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Wolfgang Wippermann ist Historiker und Corpsstudent. Es ist also naheliegend, dass der Professor für Neuere Geschichte sich auch mit der Geschichte der Corps und Burschenschaften beschäftigt.

Bei der vorliegenden Arbeit handle es sich „weder um eine Anklage- noch um eine Verteidigungsschrift“, betont der Autor in seinem Vorwort. Ein löblicher Vorsatz, den Wippermann allerdings nur dort einhält, wo er unpolitisch bleibt. Die verbindungsstudentische Frühgeschichte, das Mensur- und Duellwesen sowie die studentische Kultur (von Liedgut bis Kleidung) werden über weite Strecken lesenswert und kenntnisreich geschildert.

Doch speziell, wenn es um die politische Ausrichtung der Burschenschaften geht, lässt der Historiker oftmals Differenzierungen vermissen. Die Geschichte der Korporationen ist natürlich ambivalent und nicht in ein einfaches Schwarz-Weiß zu fassen. Aber Wippermann stört sich bereits am volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriff. Das Festhalten der Burschenschaften an diesem Standpunkt sieht er als Beleg für eine angebliche „Radikalisierung“. 

Besonders die österreichischen Bünde nimmt der Autor ins Visier und klingt dabei phasenweise wie die bekannten „Experten“ aus dem Antifa-Milieu. Es geht dabei natürlich um die sogenannte „Liederbuch-Affäre“, den Südtirol-Aktivismus und die FPÖ. Ein Schmankerl dazu: Als schrecklich empfindet der Historiker etwa die „Gesamt-Tiroler Freiheitskommerse“ im Zeichen der „Dornenkrone“, die an das Leid der Südtiroler erinnert. „Das geht nun wirklich nicht“, das habe mit burschenschaftlicher Tradition „nicht das Geringste gemein“, behauptet Wippermann. Außerdem unterlaufen dem Autor mehrere Recherchefehler, was auch die handwerkliche Qualität der Arbeit mindert. 

Eines vereint Konservative wie Otto von Bismarck und Sozialisten wie Karl Marx, Ferdinand Lassalle und Wilhelm Liebknecht, Nationalsozialisten wie Ernst Kaltenbrunner
und Widerstandskämpfer wie Rudolf Breitscheid und Fritz-Dietlof Graf von der Schulenburg: Sie alle gehörten Corps und Burschenschaften an.

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Rechtzeitig zu Weihnachten ist ein besonderes FREILICH Magazin bei den Lesern. Unser Sonderheft über und mit der Deutschen Burschenschaft stellt das Leben, Denken und Streben in traditionalistischen Studentenverbindungen vor.

INTERVIEW: „Burschenschaften sind stets unangepasst“ – Drei Männer, drei Generationen Burschenschaft. Im FREILICH Gespräch über ihre Welt, ihre Erfahrungen, unsere Gesellschaft.

INFOGRAFIK
Geschichte bewegt
– Daten und Fakten zur Deutschen Burschenschaft

REPORTAGE: Das Männerhaus – Der Alltag von Burschenschaftern spielt sich häufig auf den Buden ab. FREILICH gibt Einblick in das Leben der Aktiven.

REPORT: Alte Herren – Die Zeiten, in denen Burschenschafter das gesellschaftliche Leben maßgeblich prägten, sind seit den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts vorbei. Doch bis heute wirken Burschenschafter für und in der Gesellschaft.

DOKUMENTIERT: Linke Gewalt gegen Studenten – Längst sind Angriffe auf Korporationen alltäglich. Die Straftaten reichen von Schmierereien über Brandstiftungen bis zu körperlichen Angriffen.

UTENSILIEN: Dinge tun – Ganz besondere Gegenstände spielen jeweils lebenswichtige Rollen im burschenschaftlichen Alltag. FREILICH präsentiert eine kleine Auswahl.

REPORTAGE: Bei den Pennälern – Burschenschaften gibt es nicht nur an den Universitäten, sondern auch an den Mittelschulen. Für manche Lehrer sind sie ein Ärgernis, für viele Jugendliche hingegen ein spannendes Abenteuer und eine prägende Charakterschule.

