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Wer die heutigen Anzugträger in Couleur und korrekter Frisur sieht, mag kaum glauben, dass Burschenscha­fter einstmals ziemlich verwegen und widerborstig waren. Ein Kommentar von FREILICH-Chefredakteur Ulrich Novak.

Die Gründungszeit der Burschenschaft, die Zeit der widerständigen Studenten gegen die napoleonische Besatzung Deutschlands, das Aufbegehren gegen Kleinstaaterei, die Karlsbader Beschlüsse – das alles konnte nur mit gemeinsamen Idealen und umfassendem Einsatzwillen der Burschenschaften stattfinden. Burschenscha­fter waren Rebellen, die im Zuge des europaweiten nationalen Erwachens demokratischen, liberalen und patriotischen Träumen nachhingen, diese zu realisieren suchten und sie gelegentlich in ihrer langen Geschichte auch erfüllt fanden.

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Verbannungen, Todesurteile, langjährige Ha­ strafen sollten der burschenscha­ftlichen Bewegung, den Hambacher Festen, dem Frankfurter Wachensturm und allerlei anderen Aktivitäten und umstürzlerischen Plänen entgegenwirken. Die arroganten und machtverliebten Herrschenden, die am Volke vorbei und häufig genug gegen seine Interessen regierten, waren erklärte Feinde der Burschenschafter. Doch Progressbewegung, Weltkriege, Kaiser- und Zwischenkriegszeit, aber auch die Zeit nach 1945 sorgten für ein Abkühlen des „heißen Burschenblutes“. Man arrangierte sich überwiegend mit den politischen Strukturen, man glaubte und glaubt noch immer, die Dinge, die noch die  Gründungsburschen forderten, seien verwirklicht.

Es scheint, dass der revolutionäre Geist der Burschenschafter, die selbstlose Verpflichtung auf Deutschland und seine Interessen, einem bürgerlich-konservativen Arrangement in Angepasstheit gewichen sei. Lediglich die gewalttätigen Ausschreitungen und Angriffe der Linken und die Abscheu der Medien gegen die „rechtsextremen, bösen“ Burschenscha­fter erinnern den einen oder anderen „Buxen“ daran, dass es außerhalb der Filterblase der Bundeshäuser eine Welt gibt, die nicht ganz so harmonisch ist, wie dies der in den Riten des eigenen Bundes geborgene Waffenstudent annehmen möchte.

Die Burschenschaften, die als antifeudale Oppositionsbewegung die bürgerlich-demokratische Revolution vorantrieben, sollten aber erkennen, dass das politische Establishment Deutschlands und Österreichs genau diese Errungenschaften seit Jahrzehnten annullieren möchte. Leider ist wenig Gegenposition, wenig prononciert Freiheitliches aus den Kreisen der Burschenschaften dazu zu vernehmen. Stattdessen Skandälchen um Ewiggestrige, sonstige Dummköpfe und geschmacklose Au­ ritte, die stets das bestätigen, was die Relotius-Jünger und ähnlich Gesinnte von der Deutschen Burschenschaft erwarten.

Es scheint an der Zeit, dass wir Burschenschafter uns wieder einmal auf unsere… (weiter lesen Sie in der FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“).

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Burschenschafter lieben Geschichte. Aber sie schreiben sie nicht selbst. Bernhard Weidinger sieht sie „Im nationalen Abwehrkampf der Grenzlanddeutschen“ in Österreich nach 1945. Eine Rezension von Lothar Höbelt.

Weidingers Buch über Burschenschaften und Politik fällt aus dem üblichen Rahmen der Polemiken zu diesem Thema. Man darf dem Autor durchaus Glauben schenken, wenn er eingangs betont, dass er Engführungen vermeiden, die Burschenschaft­en nicht als Monolith betrachten und eigenständige Quellenarbeit betreiben wollte.

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Damit ist nicht gesagt, dass es ihm gelungen ist, gänzlich über seinen Schatten zu springen. Wer ist schon völlig frei von Manierismen und ‑fixen Ideen? Das nationale Lager sicher nicht – und Weidinger auch nicht. Da ist z.B. die Verwendung des Adjektivs „rechtsextrem“ – dagegen ist nun prinzipiell nichts einzuwenden, irgendwer muss ja im politischen Spektrum schließlich an den beiden entgegengesetzten Enden der Skala stehen. Ja, als besondere Ausnahmeerscheinung gewürdigt zu werden, schmeichelt dem Ego vielleicht sogar.

Doch seine Definition ist nicht praktisch an der Kunst des Möglichen orientiert, sondern an philosophischen Kriterien (oder Haarspaltereien). In dieser Beziehung verbindet den Kritiker mit seinem Gegenstand vielleicht sogar mehr, als beiden lieb ist, doch für das Verhältnis von Burschenschaft­en und Politik gibt es wenig her. Das A & O seines Leidens kreist um die unzweideutige Distanzierung vom Nationalsozialismus, ganz so, als ob die Allgegenwart von derlei gebetsmühlenartigen Floskeln  tatsächlich einer Auseinandersetzung mit dem Gegenstand entspringe und nicht vielmehr vorauseilendem Gehorsam vor einer Erwartungshaltung, die mit historischem Wissen wenig zu tun hat.

Nach 1945, als diesem Diskurs eine gewisse Aktualität noch nicht abzusprechen war, standen andere Kriterien im Vordergrund: Da ging es um Diktatur, Militarismus und Anschluss, nicht um Shoa und Restitution. Weidinger gibt überdies durchaus zu, dass sich die nationalen Korporierten vielfach in weitgehender Übereinstimmung mit der Linken befinden, was die Kritik an so manchen  Gründungssagen der Zweiten Republik betrifft (S. 370). Gerade in diesem Punkt wird deutlich: Ein Urteil über die weitgehende Akzeptanz des NS-Regimes durch die Bevölkerung, wie es heute o­ als mutige Geste von Aufdeckern gilt, wurde bis in die Achtzigerjahre meist als Apologie verstockter Ehemaliger verteufelt.

Derlei Marotten mögen infolge ihres repetitiven Charakters zuweilen störend wirken, sie beeinträchtigen nicht den Kern des Buches. Weidinger hat sich tatsächlich die Mühe gemacht, die Verlautbarungen und Publikationen der Burschenschaften und ihrer Verbände zu sichten, ergänzt durch Interviews mit interessanten, wenn auch meist untypischen Repräsentanten des Milieus, o­ aus dem Kreis der Hochschullehrer (z. B. Günther Cerwinka und Sigurd Paul Scheichl) oder „dissidenten“ Politiker, wie Christian Allesch oder Friedhelm Frischenschlager.

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Aber letzten Endes liest sich sein Buch zwangsläufig wie eine politische Geschichte Österreichs anhand der Parlamentsreden und Zeitungsmeldungen, (fast) ohne interne Protokolle und Briefe. Das ist nicht Weidingers Schuld, vergleichbare Quellen sind einfach nicht verfügbar – und sie werden wohl leider auch für die politische Geschichte bald nicht mehr zur Verfügung stehen.

