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Vier Monate nach dem Anschlag auf das Burschenschaftsdenkmal in Eisenach sind die Wiederherstellungsmaßnahmen bereits im Gange.

Unmittelbar nach Bekanntwerden des Anschlages (FREILICH berichtete), kam es zu zahlreichen Solidaritätsbekundungen sowie Hilfsangeboten aus allen Teilen Deutschlands, Österreichs und direkt aus Eisenach. Einzelne Handwerker und Unternehmen boten sofort ihre kostenfreie und fachliche Unterstützung an und gaben wertvolle technische Ratschläge. Ermöglicht wurde diese Angebot durch 600 eingegangene Einzelspenden, mit denen der Großteil der Reparaturen und zusätzliche Sicherungsmaßnahmen finanziert werden konnten.

Besonders beigetragen hat dabei die spontane Spende der Allgemeinen Deutschen Burschenschaft, sowie Spenden aus dem Kreis der Neuen Deutschen Burschenschaft und verbandsfreier Burschenschaften. Hier sind sich alle einig: Das Denkmal ist für alle Burschenschafter ein wichtiges Symbol. Selbst nicht korporierte Sympathisanten und Angehörige anderer Korporationsverbände unterstützten das Projekt.

Am 21. Februar fand im Berghotel unterhalb des Denkmals eine Pressekonferenz statt. Mit Ausnahme der Vertreter von SPD und FDP waren neben dem Eisenacher Bürgermeister alle im Stadtrat vertretenen Parteien anwesend, bei der ein symbolischer Scheck in der Höhe von 14.600 Euro übergeben wurde. Künftig wird ein lokaler Sicherheitsdienst in Kooperation mit der örtlichen Polizei das Denkmal sichern.

„Neben den Schäden hat der Anschlag glücklicher Weise auch einen positiven Effekt. Das Denkmal ist über Eisenach und Thüringen hinaus in den Mittelpunkt allgemeinen Interesses gerückt. Die Besucherzahlen haben sich erhöht und unser Verein hat neue Mitglieder hinzugewinnen können. Die Anzahl der Veranstaltungen am Denkmal können wir aufgrund zunehmender Nachfrage erhöhen“, so der Vorsitzender des Denkmalerhaltungsvereines Eisenach Axel Zimmermann.

HIER finden Sie weitere Informationen zum Denkmalerhaltungsverein Eisenach.

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Spätestens seit dem G20-Gipfel 2017 steht Hamburg symbolisch für den erstarkenden Linksextremismus. Bei den diesjährigen Bürgerschaftswahlen entfielen 72,5 Prozent der Stimmen auf Parteien links der CDU. Erst im Januar dieses Jahres warnte der Hamburger Verfassungsschutz vor einer neuen Eskalationsstufe des Linksextremismus. Auch die Universität hat ein Problem mit Antifa-Gruppen.

Dass Konservative es in der Hansestadt nicht leicht haben, erfuhren die Politiker der AfD um ihren Landesvorsitzenden Dirk Nockemann, ehemaliger Innensenator, am eigenen Leib. Infostände wurden attackiert, Gastwirte bedroht und Parteivertreter eingeschüchtert. Der Wahlkampf der Partei war auch ein beständiger Kampf gegen antifaschistische Attacken.

Die Jugend wählt links(-extrem)

Ein Blick auf die Wählerstruktur während der Hamburger Bürgerschaftswahl 2020 verrät, dass es vor allem junge Menschen sind, die mehrheitlich linke bis linksextreme Positionen vertreten. Fast Dreiviertel der Jungwähler zwischen 16 und 24 Jahren machten ihr Kreuz bei den Grünen, der SPD oder der Linkspartei. Laut Infratest dimap wählten 73 Prozent der Wähler mit „hoher Bildung“ die zuvor genannten Parteien. Und tatsächlich wirkt es so, als fungiere die Universität Hamburg als eine Art Kaderschmiede des militanten Antifaschismus.

Linksextreme Umtriebe an der Uni Hamburg

Nicht erst seit den Tumulten anlässlich der Vorlesungen von AfD-Mitgründer Bernd Lucke steht die Studentenschaft der Universität Hamburg im Ruf, besonders stark durch Antifa-Strukturen geprägt zu sein. Bilder aus der Sozialwissenschaftlichen Fakultät (siehe unten) belegen die Existenz solcher Strukturen eindeutig. Auf unsere Nachfrage wollte sich die Universitätsleitung nicht zu den Bildern äußern.

Auch bei den jüngsten Wahlen zum Studentenparlament schlug sich die linke bis linksradikale Geisteshaltung vieler Hamburger Studenten in den Ergebnissen nieder. Stärkste Kraft wurde die Liste „CampusGrün“, dahinter reihen sich etwa die Liste von „Fridays for Future“, die Hochschulgruppe der Jungsozialisten oder „Liste LINKS“ ein.

VS-Chef Voß: „Neue Eskalationsstufe des Linksextremismus“

In einem Antrag der AfD-Fraktion heißt es unter anderem, die Universität Hamburg stelle seit Jahren linksextremistischen und zumeist gewaltorientierten Gruppierungen, die vom Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet würden, Räume für politische Veranstaltungen, Vorbereitungs- und Vernetzungstreffen sowie Aktions- und Blockadetrainings zur Verfügung, darunter etwa die „Interventionistische Linke“ (IL) oder die Gruppierung „NIKA“. Deshalb forderten die Politiker u.a. eine Distanzierung der Hochschulleitung von gewalttätigen und extremistischen Gruppen.

Auch Thorsten Voß, Chef des Hamburger „Verfassungsschutzes“, warnt vor einer neuen Eskalationsstufe des Linksextremismus. Im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“ betonte Voß, dass sich Taten der linksextremen Szene nicht mehr ausschließlich gegen „Sachen wie Wohnungen, Parteibüros oder Fahrzeuge“ richteten, sondern mittlerweile auch direkt gegen das Leben und die Gesundheit von Menschen.

Laut „Verfassungsschutz“ leben in Hamburg derzeit 935 gewaltorientierte Antifaschisten. Die Warnung von Voß ist eindeutig: „Das zusammen bringt mich zu der Einschätzung, dass wir uns in Richtung eines neuen Linksextremismus bewegen.“

Lesen Sie HIER das Interview mit Alexander Wolf, Fraktionsvorsitzender der AfD in der Hamburger Bürgerschaft und Beisitzer im AfD-Bundesvorstand.

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Rechte Journalisten werden auf der griechischen Flüchtlingsinsel von gewaltbereiten Linksextremisten angegriffen, kein Mensch regt sich auf. Stefan Juritz, der Chefredakteur des Online-Magazins „Die Tagesstimme“ war dabei. Wir wollten von ihm wissen, was wirklich vorgefallen ist, warum er vor Ort war und was er von der Hetze der Weltpresse hält.

FREILICH: Sie waren letzte Woche als Journalist für „Die Tagesstimme“ auf Lesbos. Zusammen mit einem Team von COMPACT sind Sie Opfer eines gewalttätigen Angriffs von Linksextremisten geworden. Was wollten Sie überhaupt auf Lesbos?

Stefan Juritz: Nun, ich wollte mir für unsere Leser ein eigenes Bild von der Situation auf der Insel machen und eine Reportage über Lesbos schreiben. Ich denke, es ist sehr wichtig, dass gerade auch patriotische Medien vor Ort recherchieren, um Hintergründe und Zusammenhänge zeigen zu können, die in den Leitmedien beziehungsweise in den Berichten der großen Nachrichtenagenturen nicht oder zu wenig beachtet werden. Deshalb sind wir kurzerhand nach Lesbos geflogen, um mit Einheimischen und der Polizei, aber auch mit Migranten in Moria und den NGOs zu sprechen. Wir wollten ihre Sicht der Dinge hören und die Lage auf Lesbos so gut es geht aus diesen verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Als ich dann erfuhr, dass auch COMPACT vor Ort sein wird, haben wir ein Treffen organisiert, um uns bei der Arbeit gegenseitig zu unterstützen. Es war ja bereits im Vorfeld bekannt, dass es auf der Insel gefährlich ist.

Die internationale Presse tut gerade so, als ob hier vier Rechtsextremisten gewesen wären, die Flüchtlinge angreifen wollten. Was eine abstruse Behauptung ist. Wie kommen die dazu? Kritischer Journalismus?

Das kann ich leider auch nicht wirklich beantworten. Kritischer Journalismus ist das nicht gewesen, sondern stattdessen eine vollkommen unkritische Übernahme von Antifa-Beschuldigungen und fehlende Recherche. Aber es passt wohl einfach ins Bild, das man allgemein von Rechten und Migrationskritikern zeichnen möchte. Es geht ihnen jedenfalls ganz offensichtlich darum, Stimmung gegen jene zu machen, die von ihrer Linie abweichen. Aber das ist man ja bereits gewohnt und damit muss jeder von uns leben. Es waren jedenfalls nicht wir, die irgendjemanden angreifen wollten. Ganz im Gegensatz zu den linksextremen Antifa-Schlägern, die uns am Freitag während unserer Arbeit überfielen. Und dann liest man in den Medien plötzlich völlig absurde und frei erfundene Unterstellungen.

Lesbos bei Nacht. Was idyllisch wirkt, ist eine Insel vor einem Abgrund an Spannungen.

Wie oft sind Sie eigentlich von „kritischen Kollegen“ der Weltpresse gefragt worden, was wirklich vor Ort passiert ist?

Wenig überraschend: natürlich gar nicht. Aber wir trafen beim Rückflug nach Athen zufällig ein Team von CNN. Ihnen hat Mario Müller von COMPACT dann am Flughafen ein Interview gegeben. Das war es aber auch schon. In den gesamten Medienberichten wurden irgendwelche absurden Antifa-Vorwürfe übernommen, es wurde einfach von einander abgeschrieben, ohne bei den Betroffenen oder der griechischen Polizei nachzufragen. Der sogenannte „Qualitätsjournalismus“ begnügt sich heute also offenbar mit Google-Übersetzer, anstatt selbst zu recherchieren und Fakten zu prüfen. Ich weiß aber gar nicht, ob das immer aus politischen Gründen geschieht oder manchmal einfach nur Faulheit ist. Wenn der vermeintliche Sachverhalt in das eigene „Mindset“ passt, dann fehlt plötzlich jedes kritische Hinterfragen.

Wenn rechte Journalisten angegriffen werden, bleibt der Maistream erstaunlich ruhig, relativiert alles oder gibt den Rechten sogar noch eine Mitschuld. Manche freuen sich offen über Gewalt.