EINBLICKE: „Auf Mensur“ – Zwei Männer stehen einander gegenüber. Der Comment bestimmt, in welchem Abstand. Diese Abmessung (lat. „mensura“) ist namensgebend für den studentischen Brauch der Mensur.

ESSAY: Der Weg in den Männerbund – Toxisch soll sie sein, die Männlichkeit. Hier ist sie zu Hause. In der Burschenschaft leben Hierarchie und Gemeinschaft. Und lauter Männer.

INTERVIEW: „Alles ist im Wandel“ – Wohin geht die Deutsche Burschenschaft? FREILICH hat mit DB-Pressesprecher Philip Stein über die Perspektiven der Veränderung gesprochen.

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Endlich ist es geschafft: Der überwiegend rot-grüne Mainstream-Journalismus hat endlich und frohlockend die Möglichkeit konstruiert, zwei ihm unliebsame Milieus gleichzeitig zu „bashen“. Nachdem wochenlang öffentlich auf die bundesdeutsche Polizei mit absurden Rassismus-Vorwürfen eingedroschen wurde, konnte jetzt eine Kampagne losgetreten werden, die sich wieder einmal gegen die Bundeswehr und wieder einmal gegen die studentischen Korporationen richtet.

Mit dem wohlvertrauten journalistischen Instrumentarium wurde der für soziale Medien zuständige Referent im bundesdeutschen Verteidigungsministerium, Oberstleutnant Marcel B., von dem Gesinde der links gepolten Zeitungsverlage und den zwangsfinanzierten Rundfunkanstalten medial hingerichtet. Was war geschehen?

B. hatte nach Recherchen des sattsam bekannten, ältesten politischen Magazins im deutschen Fernsehen „Panorama“, das von der ARD ausgestrahlt wird, „öffentlich mit einem Rechtsradikalen, der unter dem Netznamen ‚incredible bramborska‘ auf Instagram aktiv ist [sympathisiert]“. Er hatte wohl das bei Antaios verlegte Buch „Der letzte Franzose“ von Jean Raspail mit „Gefällt mir“ markiert.

„Rechtsextremismusexperten“

Doch dessen nicht genug: B. soll schon 2015 einen Vortrag über sein Buch „Der einsame Kämpfer“ bei der Münchner Burschenschaft Cimbria gehalten haben. Das Journalisten-Team des TV-Formates veröffentlicht auf seiner Website zu der Causa, dass die „Münchner Cimbria […] zu den weißen Burschenschaften [zählt].“ Die bei dieser hochqualitativen Recherche offenbar assistierende Politikwissenschaftlerin Alexandra Kurth, „die zu Studentenverbindungen forscht“, ergänzt: „Das sind diejenigen, die sich für das Völkische, für das deutsche Volkstum ganz besonders einsetzen. Das ist immer auch verknüpft mit der Vorstellung, dass Deutschland viel größer ist als seine nationalen Grenzen.“

Linkes Forschungsinstrument: Google

Die Burschenschaft stünde seit vielen Jahren in der Kritik und schlimmer noch, „Veranstaltungen der ‚Cimbria München‘ wurden zum Beispiel 2011 vom rechtsextremen ‚Institut für Staatspolitik‘ beworben.“ Frau Kurth lässt dabei einen Blick in ihre Forschungsmethoden zu: Man könne wissen, dass Cimbria rechtsextrem sei, denn das sei „kein Geheimwissen, man kann es einfach googeln.“

Fragen werfe auch der Auftritt von B. beim „Studienzentrum Weikersheim“ auf, wo der Offizier in einem Tagungsprogramm aus dem Jahr 2014 mit „Vortrag und Aussprache ‚Die Bundeswehr in Afghanistan‘“ gelistet sei. Böse Rechtsextreme, wie Jürgen Elsässer und Götz Kubitschek, hätten schließlich Kontakte zum Studienzentrum.

Der Schaden ist angerichtet

Man lehnt sich zurück und weiß nicht, wie laut man lachen soll. Wer die Münchner Waffenstudentenszene einigermaßen kennt, weiß, dass die Burschenschaft Cimbria alles andere als rechtsradikal ist, und jeder, der sich etwas tiefergehender mit der burschenschaftlichen Geschichte befasst, weiß auch, dass die weißen Burschenschaften alles andere als völkisch-größenwahnsinnige Träumer waren (hätte man übrigens auch googeln können). B. und die Cimbern haben jetzt jedenfalls – medial gesehen – den Salat.

