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Der AfD-Bundestagsabgeordnete Petr Bystron ist ein um Wahrnehmung bemühter Politiker.  Professionell und unkonventionell setzt er sich selbst als Markenbotschafter für eine alternative Politik in Deutschland und für die Alte Welt ein.

Der 1972 in Olmütz in der Tschechoslowakei geborene Politiker ist, wie die „Welt“ bereits 2016 süffisant bemerkte, „anerkannter Asylbewerber. Als 16-Jähriger war er mit seinen Eltern aus der damaligen kommunistischen Tschechoslowakei über Jugoslawien nach Deutschland geflohen“. Bystron offenbare mit Blick auf die aktuelle Situation in Deutschland ein verschwörungstheoretisches Weltbild. Das zeige sich darin, dass er rückblickend „ähnliche Zustände wie am Vorabend des Kommunismus“ ausmache.

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Bystron beklage „Political Correctness, Ideologie statt gesundem Menschenverstand“ und habe Angst, „wie mit Menschen umgegangen wird, die sich gegen den Mainstream stellen“. Ohne es zu wollen, skizzierten die Mainstreamschreiber so die wesentlichen, schlüssigen Motive des politischen Engagements Bystrons.

Der zweifache Familienvater studierte Ökonomie und internationale Beziehungen an der Hochschule für Politik und der LMU in München. Während des Studiums arbeitete er in seiner eigenen Kommunikationsagentur, die er später verkaufte. Dem neuen Eigentümer brachte Bystron durch diesen Deal immerhin Kunden wie Casio, BMW, C. H. Beck, Vaude und andere. Eine Beratungstätigkeit für Unternehmen sowie politische Parteien zu Fragen der Kommunikation und strategischen Markenführung schloss sich an.

Doch der früh mit Repressalien eines totalitär auft­retenden Regimes vertraute Diplom- Politologe sah in der Politik und einem entsprechenden Engagement seine Zukun­ft: Von 2005 bis 2013 war er Mitglied der  FDP, 2013 bis 2015 AfD-Vorsitzender LfA Europa- und Außenpolitik und von 2015 bis 2017 AfD-Landesvorsitzender Bayern. 2017 konnte Bystron als Abgeordneter in den deutschen Bundestag wechseln. Dort ist er Obmann und ordentliches Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und des Unterausschusses Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik. Zusätzlich ist er Stellvertretendes Mitglied im Ausschuss des Deutschen Bundestags für die Angelegenheiten der Europäischen Union.

Seit jeher findet man den bekennenden Freiheitlichen Bystron in den Schlagzeilen der arrivierten Medien. Genüsslich wurde das Scheitern seines Projektes „Mainstream-Aussteiger-Programm“, das „die schlimmsten Lügen und Manipulationen der Haltungsredaktionen“ anprangern sollte, kommentiert. Doch Bystron servierte es den links unterwanderten Medien schonungslos: „Dieses Land krankt an linker Dominanz im öffentlichen Diskurs wie in der Politik. Diese gilt es zu bekämpfen. […] Die Altachtundsechziger haben Deutschland mit ihrer Denke verpestet.“ So die sicher nicht elegante, aber zutreffende Analyse.

Grobschlächtigkeit wird dem Kommunikationsprofi ohnehin gern von unberufener Seite attestiert. Für große Empörungsheuchelei sorgte besonders Bystrons klare Position zur „Identitären Bewegung“. 2017 schrieb er: „Die mir persönlich bekannten Aktionen der IB verdienen unseren Respekt – […] sie alle sind intelligent, haben Humor und sind absolut gewaltfrei. […] Ich erkenne hier nichts Rassistisches, nichts Fremdenfeindliches und schon gar nichts, was die Verfassung unseres Landes bedrohen würde.