Die Medienreaktionen zeigen auch eindeutig die Doppelstandards: Wenn auf Lesbos andere Journalisten oder linke NGO-Mitarbeiter angegriffen werden, was zu verurteilen ist, dann ist der Aufschrei groß und es wird – vollkommen zurecht – kritisiert. Wenn dann aber rechte Journalisten von einem solchen Angriff betroffen sind, ist man erstaunlich ruhig, relativiert das Ganze oder gibt den Rechten sogar noch eine Mitschuld. Manche verheimlichen noch nicht einmal ihre Freude über linksextreme Gewalt, wie man zum Teil auch auf Twitter nachlesen kann.

Dann lassen Sie es zumindest uns einmal fragen: Was ist bei dem Angriff wirklich passiert?

Wir waren am späten Vormittag in einer Einkaufsstraße und interviewten gerade Ladenbesitzer über die Situation auf Lesbos. Plötzlich marschierten mehrere vermummte Linksextreme auf uns zu. Zum Teil waren sie mit Motorradhelmen ausgerüstet und mit Teleskopschlagstöcken bewaffnet. Sie waren in der mehrfachen Überzahl und griffen uns sofort an. Es ging aber recht glimpflich für unsere Gruppe aus, wir konnten uns gut verteidigen und die Angreifer rannten letztendlich weg. Es blieben danach nur ein paar andere Linksextreme am Ort und schrien Parolen und Beleidigungen aus der Menschentraube heraus, die sich dort gebildet hatte.

Einer aus unserer Gruppe erlitt beim Angriff leider eine Platzwunde am Kopf. Erfreulicherweise kam dann aber sofort ein Ladenbesitzer und brachte Verbandszeug, um die Wunde zu versorgen. Trotzdem musste er dann im Krankenhaus behandelt und genäht werden. Anschließend blieben wir für einige Stunden auf der Polizeistation, um Anzeige zu erstatten und im Falle von Verhaftungen die Täter sofort identifizieren zu können. Die Polizei gab sich anscheinend wirklich Mühe, die Linksextremen aufzuspüren. Sie holte sich alle Videos der Überwachungskameras in der Gegend. Mal sehen, was die weiteren Ermittlungen ergeben. So oder so muss ich mich bei der Polizei bedanken: Sie waren äußerst freundlich, versorgten uns mit Getränken und wir kamen auch ein bisschen ins Plaudern.

Auf der ganzen Insel stehen Migranten in großen Gruppen zusammen. Im Hafen hoffen sie auf eine Weiterfahrt nach Europa.

Als Journalist haben Sie bei der kurzen Recherche auf Lesbos also auch die Gelegenheit gehabt, vor Ort mit Menschen zu reden, mit Einheimischen, mit Polizisten – leider nicht mit NGOs und Refugees. Wie ist die Lage?

Leider haben wir mit viel weniger Menschen sprechen können, als wir eigentlich geplant hatten. Was wir aber in den Gesprächen mit den Einheimischen immer wieder hörten, war eine große Unzufriedenheit mit der Medienberichterstattung. Sie haben den Eindruck, dass Journalisten Lesbos fälschlicherweise als eine Insel voller Rechtsradikaler darstellen, die gegen Migranten vorgehen. Immer wurde betont, dass man seit 2015 sehr viel getan habe, um zu helfen. Doch irgendwann ist es eben zu viel. Es herrscht große Wut auf die griechische Regierung, die in den Augen der Bewohner keine Lösungen für die Probleme auf der Insel findet. Es gibt auf Lesbos drei Asyllager und ein weiteres soll gebaut werden. Im Hauptlager Moria leben bereits über 20.000 Migranten – und das obwohl das Lager eigentlich für nur knapp 3.000 Personen konzipiert wurde. Moria ist also heillos überfüllt und es herrschen dort wirklich menschenunwürdige Zustände.

Die Lage gestaltet sich also höchst problematisch: Lesbos ist eine kleine Insel mit einem riesigen Anteil an Migranten ohne Perspektive.

Leider konnten wir dort nicht mehr hingelangen, um uns selbst ein Bild zu machen und Interviews zu führen. Gerade die Perspektive und die Berichte dieser Migranten hätten mich interessiert. Sie leben hier seit Jahren an einem hoffnungslosen Ort, sie kommen nicht weiter, aber wollen auch nicht zurück. Sie geben übrigens fast alle Deutschland als Ziel an, wie uns ein Polizist berichtete. Wir haben in der vergangenen Woche einige dieser Migranten am Hafen in der Hauptstadt Mytilini gesehen. Es ging dort unter anderem das falsche Gerücht herum, sie würden dort von den griechischen Behörden nach Athen gebracht werden. Es waren hauptsächlich jüngere Männer, viele von ihnen offensichtlich aus Afghanistan und auch aus Afrika.

Die Lage gestaltet sich also höchst problematisch: Lesbos ist eine kleine Insel mit einem riesigen Anteil an Migranten ohne Perspektive. In den vollkommen überfüllten Asyllagern herrschen untragbare Zustände und der neue Migrationsdruck aus der Türkei spitzt die Situation weiter zu. Gleichzeitig fühlen sich die Einheimischen im Stich gelassen und ihre Wut wächst. Das sieht man etwa auch an den vermehrten Übergriffen auf NGOs und Journalisten. Es ist eine gefährliche und tragische Situation, in der alle verlieren, sowohl die Migranten mit ihrer Hoffnung auf eine Zukunft in Europa, als auch die Einheimischen, die erleben, wie sich ihre Heimat immer mehr verändert und bald nicht mehr wiederzuerkennen sein wird.

Die extreme Stimmung vor Ort hat Sie zur Abreise bewogen. Wie ist Ihre Einschätzung, dass es auf Lesbos weitergehen wird?

Nach der Antifa-Attacke und den vielen Medienberichten samt Fotos hielten wir es für unmöglich, unsere Reportage noch ruhig und ordentlich fertigstellen zu können. Die Stimmung auf der Insel ist einfach extrem. Das Risiko stand einfach nicht mehr im Verhältnis zum noch möglichen Ergebnis unserer Arbeit, die auf Schritt und Tritt behindert worden wäre. Wie es auf Lesbos weitergehen wird, ist schwer zu sagen, aber dieses Pulverfass kann sich jederzeit entzünden. Wenn nichts unternommen wird, um die Lage zu entschärfen, befürchte ich, dass die Gewalt auf der Insel weiter eskalieren wird.

Danke für das Gespräch!

Zur Person:
Stefan Juritz wurde 1988 in Kärnten geboren. Er lebt in der Steiermark und ist seit 2018 Chefredakteur der patriotischen Nachrichtenseite „Die Tagesstimme“.

Die Tagesstimme ist ein Nachrichtenportal für den gesamten deutschsprachigen Raum, das den unabhängigen und kritischen Journalismus sowie die freie und demokratischen Meinungsbildung fördert. Besonderen Wert legen wir auf die Darstellung differenzierter Sichtweisen und Positionen.

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Moralisierende Weltverbesserer haben sehr oft die Neigung, insofern totalitär zu sein, als sie andere Meinungen als die ihre nicht tolerieren. Das gilt offenbar auch für Philipp Ruch und sein „Zentrum für Politische Schönheit“, denen Thomas Ribi in der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) am 17. März 2016 Folgendes attestierte: „Freiheit ist alles. Nur, für die selbsternannten Politästheten aus Berlin gehört die Freiheit der Andersdenkenden anscheinend nicht dazu.“ FREILICH blickt genauer auf Philipp Ruch, das ZPS und einige ihrer „Aktionen“ der letzten Jahre.

Die Person Philipp Ruch

Der am 16. März 1981 in Dresden geborene Philipp Ruch – als „Philosoph“ und „Aktionskünstler“ apostrophiert – ist Sohn eines Schweizers und einer Bürgerin der früheren DDR. Philipp, dessen beide Elternteile Psychologen sind, lebte in Dresden und wuchs dort im Stadtteil Weißer Hirsch auf, bis im Juli 1989 die DDR der Familie Ruch die ständige Ausreise erlaubte. Im Zeitraum 1996 bis 1999 besuchte Philipp Ruch in Bern die Handelsschule, arbeitete dann in Zürich bei einer Firma, die Werbung für Filme macht, und kehrte 2001 nach Deutschland zurück. Bis 2009 studierte er an der Humboldt-Universität Berlin Politische Philosophie und arbeitete am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in dem Forschungsbereich „Geschichte der Gefühle“. Die Emotionen besitzen für ihn und sein Tun bis heute einen sehr hohen Stellenwert.

Bei dem Politikwissenschaftler Herfried Münkler und dem Kultur- und Literaturwissenschaftler Hartmut Böhme promovierte Ruch mit dem Thema „Ehre und Rache – eine Gefühlsgeschichte des antiken Rechts“. In der von dem Kunsthistoriker und Bildwissenschaftler Horst Bredekamp geleiteten Kolleg-Forschergruppe „Bildakt und Verkörperung“ war Ruch Stipendiat. Der in Berlin lebende Liebling linken Zeitgeists, der gerne mit bürgerlichen Konventionen bricht, ist immerhin in den Hafen der Ehe eingelaufen und hat Sohn und Tochter.

Da Ruch ein bürgerliches Leben nicht zufrieden zu stellen scheint, gründete er 2008 das ZPS, dessen künstlerischer Leiter er ist. Ganz in der Tradition der 68er Bilderstürmer trat er seitdem im öffentlichen Raum mit radikalen Aktionen in das Rampenlicht, um – wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ in seiner Ausgabe vom 19. November 2015 verkündete – „die Gleichgültigkeit meiner Generation zu durchbrechen“.

Einsatz für Migranten

Was nun die Vorbilder Ruchs betrifft, so lassen sich als gemeinsame Merkmale bei ihnen der Antifaschismus und der Einsatz für Migranten erkennen: Hillel Kook (Aktivist und Politiker, Mitglied der Irgun, einer paramilitärischen Untergrundorganisation in Palästina vor der israelischen Staatsgründung); Varian Mackey Fry (US-amerikanischer Journalist und Freischärler im Zweiten Weltkrieg in Frankreich); Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel; „Cap Anamur“-Mitgründer Rupert Neudeck.

Nur Christian Schwarz-Schilling, ehemals BRD-Postminister (1982-1992), scheint nicht recht in diese Galerie zu passen. Was in dem Weltbild Ruchs einzig für den früheren CDU-Politiker spricht, ist die Tatsache, dass er in den Jahren 2006 und 2007 für 17 Monate der Hohe Repräsentant der UN für Bosnien und Herzegowina war und als solcher die Überwachung des Friedensabkommens von Daytona (1995) zu verantworten hatte.