Die „Welt“ verkündet jedenfalls schadenfroh und obrigkeitsbeflissen: „Nach den ersten Hinweisen auf die Vorwürfe [sind] sofort Ermittlungen gegen den Mitarbeiter eingeleitet worden. […] B. kümmert sich seit den Vorwürfen nach eigenen Angaben nicht mehr um die Social-Media-Division der Bundeswehr.“

Der Offizier hat sich mittlerweile wenig rühmlich, aber vielleicht vor dem Hintergrund einer zu versorgenden Familie verständlich, reuig gezeigt. Man darf jedenfalls gespannt sein, wann dem Treiben der linken Denunziationsjournalisten Einhalt geboten wird. Denn ihnen geht es ausschließlich um die Demontage eines durchsetzungsfähigen Staates und seiner Exekutivorgane.

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Der Siegfriedskopf an der Universität Wien sollte an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Studenten und Lehrenden erinnern. Gut 90 Jahre später war er Angriffsziel der extremen Linken, bis hin zur Schändung durch Farbe und Abschlagen der Nase. Gestern bekannten sich die Täter.

Auslöser für den Bekennermut ist die Debatte um #BlackLivesMatter und den Fall der Statue des Sklavenhändlers Edward Colston in Bristol. Eigentlich plädiert Politikwissenschaftler Thomas Schmidinger gegen solche Bilderstürmerei und für eine „Rekontextualisierung“. Da gäbe es noch einiges zu tun: „So in etwa stell ich mir das z.B. beim Karl Lueger Denkmal und einigen anderen Altlasten in Wien und anderswo auch vor.“

Angesichts der entspannten Stimmung beim Fall von historischen Denkmälern memoriert Lektor Schmidinger, der an der Universität Wien und an den Fachhochschulen Oberösterreich und Vorarlberg unterrichtet, nostalgisch einer anderen Heldentat, nämlich der Schändung des Siegfriedkopfes an der Wiener Universität: „… ich als der, der 2002 noch als Student gemeinsam mit einem Freund die Nase des Monumentes abgeschlagen hat.“ Sei freilich verjährt, freut sich der ehemalige Student der Uni Wien, aber immerhin legitimiert er sich so als Experte für die den Umgang mit unliebsamen Denkmälern.

Schmidinger oder sein Freund – so genau weiß er das nicht mehr – 2002 beim Schänden des Denkmals für die Gefallenen der Universität Wien im Ersten Weltkrieg: „… die Nase ging echt nicht leicht runter!“

Oder wenn wir den Bekenntnissatz des heute Lehrenden rekontextualisieren wollen: „Eine völlige Zerstörung des Siegfriedskopfes, wie ihn sich manche heute noch wünschen, hätte ich für falsch gehalten und das sage ich als der, der 2002 noch als Student gemeisam mit einem Freund die Nase des Monumentes abgeschlagen hat. Ist längst verjährt aber die Uni hat damals Anzeige gegen einen unbekannten Vermummten wegen Sachbeschädigung eingebracht. Ich erzähl das nur, damit klar wird, dass auch um diese Rekontextualisierung gekämpft werde musste und ich einer der Leute war, die dafür auch einiges an Risiko eingegangen sind. Heute bin ich froh, dass wir diesen Kampf gewonnen haben.“ 

Rund um den Artikel vom 9. Juni 2020 auf der Facebookseite Schmidingers entspinnt sich eine entspannte Debatte der Denkmalstürmer von einst, die wir hier einfach dokumentieren:

Und weiter:

2006 folgte die Universität Wien inhaltlich den Bilderstürmern und erlaubte unter dem Deckmantel von „Wissenschaftliche Aufarbeitung und künstlerische Gestaltung“ das Denkmal ganz zu zerlegen: „Schließlich entschloss sich das Rektorat der Universität Wien, die Versetzung des Denkmals von der Aula in den Arkadenhof zu veranlassen und mit der künstlerischen Umgestaltung des Denkmals Bele Marx & Gilles Mussard zu beauftragen, die dieses 2006 realisierten. Eine Witterungshülle aus Glas sowie mehrere weitere Glasebenen und Einheiten dienen gleichzeitig als Träger von Textbeiträgen und Fotografien aus Tageszeitungen von 1923 bis heute, die die Geschichte des Denkmals dokumentieren.“