Ebenso gelingt es mir nicht (selbst nach mehrmaliger Betrachtung) aus dem Motto der IB: „Heimat, Freiheit, Tradition – Multikulti Endstation“ etwas Negatives herauszulesen. Mir persönlich ist es lieber, wenn auf den Gipfeln der bayerischen Berge auch weiterhin die christlichen Kreuze stehen, als dass dort der islamische Halbmond thront. Daher gründet meine Sympathiebekundung gegenüber der IB auf tiefem Respekt vor deren Mut, Intelligenz und Entschlossenheit.“

So viel Eigensinn dürft­e auch in der AfD beim einen oder anderen Parteifreund Kopfschütteln verursacht haben, doch Bystron bleibt streitbar und klarsichtig: „Die einen wollen die totale Distanzierung von der IB, die anderen die totale Umarmung mit ihr. Ich werde mit diesem Papier wohl beide Gruppen enttäuschen – denn ich halte beides für falsch.“

Damit hatte Bystron dennoch die Aufmerksamkeit des instrumentalisierten Verfassungsschutzes geweckt. Till-Lucas Wessels schrieb auf der Suche nach den „Sonntagshelden“ der „Sezession“: „Nun sind solcherlei Positionierungen natürlich ein gefundenes Fressen für diejenigen, die in einem wachsenden Dateiordner jede IB-Referenz, jeden zweifelhaft­en Facebook-Like und jedes Stammtischfoto sammeln  und akribisch dokumentieren, um der AfD daraus den lang ersehnten Verfassungsstrick zu drehen.

Dementsprechend folgte die Antwort auf solch ungezogene Solidarität stante pede: Im Rahmen der Pressekonferenz zur Vorstellung des bayerischen Verfassungschutzberichtes ermöglichte die zufällige Nachfrage eines engagierten Journalisten dem Leiter des entsprechenden Landesamtes, Burkhard Körner, ein gut vorbereitetes Dossier aufzuschlagen und die Beobachtung von Bystron unter ausführlicher Zitation desselben zu bestätigen.“ Doch mit der Beobachtung ist seit September 2017 Schluss.

Sämtliche medialen Angriffe verpuffen denn auch, wenn Petr Bystron auf die Pauke haut. So unterstützte Bystron Italiens Innenminister Matteo Salvini. Der Bundestagsabgeordnete: „Es ist europaweiter Konsens, dass die Schlepperei im Mittelmeer rechtswidrig ist. Daher ist die Festnahme von Frau Rackete ein völlig normaler Vorgang. […] Sie ist eine gewöhnliche Kriminelle, bei der jedoch von linken Kreisen in Deutschland versucht wird, sie zu einer Heldin hochzustilisieren.“ Der Sympathiewert Bystrons dürft­e beim Mainstreamschreibpersonal nach dieser Äußerung den absoluten Tiefpunkt erreicht haben.

Jüngst veröffentlichte Fotos, die Bystron mit dem  kurdischstämmigen Chia Rabiei, einem der „Helden von Würzburg“, zeigen, sind ebenfalls nicht sonderlich hilfreich dabei, Anerkennung in allen politischen Lagern zu erlangen. Doch das scheint Petr Bystron einerlei. Vielleicht hat er David Engels Sätze aus dessen Buch „Was tun?“ verinnerlicht: „Lassen wir uns etwa von Gedanken wie dem der „action directe“ der revolutionären französischen Gewerkscha­ler inspirieren und wagen wir es, öffentlich mit Hilfe von symbolischen, pazifistischen und legalen Taten unsere Empörung kundzutun, um all jene, welche das Abendland zugrunde richten, bloßzustellen und vor den Augen jener, die sich wie wir verraten und verkauft­ fühlen, als das zu demaskieren, was sie wirklich sind.“

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John Hoewer brilliert mit „EuropaPowerbrutal“ und erklärt den dazu nötigen Kulturkampf. FREILICH-Herausgeber Heinrich Sickl hat mit ihm gesprochen.