Umso anerkennenswerter ist, dass Weidinger in so manchen Punkten das Richtige trifft : Viele seiner Quellen stammen aus dem Umkreis der Diskussionen mit bundesdeutschen Verbindungen. Da liegt der Vergleich nahe. Er konstatiert in Österreich eine politisch-weltanschauliche Erstarrung, eine Verengung der Interessen als Reaktion auf den „Ausschluss aus Deutschland“ (S. 69, 105). Da ist nun zweifellos was dran. Der Kurzschluss der Gegner, mit dem Nationalsozialismus auch den Anschlussgedanken und den bis dahin ziemlich unbestritten deutschen Charakter Österreichs über Bord zu werfen, ließ als Reaktion wohl zuweilen die Versuchung aufgenommen, mit dem deutschen Charakter des Landes auch den Nationalsozialismus in Schutz zu nehmen.

Auch wenn man – wie der Rezensent – der These  zustimmt, dass die Mehrzahl der Österreicher aufgrund ihrer Muttersprache nun einmal Deutsche sind, mag die ständige Wiederholung ein und desselben Topos kein Ausdruck besonderer intellektueller Lebendigkeit sein. Das Ideal der Standha­ftigkeit ist für den flotten Bewegungskrieg keine ideale Voraussetzung. Eine gewisse „defaitistisch-desinteressierte Haltung“ (S. 213), verbunden mit der Stilisierung als die einzig Aufrechten, ließ vielleicht auch verkennen, dass man in den Fünfziger- und Sechzigerjahren mit nationalen Themen zum Teil noch offene Türen einrannte. Selbst das Adjektiv „völkisch“ kam einem österreichischen Bundeskanzler der Zweiten Republik wie Gorbach noch – positiv konnotiert – ganz selbstverständlich von den Lippen (vgl. „Südost-Tagespost“ vom 10.09.1963). Für die von Weidinger kritisierte Vokabel „Zusammenbruch“ für das Kriegsende (S. 113) lässt sich als Kronzeuge immerhin der spätere Staatsvertragskanzler Raab anführen (vgl. Protokolle des ÖVP-Klubs vom 11.04.1946).

Weidinger kritisiert zu Recht gewisse Aspekte der „Geschichtspolitik“, wie z. B. die ständige Berufung auf 1848 als Geburtsstunde der Demokratie, die alle möglichen notwendigen Differenzierungen unter den Tisch fallen lässt. Dieses kuriose Faible von Rechten, mit ihren linken Vorfahren zu prunken, das sich genauso bei den Fans der christlichen Soziallehre findet, wäre eine eigene Erörterung wert. Klar ist auch: Demokratisierung wird nun einmal meist dort geschätzt und befürwortet, wo es einem nützt.

Dass im Milieu der Korporationen ein akademischer Dünkel anzutreffen war, der sich zuweilen in einer „eigenen Aufwertung auf Grund vermeintlicher moralischer Superiorität“ niedergeschlagen hat, dürft­e stimmen – Weidinger mag allenfalls gnädig stimmen, dass ebendiese Haltung heute bei den Gegnern der Rechten äußerst beliebt ist. Dass sich die Interna der Verbindungen zwangsläufig auf eine Oligarchie von Funktionären zuspitzen, die von ihren Gefolgsleuten delegiert und abgenickt werden, dür­fte ebenfalls nicht ganz falsch sein – so funktionieren Vereine eben, bis hin zum ÖGB, der auch nur eine sehr abgestuft­e Meinungsbildung zulässt (er wird wissen, warum …)

Kommen wir zum Kern: Welchen Niederschlag hat das politische Engagement der Burschenschaft­en gefunden? Völlig richtig: einen eher geringen. Die Burschenscha­ften haben als Refugium vor dem Zeitgeist gedient, damit im Sinne der Traditionspflege eine bewahrende Funktion ausgeübt, auch im Sinne einer „festigenden Geborgenheit“ für ihre Mitglieder, aber gerade diese Abschließungstendenzen haben natürlich auch die Möglichkeit verringert, auf diesen Zeitgeist Einfluss zu nehmen, von der kontraproduktiven Wirkung so mancher Inszenierungen einmal ganz abgesehen: Der Österreicher liebt nun einmal keine „Demos“, die mit Staus und Krawall verbunden sind. Wer immer sich da profilieren will, tut seiner Sache nichts Gutes, was nicht ausschließt, dass er im kleinen Kreis womöglich als besonders aufrechter Kämpfer gelobt wird.

In puncto Südtirol ist Weidinger gnädig, weil er die üblichen Vorwürfe wiederholt: Befreiungskämpfer und Terroristen sind nun einmal überlappende Größen, Aktivisten (ORF-Speak für linke Demonstranten) und Extremisten (ORF-Speak für rechte Demonstranten) ebenfalls… (weiter lesen Sie in der FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“).

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Wohin geht die Deutsche Burschenschaft? FREILICH hat mit DB-Pressesprecher Philip Stein über die Perspektiven der Veränderung gesprochen.

FREILICH Magazin: Herr Stein, Sie sind heute Pressesprecher der DB. Wann und warum sind Sie Burschenschafter geworden?

Philip Stein: Kurz vor dem Abitur, d. h. irgendwann im Herbst oder Winter 2010, habe ich meine ersten holprigen Gehversuche als „Autor“ gewagt. Mir wurde das seltene Glück zuteil, dass gleich zwei meiner Lehrer ein doch sehr offenes Ohr für alles Nonkonforme hatten – und so in den privaten „Genuss“ meiner politischen Elaborate gekommen sind.

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Daraus entwickelte sich aber zum Glück ein reger und offener Austausch über politische Inhalte, mit dem Ergebnis, dass mir beide Lehrer – ganz unabhängig voneinander – ein Engagement in einer Burschenschaft­ ans Herz legten bzw. diese Option zur Sprache brachten. Diesem „Ruf“ bin ich nach mehrmaliger „Besichtigung“ des burschenschaft­lichen Betriebes dann gefolgt. Das politische Interesse stand also bei mir immer im Vordergrund. Aktiv geworden bin ich anschließend im Dezember 2011 bei der Marburger Burschenscha­ft Germania, der ich noch heute angehöre.

Wenn Sie auf Ihre eigene Aktivenzeit zurückblicken: Welchen Einfluss hatte die Burschenschaft auf Ihre persönliche Entwicklung? Was hat Sie geprägt?

Die Zeit, die ich als junger Aktiver in Marburg verbringen dur­fte, hat mich auf eine Art und Weise geprägt, die mit Sicherheit keine andere (politische) Organisation hätte bewerkstelligen können. Der Einfluss der Bundesbrüder war enorm. Ich habe, was politische Standpunkte, Argumentationsgrundlagen, allgemeine wie politische Bildung, aber auch Verhaltensweisen und „So­ Skills“ angeht, so viel und vor allem so schnell gelernt, dass ich durchaus gewillt bin, von einer Ersatzhochschule zu sprechen.

Ich muss aber auch betonen, dass ich das Glück hatte, nicht nur in einer Aktivengeneration „aufzuwachsen“, die außerordentliche Charaktere vorzuweisen hatte, die auch heute noch auf vielfältige Weise politisch aktiv sind, sondern über die Zeit auch echte Freunde und Kameraden zu finden. Wir halten auch heute noch fest zusammen.

Mich hat neben dem Mensurschläger, von dem wir doch häufig Gebrauch machten, also vor allem die interne politische Diskussion geprägt – und die war so vielfältig wie ernstha­ft. Der Druck von außen ist dabei natürlich auch nicht zu vernachlässigen. Marburg ist eine umkämpft­e Universitätsstadt, die Marburger Germanen der Hauptfeind der linken Studentenscha­ft und auch des Mainstreams. Dieser Umstand schweißt zusätzlich zusammen. Die „studentische Front“ hat mich bestärkt und geprägt.