Das Denkmal für die Gefallenen der Universität wurde dabei auf Deutschnationalismus und Antisemitismus reduziert. Selbst wenn es nach dem Ersten Weltkrieg von der Deutschen Studentenschaft gestiftet wurde, eine komplette Dekontextualsierung als Ergebnis eines langjährigen Konflikts zwischen Burschenschaften und extremer Linker an der Uni Wien. Noch paradoxer dabei: der Historiker Adam Wandruszka konnte auf die Tatsache verweisen, dass als Modell für den Kopf des germanischen Heldenjünglings der jüdische Mediziner Georg Politzer gestanden sei.

Stinkefinger für einen Toten: Thomas Schmidinger seinerzeit an der Jörg Haider Gedächtnisstätte.

Thomas Schmidinger, der im Selbstporträt durchaus launisch Beurteilungen anderer über seine Person zusammensammelt, war auch Gegenstand einer parlamentarischen Anfrage 2017, aus der das Foto oben entstammt, das Schmidinger bei der privaten „Rekontextualisierung“ der Gedächtnisstätte für den bei einem Autounfall verunglückten Landeshauptmann Jörg Haider (FPÖ) zeigt. Juristisch natürlich auch nicht strafbar.


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Es ist Zeit – helfen wir zusammen!

Die Corona-Krise zeigt: die heimische Landwirtschaft ist von höchster Bedeutung für die Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung. Doch diese Versorgung ist nicht selbstverständlich. Der Ausfall von tausenden Erntehelfern und Saisonarbeitern stellt die heimischen Bauern in den nächsten Monaten jedoch vor riesige Probleme.

Obwohl der derzeitige wirtschaftliche Betrieb auf ein Minimum reduziert ist, stehen noch täglich genügend Obst und Gemüse in den Regalen unserer Lebensmittelgeschäfte.

Damit das so bleibt, müssen wir anpacken: Laut Landwirtschaftsministerium werden allein in Österreich 5.000 Erntehelfer gesucht. Ansonsten drohen gewaltige Ernteausfälle, die sogar dazu führen könnten, dass der Lebensmittel-Bedarf in Österreich nicht mehr gedeckt werden kann.

Die Lage ist also ernst. Die Bauern brauchen unsere Hilfe! Gerade in Krisenzeiten ist Solidarität gefragt. Für uns ist das mehr als nur ein reines Lippenbekenntnis. Jetzt ist es an der Zeit, mit anzupacken und unsere heimischen Bauern nicht im Stich zu lassen!

Ziehen wir alle an einem Strang. Helfen wir mit!

Koordination und Organisation der Erntehilfe für unsere heimischen Bauern übernehmen die steirischen Burschenschaften. Meldungen bitte an die vorsitzende Burschenschaft der Arbeitsgemeinschaft steirischer Burschenschaften: [email protected]

Die Arbeitsgemeinschaft der steirischen Burschenschaften im Netz

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Vier Monate nach dem Anschlag auf das Burschenschaftsdenkmal in Eisenach sind die Wiederherstellungsmaßnahmen bereits im Gange.

Unmittelbar nach Bekanntwerden des Anschlages (FREILICH berichtete), kam es zu zahlreichen Solidaritätsbekundungen sowie Hilfsangeboten aus allen Teilen Deutschlands, Österreichs und direkt aus Eisenach. Einzelne Handwerker und Unternehmen boten sofort ihre kostenfreie und fachliche Unterstützung an und gaben wertvolle technische Ratschläge. Ermöglicht wurde diese Angebot durch 600 eingegangene Einzelspenden, mit denen der Großteil der Reparaturen und zusätzliche Sicherungsmaßnahmen finanziert werden konnten.

Besonders beigetragen hat dabei die spontane Spende der Allgemeinen Deutschen Burschenschaft, sowie Spenden aus dem Kreis der Neuen Deutschen Burschenschaft und verbandsfreier Burschenschaften. Hier sind sich alle einig: Das Denkmal ist für alle Burschenschafter ein wichtiges Symbol. Selbst nicht korporierte Sympathisanten und Angehörige anderer Korporationsverbände unterstützten das Projekt.