FREILICH: Sehr geehrter Herr Hoewer, mit „EuropaPowerbrutal“ haben Sie in diesem Jahr einen furiosen Erstlingsroman im Jungeuropa Verlag veröffentlicht. Dort erschien im vergangenen Jahr mit „Enklave“ das erste Buch von Volker Zierke. Und erst kürzlich veröffentlichte der Verlag Antaios Rudolf Preyers „Fall und Aufstieg der Familie Gottmann“. Woher kommt auf einmal diese rechte Schreiblust?

John Hoewer: Dass zu wenig geschrieben worden wäre, das würde ich gar nicht mal sagen. O­ nur halt das Falsche, vermutlich. Wer weiß. Es lag aber womöglich auch am Lockdown, dass noch mehr Leute Zeit und Muße hatten, mal was aufs Papier zu bringen.

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Warum spielt das Thema Belletristik in der jungen Rechten eine so große Rolle?

Ach, ich glaube, dafür müsste es schon noch mehr geben als die paar Veröffentlichungen zuletzt. Offenbar gibt es aber eine Nachfrage nach Büchern, die auch einfach mal Freude bereiten, in denen man sich irgendwie wiederfinden und mit denen man sich, salopp gesagt, mal amüsieren oder sogar inspirieren kann – abseits von Theorie und politischem Kampf. Wenn es den beiden anderen Kollegen und, hoffentlich, auch mir gelungen ist, da was anzubieten und wir da einen Weg bereitet haben, den nun auch andere mitgehen, dann ist das eine erfreuliche Entwicklung dahin, dass man auch als drittes Lager sozusagen weitere Grundlagen ausbaut und sich insgesamt breiter aufstellt.

In der rechten Twitter-Blase wird Ihr Buch gefeiert. Wie oft wurden Sie schon darum gebeten, nachzulegen? Und natürlich: Werden Sie nachlegen?

Tatsächlich schon recht oft­, und fast jeder will mehr oder weniger eine nahtlose Fortsetzung, was es nicht einfacher macht. Da muss ich ja erstmal wieder 10–15 Jahre um die Häuser ziehen, um neue Stories zu erleben und zu hören. Erstmal ist noch eine neue Übersetzung in der Mache, und wenn sich irgendwann mal wieder etwas zeitlicher Freiraum ergibt und mir was einfällt, ja, dann kommt womöglich auch nochmal was nach.

Der Lebenswandel Ihres Protagonisten entspricht ja nicht gerade dem Ideal „jung, gesund, aktiv“. Stattdessen Alkoholexzesse, Perspektivlosigkeit, Gewalt – was fasziniert Sie an diesen gesellschaftlichen Abgründen?

So streng schließen sich beide Lebensstile nicht aus, würde ich mal behaupten. In „EuropaPowerbrutal“ geht’s letztlich viel um Alltagsbanalitäten und darum, sie einmal aus einer bewussten Perspektive anzuschauen Faszinierend ist vor allem, zu was eine motivierte Gruppe junger Männer fähig sein kann. Diese Vielseitigkeit, diese mangelnde Berührungsangst und auch diese Härte, um mit womöglich abstoßenden und grenzwertigen Situationen umzugehen. Natürlich wird das persifliert, wenn man eine durchzechte Nacht in der Eckkneipe als heroischen Akt darstellt. Aber ich denke, der geneigte Leser weiß das zu deuten.

Was können Leser von Ihrem Protagonisten lernen?

Mein Eindruck ist, dass die gegenwärtige Gesellschaft­ Menschen hervorbringt, die sich bereits von banalen Scheinwidrigkeiten und Problemchen überfordert fühlen, sich schnell in eine Negativspirale einwickeln, nur mehr in Problemen und nie in Lösungen denken. Nein, wenn eine offen und halbvoll abgestellte Whiskey-Cola-Dose am nächsten Tag noch frisch schmeckt, dann kann man sich auch selbst mal aufraffen. Die Gegenwart muss man bewusst leben und gestalten, eine andere Zukunft­ ist träum- und machbar, und es gibt keinen Grund, aufzugeben oder pseudodepressiv rumzunörgeln. Und man sollte seine Zeit nicht im Internet vergeuden. Leute erzählen mir, sie hätten keine Zeit, was Sinnvolles für sich selbst oder für ein politisches Projekt umzusetzen, kommen aber unironisch um 17 Uhr heim und starren dann sieben Stunden in die Glotze rein. Da ist dann sogar Saufen wirklich sinnvoller.