Burschenschaften sind bereits über 200 Jahre alt, und die Gesellschaften haben sich in dieser Zeit stark gewandelt. Für viele Außenstehende wirkt das deutsche Verbindungswesen deshalb sehr antiquiert. Warum sollte man heutzutage eigentlich noch Burschenschafter werden?

Wenn wir ganz ehrlich zu uns sind, dann müssen wir selbstkritisch konstatieren, dass wir natürlich auch Antiquiertes mit uns herumtragen. Diese antiquierten Elemente, über deren Sinnhaft­igkeit eine Diskussion durchaus erlaubt sein muss, kann jedoch von einem Traditionsbestand geschieden werden, der unserer heutigen „Gesellschaft­“ klar gegenübersteht.

Den Versuch zu wagen, zwangha­ft „moderner“ zu wirken, halte ich für gefährlich. Moderne und zeitgemäße Medien- und Pressearbeit: ja; pseudohippe Party- und Konsum-Updates: keinesfalls. Wir müssen das, was uns ausmacht und von anderen scheidet… (weiter lesen Sie in der FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“).

Philip Stein: 1991 im hessischen Fritzlar geboren, studierte Geschichtswissenschaft, Philosophie und Germanistik in Marburg. Während des Studiums trat er der Marburger Burschenschaft Germania bei. Seit 2015 leitet er das rechte Bürgernetzwerk „Ein Prozent“. Ein Jahr später gründete er den Jungeuropa Verlag. Aktuell ist er zudem Pressesprecher der Deutschen Burschenschaft. In der Vergangenheit publizierte er für unterschiedliche Blogs und Zeitschriften (z.B. Blaue Narzisse, Sezession, Neue Ordnung). 2013 veröffentlichte Stein gemeinsam mit Felix Menzel das Buch „Junges Europa. Szenarien eines Umbruchs“.

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Toxisch soll sie sein, die Männlichkeit. Hier ist sie zu Hause. In der Burschenschaft leben Hierarchie und Gemeinschaft. Und lauter Männer.

Es ist Montagabend. Der erste Tag des neuen Studiensemesters liegt hinter dir. Dieser Abend gehört nicht dir allein. Du verbringst ihn beim gemeinsamen Convent mit deinen Bundesbrüdern. Vor einem Jahr bist du kurz nach deinem Einsprung auf das Haus gezogen. Seither wächst du täglich mehr in eine familiäre Gemeinscha­ft hinein, in einen Männer- und Lebensbund, der dich und deinen Alltag prägt. Nach langen Sommerferien bist du wieder in vertrauter Runde angekommen – im Kreis deiner Burschenscha­ft!

Die wöchentlichen Convente, die täglichen Paukstunden, das Semesterprogramm und nicht zuletzt die Mensuren bestimmen den Lebensrhythmus eines Burschenschaft­ers während seiner Aktivzeit. Die zeitliche Belastung neben dem Studium ist hoch, ebenso die Ausfallquote. Auf jeden Alten Herren kommen zumindest drei Ausgetretene, die ihre Aktivzeit vorzeitig abgebrochen haben. In einigen Burschenscha­ften liegt dieser Anteil noch höher.

Gerade die ersten Jahre als Waffenstudent sind stark von Pflichten geprägt. Erfolgreich ist nur, wer Müssen, Können und Wollen in Einklang bringt. Selbstverständlich kommt in Studentenverbindungen die gemeinsame, feuchtfröhliche Freizeitgestaltung auch nicht zu kurz – nichtsdestotrotz bleibt die Frage: Warum begibt sich ein junger Mann im Jahr 2020 freiwillig in die enge Gemeinscha­ft eines Männerbundes?

Des Lebens Ängste, er wirft sie weg

Spezielle Merkmale des Männerbundes sind hierarchische Strukturen, Gemeinschaft­srituale, Initiationsriten, strenge Ehrenkodizes und gemeinsame Erkennungszeichen. Die Gemeinscha­ft stärkt damit den inneren Zusammenhalt, schafft eine gemeinsame Identität und grenzt sich nach außen ab. Dies gilt gleichermaßen für die ersten, primitiven Jagdgesellschaft­en und die mittelalterlichen Ritterbünde wie auch für die neuzeitlichen Studentenverbindungen.

Gemeinsame Identität, Korpsgeist und Gruppendenken sind die Grundpfeiler des Männerbundes im Lauf der Geschichte. Das „Wir“ dieser Gemeinscha­ften wird von den Bundesbrüdern (zumindest zeitweise) dem „Ich“ übergeordnet. Die eigene Männlichkeit und Opferbereitschaft ­ sollen in diesen Bünden immer wieder unter Beweis gestellt werden. Ein echter Mann ist… (weiter lesen Sie in der FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“)

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Gewalt gegen Burschenschaften ist längst keine Seltenheit mehr. Die Straftaten reichen von Schmierereien über Brandstiftungen bis zu körperlichen Angriffen.

Wenn man durch Hochschulorte in Deutschland und Österreich spaziert, erkennt man die Häuser von Studentenverbindungen nicht nur an den bunten Fahnen, sondern oft­mals auch an bunten Schmierereien an der Fassade.

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Farbbeutelwürfe und linke Graffiti mit Drohungen und Parolen wie „Burschis boxen“ oder „Wir kriegen euch alle“ gehören fast schon zur Normalität. Meist nutzen die Täter die Ruhe und Finsternis der Nacht. Dementsprechend niedrig ist für gewöhnlich die Aufklärungsquote solcher Straft­aten. Diese Farbangriffe sollen nicht nur Sachschaden verursachen, sondern die Verbindungshäuser „markieren“. Auf linksextremen Blogs erscheinen dann Bekennerschreiben, in denen Gesinnungsgenossen zur Nachahmung aufgerufen werden.

Doch bei eher harmlosen Schmierereien bleibt es natürlich nicht. Militante Antifagruppen gehen stets einen Schritt weiter und eskalieren. Sie schrecken weder vor Brandsti­ftungen noch Körperverletzungen zurück. Im Jahr 2020 kam es wiederholt zu tätlichen Angriffen, bei denen Linksextreme – fast ausschließlich in Überzahl – auf Korporierte losgingen.

Unter www.linke-gewalt.info dokumentieren wir linke Straftaten!

Zuletzt geschah dies Ende Oktober, als ein 22-jähriger Corpsstudent nachts in Braunschweig hinterrücks überfallen, zu Boden gerissen und anschließend durch Tritte ins Gesicht verletzt wurde. Glücklicherweise konnte er sich geistesgegenwärtig wehren und die Täter dadurch in die Flucht schlagen.

Brandanschläge auf Fahrzeuge von Korporierten gab es im Januar in Lübeck und im Februar in Jena. Anfang November wurde dann auch noch der Pkw eines Burschenscha­fters in Marburg abgefackelt. Speziell im November dieses Jahres nahm die Anzahl linker Straftaten gegen Korporationen noch einmal merklich zu. Mehrere Verbindungshäuser wurden mit Steinen angegriffen oder großflächig beschmiert.