Philipp Ruch – der gegenüber der „Huffington Post“ vom 19. September 2018 damit kokettierte, für sein Schaffen von Rechten mit dem Tod bedroht zu werden – gab außerdem an, in der Aktionskunst von Christoph Schlingensief bis zum Jahr 2003 ein großes Vorbild gehabt zu haben. In der Zeit danach habe dieser Aktionskünstler allerdings „zu installativ gearbeitet, zu ichbezogen agiert“, wie „DIE ZEIT“ vom 28. Mai 2014 Ruch zitierte. Das hält den antifaschistischen „Freiheitskämpfer“ Ruch jedoch nicht davon ab, bei Schlingensief und bei dem Schweizer Regisseur und Theaterautor Milo Rau Ideen zu entwenden – wie bei der Aktion „Schweiz entköppeln!“. Von dieser wird nachher noch näher zu berichten sein.

Das „Zentrum für Politische Schönheit“

Das ZPS, das ein „Zusammenschluss von etwa 70 Aktionskünstlern und Kreativen“ unter der Leitung von Philipp Ruch ist, „verkauft“ sein Selbstverständnis unter dem Schlagwort „aggressiver Humanismus“ (passend ist dahinter eine geballte Faust zu sehen) und definiert sich selber als „Sturmtruppe zur Errichtung moralischer Schönheit, politischer Poesie und menschlicher Großgesinntheit. Grundüberzeugung ist, dass die Lehren des Holocaust durch die Wiederholung politischer Teilnahmslosigkeit, Flüchtlingsabwehr und Feigheit annulliert werden und dass Deutschland aus der Geschichte nicht nur lernen, sondern auch handeln muss. Wir arbeiten an der Zukunft des politischen Widerstands im 21. Jahrhundert (‚aggressiver Humanismus‘), setzen auf Menschlichkeit als Waffe und experimentieren mit den Gesetzen der Wirklichkeit. Widerstand ist eine Kunst, die weh tun, reizen und verstören muss. Wir drängen in eine Leerstelle, die jahrzehntelang von öffentlichen Intellektuellen besetzt wurde: das moralische Gewissen.“ So heißt es auf der Internetseite des Zentrums. Doch lassen wir die ZPS-Selbstdarstellung, die natürlich eine blütenreine Heldenweste präsentiert, beiseite und blicken wir z.B. auf führende Personen neben Philipp Ruch.

Dabei fallen junge Frauen wie Cesy Leonard auf, Künstlerin, Filmemacherin und Chefin des ZPS-Planungsstabs. Ihre Mutter stammt aus dem Nahen Osten, ihr Vater aus Australien, doch geboren wurde sie in Stuttgart. Ihre künstlerische „Laufbahn“ begann Cesy dort als „Graffitiartistin“ in Straßen und U-Bahnen, wobei vor den Stuttgarter Gerichten die Frage, ob ihre Sprühereien Kunst oder bereits Vandalismus seien, damals anders beurteilt wurde, als das heute oft der Fall ist. Weiter war sie in der Stuttgarter Hip-Hop-Szene zugange und hatte ab 2001 Engagements in Fernsehen und Film. Im Jahr 2010 stieß sie zum ZPS, wie es auf dessen „Homepage“ steht.

Eine weitere junge Frau, die sich dort besonders in Szene setzt, ist Nina van Bergen. Sie tritt als „informelle Bundeskanzlerin“ des ZPS auf. Einer der philosophische Tiefe suggerierenden Aussprüche der Nina van Bergen lautet: „Wenn Politik der Kampf der Worte ist, ist sie letztlich das Geschäft der Poesie.“ Man findet ihn ebenfalls auf der ZPS-Netzseite.

Eskalationsbeauftragte und linksextreme Veranstaltungen

Für den Verein „Ein Prozent für unser Land“ ist der Gründer des ZPS Philipp Ruch nur „das Werbegesicht des ZPS“, eine „uninteressante Figur, die bewusst die Öffentlichkeit sucht“. Interessanter sei z. B. Stefan Pelzer aus Berlin, den die ZPS selbst als ihren „Eskalationsbeauftragten“ präsentiert. Er ist seit 2011 Geschäftsführer der „Citytainment UG“ (Unternehmergesellschaft) und somit u. a. der Betreiber eines „Reisekollektivs“ namens „Bassliner“, das auch Reisen zu linksextremen Veranstaltungen organisiert. Die UG des Stefan Pelzer ist darüber hinaus Bildungsträger des „Sprachkombinats“, das in Berlin für „Schüler_Innen und Lehrer_Innen“ Kurse in Spanisch anbietet. Die Netzseite des „Sprachkombinats“ nutzt (was für ein Zufall) denselben Mailserver – http://mail.latingua.de – wie die denunziatorische „Soko Chemnitz“ oder zuvor www.landolf-ladig.de bei den Attacken gegen den AfD-Politiker Björn Höcke. Von diesen beiden „Aktionen“ des ZPS wird gleich noch detaillierter die Rede sein. Pelzer – das sei jedenfalls schon an dieser Stelle vorweggenommen – war u. a. für die Stelen-Aktion vor dem Privatgrundstück Höckes verantwortlich. Das hier Erwähnte ist ebenso wie das Folgende nachzulesen in einem „Ein Prozent“-Internetartikel vom 5. Dezember 2018.

„Ein Prozent“ setzt sich zum Ziel, dass das ZPS seine Strukturen verliert, und ruft deshalb zu öffentlichem Protest auf. Der national gesinnte Verein weist auf den kaum jemandem bekannten Fakt hin, dass folgende Unternehmen (meist geschieht dies unbewusst) strafbare Denunziationsplattformen unterstützen:

  • Zahlungsdienstleister: https://www.fundraisingbox.com (ZPS)
  • Provider der Fotodatenbank und Bilderkennungssoftware der gerade erwähnten „Soko Chemnitz“: https://www.digitalocean.com
  • Hoster des ZPS (https://www.politicalbeauty.de): https://www.strato.de

Originalton „Ein Prozent“: „Warum fragen wir nicht gemeinsam die Plattform Fundraisingbox bei Facebook und Twitter, warum sie mit dem ZPS die Strippenzieher einer unverhohlenen Hetzjagd indirekt unterstützen? […] Das deutsche Unternehmen Strato muss sich außerdem die Frage gefallen lassen, warum es dem ZPS digitalen Unterschlupf gewährt: möglich ist dies etwa auf Facebook und Twitter.“

Drehen an der Eskalationsschraube

Nicht ganz zu Unrecht stellt der Verein „Ein Prozent“ fest, „dass durch linke Akteure an der Eskalationsschraube gedreht werden soll“, denn weswegen sonst hat das „Zentrum für Politische Schönheit“ mit Stefan Pelzer einen „Eskalationsbeauftragten“? Dies darf kaum verwundern, wenn die ZPS-Galionsfigur Philipp Ruch die Meinung vertritt, gegen Nazis hülfen nur Nazimethoden. Nicht nur in den Augen der früheren DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld hat Ruch nie verstanden, „dass die Lehre aus der Nazidiktatur und jeder anderen Gewaltherrschaft ist, ihre Methoden zu ächten“, sie jedoch im Kampf gegen den politischen Gegner nicht selbst anzuwenden.

Wie totalitär Ruch und sein ZPS selbst sind, lässt sich vielfach belegen. Im Interview mit dem Radiosender SWR 2 machte Ruch am 27. August 2019 klar: „Wir kennen alle das Motto, wir müssten mit Rechten reden.“ Richtig sei jedoch: „Wir müssen mit Rechten brechen.“ In dem, was er und das ZPS herbeiführen wollen, dürften „Rechte“ mithin rechtlose Wesen und „vogelfrei“ sein. Nimmt man die große Nähe zu „Antifa“ und anderen linksradikalen Gruppierungen sowie das aggressive Eintreten für Migranten hinzu, dann dürfte der vom ZPS angestrebte Zustand eine vollkommen linke, von Anarchie geprägte Republik sein, in der eine moderne Diktatur des Proletariats herrscht.

„Schweiz entköppeln!“

Gemäß ihrem Motto, gegen Nazis hülfen nur Nazimethoden, gingen die „verirrten Demokratieritter“ und „besorgten Kunstdarsteller“ – so Thomas Ribi am 17. März 2016 in der NZZ – 2015 gegen Roger Köppel vor. Mit der Attitüde hoher moralischer Überlegenheit, die stets behauptet: „Wo wir sind, ist oben!“, verlangten die ZPS-Bilderstürmer nichts Geringeres als den Tod des SVP-Nationalrats und „Weltwoche“-Chefredakteurs: „Tötet Roger Köppel!“ Nicht ganz so drastisch war eine „Schweiz entköppeln!“ betitelte Aktion, die im Frühjahr 2016 im gegen sinkende Zuschauerzahlen kämpfenden Theater Neumarkt in Zürich stattfand. Da nach Ansicht der wenig demokratisch agierenden ZPS-„Künstler“ Köppel „demokratiefeindlich“ und zudem noch von dem Geist Julius Streichers besessen ist, wurde dem Politiker und Publizisten in einem theatralischen Exorzismus Streichers böser Geist ausgetrieben. Zur Erinnerung: Es geht um Julius Streicher, den SA-Obergruppenführer, Gauleiter von Franken und Herausgeber des antisemitischen Hetzblatts „Der Stürmer“, der 1946 wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit exekutiert wurde. Das ist der Bezugspunkt, von dem aus die selbsternannten Schützer der Demokratie Köppels publizistische Tätigkeit beurteilen.

Gewalttätiger Angriff

Der zu Beginn dieses Beitrags genannte Thomas Ribi bezieht dazu in demselben NZZ-Beitrag knallhart Stellung: „Wer das zynisch und geschmacklos findet, prallt an der bizarren Rabulistik der Initianten ab. Denn ihre als Aktionskunst getarnten Kampagnen sind ihrem Verständnis nach weder das eine noch das andere: ob sie nun in Berlin Menschen öffentlich bestatten, die auf der Flucht übers Mittelmeer ums Leben gekommen sind, oder ob sie zur Tötung eines demokratisch gewählten Politikers aufrufen. Geschmacklos und zynisch sind ihrer Ansicht nach vielmehr die Verhältnisse, die mit solchen Aktionen ‚entlarvt‘ werden. […] Man müsste den selbstlosen Gralshütern der politischen Kultur also dankbar sein, dass sie uns die Augen öffnen. Verstanden?“

Bisher lebt Roger Köppel noch, doch auf einen seiner Mitarbeiter fand am 1. Mai 2019 ein gewalttätiger Angriff statt, bei dem die vermummten Täter auch dessen peruanische Frau attackierten. Am 9. Mai suchten Gewalttäter – so muss man sie nennen – die Redaktionsräume der von Köppel herausgegebenen Wochenzeitung „Weltwoche“ auf und schmierten an den Eingang die Parole „Gegen rechte Hetze“. Philipp Ruch schweigt zu derartigen Vorfällen.