Die Sprache in Ihrem Buch dürfte vor allem in klassisch bürgerlich-konservativen Kreisen als anstößig empfunden werden, denn Sie setzen auf teilweise derbe Umgangssprache. Gab es offen geäußerte Kritik?

Weniger als erwartet. Nämlich gar keine, um ehrlich zu sein. Aber so schlimm ist es ja nun auch wieder nicht. Und so reden junge Männer nun mal, gerade dann, wenn sie auf Fahrt und Abenteuer sind und sich eine gewisse männliche Haltung bewahrt haben. Nun ja, die bürgerlich-konservativen Kreise, da könnte sich bestimmt wer empören, nur ist deren Meinung leider völlig unerheblich.

Ist Ihre Darstellung vulgärer Erdigkeit ein bewusstes Manöver, um unserer verlogenen, „kontingenten“ Zeit mal so richtig entgegenzukotzen?

Ehrlich gesagt habe ich weder das Wort „Erdigkeit“ noch den Begriff „kontingente Gesellschaft­“ je gehört. Jedenfalls bin ich der Ansicht, dass man diese ungemein vulgäre Zeit nicht dadurch kritisch konfrontieren kann, indem man selbst umso vulgärer gegen sie agitiert. Eher ist es ja so, dass die natürlichen Bollwerke gegen diese Zeit jene sind, die man nicht glattbügeln kann, ohne sie ganz zu zerstören.

Vulgär würde ich das alles also gar nicht nennen, wenn da eine bisweilen derbe Sprache gepflegt wird. Das ist eher klar, direkt, frei heraus. „Vulgär“ verbinde ich dahingehend mit den gegenwärtig staatlich-gesellschaftlich geförderten Phänomenen, mit diesem krankhaft­en Bemühen, möglichst sämtliches Handeln an Verfall, Hässlichkeit und Zerstörung auszurichten und dies dann gleichsam als widerständig und auch als kulturellen Hochwert oder gar als Verfassungsgrundsatz darzustellen.

Es ist vielleicht noch etwas früh, aber erleben wir nach den durch neurechten Aktivismus geprägten Jahren 2015–2018 nun eine neue rechte Literatur- und Kulturphase? Falls ja, woher rührt das? (Stichworte: junge Autoren, „Gegen-Uni“, Künstler etc.)

Die geistige Enge in der BRD ist wahrlich betrüblich, ja. Wie gesagt, man begegnet dem aber nicht, indem man sich beschwert. Man muss Eigenes schaffen, eigene Räume gestalten und Menschen auch mal mit niederschwelligen Angeboten einladen und motivieren – und diese Räume dann verteidigen und  ausbauen. Das betrifft gewiss die Literatur, aber auch alles andere. Insbesondere mangelt es an geeigneten Treffobjekten. Klar ist das nicht leicht, aber ich fürchte, viele Missstände diesbezüglich sind primär hausgemacht.

Sie betonen die Rolle, die Mainstream-Popliteratur für Ihr Buch gespielt hat, da Sie sich dadurch „genötigt“ sahen, selbst zu schreiben, was Sie gern lesen wollten. Ist diese Einfallslosigkeit und Vorhersehbarkeit der deutschen Gegenwartsliteratur Ausdruck einer trägen und saturierten Gesellschaft?