Speziell der jüngste Fall in Deggendorf zeigt, wie die Gewaltspirale gegen Korporationen gedreht wird. Ende November brachen mutmaßliche Linksextreme in das Haus der Akademischen Burschenschaft­ Markomannia Wien zu Deggendorf ein und verwüsteten die Innenausstattung. „Dass Burschenscha­ften kritisch gesehen werden, ist für uns kein Problem und gehört zum demokratischen Alltag dazu. Buttersäureangriffe, Anschläge auf privaten Wohnraum, tätliche Angriffe und nun Einbruch und Verwüstung haben jedoch nichts mehr mit demokratischem Meinungsdiskurs zu tun… (weiterlesen in der FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“)

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Die Burschenschaft­ hat eine lange Tradition, auf die wir mit Stolz zurückschauen dürfen. Revolutionär und antikonservativ zu Beginn des 19. Jahrhunderts, maßgeblich beteiligt an der Revolution 1848, mit vielen Mitgliedern im Frankfurter Paulskirchenparlament vertreten. Immer an vorderster Front, wenn es um gesellschaftliche, demokratische Veränderungen ging.

Cum ira et studio waren Burschenschafter an vielen politischen und gesellschaftlichen Bewegungen beteiligt. Unsere Altvorderen in ihren Bünden waren immer unbequem, was in vielfachen Verboten und anderen staatlichen Repressionen mündete.

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Diese Kraft, nach außen zu wirken, fehlt uns heute. Wir sind sehr mit uns selbst beschäftigt. Mit vielen Traditionen und den Herausforderungen des Alltags in der Verbindung. Allerdings ist es genau diese gesellschaftliche Relevanz, die es braucht und die wir wiedergewinnen wollen, denn genau das wurde uns vorgelebt und ist damit unser Auftrag.

Viele kleine Schritte werden notwendig sein, um dies zu erreichen. Wir dürfen uns zuallererst nicht in interner Arbeit verzetteln, sonst wird die Traditionspflege zum Selbstzweck. Eine kalte Schale ohne Kern braucht niemand. Die Traditionen sind zu pflegen und zu leben, aber in einem Maße und Umfang, der auch weitere Betätigung erlaubt. Und sie sind auch mit der Zeit zu leben und an moderne Zeiten adaptierbar. Sie wollen ja nicht nur bewahrt, sondern vor allem gelebt werden. Und das bedingt, dynamisch und aktiv zu sein.

Eine erste und wichtige Aufgabe der Burschenschaft­ ist es, charakterstarke, mutige junge Männer heranzubilden, die weltanschaulich gefestigt in ihren Berufen und in der Gesellschaft­ ihren Mann stehen. Die wissen, wofür ein Burschenschafter steht, und die nicht beim ersten Gegenwind umfallen. Diese zentrale Aufgabe, eine Selbstverständlichkeit, formt Männer, die später in Strukturen wirken und damit unsere Ideale ins Volk tragen. Der Umstand, dass wir Burschenschafter ein Hauptgegner des Mainstreams sind, schweißt uns noch mehr zusammen und härtet aus. Permanente Diskussionen innerhalb des Bundes und o­ftmals Auseinandersetzungen außerhalb des Bundes bilden aus und lehren, zu argumentieren. Das Führen eines Verbandes mit oft­ über 100 Mitgliedern aller Altersstufen ist eine Erfahrung, die einem niemand nehmen kann. Da aber durch die personelle Größe der Bünde nur ein kleiner Anteil der jungen Studenten durch diese Schule geht, wird hier allein keine große Wirkmächtigkeit erreicht.

Viel wichtiger erscheint es, ins Volk zu gehen, eine Gegenkultur zum Zeitgeist auf unseren Häusern zu etablieren. Unsere Häuser sind Horte der freien Rede, ja, dies ist heute schon etwas Besonderes, auf das hinzuweisen ist. Eine Gegenkultur, die junge Menschen anzieht, die die gesellscha­ftlichen Verwerfungen erkannt haben und dagegenwirken wollen. Eine Gegenkultur, die der modernen Gesellscha­ft mit manchmal antiquiert erscheinenden Ritualen und Bräuchen entgegentritt.

Wir müssen unsere Häuser öffnen und zu Knotenpunkten des Widerstandes gegen den Zeitgeist werden lassen. Der Zerfall der Gesellschaft, eingeleitet durch die 68er, die den Weg durch die Institutionen geschafft und uns dabei verdrängt haben, ist im vollen Lauf und kann nur durch viele kleine Widerstandsnester gestoppt werden, die Keimzellen einer lebendigen Veränderung sind. Jedes Haus einer jeden Burschenschaft­ muss eine kleine Revolutionszelle werden, die sich gegen diesen Zerfall stellt. Hier wird es wichtig sein, Koalitionen zu schmieden, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen und auf den Häusern diskutieren, planen und umsetzen zu können.

Willkommen ist, wer mit uns ist. Nur vereint können wir hier wirken, kleinkarierte Eifersüchteleien, wie manchmal in der Vergangenheit gepflegt, haben heute keinen Platz mehr. Nur das gesamte Mosaik der Rechten hat eine Chance, dem Kulturverlust entgegenzutreten. Und für die Burschenschaft­ ist es eine wesentliche Möglichkeit, gesellscha­ftlich wieder wirksam zu werden.

Viel zu tun, um uns vielleicht wieder zu der Bedeutung zurückzuführen, die unsere Altvorderen einst hatten. Auch mit vielen kleinen Schritte zu erreichen. Dies erfordert Mut und Tatendrang, ist vielleicht nicht immer klug, war aber niemals so wichtig wie heute. Im Schillerschen „Reiterlied“ heißt es: „Es sitzt keine Krone so fest, so hoch, der mutige Springer erreicht sie doch“. Das muss uns Mut machen! Offene Häuser für ein neues Leben. Und während der Bund ein Leben lang hält, sind es viele, kleine Bündnisse, die Leben in den Bund bringen.

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Die Zeiten, in denen Burschenscha­fter das gesellschaftliche Leben maßgeblich prägten, sind seit den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts vorbei. Doch bis heute wirken Burschenschafter für und in der Gesellschaft.

Max Weber, Carl Bosch, Paul Laband, Theodor Storm, Victor Adler, Gustav Stresemann – diese Liste klangvoller Namen ließe sich noch lange fortsetzen. Die Genannten eint – bei allen Unterschieden – dreierlei: zunächst einmal ihr Ruf, der noch forthallt, nachdem allesamt bereits seit mindestens 100 Jahren tot sind. Dann: ihre bemerkenswerten Leistungen auf wissenschaftlicher, künstlerischer und politischer Ebene. Und zu guter Letzt: ihr Engagement als Burschenschafter. Sie stehen sinnbildlich für die Vielzahl an Burschenschaftern, die dem späten 19. und dem frühen 20. Jahrhundert ihren Stempel aufgedrückt haben.

Die ganze Geschichte lesen Sie in der FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“.

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Gewiss, zwischen damals und heute liegen zwei Weltkriege, unzählige Wirtscha­fts- und politische Krisen, eine mehr als 75 Jahre währende Friedensperiode und eine nachhaltige soziale Transformation. Jedoch: In seiner Max-Weber-Biographie beschreibt der FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube das Studentenleben des Begründers der deutschen Soziologie im Heidelberg der 1880er-Jahren als ein Potpourri aus strebsamen Studien, „‚männliche[n] Rituale[n] wie Kamp­trinken, Fechten, öffentliche Krawalle“ sowie einer „kostspielige[n] Lebenshaltung“. Manch ein Leser wird doch die ein oder andere Parallele zu heute erkennen können.