Holocaust-Stelen vor Björn Höckes Haus

Im Jahr 2017 stellten Ruch und seine Truppe vor dem Grundstück des ihnen besonders missliebigen AfD-Politikers Björn Höcke im thüringischen Bornhagen 24 Stelen aus Pappmaché auf. Damit wollte die linke Gruppe auf eine Rede Höckes reagieren, in der dieser das Berliner Denkmal für ermordete Juden u. a. ein „Denkmal der Schande“ genannt hatte. Das ZPS brüstete sich damit, dass einige seiner Mitglieder beinahe ein Jahr Zaun an Zaun mit dem AfD-Fraktionschef im Thüringer Landtag gewohnt hätten. „Wir wissen alles“, sagte ZPS-Leithammel Ruch laut Wochenzeitung „Junge Freiheit“ vom 22. November 2017 seinerzeit prahlerisch zu „Spiegel Online“ – z. B. wann Höcke Holz hacke, von welchen Verlagen er Broschüren erhalte, wie er mit seinen Anzügen umgehe. Das Material für die Stelen habe das ZPS heimlich angekarrt.

Björn Höcke indirekt als einen „Nazi“ brandmarkend, griff Ruch auch hier zu seiner Devise, wonach gegen Nazis nur Nazimethoden anzuwenden seien, und behauptete, Höcke habe im Januar 2017 „viel geschichtspolitisches Porzellan zerbrochen“. Und Ruch steigerte seine Anmaßung noch: „Wenn er vor dem Denkmal auf die Knie fällt und für die deutschen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg um Vergebung bittet, wollen wir der Ernsthaftigkeit seiner Läuterung glauben.“ In diesem Fall werde das ZPS den „zivilgesellschaftlichen Verfassungsschutz“ vorerst wieder auflösen, und es würden keine pikanten Details aus seinem Leben veröffentlicht.

Arroganz und Grönemeyer

Dass Ruch und das ZPS mit solcher Arroganz nicht allein stehen, zeigt ein vom Sänger Herbert Grönemeyer im September 2019 vor Tausenden von Zuhörern auf einem Konzert gebrüllter Satz, der u. a. in der „Jungen Freiheit“ vom 20. September 2019 auf Seite 1 zu lesen ist: „Wenn die Politiker schwächeln, dann liegt es an uns, zu diktieren, wie die Gesellschaft auszusehen hat. […] Kein Millimeter nach rechts!“

Und wie ging die Stelen-Aktion aus? Laut „Junger Freiheit“ vom 8. April 2019 ermittelte die Thüringer Staatsanwaltschaft 16 Monate lang gegen das ZPS wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung. Hatte das noch danach ausgesehen, als würde die bundesdeutsche Justiz ab und an auch gegen Linke durchgreifen, nahm die Sache dann doch den in der gegenwärtigen BRD nahe liegenden Ausgang: Das Justizministerium Thüringens ließ verlauten, es habe sich kein Anlass für die Erhebung einer öffentlichen Klage ergeben. Staatsanwalt Martin Zschächner – wegen seiner angeblichen AfD-Nähe bei Wikipedia einfach als „rechtsgerichtet“ abgestempelt – werde in der Behörde zukünftig mit anderen Aufgaben betraut, solange die Vorwürfe gegen ihn noch geprüft würden. Außerdem werde er nicht länger Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Gera sein.

„Soko Chemnitz“

Im „Kampf gegen rechts“ machte Ruchs ZPS munter weiter und gründete 2018 die „Soko Chemnitz“. Die Bewohner dieser Stadt sollten unter ihren Verwandten, Bekannten und Kollegen herumspionieren, ob jemand an einer Trauerveranstaltung zu der Ermordung des Deutsch-Kubaners Daniel H. oder an einer damit verbundenen Demonstration gegen die Regierung teilgenommen habe. Wenn man eine derartige Person aufgespürt habe, so solle man sie online der „Soko“ melden, und wenn man keinen Namen kenne, genüge auch ein Foto eines solchen „rechten“ Kritikers der Regierung.

Diesen ganz unverhohlenen Aufruf zur Denunziation wusste Philipp Ruch natürlich auch im Sinne seines Weltbilds zurechtzubiegen, damit nur ja die Realität dem eigenen Wunschdenken angepasst wird. Die Tatsache, dass das linksradikale ZPS zum Teil scharfe Kritik erhielt – u. a. mahnten das Land Sachsen wie auch das Jüdische Forum die Gruppe ab -, sei nicht die Ursache für die Anfang Dezember 2018 erfolgte Abschaltung des Online-Prangers gewesen, so Ruch. Überhaupt sei die gesamte Aktion eine gezielte Falle gewesen, damit sich vermeintliche Rechtsextreme über die Suchfunktion auf der Homepage der „Soko Chemnitz“ selber entlarvten.

Staat und Linke Hand in Hand

Wie bereits bei der Aktion gegen Björn Höcke geschehen, prahlte Ruch auch diesmal massiv: In den drei Tagen des Bestehens des Online-Prangers sei es durch die Suchanfragen der rund 2,5 Millionen Besucher der Homepage gelungen, ein „Netzwerk Chemnitz“ aufzudecken. „Das ist das Relevanteste, was es an Daten in Sachen Rechtsextremismus in Deutschland aktuell gibt“, meinte Ruch zur Nachrichtenagentur epd. „Wenn zum Beispiel der Bundesinnenminister mehr wissen will und Lust auf einen Kaffee mit uns hat, dann soll er vorbeikommen.“ Nachzulesen ist dies u. a. in der „Jungen Freiheit“ vom 6. Dezember 2018.

Staat und Linke/Linksradikale Hand in Hand im Kampf gegen Rechte/Rechtsextremismus – auf diese unheilige Allianz scheint sich die prinzipielle Ausrichtung der Bundesrepublik Deutschland der Gegenwart festgelegt zu haben. Die Frage bleibt offen, wer den Linksextremismus bekämpft. Der sei laut Ex-Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig nur ein „aufgebauschtes Problem“, zu unbedeutend, um sich damit zu befassen…

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Etwa 100 großteils vermummte Linksextreme haben gestern die Vorlesung des Historikers Lothar Höbelt an der Universität Wien blockiert, es wird auch von tätlichen Übergriffen berichtet. „Aus gegebenem Anlass richte ich einen dringenden Appell an den Wissenschaftsminister, dem Treiben linksextremer Kräfte an der Universität ein Ende zu setzen. Was darf ein linksextremer Mob denn noch alles anrichten, bevor Minister Faßmann sich bemüßigt fühlt, einzugreifen“, sagte heute FPÖ-Klubobmann NAbg. Herbert Kickl.

Bei der Hörsaalblockade der extremen Linken an der Universität Wien wurde Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) Bundesobmann Lukas Heim mit rohen Eiern beworfen, bespuckt und mit Tritten und Schlägen attackiert.

Heim wollte, wie jeden Dienstag, die Vorlesung von Prof. Lothar Höbelt zum Thema „Zweite Republik“ besuchen, um sich selbst ein Bild von der Situation zu verschaffen. Vor dem Hörsaal waren etwa 80 schwarz vermummte Extremisten, die mit Sprachchören und wüsten Beschimpfungen gegen den RFS und Heim wetterten. Kurz darauf wurden bereits erste rohe Eier nach Heim geworfen, welche einen unbeteiligten Studenten am Kopf trafen. Als Heim von einem vorbeigehenden Studenten bespuckt und in eine Diskussion verwickelt wurde, attackierten ihn etwa sieben bis acht von hinten kommende Extremisten mit Fußtritten und Schlägen gegen den Oberkörper. Nur mit großer Mühe konnte er sich gerade noch durch eine Türe in den angrenzenden Flur retten. Zum Zeitpunkt des Angriffs waren weder Polizeikräfte noch ein Sicherheitsdienst vor Ort.

Gegen die Gewalt 

„Diese unfassbaren Zustände an der Universität Wien müssen endlich beendet werden“, so der Bundesgeschäftsführer und RFS Uni Wien Obmann Matthias Kornek. „Die heutigen Angriffe auf unseren Bundesobmann sind nur die Spitze des Eisbergs. Wir erwarten uns endlich Konsequenzen von Seiten der Universität Wien und hoffen, dass die Täter ausgeforscht und zur Rechenschaft gezogen werden“ so Kornek abschließend.

Nach den gestrigen Gewaltexzessen der linksextremen Antifa bei der Vorlesung von Univ. Prof. Lothar Höbelt bringt FPÖ-Gemeinderat Udo Guggenbichler eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft Wien ein. „Es reicht. Wir haben umfangreiches Material über den Vorfall und die mutmaßlichen linken Gewalttäter gesammelt und werden die Bild- und Videoaufnahmen mittels Sachverhaltsdarstellungen an die Staatsanwaltschaft übermitteln. Weiters wird eine parlamentarische Anfrage bezüglich des Polizeieinsatzes gestellt werden. Ich gehe davon aus, dass diese Personen vor den Vorhang gezerrt werden und sich vor Gericht verantworten müssen“, sagt Guggenbichler.

Für die Freiheit der Lehre

FPÖ Klubobmann Herbert Kickl schlicht sich der Forderung an. Wer von sich behaupte, für die Meinungsfreiheit einzutreten und Hass zu bekämpfen, könne ja wohl nicht zuschauen, wenn ein Universitätsprofessor seine Vorlesung nicht ungestört abhalten könne und die Freiheit der Lehre angegriffen werde, nur weil Lothar Höbelt kein Linker sei und dies einem linksextremen Mob nicht passe. „Minister Faßmann ist gefordert, vom ersten Gang in den zweiten und dritten hochzuschalten. Es ist Zeit, hier einmal Mode zu machen“, so Kickl.