Man kann da eigentlich auf die zahlreichen und zutreffenden  Psychogramme des typischen Bundesbürgers verweisen, der sich noch den absonderlichsten Geistesmüll verkaufen lässt, wenn er dafür in Ruhe seine 99-Cent-Wurst grillen kann. An allem klebt eben dieser zeitgeistige Anpassungsdrang, während scheinbare Widerständigkeit dann dadurch gelebt wird, den zugrunde liegenden Konformismus nur noch stärker einzufordern. Die Trägheit und Sättigung muss man aber wohl zuvörderst denen vorwerfen, die das per se gar nicht so teilen mögen, aber bereits vor 60 Jahren zu feige und zu faul waren, sich gewissen Phänomenen entgegenzustellen. Grüße gehen raus an die „bürgerlich-konservativen Kreise“.

Laut Autorenporträt arbeiten Sie im „Maschinenraum der Politik“. Genauer gesagt im Deutschen Bundestag. Das führt folgerichtig zu der Frage, inwiefern Kunst, in Ihrem Fall Literatur, und Politik miteinander vereinbar sind. Wie politisch darf Kunst Ihrer Ansicht nach sein?

Kunst darf natürlich politisch sein, wobei man auch ohne Vorschlaghammer politisch sein kann. Diese betonte Politikferne ist o­ genau das Problem, weil es eine bürgerliche Rückzugsdiskussion ist. Bürgerliche haben aus Mangel an Weltanschauung o­ kein einziges stichhaltiges Argument außer jenem, dass sich irgendwas nicht gehöre oder dass dies und das nicht politisiert werden dürfe – während sich die Gegenseite alles unter den Nagel reißen kann. Also kurz gesagt kann alles politisch sein, und das ist auch alles vereinbar. Nicht vereinbar ist, wie apolitisch viele Leute sind, die in der Politik höchste Ämter bekleiden.  

AfD und FPÖ sind bislang nicht durch ihre kulturpolitischen Forderungen in Erscheinung getreten. Das mag auf den mehrheitlich links geprägten Kulturbetrieb zurückzuführen sein. Sehen Sie die Parteien in der Pflicht, junge Künstler zu unterstützen?

Das Problem ist halt, dass sich viele Leute eine andere Welt, in… (dieser Artikel ist im aktuellen FREILICH 14 erschienen. HIER bereits ab EUR 49,00 abonnieren und weiterlesen).



Der Berg ist längst nicht frei. Sogar die ironischen Namen von Kletterrouten sind den einschlägigen Meinungsmachern ein Dorn im Auge. Ein Skandal um Ironie und Meinungsfreiheit. Ein Text von Thomas Behm.

„Schulz mußte von Schulz allein hingerichtet werden. Aber unbedingt schonungslos, usque ad finem.“ Genau vor 100 Jahren wurden diese Zeilen in „Jungborn – Bergfahrten und Höhengedanken eines einsamen Pfadsuchers“ von Eugen Guido Lammer verfasst. Lammer prägte den führerlosen Alpinismus in einer Zeit, da ihm noch eine Wildheit eigen war, welche heutzutage selbst in den entlegensten Gebieten unseres Planeten nicht einmal mehr in Ansätzen zu finden ist.

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Lammer war selbst zu seiner Zeit bereits Ketzer, predigte den absolut reinen alpinen Geist; dies in einer Zeit, da die ersten Schutzhütten (im heutigen Sinne eigentlich nur karge, alpine Notunterkün­e) entstanden. Politischer Missbrauch war ihm fremd, er stand freien Geistes wehrhaft­ und stolz im Wind derer, die seinen klaren geistigen Leitlinien nicht folgen konnten oder wollten.

Prof. Dr. Karl Schulz aus Leipzig verfolgte Lammers Tun jahrelang voller Hass ob des innewohnenden Ketzergedankens, versuchte ihn (das war zwischen 1880 und 1890 …) in Schrift­ und Aktion zu denunzieren und „unschädlich“ zu machen.