Doch während Max Weber die Zahl von 900 bis 1.000 Studenten, die zu Beginn der 1880er-Jahre an der Universität Heidelberg immatrikuliert waren, bereits als „unerhört große“ Zahl empfindet, studieren heute an deutschen und österreichischen Universitäten und Hochschulen mehr als 3,2 Millionen Studenten. Das Studienangebot umfasst nicht mehr nur klassische Studien wie Philosophie, Rechtswissenschaft, Medizin o.ä., sondern mehr als 20.000 Studiengänge – eine schier unüberschaubare Zahl. Angesichts dieser Größenverhältnisse nimmt sich auch die Zahl der rund 4.500 Mitglieder der Deutschen Burschenschaft­ (DB), dem größten und ältesten burschenschaftlichen Dachverband, verschwindend gering aus. Und geht man von etwa 500 aktiven Studenten aus, so ist diese Zahl bereits wesentlich geringer als die Zahl der Erstsemester an einer x-beliebigen kleinen Universität.

Diese Zahlen verdeutlichen einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel – und der ist der entscheidende Grund für das Schattendasein, das studentische Korporationen und ihre Mitglieder trotz hundertjähriger Tradition heute fristen. Denn im Gegensatz zu den Studentennationen in Schweden und Finnland oder den im angelsächsischen Raum anzutreffenden Colleges haben die meisten Studentenverbindungen im deutschen Raum festere Strukturen und Prinzipien, die nicht massentauglich sind. Man denke an die weitverbreitete Mensur oder den volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriff der Deutschen Burschenschaft. Und es nimmt daher auch nicht wunder, dass die Zahl der Mitglieder in dem Maße zunimmt, in dem die „massenuntauglichen“ Prinzipien abnehmen. So verzeichnet der katholische und nichtschlagende Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) rund 30.000 Mitglieder, davon 4.000 Studenten.

„Snowflakes“ und linke Gewalt

Anders als die Korporationen haben linke und linksextreme Initiativen, begünstigt durch gleichgesinnte Professoren, wohlwollende Universitätsleitungen und das Versagen konservativer Bildungspolitik in den 60er- und 70er-Jahren, die rasant steigende Zahl der Studenten für sich genutzt. Indem diese Antifa-Gruppen in wohlstandsgeprägten Jahrzehnten nahezu vollkommene Narrenfreiheit genossen, entstand an den Universitäten eine neue Form geistiger Unfreiheit. Niall Ferguson, Historiker an der Harvard University, kommentierte diesen Wandel im Gespräch mit der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ): „Der Stimmungswandel, der in den letzten dreißig Jahren stattgefunden hat, ist tiefgreifend. Ich muss es so direkt wie simpel sagen: Die Linken haben die Macht übernommen. Und sie, die sich in der Theorie für die Inklusion stark-machen, haben in der Praxis alle Andersdenkenden konsequent exkludiert.“

Und deshalb finden wir Burschenschaft­er im öffentlichen Leben insbesondere an Orten, die für jene prädestiniert sind, die sich für die offene politische Auseinandersetzung entschieden haben: bei der Identitären Bewegung, bei der FPÖ, der AfD oder im metapolitischen Umfeld der Neuen Rechten bzw. des Dritten Lagers, etwa Bürgerinitiativen oder alternativen Medien.

Medienwirksam inszeniert wurde diese Exklusion etwa im Oktober 2019 an der Universität Hamburg, wo die erste Vorlesung nach dem Ausscheiden des AfD-Mitgründers und Professors für Ökonomie Bernd Lucke  aus dem Europäischen Parlament von mehreren Hundert Demonstranten verhindert wurde. Oder kurz darauf an der Universität Wien als Linksextremisten mehrfach Vorlesungen des Historikers Lothar Höbelt zu stören versuchten. Doch auch abseits der medialen Aufmerksamkeit entfalten linke Gruppen ein ernstzunehmendes Gefährdungspotenzial: Korporierte aller Couleur sehen sich regelmäßig Angriffen auf Leib und Eigentum ausgesetzt. Allein in Hessen wurden in den Jahren 2010 bis 2018 133 Stra­ftaten gegen Studentenverbindungen aktenkundig. In Bayern forderte der AfD-Landtagsabgeordnete und Burschenschaft­er Christoph Maier deshalb eine  kriminalstatistische Erfassung linksextremer Gewalt gegen Studentenverbindungen“. Und erst im Juli 2020 berichtete die „Tagesstimme“ von der Verurteilung eines „linksextremen Demonstranten“, dessen Angriff auf einen Burschenschaft­er im Januar dieses Jahres filmisch fixiert wurde.

Diese physische Gewalt ist dabei lediglich die Spitze des Eisbergs, der die linksextreme Hegemonie an deutschen Universitäten repräsentiert. Und sie ist auch gewissermaßen notwendig, denn Korporierte gefährden mit ihren jahrhundertealten Traditionen, ihrer männerbündischen Prägung und ihrer konservativen Ausrichtung schon durch ihre Existenz die Aufrechterhaltung  eines „safe space“, den linke Gruppen sich „erkämp­ft“ haben, sprich: der ihnen von den Universitäten überlassen wurde. Erneut Ferguson: „Aus Angst, Ideen könnten schmerzen, wollen sich die jungen Leute mit ihnen unangenehmen Ideen gar nicht mehr beschäft­igen. Studenten sind zu Schneeflocken geworden, die man vor gefährlichen Gedanken schützen muss – und das an Universitäten, die es letztlich nur zu dem einzigen Zweck gibt, dass ein freier Ideenaustausch stattfinden kann.“

Die Wege des Burschenschafters

Für junge Burschenschaft­er gibt es angesichts dieser beiden Entwicklungen – zahlenmäßige Bedeutungslosigkeit auf der einen, linksextreme Hegemonie auf der anderen Seite – demnach zwei Möglichkeiten. Erstens: der sprichwörtliche Kampf mit offenem Visier. Diesen Weg beschritten in jüngerer Vergangenheit insbesondere jene, die sich der Identitären Bewegung anschlossen und damit ihrem Verständnis des politischen Au­ftrags, den die Burschenschaft­ seit 1815 für sich reklamiert, Ausdruck verliehen. Ein Schritt, der für die Betroffenen nicht nur mit Anfeindung, Angriffen und „Outing“ verbunden ist, sondern auch prägend für den weiteren Lebens-, insbesondere Berufsweg. Eine zweite Möglichkeit, die weit häufiger gewählt wird, ist das „Abtauchen“ in den Massen abertausender Studenten, die – vor dem Corona-bedingten totalen Digitalisierungsmodus – tagtäglich die Vorlesungssäle und Seminarräume stürmten.

Und, man lese und staune, all diese Irrungen und Wirrungen zusammen ergeben jenes gi­ige, oder modischer: toxische Klima, das den Korporationen mehr oder weniger an die Substanz geht. Einige wenige Ausnahmeerscheinungen wie Reinhard Kienberger, Professor an der TU München und Alter Herr der Akademischen Burschenschaft­ Oberösterreicher Germanen in Wien, bestätigen diese Regelmäßigkeit. Und deshalb finden wir Burschenschaft­er im öffentlichen Leben insbesondere an Orten, die für jene prädestiniert sind, die sich für die offene politische Auseinandersetzung entschieden haben: bei der Identitären Bewegung, bei der FPÖ, der AfD oder im metapolitischen Umfeld der Neuen Rechten bzw. des Dritten Lagers, etwa Bürgerinitiativen oder alternativen Medien.