Der freiheitliche Klubobmann appellierte auch an die neue Justizministerin Zadic, eine wesentliche Lücke im Regierungsprogramm zu schließen: „Linksextremismus ist auch Extremismus, oder nicht? Das Bekenntnis zum Kampf gegen den Linksextremismus fehlt im Regierungsprogramm allerdings völlig. Wird diese Lücke nicht geschlossen, werden sich ÖVP und Grüne den Vorwurf gefallen lassen müssen, dass sie mit zweierlei Maß messen und Linksextremisten quasi ein ‚Regierungszertifikat‘ ausstellen“, so Kickl. Im Übrigen vermisst der FPÖ-Klubobmann auch eine Stellungnahme des Herrn Bundespräsidenten zu den ungeheuerlichen Vorgängen an der Uni: „Da höre ich keinen Mucks, keine öffentliche Verurteilung, auch nicht von der Justizministerin“, kritisierte Kickl.

Überfall auf Burschenschafter

Währenddessen wird von linken Extremisten weiter eskaliert: Der Bummel der Burschenschafter an der Uni Wien heute wurde ebenfalls von maskierten Gewalttätern angegriffen. Hier gab es zumindest einen Verletzen, der ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Udo Guggenbichler berichtet, dass bei dieser weiteren linken Gewaltattacke ein Student mit Fußtritten und Schlägen gegen den Kopf angegriffen wurde. Der junge Mann musste im Spital medizinisch behandelt werden. Laut unseren Informationen wurde bereits eine Person festgenommen. „Es ist schockierend mitanzusehen, dass die linke Gewalt in Wien immer weiter ausufert. Ich gehe davon aus, dass die Behörden umgehend tätig werden und die Ermittlungen aufnehmen.“

Der FPÖ-Gemeinderat sieht auch umgehenden Handlungsbedarf seitens des Rektorats wie auch der ÖH Uni Wien, des Wissenschaftsministers Faßmann und der Justizministerin Zadic. „Die Universität ist ein Ort der freien Lehre. Es ist nicht länger hinzunehmen, dass linksextreme Antifa-Chaoten die Lehrveranstaltungen eines untadeligen Universitätsprofessors blockieren, diese mit Gewalt verhindern und anderen Studenten keine Möglichkeit geben, an Vorlesungen teilzunehmen. Ich fordere eine sofortige und eindeutige offizielle Verurteilung der linken Gewalt in Wien“, so Guggenbichler.

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von: Arndt Novak

In Deutschlands Stadien üben linke Fangruppen Selbstjustiz. Fußballbund und Vereine sehen weg. Warum nehmen Antifa und Co. nun die Kurven ins Visier? Wir haben uns umgesehen.

Fußball – das ist mehr als 22 Spieler, die einem Ball hinterherlaufen. Fußball ist Leidenschaft,Aufopferung, Identität und Stolz. Für manche ist Fußball die „schönste Nebensache der Welt“, für andere ein Lebenselixier. Woche für Woche pilgern hunderttausende Sportfreunde in die Stadien der Republik, um ihren Jungs den Rücken zu stärken, sie nach vorn zu treiben und anzufeuern. Kritiker fühlen sich oft an die Brot-und- Spiele Politik Roms erinnert, doch das Phänomen Fußball lässt sich nicht auf eine reine Politshow reduzieren. Dennoch ist der europäische Fußball bedroht: Kommerzialisierung und politische Korrektheit setzen dem Sport und seinen Fans zu. Auf den Tribünen tobt ein Kampf zwischen Anhängern des alten Fußballs, Hooligans und rechtsoffenen Fangruppen auf der einen und militanten Antifaschisten, gewaltaffinen Ultras und „antirassistischen“ Aktivisten auf der anderen Seite.

Was den Fußball ausmacht

Ich gestehe: Ja, ich bin Fußballfan. Schon in jungen Jahren stellte ich fest, dass die Gesetze der Vernunft scheinbar außer Kraft gesetzt wurden, wenn das runde Leder ins Spiel kam. Egal ob jung oder alt, Bolzplatz oder Stadion: Fußball ist nicht rational, sondern emotional. Seit meiner frühen Jugend begeistere ich mich gerade für jene Vereine, die sich scheinbar hartnäckig dem Ungeist der Kommerzialisierung und Medialisierung widersetzen, Vereine, für die die Regeln des freien Marktes offenbar nicht gelten, denn trotz (häufig) andauernden

Gefeuert: Der Stürmer Daniel Frahn wurde von seinem Club entlassen, weil er mit „falschen“ Personen gesehen worden sei.

Misserfolges jubeln wöchentlich Zigtausende ihren Helden auf dem Platz zu und erfüllen die kleinen, nicht mehr ganz so glänzenden Stadien mit ihren Gesängen – ob auswärts oder heimwärts, einerlei. Es ist wohl kaum Zufall, dass die Stimmung bei Regional- und Drittligaspielen häufig besser ist als jene in Erst- und Zweitligastadien. Gerade der Osten der Republik ist übervoll mit Vereinen, deren Historie zwar vor Ruhm und Erfolg nur so strotzt, die aber – von einigen Ausnahmen abgesehen – nicht an die alten Zeiten anknüpfen können.

Seit dem Untergang der DDR und der Eingliederung ihrer Bezirke in die Bundesrepublik verläuft ein Spalt durch das Land. Ein Spalt, der sich in politischen und sozialen Realitäten eines Deutschlands des 21. Jahrhunderts widerspiegelt – und der sich auch im Fußball niederschlägt. RB Leipzig und Hertha BSC haben sich zwar ihren Platz im Olymp des deutschen Fußballs gesichert, allerdings können beide nicht als Vertreter der Ostclubs gelten. Seit der Saison 2019/20 spielt – nach dem Abstieg von Energie Cottbus im Jahr 2009 – mit Union Berlin immerhin erstmals wieder ein veritabler Traditionsverein aus dem Osten erstklassig. Deren Dichte nimmt jedoch zu, je weiter man sich auf der Ligenskala nach unten bewegt. Trotzdem: Der Fußball in Ostdeutschland ist vielleicht zweit-, dritt- oder viertklassig, aber die Fanszenen dort sind noch immer Champions League. Es ist wahrlich ein Vergnügen, mit- anzusehen, wie hier das Zusammenspiel zwischen den Spielern auf dem Platz und den Fans auf den Rängen funktioniert. Und umso erschütternder ist es für Freunde der Fußballkultur, wenn dieses Verhältnis zerrüttet ist. So wie in Chemnitz.

Immer wieder Chemnitz

Der Chemnitzer FC hat eine stolze Tradition. Aber 52 Jahre nach dem Gewinn der DDR-Meisterschaft ist an der Gellertstraße nichts mehr normal. Die Festung Fischerwiese, so wird das Stadion im Volksmund genannt, brennt, obwohl man nach einer herausragenden Saison den Aufstieg aus der Regionalliga in Liga 3 geschafft hatte und viele Zuschauer hofften, dass sich alle Verantwortlichen endlich wieder auf Fußball konzentrieren würden. Doch es kam anders. Was war passiert?

Die jüngste Geschichte des CFC in Kurzfassung: Am 26. August 2018 wurde Daniel Hillig, ein 35-jäh- riger Handwerker und Fußballfan deutsch-kubanischer Abstammung, von Alaa S. mit mehreren Messerstichen niedergestreckt und erlag anschließend seinen Verletzungen (vgl. Freilich No. 1). Innerhalb kürzester Zeit mobilisierte die Fangruppe „Kaotic Chemnitz“ einen Protest- und Trauermarsch. Chemnitz entwickelte sich so ganz schnell Zeit zum Inbegriff „Dunkeldeutschlands“, nachdem linke Journalisten mit eindeutigen Bezügen zum linksextremen Milieu von vermeintlichen „Hetzjagden“ berichteten und Mainstreammedien auf den Zug aufsprangen. Auch das Ansehen des CFC wurde in Mitleidenschaft gezogen, denn der finanziell angeschlagene Verein und seine Fans wurden pauschal als „Rechtsextremisten“ und „Nazis“ verunglimpft. Ein halbes Jahr später sollte sich herausstellen, dass die Fanszene der „Himmelblauen“ kein Kollateralschaden einer aus dem Ruder gelaufenen politischen Kampagne war, sondern gezielt attackiert wurde: Als sich am 9. März 2019 vor dem Spiel gegen die VSG Altglienicke tausende Fans unter einem Banner mit der Aufschrift „Ruhe in Frieden, Tommy“ versammelten, wollten sie ihrem alten Weggefährten, der Fanlegende Thomas Haller, Lebewohl sagen. Die Trauer um Hallers Tod verlief quer durch (fast) alle politischen Lager. Der Respekt für seine Verdienste um Verein und Heimatstadt war groß. Doch es gab ein Problem: Haller hatte sich auch als Gründer der vom Verfassungsschutz beobachteten Gruppe „HooNaRa“ („Hooligans, Nazis, Rassisten“) einen Namen gemacht. Die Gruppe gilt seit 2007 als aufgelöst.

Jahrelang war Haller außerdem mit seinem Ordnerdienst für die Sicherheit im Stadion zuständig ge- wesen. In dieser Zeit, aber auch danach, war er eine feste Größe in der Chemnitzer Fußballszene. Als er an Krebs erkrankte, sammelten seine Kameraden Spenden durch den Verkauf von T-Shirts, auf denen der Spruch „Support your local Hools“ zu lesen war. Ja, Haller war ein Relikt jener alten Hooliganszene mit Verstrickungen in die rechtsextreme Szene, die in den 1980er- und 1990er-Jahren europaweit das Geschehen auf den Rängen bestimmte. Doch der CFC stand immer an erster Stelle. Dazu passt, dass auch die lokale SPD-Stadträtin und Fanbeauftragte Peggy Schellenberger in einem Facebook-Beitrag Trauer und Mitgefühl für die Familie Hallers zum Ausdruck brachte – was nach einer skan- dalträchtigen Verzerrung der Tatsachen durch einschlägige Journalisten zu ihrer Entlassung als Fanbeauftragte führte.

In einer Stellungnahme erklärte die Sozialdemokratin, sie habe erfahren müssen, dass ein „menschlich gemeinter Facebookpost“ niemals unpolitisch gewertet werde. Es habe auch Reaktionen gegeben, die den „Rahmen sachlicher Kritik“ gesprengt hätten. Ihr dränge sich die Frage auf, „was uns denn dann noch zu besseren Menschen macht, wenn wir die Menschenwürde politisch Andersdenkenden absprechen; ganz unabhängig davon, wie diese selbst zur Menschenwürde stehen“. Helfen sollten ihr diese Zeilen nicht, denn der „Skandal“ war längst im medialen Mainstream angekommen. Es mussten Köpfe rollen – und sie rollten. Thomas Uhlig, CFC-Geschäftsführer, erklärte am 10. März seinen Rücktritt.