Am 21. Februar fand im Berghotel unterhalb des Denkmals eine Pressekonferenz statt. Mit Ausnahme der Vertreter von SPD und FDP waren neben dem Eisenacher Bürgermeister alle im Stadtrat vertretenen Parteien anwesend, bei der ein symbolischer Scheck in der Höhe von 14.600 Euro übergeben wurde. Künftig wird ein lokaler Sicherheitsdienst in Kooperation mit der örtlichen Polizei das Denkmal sichern.

„Neben den Schäden hat der Anschlag glücklicher Weise auch einen positiven Effekt. Das Denkmal ist über Eisenach und Thüringen hinaus in den Mittelpunkt allgemeinen Interesses gerückt. Die Besucherzahlen haben sich erhöht und unser Verein hat neue Mitglieder hinzugewinnen können. Die Anzahl der Veranstaltungen am Denkmal können wir aufgrund zunehmender Nachfrage erhöhen“, so der Vorsitzender des Denkmalerhaltungsvereines Eisenach Axel Zimmermann.

HIER finden Sie weitere Informationen zum Denkmalerhaltungsverein Eisenach.

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Spuckattacken, verletzte Ballgäste und Gefährdung durch Sprengmittel – all das hat Tradition in der Geschichte des Akademikerballs. Linksextremismus und (r)echte Lebensfreude vertragen sich nicht. Darum ist der Akademikerball auch heuer wieder ein Ball für Meinungsvielfalt.

Der Wiener Akademikerball lädt zu einer rauschenden Ballnacht in die imperialen Prunksäle der Wiener Hofburg und lockt mit einem einzigartigen Abend voll Glanz, Glamour und Tradition. 

Doch Vermächtnis und Schönheit rufen Antiästheten und Antidemokraten auf den Plan, bereits seit 2008 finden regelmäßige Demonstrationen gegen die Veranstaltung statt. Nach ersten Zusammenstößen untersagte die Polizei die Proteste ab 2010 zweimal hintereinander, 2012 bis 2014 kam es zu schwersten Ausschreitungen.

Jasmin Hans, Vorsitzende des Grazer Ballkommitees, hielt fest, dass es vor allem die Ballbesucher sind, die ein Zeichen für Gedankenfreiheit und Meinungsvielfalt setzen, „welches gerade in der heutigen Zeit bewahrt werden muss”. Daher ist der Besuch des Akademikerballs auch eine Erklärung dafür. 

Udo Guggenbichler, Wiener FPÖ-Landtagsabgeordneter und Organisator des Wiener Akademikerballs, betont den freiheitlichen Charakter der Veranstaltung: “Jeder Bürgerin und jedem Bürger steht es frei, den Ball zu besuchen. Die Forderung manche Bürger von einer Teilnahme am Ball auszuschließen – wie es SPÖ und ÖVP getan haben -, halte ich für demokratiepolitisch bedenklich und gefährlich“stellt Guggenbichler klar.

Gegen den Ball in Wien werden nach einem Aufruf der „Offensive gegen Rechts” nicht nur Demonstranten aus Wien erwartet, auch aus der Steiermark hat der Kommunistische Studentenverband (KSV) einen Bus zur Demo organisiert. 

Linksextreme wollen marschieren und demolieren – eine Tradition am Akademikerball. Tradition, die wiederum einen spannenden Ballbesuch der besonderen Art verspricht. 

Aber Achtung: die Karten sind nur limitiert erhältlich!  

Artikel in FREILICH Magazin NO6

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Als jüngster Abgeordneter des Parlaments stellte Hans Kudlich im österreichischen Reichstag 1848 den Antrag zur Abschaffung der Leibeigenschaft und ging damit in die Geschichte ein. Gleichzeitig entstand im Zuge dieser Bauernbefreiung die Raiffeisen-Bank. Für die Bauern folgte eine Abhängigkeit auf die andere: nunmehr die von den Kreditgebern. In „Kudlich – eine anachronistische Puppenschlacht“ (Uraufführung Schauspielhaus Wien 2016), dem ersten Teil von Thomas Köcks „Kronlandsaga“, ging es um die Frage nach der Ambivalenz der Freiheit, nach der problematischen Dialektik des Liberalismus. Die Hauptrolle spielt der Burschenschafter Hans Kudlich (Originalbild unten). 

