa: Taiwan,  Hongkong sowie der Status der Religionen und der nationalen Minderheiten, wie insbesondere jener der Uiguren.

Taiwan

Die Inselrepublik Taiwan ist eine konsolidierte Demokratie. Formell hat sie sich allerdings nie von Festlandchina unabhängig erklärt. Dieses sieht Taiwan seinerseits als Teil seines Territoriums an. 18 Staaten unterhalten formelle diplomatische Beziehungen mit Taiwan. Darunter befindet sich kein einziger EU-Staat, wohl aber der Vatikan, der jedoch auch mit China Verträge unterschreibt. Die Taiwan-Frage gilt als die wichtigste und delikateste Angelegenheit zwischen China und den USA. In letzter Zeit haben die Provokationen der USA… (…weiterlesen im aktuellen FREILICH Magazin. HIER im FREILICH Buchladen bestellen oder HIER abonnieren).

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Fragliche Übersterblichkeit, aber jede Menge Massentests: „Corona“ bleibt weiter maximal widersprüchlich. Zum Unternehmen-Massensterben äußert sich noch keiner. Günter Scholdt zieht im eben jetzt erschienen FREILICH Magazin 11 eine Zwischenbilanz. Wir bringen einen Auszug.

Die Chinesen, hörte ich, haben das gleiche Schriftzeichen für Krise und Chance. Das birgt Hoffnung. Aber nur, wenn wir um der Zukunft willen die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Welche Einsichten ließen sich also aus diesem Debakel gewinnen, um wenigstens Teile des immensen Lockdown-Lehrgeldes zu amortisieren?

Den vollständigen Artikel finden Sie im FREILICH Magazin No. 11: HIER FREILICH abonnieren und druckfrisch lesen!

In erster Linie eine saubere Bestandsaufnahme dessen, was in den vergangenen Monaten bei uns und mit uns geschah. Skizzieren wir in diesem Sinne als Wunschszenario einen runden Tisch, an dem sich Regierungsbefürworter wie -kritiker treffen, um künftig Großverluste zu vermeiden. Das hieße konkret, auch alternative Wissenschaftler zu berücksichtigen, exemplarisch für viele etwa den Verein „Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie“, die, da ihnen offizielle Stellen Gehör verweigerten, einen „Außerparlamentarischen Corona-Untersuchungsausschuss“ gründeten. In einem fruchtbaren Streit wären diagnostische Zweifel zu erörtern und Forschungsprämissen neu zu justieren.

Corona – über ganz selbstverständliche Dinge wird plötzlich diskutiert. In der kommenden FREILICH Ausgabe erfahren Sie mehr über die Folgen: HIER FREILICH abonnieren.

Aufklärungsbedürftig ist etwa, welche autokratische medizinpolitische Handlungserweiterung sich allein dadurch ergab, dass die Epidemie heute wesentlich durch Tests bestimmt und die frühere, auf Todesziffern basierte Pandemiedefinition der WHO im Vorfeld schlicht ausgehebelt wurde.

Fragwürdig ist zudem, in welchem Maße dabei Computermodelle über klinische Studien triumphieren. Hinzu kommen selbst von Laien erkennbare methodische Unsauberkeiten, von deren (hemmungslos manipulativer) medialer Vermittlung ganz abgesehen. Da wurden absolute und relative Zahlen vermischt, zu 85 % problemlos verlaufende positive Befunde in einen Topf mit ernsthaften Erkrankungen gesteckt, Hotspot-Ergebnisse auch mal fahrlässig auf Landesebene hochgerechnet. Bei allem Alarmismus „fehlt“ es jedoch an nennenswerter Übersterblichkeit, um derart einschneidende Maßnahmen zu rechtfertigen. Selbst WHO-Berichte, wonach die Überlebensraten Grippe- bzw. „Corona“-Erkrankter mit 99,8 bzw. 99,9 % fast identisch sind, belegen das.

Vielerorts unterschied man kaum zwischen ursächlichen „Corona“-Toten und multimorbid Verstorbenen, bei denen schnell noch ein positiver COVID-19-Abstrich genommen wurde.

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Vielerorts unterschied man kaum zwischen ursächlichen „Corona“-Toten und multimorbid Verstorbenen, bei denen schnell noch ein positiver COVID-19-Abstrich genommen wurde. Die Berliner Charité etwa untersagte zunächst Obduktionen sogenannter „Corona“-Toter. Wo es jedoch geschah, reduzierten sich die kommunizierten Horrorzahlen drastisch. Als sich z. B. die US-Seuchenschutzbehörde CDC genötigt sah, Details offenzulegen, zeigte sich, dass nur ca. 6 % der gemeldeten Toten ausschließlich an COVID-19 gestorben waren, obwohl dies bei allen als Todesursache vermerkt war. Die überwiegende Mehrheit der so Erfassten hatte mehrere (im Schnitt 2,6) teils schwere Krankheiten. Vielleicht beantwortet sich in diesem Kontext auch die Frage, wo 2020 die teilweise hohe Grippesterblichkeit früherer Jahre geblieben ist? Wurde schlicht umetikettiert, oder gab es bereits früher an COVID-19 Verschiedene, ohne dass dies Weltalarm auslöste? …

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Syrien ruft Bilder von Verwüstung, Leid und Krieg hervor. Aber ist das richtig?

Um dem Kulturreichtum Syriens gerecht zu werden, bietet ein Reiseveranstalter eine Kulturreise durch Syrien an. Bereits seit 2018 sind laut Veranstalter Reisen durch Syrien wieder problemlos und v. a. sicher möglich. Die Reise verspricht ein komplett anderes Bild von Syrien, als es über die Medien transportiert wird.

Die Reiseroute

Die Reise ist bewusst hochwertig und mit starkem kulturellen Fokus geplant. Die Sicherheitslage vor Ort ist laut dem Veranstalter gewährleistet. Der Reiseleiter, Herr Hassan, ist in Kontakt und Austausch mit den Behörden vor Ort. Die Veranstalter haben mit Herrn Hassan einen erfahrenen und sehr engagierten deutschsprachigen Reiseleiter aus Syrien (Tartous) gewonnen.

Angestoßen wurde www.reise-nach-syrien u. a. von Sebastian Zeilinger, der auch für die Alternative Help Association (AHA!) verantwortlich zeichnet. AHA ist die erste Hilfsorganisation, welche Hilfe vor Ort umsetzt und die Ursachen der Migration bekämpft. Sie will Migration verhindern, in dem sie vor Ort Perspektiven schafft und die regionale Aufbauarbeit jener Länder unterstützt, die durch Krieg und Armut geprägt sind. So werden Bleibeoptionen und Entfaltungsmöglichkeiten für die Menschen in ihrer eigenen Heimat geschaffen.

Der Reiseveranstalter verspricht mit einem komplett anderen Bild von Syrien nach Hause zu reisen, voller abendfüllender Eindrücke.

Mehr über die Alternative Help Association (AHA!) finden Sie HIER.

Die Anmeldung zur Syrien-Rundreise erfolgt ab Ende Januar unter www.reise-nach-syrien.de.

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