Einen Tag später musste Olaf Kadner, jahrelang die Stimme der „Himmelblauen“, seinen Hut nehmen. Maximilian Glös, Kommunikationsmitarbeiter des Vereins, wurde ebenfalls freigestellt. Tags darauf erklärte auch Kadners Stadionsprecherkollege Karsten Kolliski seinen Rücktritt: „CFC-Stadionsprecher Kollege Olaf und mich gab es seit fast 20 Jahren immer als Team. Dieses Team besteht seit seinem Rauswurf leider nicht mehr“, schrieb er auf Facebook. Er sei nicht mehr bereit, den „aktuell beim Verein bzw. bei der GmbH handelnden Personen“ seine Stimme zur Verfügung zu stellen. Doch damit nicht genug der Absurdität: Weil Daniel Frahn, Top-Stürmer und später Torschützenkönig der Regionalligasaison 2018/19, nach seinem Tor an jenem verhängnisvollen Tag eines der besagten T-Shirts in die Höhe hielt, wurde er mit einer Geldstrafe belegt. Frahn, der immer die Nähe zu den Fans suchte und deshalb auch zu Beginn dieser Saison zum Mannschaftskapitän ernannt wurde, wurde von Medien und GmbH-Verantwortlichen zum Buhmann erklärt. Als er am 3. August 2019

beim Auswärtsspiel verletzungsbedingt auf der Tribüne Platz nahm, war ihm wohl noch nicht bewusst, dass dies sein letzter Auftritt für die „Himmelblauen“ sein sollte – denn zwei Tage später folgte die fristlose Entlassung aufgrund einer „offenkundig zur Schau gestellten Sympathie zu führenden Köpfen der rechts gesinnten Gruppierung‚ Kaotic Chemnitz‘ und der aufgelösten Gruppe ‚NS-Boys‘“, wodurch er sich „massiv vereinsschädigend“ verhalten habe, so die Begründung des Vereins. „Daniel Frahn, für Sie ist beim Chemnitzer FC kein Platz mehr“, machte Romy Polster, zu dem Zeitpunkt stellvertretende Vorsitzende der Gesellschafterversammlung, deutlich. Doch hatte sich Frahn öffentlich zu „rechtem“ Gedankengut bekannt? Nein, er soll sich in Gesellschaft von Chris J. befunden haben, einem „engagierten Ex-Mitglied“ der rechtsgerichteten „New Society Boys“ und „Kaotic Chemnitz“. Nach dreieinhalb Jahren im Chemnitzer Trikot, 115 Pflichtspielen und 54 Toren wurde Daniel Frahn aufgrund eines Verdachtes mit Schimpf und Schande davongejagt. Der Sportler, der nicht nur für den wegen seiner linksradikalen Fanszene bekannten SV Babelsberg 03 spielte, sondern auch für RB Leipzig auf dem Platz stand, wo er sogar Rekordtorschütze ist, wehrt sich derzeit gegen die Kündigung und verurteilte in einer Stellungnahme „Rassismus, Antisemitismus und jede andere Form von Ausgrenzung“. Doch seine Reputation als Sportler hat irreparablen Schaden genommen.

Als Sportfreund und Fußballfan drängt sich einem förmlich die Frage auf, warum politische Verdächtigungen ausreichen, um einen ganzen Verein zu spalten und die Karriere eines erfolgreichen Sportlers zu beschädigen, wenn nicht gar zu beenden.

Ein ungleicher Kampf

Der Fall Chemnitz ist ein spannendes Beispiel für die Politisierung des Fußballs durch die linke „Zivilge- sellschaft“. Denn Chemnitz wurde nicht grundlos zum Ziel dieser Schmutzkampagne: Wie im Rest Sachsens verfügt die AfD über großen Rückhalt in der Stadtbevölkerung. Die Partei erhielt 2019 bei den Kommunalwahlen 17,9 Prozent, bei den Landtagswahlen gar 25 Prozent, und landete jeweils knapp hinter der CDU auf Platz zwei. Und die Fanszene erfüllt hierbei eine Doppelfunktion: Sie bietet gerade Jugendlichen aus der Region die Identifikation mit ihrer Heimat und konserviert – mit den Worten des linken „Fanforschers“ Robert Claus – Ideale von „alten Werten, hegemonialer Männlichkeit und der Propagierung des Rechtes des Stärkeren“ – vor allem Werte wie Heimatverbundenheit, Kameradschaft, Treue und Tradition. Allesamt sind sie der Linken ein Dorn im Auge. Immerhin wählten in Sachsen entgegen dem bundesweiten Trend 22 Prozent der Jungwähler AfD. Das Problem der „antirassistischen“ Linken inner- und außerhalb der Stadien sind also nicht etwaige Verstrickungen rechter Fans in die extremistische Szene, sondern traditionelle Fangruppen als Wählerreservoir für rechte Parteien, vor allem für die AfD. Der Kampf um die Kurven ist nicht zuletzt auch ein Kampf um die politische Hegemonie. Ein Kampf mit ungleichen Mitteln, denn mittlerweile gibt es kaum einen Verband, eine Organisation oder einen Verein, der nicht den ominösen „Kampf gegen rechts“ führt und schweres Geschütz auffährt, wenn es darum geht, die eigenen Fans politisch zu bevormunden. Laut Finanzbericht 2018 sollen die Zuwendungen an die Landesverbände des Deutschen Fußballbundes zur „Umsetzung der zahlreichen gemeinnützigen Verbandstätigkeiten an der Basis“ im Jahr 2019 auf zwölf Millionen Euro ansteigen. Auch das Thema Vielfalt soll verstärkt in den Mittelpunkt gerückt werden. Dabei sind es gerade solche Projekte, die den Fußball politisieren und die Fans polarisieren. Ein Blick auf die Tribünen jener Vereine, die sich besonders stark mit „Antirassismus“ und „Antifaschismus“ identifizieren, zeigt, dass der Sport längst hinter der Vermittlung politischer Botschaften zurückstehen muss. Linksextrem liegt im Trend – vor allem im Fußball.

Während eine Choreografie der Rostocker Ultragruppe „Wolgastä“ beim DFB-Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart für Aufregung sorgte, weil die Fans ein Banner mit der Aufschrift „Außer Rand und Band für Verein und Vaterland“ und dem Wappen der Bundesrepublik Deutschland zeigten, störte sich niemand an Auftritt und Gesang der „Ultrà St. Pauli“ (USP) während des Auswärtsspieles in Dresden am 3. Mai 2019. Die Hamburger tauchten den Gästeblock in sowjetisches Rot und skandierten: „Nie, nie, nie wie- der Deutschland!“ Meine Anfrage bezüglich möglicher Konsequenzen dieses offen zur Schau gestellten Linksextremismus blieb vom DFB unbeantwortet. Stattdessen verweist der Verband auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP- Bundestagsfraktion aus dem April 2019 zum „politischmotivierten Extremismus im Fußball“. Darin heißt es: „Sport und gerade auch der Fußball als beliebteste Sportart in Deutschland eignen sich besonders gut, um Themen wie Extremismus, Rassismus, Antisemitismus und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit kritisch und multiperspektivisch zu thematisieren. Fußball kann und soll als Bindeglied dienen und Werte wie Teamgeist, Respekt und Fair Play vermitteln.“ Die Anfrage zeigt jedoch auch, wie einseitig das politische Establishment mit politisch motivierter Gewalt im Sport umgeht. Von 9755 Einträgen in der Datei „Gewalttäter Sport“ (GEWA Sport) konnten 13 dem rechten und 17 dem linken Spektrum zugeordnet werden. Außerdem werden 231 Fälle mit „ermittlungsbezogenen Hinweisen“ als „rechtsmotiviert“ ausgewiesen, darunter auch „Propagandadelikte“; hinzu kommen weitere 105 Fälle, die als „linksmotiviert“ registriert wurden. Eine genaue Erfassung der Schnittmenge von Linksextremisten und Ultragruppierungen erfolge nicht, da es sich lediglich um „punktuelle personelle Überschneidungen“ handele, so die Bundesregierung.

Kontakte in Antifa-Szene

Weiterhin verweist die Regierung auf die Hanno- veraner „Kompetenzgruppe Fankulturen und Sport bezogene Soziale Arbeit“ (KOFAS), die im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert wird. Wer zum Thema Extremismus im Fußball recherchiert, kommt an der KOFAS nicht vorbei. Insgesamt zählt die gemeinnützige GmbH sechs Mitarbeiter, darunter der Sportsoziologe Gunter A. Pilz, der immer wieder in TV- und Printmedien als „Experte“ zu Wort kommt und der KOFAS als „fachlicher Berater“ zur Seite steht. Besonders umtriebig sind jedoch zwei seiner Kollegen: Jonas Gabler und Robert Claus. Beide studierten in Berlin; KOFAS-Geschäftsführer Gabler ist Diplom-Politologe, Claus studierte Europäische Ethnologie und „Gender Studies“. Beide treten zudem medial immer wieder als „Experten“ in Erscheinung, und beide pflegten bzw. pflegen Kontakt zu einschlägigen linken Kreisen. So sollte in Freiburg am 30. Juli 2015 eine Veranstaltung mit Jonas Gabler im Linken Zentrum stattfinden – im Rahmen der vierten Ausgabe der vom „Offenen Antifatreffen Freiburg & Region“ organisierten Reihe „Kicken gegen Rassismus“. Bereits zwei Jahre zuvor trat der „renommierte Fanforscher“ Gabler bei einer Diskussionsrunde im berüchtigten Münchener „Kafe Marat“ auf, das laut bayerischem Verfassungsschutz Linksextremisten als „Treffpunkt, logistisches Zentrum und Informationsbörse“ dient.

Etwas subtiler tritt sein Kollege Robert Claus auf. 2017 veröffentlichte er das Buch „Hooligans. Eine Welt zwischen Fußball, Gewalt und Politik“. Seitdem wird er im medialen Mainstream wahlweise als „Fanforscher“, „Hooligan-Experte“ oder „Rechtsextremismusexperte“ herumgereicht. Nebenbei äußert er sich auch auf dem Portal „Belltower.News“ (ehemals „Netz gegen Nazis“) der Amadeu-Antonio-Stiftung. In seinem Buch widmet Claus ein ganzes Kapitel dem „Kampf um die Kurven“. Doch entgegen den Zahlen der Bundesregierung würdigt er die Gewalt, die von „antirassistischen“ Antifa- Ultras ausgeht – etwa die Ausschreitungen im Stadion des SV Babelsberg 03 am 21. Mai 2018 anlässlich des brandenburgischen Landespokalfinales, das Babelsberg mit 0:1 gegen Energie Cottbus verlor –, keines Wortes.