Beim Original bleibt es freilich nicht: Mit seinem jüngsten Stück entwirft Köck eine Fortsetzung und verlagert die Geschichte von Kudlich nach Amerika. Aufgrund seiner Teilnahme am Wiener Oktoberaufstand zum Tode verurteilt, floh Hans Kudlich tatsächlich in den 1850er Jahren in die USA. In Köcks Fiktion landet er dort unverhofft hundert Jahre später zwischen Hollywood-Stars am Set eines bekannten Westernfilms in der texanischen Wüste. Er entdeckt, wie einst James Dean auf der Leinwand, mehr durch Zufall denn durch eigenes Zutun eine Ölquelle. Durch die Linse des Western-Filmgenres wirft Thomas Köck einen eigenwilligen Blick auf die USA des ausgehenden 19. Jahrhunderts: Die Zeit, in der sich mit der profitorientierten, ungehemmten Erschließung von Land und Rohstoffen die Idee von Freiheit, Wachstum und Individualismus als US-amerikanische Grundwerte herausbilden. Der im Westernfilm mythisierte Prozess der Landnahme und Expansion gen Westen mündet im Einsetzen einer kapitalistischen Gesellschaftsordnung, deren Antrieb die Verheißung ist, dass jede/r es nach oben schaffen kann. Thomas Köck nimmt dies zur Folie für das Nachdenken über den Treibstoff des klassischen Kapitalismus, der wie kein anderer Fortschritt und Bedrohung verkörpert, die Kriege des 20. Jahrhunderts befeuert und die Welt an den Rand des ökologischen Kollaps geführt hat: das Öl.

„schön wärs wär die Geschichte immer so eindeutig wie sie sich später dann gern darstellt“ denkt Kudlich einmal laut. Köcks humorvolles Spiel mit historischen Fakten und filmkulturellen Zitaten vermittelt gerade die Unmöglichkeit ebensolch eindeutiger Darstellung und leuchtet aus, wie gefestigte Narrative durch erfinderisches Erzählen aufgebrochen werden können. Wie lässt sich die Komplexität der Geschichte, die niemals nur etwas Vergangenes ist, heute künstlerisch bedenken? Wer verfügt über ihre Erzählung? Verschiedene Zeitebenen raffiniert miteinander verwebend, knüpft Thomas Köck Verbindungen durch die Jahrhunderte in die Gegenwart, wo die fatalen Langzeitschäden der Ausbeutung der Erde durch den Menschen unleugbar ins Sichtfeld gerückt sind. Wo Klimabewegungen die Veränderung des kapitalistischen Gesellschaftssystems einfordern, während in der Weltpolitik rechtspopulistische Politiker*innen und Gruppierungen an Regierungsmacht gewinnen.

Im Klartext also: ein Stück für Burschenschafter und keinen. Möglicherweise aber doch ein Kandidat für den FREILICH Theaterpreis zur Sichtbarmachung von Burschenschaftern auf der Bühne. 

Hans Kudlich, der Echte.

KUDLICH IN AMERIKA oder who owns history
ein carbondemokratischer spaghettiwestern

von Thomas Köck
URAUFFÜHRUNG
Regie Elsa-Sophie Jach & Thomas Köck

Premiere am 11. Jänner 2020

Alle weiteren Termine am Wiener Schauspielhaus: www.schauspielhaus.at/kudlich_in_amerika

Wer wissen will, was wirklich Vergnügen bereitet, muss sich nur die Videostills der Pressekonferenz vom 23. Dezember anschauen (o.), bei der der FPÖ-Historikerbericht überraschend einen Tag vor Weihnachten präsentiert wurde. Verfolgt man Linkstwitter, ist das Ergebnis schon während laufender PK klar: nichts passt. Das hat man aber auch schon davor gewusst … 

Bei der FPÖ und der Geschichte ist es ein bisschen so wie mit dem Beziehungsstatus bei Facebook: es ist kompliziert. Die etwas vermurkste Entstehung der Historikerkommission, die die freiheitliche Geschichte der feindlichen Umwelt so erklären soll, dass sie sie auch wohlwollend versteht und gnädigerweise akzeptiert, haben wir bereits in Freilich No. 5 präsentiert. HIER kann man den Hintergrund zum Historikerbericht in der Freilich-Ausgabe nachlesen.