Doch spätestens seit der programmatischen Schrift­ „Kulturrevolution von rechts“ des französischen Philosophen Alain de Benoist hat die von Gramsci stammende Idee, dass Politik zuvörderst außerhalb der Parlamente gemacht werde, im neurechten und konservativen Lager… (…weiterlesen in der FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“)

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Neues Jahr, neue Inhalte. FREILICH startet die Buchreihe POLITIKON. In Band 2 schreibt Irfan Peci über den Ruf der Islamisten. Wer ihn verbreitet, wer ihm folgt und wie man ihn zum Schweigen bringt.

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Der Alltag von Burschenschaftern spielt sich häufig auf den Buden ab. Die FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“ gibt Einblick in das Leben der Aktiven.

Freitagabend bei einer Burschenschaft. Gedämpftes Licht und Kerzenschein. Es herrscht Stille im Raum. Im sogenannten Kneipsaal steht ein junger Student vor zwei gekreuzten Klingen. Ihm  gegenüber befindet sich der Sprecher der Burschenschaft und reicht ihm die Hand.

Der Neuling gelobt vor den Anwesenden, stets nach den Grundsätzen der Burschenschaft­ zu handeln und die Freundscha­ft zu den Bundesbrüdern zu pflegen. Danach springt er über die gekreuzten Klingen in den äußeren Verband der Verbindung ein und bekommt seine Mütze überreicht. Er ist jetzt Fuchs, das heißt: ein Probemitglied, und bekommt exklusive Einblicke in das Innenleben der schlagenden  Studentenverbindung. Gerade die alten studentischen Traditionen und Riten, wie der eben beschriebene Einsprung, wecken bei vielen Menschen Neugier. Durch zahlreiche Mythen und Gerüchte scheint es, als seien die Burschenschaft­en wie von einer geheimnisvollen Aura umgeben. Doch was passiert wirklich auf den Häusern der deutschnationalen Studentenverbindungen?

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Die „Bude“, wie man das Verbindungshaus auch nennt, ist das soziale Zentrum der Burschenschaft. Hier finden die Veranstaltungen großteils statt, und gerade die jungen Aktiven – also jene  Burschenschafter, die noch studieren – wohnen zumeist in den günstigen Studentenzimmern am Haus. Betritt man ein Verbindungshaus zum ersten Mal, kann es sein, dass man sich wie in vergangenen Zeiten fühlt. Die Häuser stammen häufig aus der Gründerzeit, und die Einrichtung ist dementsprechend traditionell gehalten. In den verschiedenen Räumen stehen oft­ alte Möbel, an den Wänden sind beispielsweise Holzvertäfelungen angebracht, und überall hängen Bilder oder  burschenschaft­liche Dekorationsgegenstände.

Neben dem Kneipsaal, in dem regelmäßig Kneipen, Vorträge und Seminare stattfinden, verbringt man als Burschenschaft­er ebenso viel Zeit im Paukraum. Dort trainieren die jungen Aktiven mehrmals die Woche das Fechten, um sich auf anstehende Mensuren vorzubereiten.

Der beliebteste und am häufigsten frequentierte Bereich ist aber mit Sicherheit die Hausbar. Hier lassen die Aktiven gern mal den Tag bei einem gemütlichen Bier ausklingen oder feiern bis in die frühen Morgenstunden – beides kann natürlich spontan ineinander übergreifen. Alkohol gehört doch irgendwie zur Burschenschaft­. Gerade Wein und Bier werden in zahlreichen Studentenliedern besungen und bei den meisten Veranstaltungen ausgeschenkt. Ob Burschenscha­fter mehr trinken als durchschnittliche Studenten, ist schwer zu sagen. Doch wie einige andere Dinge ist bei Burschenschaft­en auch der Alkoholkonsum reglementiert. Wer über die Stränge schlägt und sich an gewisse Regeln nicht hält, kann schon mal mit einem längeren Alkoholverbot belegt werden – und das gilt dann nicht nur am Haus, sondern in allen Lebensbereichen.

Auf rund 80 Seiten lesen Sie mehr über Mensur, Burschenschaft und studentisches Leben. Die FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“: HIER im FREILICH Buchladen bestellen.

Der Weg zur Burschenschaft

Die Akademische Burschenschaft­ Germania zu Graz bezog 1990 ihre Räumlichkeiten im Dr.-Adalbert-Aigner-Studentenwohnheim in der Bergmanngasse, nur wenige Gehminuten von der Karl-Franzens-Universität entfernt. Das dreistöckige Haus wurde 1888 von Stadtbaumeister Franz Josef Böhm errichtet und die Fassade ist im Stil der Neorenaissance gestaltet. Im ersten Stock befinden sich die Vereinsräumlichkeiten der Germania: Bar, Kneipsaal, Bibliothek und Arbeitszimmer. Gefochten wird im Keller. Außerdem besteht auch für Germanen die Möglichkeit, Studentenwohnungen im Hochparterre, im zweiten Stock und im Dachgeschoss zu mieten.

Günstige Zimmer sind unter Studenten heiß begehrt – von deren unmittelbaren Nachbarscha­ft profitiert die Burschenschaft­. Der Erstkontakt wird o­ftmals über ein solches Zimmer hergestellt. Doch die Wege zu einer Burschenschaft­ verlaufen ganz unterschiedlich. Bei manchen ist bereits ein familiärer Hintergrund vorhanden, andere wiederum werden durch (soziale) Medien neugierig. Viele kommen hingegen einfach über Freunde zur Burschenschaft­.

Der 22-jährige Molekularbiologie-Student Robin wohnt auch am Germanenhaus. Er ist nicht nur Germane, sondern wurde bereits während seiner Schulzeit Mitglied in einer pennalen Burschenschaft­. Mit 16 Jahren habe er begonnen, sich für Politik zu interessieren, erzählt Robin. Dadurch kam er in Kontakt mit der Schülerverbindung und wurde dort aktiv. Als er dann in Graz sein Studium aufnahm, sprang er bei der Germania ein.

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Ähnlich verlief es bei seinen Bundesbrüdern Fabian (21) und Gernot (30). Fabian kommt aus Leoben und wurde ebenfalls schon während seiner Schulzeit Pennäler. Mit Beginn seines Jus-Studiums in Graz habe er sich dann bei allen Burschenschaft­en umgesehen und sich schließlich für die Germania entschieden. Gernot war vorher genauso in einer pennalen Burschenscha­ft aktiv. In seiner Familie ist er allerdings nicht der einzige, auch sein Vater und der ältere Bruder sind Grazer Germanen – die Entscheidung fiel dem angehenden Mediziner deshalb nicht allzu schwer.