Laut Claus habe der „Kampf um die Meinungshoheit“ in vielen Stadien dieses Landes keinen Endpunkt, sondern werde fortwährend geführt. Im Falle des CFC bemängelte er in einem Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ vor allem das Fehlen linker Ultragruppen als Gegengewicht zu rechten Hooligangruppierungen.

Gewalt und Selbstjustiz

Wie linke „Basisarbeit“ aussieht, musste im vergangenen Jahr ein junger Anhänger des Bundesligisten FC Augsburg (FCA) am eigenen Leib erfahren. Thomas T. [Name von der Redaktion geändert] ist seit mehr als 15 Jahren Fan des FCA – damals fristete der Verein noch ein Schattendasein in der Regionalliga. Seit der Saison 2006/07, als der Aufstieg in Liga 2 perfekt war, ist er stolzer Dauerkartenbesitzer und geht seither mit dem Verein durch dick und dünn. Doch damit nicht ge- nug: Er gründete sogar einen eigenen Fanclub. Den Namen des Clubs möchte er nicht angeben. Er fürchtet Repressionen. Seine Geschichte ist erschütternd und sie zeigt, wohin die Reise geht, wenn Linksextremisten an Einfluss gewinnen. Denn das, was unter dem Deckmantel von „Vielfalt“ und „Antirassismus“ daherkommt, ist ein antifaschistisches Netzwerk, das auch vor Gewaltanwendung gegenüber Andersdenkenden nicht zurückschreckt.

Thomas berichtet, dass er vor dem Aufstieg der Augsburger im Stadion weder „mit Politik konfron- tiert“ worden sei, noch es Probleme mit politischem Extremismus „jeglicher Art“ gegeben habe. Doch seit dem Umzug des FCA in die 2009 fertiggestellte WWK-Arena, in Fankreisen Schwabenstadion genannt, habe sich das geändert. Thomas berichtet von „politischen Plaka- ten im und vor dem Stadion“. Vor dem Eingang „seines Blocks“ habe jemand ein Plakat mit dem Foto von Markus Bayerbach, Augsburger AfD-Stadtrat, bayerischer Landtagsabgeordneter und Mitglied des FCA, und der Überschrift „Unerwünscht“ angebracht. Er selbst, sagt Thomas, sei der Meinung, „dass Politik nichts im Fußball und auch nichts in Stadien zu suchen“ habe. Doch nachdem AfD-Politiker Bayerbach auf der Jahreshauptversammlung des FCA im letzten Jahr von einem Angehörigen der Augsburger Ultras schwer beschimpft worden sei, habe der Verein nicht die Beleidigung angezeigt, sondern prüfen lassen, „ob es möglich ist, Mitglieder der AfD aus dem Verein auszuschließen“. „Das zeigt meiner Meinung nach mehr als deutlich, dass die Ultras im Vorstand und Verein Rückendeckung und Unterstützung in ihrer politischen Meinung haben“, so T.

Was Thomas dann zu Protokoll gibt, sollte jedem Fußballfan zur Mahnung gereichen, linken Gruppen nicht die Hegemonie auf den Tribünen zu überlassen. Er berichtet, wie er im Juni 2018 mit ein paar Freunden in der Stadt essen gehen wollte. Zeitgleich fand auf dem Augsburger Rathausplatz eine Demonstration anlässlich des AfD-Parteitages statt. Aus Neugier verfolgten sie das Geschehen und hörten sich einige Reden an, als ein Freund von T. aus dem Publikum heraus als „Nazi“ beschimpft worden sei, weil er sich mit einem Passanten unterhalten haben soll, der Klamotten des rechten Modelabels „Thor Steinar“ getragen habe. Schnell wuchs die Gruppe der augenscheinlichen Linksextremisten auf 20 Personen an. T. und seine Freunde wurden umzingelt, und „es blieb nicht nur bei verbalen Attacken“. T. erzählt: „Ein Freund von mir bekam einen Faustschlag in den Magen, andere wurden angespuckt und auf uns wurden Zigarettenstummel und Flaschen geworfen. Selbst auf meine Freundin haben die Linksextremen keine Rücksicht genommen und sie angespuckt und Getränke ins Gesicht geschüttet.“ Offenbar haben auch einige Antifaschisten Fotos gemacht – Bilder, die Thomas wenig später zum Verhängnis werden sollten.

Es geschah auf einem Auswärtsspiel: Augsburg musste in Hoffenheim ran. Thomas und seine Familie waren – natürlich – vor Ort, um ihrem Verein beizustehen. Doch er sollte keine Minute des Spiels mitverfolgen können. Denn bereits vor dem Anpfiff wurde er von einer etwa zehnköpfigen Gruppe mit „Schubsereien und Beleidigungen“ gezwungen, den Gästeblock und das Stadion zu verlassen. Er habe einige Angehörige der „Legio Augusta“, einer besonders aktiven Augsburger Ultragruppe, sowie „ein paar Leute aus der mit der Ultraszene befreundeten Gruppe aus Würzburg“ identifizieren können. Sie unterstellten ihm, Aktivist der „Identitären Bewegung“ zu sein, was T. jedoch wahrheitsgemäß verneinte. Geholfen hat es nicht. T. seufzt: „Entschuldige, aber das war wirklich beschissen.“

Ich frage Thomas, welche Folgen dieser „Stadionverweis“ für ihn hatte. Er antwortet sichtlich resigniert: „Seit dem besagten Vorfall war ich auf keinem Spiel des FC Augsburg mehr und habe dementsprechend meine Dauerkarte für die nächste Saison [2019/20; d. Red.] gekündigt. Bei meiner ganzen Liebe für Fußball, mir wurde Gewalt angedroht, sollte ich Augsburg oder das Stadion je wieder betreten. Ich hätte nie gedacht, dass mir, nur weil ich zur falschen Zeit am falschen Ort war, derartige Repressionen angedroht werden. Mir geht es einfach um Fußball.“ An den Verein habe er sich nicht gewandt, darin sehe er keinen Sinn. In der Vergangenheit habe sich schon des Öfteren gezeigt, wer die „Machthoheit“ in der Fanszene und welche Einstellung der Verein bezüglich „Andersdenkender“ habe. Erwartungsgemäß äußerten sich die Augsburger auf meine Nachfrage nicht zu den Vorfällen.

Die Politik zerstört den Sport

Die Dunkelziffer derartiger Vorfälle dürfte überall dort recht hoch sein, wo linke Gruppen ihre politische Tätigkeit frei entfalten können. Dass dabei politisch völlig unbedarfte Fußballfans quasi im Vorbeigehen in antifaschistischer Selbstjustiz unter Gewaltandrohung der Stadien verwiesen werden, ist ein unsägliches Armutszeugnis für die betroffenen Vereine und den deutschen Fußball im Allgemeinen. Gleichzeitig straft es all die Beteuerungen von „Vielfalt“ und „Toleranz“ Lügen, mit denen linke Gruppen und selbsternannte „Fanforscher“ oder „Rechtsextremismusexperten“ andauernd um sich werfen. Wer im Verdacht steht, eine „falsche“ Gesinnung zu haben, hat in deutschen Fußballstadien nichts verloren – das ist zumindest die Botschaft der Antifaschisten und ihr Versprechen. Erst wenn die Kurven von Andersdenkenden gesäubert sind, werden die Linken und ihre Wortführer in Politik und Medien Frieden geben. Dass man sich in diesem „Kampf gegen rechts“ ausgerechnet mit jenen Kräften verbündet, die die Kommerzialisierung des Fußballs weiter vorantreiben, ist nur eine weitere klägliche Facette der politischen Inkonsequenz des militanten Antifaschismus – inner- und außerhalb der Stadien.

„Fußball bleibt Fußball, Politik bleibt Politik“, heißt es noch in einem viel zitierten Lied der bekannten Hooliganband „Kategorie C“, der Verbindungen in die rechtsextreme Szene nachgesagt werden. Der neue linke Aktionismus, der zunehmend um sich greift, bricht jedoch mit dieser bislang gültigen Trennung. Es ist den Verantwortlichen nicht um die Ächtung von Rassismus oder Extremismus zu tun, sondern allein um die Bekämpfung missliebiger politischer Meinungen und die Zerstörung all dessen, was nicht in das Weltbild des progressiven Antifaschismus passt. Egal, ob Chemnitz, Rostock oder Augsburg, egal, ob tot oder lebendig, rechter Hooligan oder unpolitischer Fußballfan – jeder kann in die Mühlen der linken Netzwerke geraten. Auf der Strecke bleiben dabei der Sport, der Zusammenhalt und das Miteinander der Fans eines Vereins, kurzum alles, das den Fußball seit jeher so besonders machte. Eine Trendwende zeichnet sich vorerst nicht ab. Aber noch lebt der Sport.

Dieser Artikel ist im FREILICH Magazin NO6 erschienen.

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Immer wieder werden Studentenverbindungen Ziel linksextremer Übergriffe. Ihre Häuser werden mit Farbbeuteln und Steinen beworfen oder angezündet, ihre Mitglieder werden überfallen, geoutet oder beleidigt. In einer Kleinen Anfrage hat sich jetzt die AfD-Fraktion im Hessischen Landtag des Problems angenommen.

Kaum Verurteilungen, geringe Strafen

In der Pressemitteilung der Partei heißt es: „Von 2010 bis 2018 wurden 133 Straftaten gegen Studentenverbindungen in Hessen erfasst – die meisten davon Sachbeschädigung. 18 der 133 Straftaten waren Gewaltstraftaten. Von diesen 18 wurden 17 als politisch links motiviert eingestuft. […] Von den 18 Gewaltstraftaten ereigneten sich 14 in Marburg. 15 von 18 Strafverfahren wurden eingestellt, in zwölf Fällen war der Täter unbekannt. In nur zwei Fällen wurde ein Urteil gesprochen. Ein Gewaltdelikt gegen die Marburger Burschenschaft Germania wurde mit einem Strafbefehl von 50 Tagessätzen zu 15 Euro geahndet. Die zweite Gewaltstraftat ereignete sich beim Marktfrühschoppen in Marburg. Dort verurteilte das Landgericht Marburg den Täter zu 100 Tagessätzen zu je 14 Euro.“

Dr. Frank Grobe, Mitglied der Aachener Burschenschaft Teutonia, ehemaliger Stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung und derzeit Parlamentarischer Geschäftsführer der hessischen AfD-Fraktion, kritisiert die geringe Zahl an Verurteilungen und die niedrigen Strafen, die „alles andere als abschreckend“ seien. Linksextreme Gewalt werde in Deutschland „häufig bagatellisiert oder sogar als legitim angesehen“, so Grobe. 

