Die Freiheitliche Partei Österreichs wurde am 7. April 1956 im Rahmen eines Gründungsparteitages ins Leben gerufen. Die Wurzeln dieser national-freiheitlichen Gesinnungsgemeinschaft gehen aber bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück. In einer 12-teiligen Serie beleuchtet das Freiheitliche Bildungsinstitut (FBI) die Geschichte der FPÖ.

Teil 2: Die nationalliberalen Parteien in der Habsburger Monarchie

In den letzten Jahrzehnten der Habsburger Monarchie kam es nach der verlorenen Schlacht von Solferino 1859 und dem Verlust der Lombardei zu einem innenpolitischen Tauwetter. Bürgerliche Vereine und Studentenverbindungen erhielten Zulauf. Diese sollten in weiterer Folge zur Basis des nationalliberalen Lagers werden.

Der beratende Reichstag wurde um Mitglieder der neuen Landtage erweitert, und 1860 durch das Oktober-Diplom in seinen Rechten gestärkt. Die Liberalen unter Staatsminister Anton von Schmerling wollten aber eine echte parlamentarische Verfassung, und es kam 1861 zum Februar-Patent, das für die gesamte Monarchie galt und den Reichsrat zu einem echten Parlament mit Gesetzgebungskompetenz machte.

Nach der Niederlage Österreichs gegen das Königreich Preußen bei Königgrätz 1866, und der daraus resultierenden Verdrängung Österreichs aus Deutschland Kaiser Franz Joseph I 1867 den Ausgleich mit Ungarn zulassen. Für die österreichische Reichshälfte der neu gebildeten Doppelmonarchie Österreich-Ungarn (die „im Reichsrat vertretenen Königreiche und Länder“) wurde die Dezember-Verfassung von 1867 erlassen und ein eigenes Parlament, der Reichsrat in Wien, eingerichtet. Für die ungarische Reichshälfte gab es eine eigene entsprechende Einrichtung.

Im österreichischen Reichsrat waren die Deutschliberalen bzw. Nationalliberalen die weitaus stärkste Partei. Sie befanden sich in Gegnerschaft zur katholischen Kirche, was sich im sogenannten „Kulturkampf“ mit den Katholisch-Konservativen äußerte. Darüber hinaus schürte ihr Eintreten für die deutschsprachige Bevölkerung der Monarchie den Konflikt mit den Slawen. Denn nach der Schlacht von Königgrätz war Österreich vom größten Teil des deutschen Sprachraums plötzlich abgetrennt, nachdem es hier in allen deutschen Angelegenheiten über Jahrhunderte eine führende Rolle gespielt hatte. Plötzlich standen die deutschsprachigen Österreicher im österreichischen Kaiserreich einer Mehrheit nicht-deutscher Völker gegenüber. Es entwickelten sich mehrere deutschfreiheitliche und nationalliberale Parteien, die immer die Mehrheit im österreichischen Reichsrat hatten. Daher kann man das nationalliberale Lager von Anbeginn an als tragende Kraft des österreichischen Parlamentarismus bezeichnen.

Eine ihrer prägendsten Persönlichkeiten war Georg Ritter von Schönerer, der ursprünglich als deutschorientierter Sozialreformer auftrat. Zu seinen politischen Schülern und Mitstreitern gehörten Karl Lueger, der spätere Begründer der christlich-sozialen Bewegung, aber auch Viktor Adler und Engelbert Pernerstorfer, die beiden Gründer der Sozialdemokratie in Österreich. Letztere waren übrigens Burschenschafter, wie auch die meisten anderen deutschliberalen und deutschnationalen Abgeordneten. Schönerer allerdings radikalisierte sich zunehmend. Ihm und seiner Alldeutschen Vereinigung standen standen eine Reihe gemäßigter nationalliberaler Politiker gegenüber, deren Integrationsfigur etwa Otto Steinwender war.

Die nationalliberalen Kräfte in Österreich setzten sich aber auch besonders für das allgemeinen Wahlrecht ein, das 1907 als allgemeines, gleiches, geheimes und direktes Wahlrecht für alle Männer zur Anwendung kam. Der Deutsche Nationalverband, bzw. die Vereinigungen der deutschnationalen und deutschfreiheitlichen Parteien stellten in Summe immer die meisten Abgeordneten – aber sie waren zerstritten. Das nationalfreiheitliche Lager trat jedoch für den Bestand Österreich-Ungarns ein und zog für Kaiser und Vaterland in den Ersten Weltkrieg.

Alle 12 Folgen von „Die Geschichte der FPÖ“ finden Sie HIER auf dem YouTube-Kanal des Freiheitlichen Bildungsinstituts (FBI).

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