Die Reaktionen aus dem persönlichen  Umfeld waren völlig unterschiedlich. Fabians Freunde seien anfangs skeptisch gewesen, hätten aber kaum etwas über Burschenschaft­en gewusst, erzählt er. Man kennt die Gerüchte und typischen Antifa-Unterstellungen zur Genüge. Nach ein paar Gesprächen habe sich die Skepsis aber in Interesse und Neugier gewandelt. „Wir brauchen viel mehr Aufklärungsarbeit, dann legen sich auch die Vorurteile“, betont Fabian. Das bestätigt auch Gernot: „Im ersten Moment ist es bei vielen so, dass sie negativ reagieren. Aber wenn man Außenstehende über Burschenschaft­en persönlich aufklärt oder ihnen einmal das Haus zeigt, dann kann sich das schnell zu einem positiven Bild wandeln.“

Heutzutage ist es schwieriger geworden, junge Mitglieder anzuwerben. Die Zahl der jungen Aktiven ist mit jener vor einigen Jahrzehnten nicht mehr vergleichbar. Das hat mit verschiedenen gesellschaftlichen Entwicklungen zu tun, auch der Linksruck an den Universitäten macht sich bemerkbar. Vielen gilt die Burschenscha­ft als nicht mehr zeitgemäß und überholt. Wer bekennt sich heute noch zum deutschen Vaterland, bindet sich ein Leben lang an eine Gemeinschaft oder stellt sich mit scharfen Klingen zum blutigen Zweikampf? Burschenschaft­en sind also alles andere als Spaßvereine, nicht nur ein „Hobby“ für die Freizeit. Burschenscha­fter sein hat viel mit Idealismus und Überzeugung zu tun – das merkt man in den Gesprächen mit jungen Aktiven, aber auch Alten Herren, die durch die Burschenschaft­ geprägt wurden.

Fuchsen haben innerhalb der Verbindung nur eingeschränkte Rechte und Pflichten. So verfügen sie etwa über kein Stimmrecht bei Conventen. Im Burschenconvent (BC) wird beispielsweise der laufende Aktivbetrieb geregelt. Dort sitzen allerdings nur Burschen und Alte Herren, also Vollmitglieder, die das dreifärbige Band der Verbindung tragen. Nach seinem Einsprung wählt jeder Fuchs ein Vollmitglied, mit dem er sich besonders gut versteht, zu seinem „Leibbursch“. Dieser ist dann eine Art Mentor und vertritt seinen „Leibfuchs“ auch bei Conventen. Dieses besondere Leibverhältnis…

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Neues Jahr, neue Inhalte. FREILICH startet die Buchreihe POLITIKON. Band 1 von FREILICH-Herausgeber Heinrich Sickl singt „Das Lob der Grenze“.

Grenzen, so Heinrich Sickl, helfen uns Identität zu bewahren und Sicherheit zu garantieren. Aktuelle Herausforderung wie Corona und illegale Migration machen klar, dass es Zeit ist für Freiheit und Frieden Grenzen zu setzen und zu verteidigen.

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Zwei Männer stehen einander gegenüber. Der Comment bestimmt, in welchem Abstand. Diese Abmessung (lat. „mensura“) ist namensgebend für den studentischen Brauch der Mensur. Die FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“ schildert, was bei einer Mensur passiert.

Eine erhabene Szenerie: zwei Männer, die kaum ein Meter trennt. Penibel ausgerichtet stehen sie sich gegenüber. Jeweils ein Schlepper reicht ihnen die Waffe. Stille ist angeordnet. Nur leises Flüstern ist noch zu vernehmen, letzte Worte, die den Paukanten von ihren Sekundanten zugesprochen werden. Eine gewisse Schwere liegt in der Lu­ft. Desinfektionsmittel. Rauchschwaden, die manch einer vom Tresengespräch mit ins Pauklokal hinüberzieht. Nicht selten steht bereits der Schweiß in den Nasen, o­ft kann man die Lu­ft gar schmecken, ihren Eisengehalt, den sie zehrt aus den Blutlachen, die an diesem Tag bereits vergossen wurden von anderen Waffenstudenten. Sie stehen mit wüsten Verbänden und Pflastern in der Menge, lassen sich zuprosten, während sie auf das soeben ärztlich erteilte Alkoholverbot mit großen Bierkrügen anstoßen.

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Dann wird es ernst. Die Mensur ist abgemessen, ausgesteckt oder genommen, mit den Korbschlägern oder den Glocken, je nachdem, aus welchen deutschen Landen die Beteiligten hier  zusammengekommen sind. Ihre behandschuhten Finger sind an die Griffe der Hiebwaffen gelegt. Sie starren sich an durch die kleinen Sichtgitter metallener Schutzbrillen. Manch einer steht wie auf Appell, manch einer lockert noch einmal die Beine. Einen Ausweg gibt es nicht mehr. Kein Ausweichen, keine Ringecke, in die man sich flüchten kann. Nur eine Haltung ist erlaubt: geradestehen. Durchziehen. Es ist ein Teil der inneren Dimension jenes Schauspiels. Wer weicht oder jammert, für den endet dieses Abenteuer heute in Gram und Schmach.

Auf rund 80 Seiten lesen Sie mehr über Mensur, Burschenschaft und studentisches Leben. Die FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“: HIER im FREILICH Buchladen bestellen.

Die Sekundanten gehen in Stellung. Ab sofort zieht ihr bellendes Kommando scharf: „Hoch bitte!“ Auf ihr Wort schnellen die Klingen in die Auslage. Ein letztes Einatmen. Dann ein Ruf – meistens „Los!“ –, und wie ein düster angerolltes Gewitter entladen sich die Kräfte der Kontrahenten. Es wird aufgezogen und wieder in Deckung gegangen. Es gibt ein charakteristisches blechernes Scheppern, wenn das rasende Bestreben beider Paukanten aufeinandertrifft. Funken fliegen, wenn die Klingen in der Lu­ft aneinanderprallen. Mal zerfetzt es ein Stück der Schutzkleidung oder auch den Haarschnitt, meist akkurat gekämmt und mit besonders frischen Seiten, die dem Paukarzt sein Wirken genauso erleichtern sollen wie dem Mensurfotografen.

Mindestens vier Hiebe lässt jeder Paukant pro regulären Gang auf sein Gegenüber niederregnen. Die Anzahl der Hiebe und Gänge regelt der jeweilige Comment. Mal sind es 40, mal 60 Gänge. Ab und zu ist es auch nur einer. Wenn das Fuchteln und Wedeln der Klingen sich seinen Weg bahnt, dann klingelt es dort, wo sich das meiste abspielt bei diesem Treiben: im Kopp! Oft­ zunächst unbemerkt rauscht das Eisen auf die Köpfe und Stirnflächen, frisst es sich in Kinn oder Wange, wo noch immer der prominenteste Schmiss zu Hause ist. Dann obliegt es dem Entscheid von Paukarzt und Sekundant, wie zu verfahren ist. Wie schlimm ist es? Wie weit geht man? Der Paukant hat bei all dem keine Mitsprache. Bloß darum anzusuchen, doch noch ein paar Gänge stehen zu dürfen, das mag man ihm zubilligen. Und so steht mancher, bis ihm das Blut fast bis…

Wie es weitergeht, lesen Sie in der FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“

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Neues Jahr, neue Inhalte. FREILICH startet die Buchreihe POLITIKON. Band 1 von FREILICH-Herausgeber Heinrich Sickl singt „Das Lob der Grenze“.

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Drei Männer, drei Generationen Burschenschaft. In der FREILICH‑Sonderausgabe „Burschenschaften“ sprechen sie über ihre Welt, ihre Erfahrungen und unsere Gesellschaft­.

­FREILICH Magazin: Beginnen wir mit einer persönlichen Frage: Was war ein besonderer Moment in Ihrem Burschenschafterleben?