Der Alpinismus und das Klettern haben sich in diesen 100 Jahren grundlegend verändert. Würde ein Eugen Guido Lammer heute an den Felsen seiner Jugend vorbeiwandern, würde er verächtlich belächelt, verbal oder tätlich angegriffen oder in digitalen Medien hingerichtet werden.

Heutzutage ist das Klettern und Bergsteigen ungleich sicherer geworden; ist man an den Achttausendern der Welt mit Facebook und Instagram permanent mit der Außenwelt und sogar „Heimat“ verbunden, werden Felskletterrouten in der Regel mit sicherem, gebohrten Hakenmaterial ausgestattet und sind so selbst für unerfahrene Stadtmenschen mit „Indoor“-Erfahrung leicht und relativ ungefährlich konsumierbar.

Dies hat in den letzten Jahren zu einem Boom des Klettersports geführt, der von Tourismusverbänden (auch im positiven Sinne der Volksgesundheit) erkannt wurde, welcher aber Brücken zu den Traditionen eines aus oftmals anderen Motiven ausgeführten Natur- und Selbsterlebens sukzessive abgebrochen hat.

Der „heroische“ Alpinismus wurde quasi im eigenen Sterben nochmals zu Tode getreten. Freilich, in der heutigen Zeit kann er keinen Platz mehr haben, wie auch Lammer nicht.

Der hyperliberale Geist, welcher ins Bergsteigen, insbesondere ins Klettern und Sportklettern, in den letzten Jahren eingezogen ist, verachtet aber nicht nur den verstaubten Heroismus (indem man ihm ganz einfach missbräuchliche Verwendung vorwirft­ und ihn so leicht „entsorgen“ kann), nein, er stellt selbst seine eigenen Wurzeln völlig infrage: Der europäische  traditionelle Alpinismus wurde nämlich um 1970 ordentlich durchgerüttelt, als die Freikletterbewegung aus den USA überschwappte, mit Drogen, ’68er-Mentalität, kurioserweise aber einer ganz strengen Ethik (an den Begehungsstil der Kletterrouten) und – vor allem – einer sehr großen Gewichtung der persönlichen Freiheit, welche auch die Benennung von neuen Routen beinhaltete und als unantastbar galt.

Betritt man heutzutage „Neuland“ (das heißt, ‑ findet man ein Stück Fels oder Eis, wo noch niemand zuvor hochgeklettert ist), so gilt es als ungeschriebenes Gesetz, dass der „Erstbegeher“ diese Route so benennen darf, wie er möchte.

Im Jahre 2010 kam es zu einer medialen Diskussion über die Namensgebung von Kletterrouten in Schweden. Nicht Schulz war auferstanden, eine Frau Hess entdeckte in einem Klettergarten nahe Stockholm Namensgebungen, welche mit den dunkelsten Seiten der Geschichte kokettieren wollten. Im Alpenlande Lammers suchte und fand man ein ebenbürtiges Feindbild und versuchte, medial in der Vorwahlzeit gut inszeniert, es wie die Kuh durchs Dorf zu treiben. Es führte auch in Österreich neben der Mehrheit der „Unpolitischen“ und „Gleichgültigen“ zu  einer gewissen Spaltung in der Kletterszene.

Nach den Wahlen (welche wie fast immer zugunsten der in sich ungeistigen Masse ausgingen) richteten sich die psychosozialen Verwerfungen scheinbar wieder wie von selbst; die Kuh und das Dorf waren bei den meisten… (weiterlesen können Sie im aktuellen FREILICH 14 – hier bereits ab EUR 49,00 abonnieren).



Rund um die Bundestagswahl in Deutschland und die Landtagswahl in Oberösterreich zeigen sich die deutschsprachigen Bundesrepubliken im äußerst erbärmlichen Kleid. Ein Kommentar von FREILICH-Chefredakteur Ulrich Novak.