Er führt aus: „Die Mitglieder von Studentenverbindungen stritten für Demokratie und riskierten Leib und Leben u. a. für Versammlungsfreiheit, Rechtstaatlichkeit und gegen Zensur. Die erste deutsche Nationalversammlung 1848 in der Paulskirche wurde nicht umsonst ‚Burschenschafterparlament‘ genannt. Studentenverbindungen wurden mehrmals von Monarchen verboten, zuletzt von den Nationalsozialisten. Die Farben Schwarz-Rot-Gold gehen auf die Burschenschaft zurück, ebenso wie viele Freiheitsrechte, die heute im Grundgesetz verankert sind. Und heute lassen wir es zu, dass Gewalt gegen Vertreter dieser deutschen Traditionsvereine und ihre Häuser schulterzuckend hingenommen wird.“

Zahlreiche Überfälle in jüngster Zeit

In seiner Antwort behauptet Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU), aufgrund der Heterogenität der Burschenschaften bestehe die Möglichkeit, dass es zu „rechtsextremistischen Einflussnahmen auf Burschenschaften“ komme oder sich „rechtextremistische Bestrebungen innerhalb von Burschenschaften“ herausbilden würden. Im Rechtsextremismus sei eine Gewaltorientierung „weit verbreitet“, so Beuth weiter. Die Gewalt von links könne mit dem „selbst definierten Feindbild“ erklärt werden. 

Überfälle auf Häuser und Angehörige von Studentenverbindungen gab es kürzlich in MünchenHalle (Saale) (erneut), PassauWürzburg und Jena. Erst Ende Oktober verübten Linksextremisten einen schweren Anschlag auf das Burschenschaftsdenkmal in Eisenach

Alice Schwarzer ist eine der prominentesten Vertreterinnen des deutschen Feminismus. Gestern war die Journalistin und Verlegerin zu Gast an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Ihr Auftritt stieß bei Vertretern der radikalen Linken auf Protest.

Islamkritik als „Rassismus“

In einem Flugblatt der Hochschüler_innenschaft Universität für angewandte Kunst (Hufak) wird argumentiert Schwarzer rede unter dem Deckmantel des Feminismus einem „anti-muslimischen Rassismus“ das Wort. Zudem sei ihr Verständnis von Feminismus „aus der Zeit gefallen“ und „inakzeptabel“.

Dabei sind es vor allem Schwarzers kritische Äußerungen zum politischen Islam, die den Unmut der ÖH erregen. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk nannte die bekannte Publizistin den Islam eine „politische Gefahr im Weltmaßstab“ und erklärte das Kopftuch „sei ein politisches Signal“. Ihre Positionen trugen ihr unter anderem den Ruf ein, eine „Rechtsfeministin“ zu sein.

Ferguson: „Verarmung des intellektuellen Diskurses“

Kritik am Verhalten der ÖH übte auch der Falter-Chefredakteur Florian Klenk. Auf Twitter schrieb er: „Und ich dachte, Universitäten sind Orte der Debatte, des Streits und der intellektuellen Auseinandersetzung.“

Damit erweitert sich der Kreis derjenigen, die vonseiten der Studentenschaft mit „Redeverbot“ belegt werden sollen. Zuvor waren innerhalb weniger Wochen Vorlesungen und Auftritte von AfD-Gründer und Ökonom Bernd Lucke, des liberalen FDP-Politikers Christian Lindner und des Historikers Lothar Höbelt von linksextremen Studenten gestürmt worden. Teilweise wurden die Referenten physisch attackiert. 

Der britische Historiker Niall Ferguson – er lehrt in Harvard – spricht im Gespräch mit der Neuen Zürcher Zeitung von der „Sich-Verschließen“ und der „Verarmung des intellektuellen Diskurses“ im Namen einer „neuen Diversität“, die „das Gegenteil von echter Vielfalt“ sei, weil sie all jene diskriminiere, „die nicht der gewünschten Weltanschauung widersprechen“. 

In der Nacht vom 20. auf 21. November griffen mutmaßliche Linksextremisten das Auto des patriotischen Journalisten Simon Kaupert an und zerstörten die Windschutzscheibe sowie alle Reifen. Der Schaden beläuft sich auf mehrere Tausend Euro.

Anschlag nach Film-Dokumentation

Kaupert ist zweifacher Familienvater und arbeitet u.a. für das Bürgernetzwerk Ein Prozent. Dort ist er für die Medienarbeit und Recherche zuständig. Erst gestern wurde sein jüngstes Projekt, eine Video-Dokumentation über den linken Miteinander e.V. veröffentlicht.

Der Miteinander e.V. wurde 1999 in Sachsen-Anhalt gegründet. Seitdem werden hier staatliche Fördergelder im Rahmen der „Demokratieförderung“ umverteilt. Außerdem sammelt der Verein Informationen und Daten von „Rechten“. Dabei scheut der Verein auch nicht vor Kooperationen mit Linksextremisten wie der Antifa Burg, die auch vom Verfassungsschutz beobachtet wird, zurück.

Mehrere Tausend Euro Schaden

Nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung knallte es, wie Ein Prozent berichtet. Gegen Mitternacht machen sich zwei vermummte Gestalten am Auto der Familie Kaupert zuschaffen. Der Angegriffene bemerkte zwar, was vor sich ging und alarmierte die Polizei. Anschließend eilte er durch das Treppenhaus nach draußen, allerdings entkamen die Täter auf Fahrrädern. Jetzt liegt der Ball bei den Sicherheitsbehörden.

Dieser Angriff zeigt einmal mehr, wie hoch das demokratiegefährdende Potenzial der Antifaschisten ist. Hier soll der Vertreter eines politsich unbequemen Mediums mittels Gewalt eingeschüchtert werden. Das linke Establishment schweigt erwartungsgemäß.

Doppeltes Maß des linken Establishments

Die Pressefreiheit ist ein Grundrecht. Wenn jedoch Antifa-Aktivisten und Journalisten gemeinsame Sache machen, um Andersdenkende einzuschüchtern oder mit Konsequenzen drohen, wenn Patrioten kritisch berichten, dann ist die Pressefreiheit und damit ein Grundpfeiler der Demokratie gefährdet.

Der Journalist Simon Kaupert bei der Arbeit.

Besorgniserregend ist die Selbstverständlichkeit, mit der in Fällen wie diesen zweierlei Maß angelegt wird. Genügt es in der Bundesrepublik bereits, als AfD-Politiker ein Verhör-ähnliches Interview mit einem Vertreter des linksdominierten Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks abzubrechen, um Entrüstungsgebrüll der Etablierten hervorzurufen, schweigen sich dieselben Medien bei Angriffen auf rechte Journalisten aus.

Datenschutzrechtlich fragwürdig

Erst kürzlich sah sich Heiko Maas, Außenminister der Bundesrepublik veranlasst, seine Solidarität mit dem einschlägigen Antifa-Journalisten André Aden (Recherche Nord) zum Ausdruck zu bringen, weil die NPD am 23. November in Hannover gegen „steuerfinanzierte Hetze“ demonstrieren will.

Es sind jedoch gerade die privat finanzierten und staatlich geförderten Vereine wie der Miteinander e.V., aber auch die Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München (a.i.d.a.), Recherche NordAntifa Recherche Wien oder die Antifaschistische Recherche Graz die Daten sammeln, aufbereiten, sie dem Zugriff ihrer Opfer entziehen, aber nichts damit zu tun haben wollen, wenn diese Daten plötzlich im Netz veröffentlicht werden und anschließend von ihren gewaltaffinen Genossen genutzt werden, um Anschläge auf Leben oder Eigentum Andersdenkender zu verüben. 

Sicher ist: Private Informationen über Rechte wachsen nicht auf Bäumen. Ob die Speicherung personenbezogener Daten von Privatpersonen bei linken Vereinen tatsächlich datenschutzkonform ist, ist zumindest fragwürdig. Wir berichteten übrigens schon an anderer Stelle über diese Netzwerke der „üblichen Verdächtigen“.

Sind Rechte Freiwild?

Es wirkt als habe die Linke derzeit Oberwasser. Ungestraft können sie Vorlesungen an Universitäten sprengen (etwa in Hamburg und Wien), Denkmäler schänden, Eigentum zerstören oder Frauen überfallen wie in Leipzig. Den halbherzige Versuch der sächsischen Landesregierung, dem Linksextremismus mit einer SoKo LinX Herr zu werden, hat der Politikwissenschaftler Benedikt Kaiser auf sezession.de bereits analysiert.

All das erweckt den Eindruck, als geschähe es mit stiller Zustimmung der politischen und medialen Klasse. Eine aus demokratischer Perspektive besonders besorgniserregende Entwicklung. Denn wenn Rechte allein deswegen zu Freiwild erklärt werden, weil sie eine andere Meinung vertreten, steht es schlecht um unser Land.

Linke Studenten dringen in die Vorlesung des Historikers Lothar Höbelt an der Universität Wien ein. Am 19. November 2019 wird dessen Vorlesung gestört. Der ÖH Wien missfällt, dass Höbelt bei einer Tagung des  Freiheitlicher Akademikerverband (FAV) Steiermark und des Institut für Staatspolitik (IfS) im November in der Steiermark spricht. 

Rund 40 linke Studenten stürmten die Vorlesung und versuchten diese zu stören. Da sich die Zuhörer mit den Störern keineswegs solidarisierten, zogen diese nach wenigen Minuten wieder ab.

In einer kurzen holprigen Rede spricht ein Vertreter der Studenten davon, Prof. Höbelt weiter zu beobachten, seine Vorlesungen zu dokumentieren und ihm kein ruhiges Leben an der Universität zu ermöglichen. 

„Diese Forderung erklärt in wenigen Worten die Grundeinstellung der linken Zivilgesellschaft. Unliebsame nicht-linke Protagonisten müssen durch ein Spitzelwesen, das an Metternich und die Stasi erinnert, beobachtet und ihr Wirken verunmöglicht werden. Diesen totalitären Zügen ist Einhalt zu gebieten.“ meint der Vorsitzende des FAV DI Heinrich Sickl.

Der FAV Steiermark hat auf die Forderung der Linksextremisten, Prof. Höbelt zu entlassen am 30. Oktober 2019 schon entsprechend reagiert. Dieser forderte den Rücktritt des Vorsitzteams, denn gegen Linksextremismus sei klare Kante zu zeigen.  

Link:https://freilich-magazin.at/der-fav-steiermark-fordert-klare-kante-gegen-linksextreme-ideologien-an-der-universitaet/