Lukas Feichtenschlager: Am 10. Oktober 2020 hat die Burschenscha­ft Leder das Grab des Bundesbruders Ernst Großmann besucht und dort im Zuge des 100-jährigen Jubiläums der Kärntner Volksabstimmung einen Kranz niedergelegt. Ernst Großmann war Schweizer Staatsbürger und hatte die Kriegsjahre während des Ersten Weltkrieges als alleiniger Aktiver in Leoben verbracht. Mit dem Beginn des Kärntner Abwehrkampfes meldeten sich viele Leobener Studenten und zogen als  Leobener akademische Legion nach Kärnten, auch Ernst Großmann. Leider wurde er durch eine MG-Kugel verwundet und verstarb im Wolfsberger Krankenhaus. Auf seinem Grabstein ist folgende Inschri­ft zu lesen: „Dem freiheitsliebenden Schweizermitkämpfer die dankschuldigen Wolfsberger Ernst Großmann stud. mont. B! Leder, gefallen für Kärntens Freiheit.“ Diese Achtung und  Dankbarkeit, welche durch die Inschrift­ vermittelt werden, haben mich zutiefst berührt und mir in Erinnerung gerufen, dass man als Burschenschaft­er stets einen Beitrag für den Erhalt der Freiheit leisten kann und dieser nie vergessen sein wird.

Das ganze Interview lesen Sie in der FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“.

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Gerd Korisek: Ein unvergessliches Erlebnis war für mich die Teilnahme als junger Aktiver am Festkommers der Deutschen Burschenschaft­ anlässlich der Wiederkehr des 150. Gründungstages. Der Kommers fand in Berlin im Palais am Funkturm mit über 2000 Teilnehmern statt. Die Festrede hielt Bischof Thielicke zum Thema „Darf man alle drei Strophen des Deutschlandliedes singen“ und kam zum Schluss: Man darf, weil es wie die Liebeserklärung eines Kindes an seine Mutter ist. Unvergessen ist auch die Besichtigung der Mauer am Reichstag, und damit verbindet sich auch das Hochgefühl beim Mauerfall. Stolz erfüllte mich damals, da die Deutsche Burschenscha­ft entgegen vielen zeitläufigen Strömungen immer wieder geradezu perseverierend die Wiedervereinigung eingefordert hat.

Christopher Perk: Mir kommt da meine erste Mensur in den Sinn. Nach zwei Semestern Einpaukzeit war es endlich so weit, und ich dur­fte mich am Paukboden beweisen. Ich kann mich noch sehr gut an diesen Tag erinnern. Die Nervosität und Anspannung nahmen zu, je näher der entscheidende Moment rückte. Als mir mein Gegenpaukant gegenüberstand und mir zuletzt die Schutzbrille angelegt und der scharfe Schläger in die Hand gedrückt wurden, wusste ich, dass es nun kein Zurück mehr gab. Trotz der Anwesenheit meiner Bundesbrüder stand ich in diesem Moment meinem Kontrahenten allein gegenüber. Mit dem Kommando des Sekundanten zum ersten scharfen Gang löste sich aber alle Anspannung. Am Ende habe ich noch einen wuchtigen Treffer kassiert und musste anschließend vom anwesenden Arzt vernäht werden. Es war für mich sicher eines der intensivsten Erlebnisse überhaupt.

Wie kamen Sie selbst als junge Studenten überhaupt zur Burschenschaft?

Korisek: Mein Kontakt zur Burschenschaft ­ geht eigentlich zurück auf die Mittelschulverbindung, der ich angehört habe, wiewohl das keine Burschenschaft­, sondern ein pennales Corps war. Aber dort habe ich die ersten Eindrücke des Waffenstudententums kennengelernt. Damals hat mich besonders das Säbelfechten, das sehr sportlich ist, interessiert. Als ich dann durch einen Freund meiner Pennalverbindung zu meiner Hochschulburschenschaft­ in Graz gekommen bin, musste ich diesbezüglich völlig umstellen, denn das Schlägerfechten ist zwar körperlich und auch geistig fordernd, aber in dem Sinne nicht als Sport zu bezeichnen. Was mir aber gefallen hat, war, dass ich in einen Kreis gekommen bin, der zwar grundsätzlich meine Weltanschauung geteilt hat, wo wir uns aber immer in Diskussionen austauschen konnten und auch die Meinung anderer berücksichtigt wurde. Wenn es Unterschiede gab, wurde letztendlich im Convent abgestimmt, und diese Meinung war dann die Bundesmeinung, der sich alle angeschlossen haben. Dieses demokratische Prinzip hat mich schon als jungen Studenten sehr beeindruckt.

Das ganze Interview lesen Sie in der FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“.

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Feichtenschlager: In Leoben kommt man vermutlich leichter als an anderen Studienorten mit Studentenverbindungen in Kontakt. Als junger Student lebte ich noch gemeinsam mit einem Landsmannschafter im Studentenwohnheim und habe öft­ers mit ihm über Verbindungen gesprochen. Er meinte, ich müsse mir unbedingt einmal die Burschenschaft ­ Leder anschauen, weil die zu mir passen würde. Und ich habe dann die Aktiven dort kennengelernt, mich gleich sehr gut mit ihnen verstanden und bin dann auf verschiedene Veranstaltungen eingeladen worden. Dort hat es mir immer sehr gefallen, und ich habe mich dann bald entschieden, Burschenschaft­er zu werden.

Perk: In Graz ist die Situation etwas anders als in Leoben. Die Korporationen sind im öffentlichen Leben der Universität, insbesondere am Campus, nicht so stark wahrnehmbar. Insofern war es bei mir auch kein Zufall, dass ich zur Burschenscha­ft gekommen bin, sondern eine bewusste Entscheidung. Ich wollte schon vor Beginn meines Studiums einer Burschenschaft­ beitreten, habe gezielt Kontakte hergestellt und bin bei der erstbesten Gelegenheit eingesprungen. Fasziniert hat mich zu jener Zeit unter anderem die etwas geheimnisvolle Aura, die die Burschenschaft­en umgibt. Burschenschaft­en haben heute ja eher einen schlechten Ruf. Viele haben den Eindruck, dass es sich hierbei um sektiererische Geheimbünde handelt, die den Staat unterwandern wollen. Dass hier vor allem medial ein sehr verzerrtes Bild vermittelt wird, habe ich aber sehr bald festgestellt. In meinem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis waren zudem alle mehr oder weniger dagegen, dass ich einer Burschenschaft­ beitrete, und haben mir davon abgeraten, weil man Sorge hatte, dass ich in falsche Kreise gerate oder mir durch die Mitgliedschaft meine Zukunft­ verbauen könnte. Ich habe mich durch derartige Vorurteile aber nicht abbringen lassen und mir selbst ein Bild gemacht …

LESEN SIE IN DER FREILICH SONDERAUSGABE „BURSCHENSCHAFTEN“ ANTWORTEN AUF FOLGENDE FRAGEN:

Wie hat Sie die Burschenschaft geprägt bzw. was haben Sie dort gelernt?

Wie wird man denn heute als Burschenschafter wahrgenommen?

Wie bewerten Sie hier das Auftreten der Burschenschaften?

Wie könnte also die Rolle der Burschenschaft im 21. Jahrhundert aussehen?

Es gibt bei der Burschenschaft strikte Hierarchien, Rituale und klare Regeln. Wie ist das für die Entwicklung des Einzelnen? Inwiefern bleibt hier Platz für Individualität?

Burschenschaften werden oft als Netzwerke dargestellt, die den Mitgliedern Jobs und Einfluss zusichern. Ist das tatsächlich so?

Burschenschaften gibt es bereits seit über 200 Jahren. Was ist so besonders an ihnen, dass es sie heute noch gibt?

Die FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“

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