Weil wir das freundliche Geschenk der Freiheitlichen Partei mit vorweihnachtlichem Interesse annehmen, geben wir es auch gleich weiter: 700 Seiten Lesestoff für die ruhigste Zeit des Jahres. Eine schöne Bescherung!

Der ganze FPÖ-Historikerbericht als Download.

Immer wieder werden Studentenverbindungen Ziel linksextremer Übergriffe. Ihre Häuser werden mit Farbbeuteln und Steinen beworfen oder angezündet, ihre Mitglieder werden überfallen, geoutet oder beleidigt. In einer Kleinen Anfrage hat sich jetzt die AfD-Fraktion im Hessischen Landtag des Problems angenommen.

Kaum Verurteilungen, geringe Strafen

In der Pressemitteilung der Partei heißt es: „Von 2010 bis 2018 wurden 133 Straftaten gegen Studentenverbindungen in Hessen erfasst – die meisten davon Sachbeschädigung. 18 der 133 Straftaten waren Gewaltstraftaten. Von diesen 18 wurden 17 als politisch links motiviert eingestuft. […] Von den 18 Gewaltstraftaten ereigneten sich 14 in Marburg. 15 von 18 Strafverfahren wurden eingestellt, in zwölf Fällen war der Täter unbekannt. In nur zwei Fällen wurde ein Urteil gesprochen. Ein Gewaltdelikt gegen die Marburger Burschenschaft Germania wurde mit einem Strafbefehl von 50 Tagessätzen zu 15 Euro geahndet. Die zweite Gewaltstraftat ereignete sich beim Marktfrühschoppen in Marburg. Dort verurteilte das Landgericht Marburg den Täter zu 100 Tagessätzen zu je 14 Euro.“

Dr. Frank Grobe, Mitglied der Aachener Burschenschaft Teutonia, ehemaliger Stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung und derzeit Parlamentarischer Geschäftsführer der hessischen AfD-Fraktion, kritisiert die geringe Zahl an Verurteilungen und die niedrigen Strafen, die „alles andere als abschreckend“ seien. Linksextreme Gewalt werde in Deutschland „häufig bagatellisiert oder sogar als legitim angesehen“, so Grobe. 

Er führt aus: „Die Mitglieder von Studentenverbindungen stritten für Demokratie und riskierten Leib und Leben u. a. für Versammlungsfreiheit, Rechtstaatlichkeit und gegen Zensur. Die erste deutsche Nationalversammlung 1848 in der Paulskirche wurde nicht umsonst ‚Burschenschafterparlament‘ genannt. Studentenverbindungen wurden mehrmals von Monarchen verboten, zuletzt von den Nationalsozialisten. Die Farben Schwarz-Rot-Gold gehen auf die Burschenschaft zurück, ebenso wie viele Freiheitsrechte, die heute im Grundgesetz verankert sind. Und heute lassen wir es zu, dass Gewalt gegen Vertreter dieser deutschen Traditionsvereine und ihre Häuser schulterzuckend hingenommen wird.“

Zahlreiche Überfälle in jüngster Zeit

In seiner Antwort behauptet Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU), aufgrund der Heterogenität der Burschenschaften bestehe die Möglichkeit, dass es zu „rechtsextremistischen Einflussnahmen auf Burschenschaften“ komme oder sich „rechtextremistische Bestrebungen innerhalb von Burschenschaften“ herausbilden würden. Im Rechtsextremismus sei eine Gewaltorientierung „weit verbreitet“, so Beuth weiter. Die Gewalt von links könne mit dem „selbst definierten Feindbild“ erklärt werden. 

Überfälle auf Häuser und Angehörige von Studentenverbindungen gab es kürzlich in MünchenHalle (Saale) (erneut), PassauWürzburg und Jena. Erst Ende Oktober verübten Linksextremisten einen schweren Anschlag auf das Burschenschaftsdenkmal in Eisenach