Die meisten in den Redaktionen der freien Medien sehen bei den Analysen des politischen Ist-Zustandes Österreichs und Deutschlands die beispiellosen Fehlentwicklungen der letzten Jahre und sprechen etwa von einer Bundestagswahl, die „egal“ sei, weil sich nichts wesentlich positiv verändern werde.

Das Personalangebot der Altparteien ist dabei unzumutbar bis mittelmäßig, der Umgang mit dem  Wählerauftrag und dem eigenen Amtseid ist in der politisch arrivierten Kaste weitgehend verkommen, wie häufig genug die allgemeinen kaufmännischen Sitten. Manche freiheitliche oder freiheitlichen nahe Journalisten bilanzieren völlig richtig ökonomische, administrative und militärische Katastrophalentscheidungen der deutschen wie der österreichischen Regierungen mit ihren roten, grünen und schwarzen Parteienanteilen.

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Eine kriminelle Migrations- und eine total misslungene Integrationspolitik in beiden Ländern, eine völlig irrsinnige, per Ukas von Merkel durchgesetzte Energiewende und eine diesen fahrlässigen Unfug sekundierende Politik in Brüssel, die korrupt, machtgeil und grün-sozialistisch ideologisiert erscheint, machen das Maß im Wahljahr 2021 voll.

Die aktuell politisch Herrschenden haben nicht zuletzt über den Versuch, die Österreicher und die Deutschen über totalitaristisch motivierte Entmündigungsmaßnahmen im Rahmen der „Pandemie“-Bekämpfung ihrer Grundrechte zu berauben, ihr wahres Gesicht gezeigt.

Man könnte noch die drohende Impfpflicht, den absurd demütigenden Maskenzwang und die unglaublichen polizeilichen Einsätze in Wien, Berlin und andernorts erwähnen, man könnte über Gender-Wahnsinn, über links politisierte „Ordnungshüter“ lachen, die sich in Leipzig und Berlin regelmäßig von der Antifa verprügeln lassen, aber gegen Querdenker und andere im gleichen Anliegen Assoziierte mit unverhältnismäßiger Gewalt vorgehen, doch dessen genug.

Der große deutsch-rumänische Schri­ftsteller Hans Bergel fragte sich als Achtzigjähriger: „Ob ich ein Deutscher bin? Meiner Geburt, meiner Muttersprache, meiner Erziehung und Bildung, meinem Reisepass nach: ja, aber je länger ich in Deutschland lebe, umso fremder fühle ich mich unter den Deutschen.“ Ein Gefühl, das ähnlich auch die „literarische Jugendliebe“ Monika Marons, Heinrich Heine, teilte.

Sein Lebensweg, seine Frankophilie mit gleichzeitiger Vorliebe für Deutschland – „[sie] grassiert in meinem Herzen, sie ist unheilbar“ – belegen dies. Als Burschenschafter der Bonner Alemannia zeigte er sich begeistert von Ernst Moritz Arndt, der in Bonn Vorlesungsreihen über die Geschichte des deutschen Volkes hielt. Heine vermerkte, dass Arndt in den altdeutschen Wäldern jene Tugenden suchte, „die er in den Salons der Gegenwart vermisste“.

Lew Kopelew schreibt in seiner Biografie über den Dichter: „Heine nahm damals und noch für viele Jahre mit besonderer Bewegung die Dichtungen, Chroniken und Überlieferungen der alten Zeit auf. Die wahre deutsche Größe, die wahre deutsche Schönheit lebten  n den Worten, […] in der lebendigen Wirklichkeit der Sprache. Im Wort konnte jeder ungeachtet der Regierungsverbote, ungeachtet der Galgen und Gefängnisse zur Freiheit gelangen.“

Für Freiheitliche geht es aktuell und à la longue allerdings um Freiheit, die nicht nur eine innerliche des Wortes und der Gedanken ist. Es geht immer auch um die freiheitlich aktive politische Mitgestaltung in Österreich und Deutschland.