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Der Rauswurf von Erik Lehnert aus der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung sorgt für Wirbel innerhalb der AfD. Heute sprechen wir mit AfD-Bundessprecherin Alice Weidel über die Vorgänge.

FREILICH: Wegen des Rauswurfs von Erik Lehnert aus dem Vorstand der Desiderius-Erasmus-Stiftung (DES) herrscht große Unruhe. Ihr Parteikollege Jan Moldenhauer wirft der Vorsitzenden Erika Steinbach vor, die Kontrolle über die Stiftung verloren zu haben. Wie beurteilen Sie die momentane Situation?

ALICE WEIDEL: Klar ist, dass aktuell einiges an Unruhe innerhalb und im Umfeld der Stiftung herrscht. Dieser Zustand ist natürlich nicht erfreulich und sollte schnell beendet werden.

Wie aus Stiftungskreisen zu erfahren ist, besteht der Vorwurf, dass innerhalb der Stiftung Privatkriege geführt werden und so die Stiftung zerstört wird. Was sagen Sie dazu?

Das will ich den handelnden Personen nicht unterstellen. Es ist aber so, dass sich der aktuelle Konflikt lähmend auf die Stiftung auswirkt. Da muss dringend eine Lösung her. 

Das Ziel der Stiftung ist es, alle Strömungen innerhalb der AfD abzubilden und Fragestellungen auf einer breiten Basis zu diskutieren. Ist dieses Ziel noch gewährleistet?

Ja, das ist richtig. Die Stiftung ist auf dem Parteitag in Augsburg im Sommer 2018, bei der sie als parteinahe Stiftung anerkannt wurde, mit genau diesem Anspruch angetreten. Ich bin weiter davon überzeugt, dass es wichtig und auch möglich ist, alle Strömungen abbilden zu können.

Alice Weidel ist um Ausgleich bemüht

Was wäre Ihrer Meinung nach jetzt das Wichtigste für die Stiftung?

Das Wichtigste ist aus meiner Sicht, dass wieder Ruhe einkehrt und sich die Stiftung ihrer Aufgabe der politischen Bildung widmen kann.

Der Richtungsstreit innerhalb der AfD scheint auch auf die Desiderius-Erasmus-Stiftung überzuschwappen. Sie haben sich immer für die Einheit der Partei und auch der DES stark gemacht. Wie sieht Ihre aktuelle Strategie dazu aus?

Ich strebe ganz vehement den innerparteilichen Dialog an. Die AfD verträgt durchaus eine gewisse Heterogenität ohne das große Ganze aus den Augen zu verlieren. Es führt kein Weg daran vorbei, sich an einen Tisch zu setzen und Kompromisse zu finden. Mir ist aber klar, dass das ein steiniger Weg ist.

Wie kann man vermeiden, sich vom Verfassungsschutz als politisches Instrument vor sich hertreiben zu lassen?

Das ist natürlich eine schwierige Frage. Selbstverständlich sollte man dem Verfassungsschutz keine unnötige Angriffsfläche bieten, auf der anderen Seite darf man aber auch keinen Selbstmord aus Angst vor dem Tod begehen. Es gilt, einen klugen Mittelweg zu finden.

Vielen Dank für das Gespräch!

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