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Toxisch soll sie sein, die Männlichkeit. Hier ist sie zu Hause. In der Burschenschaft leben Hierarchie und Gemeinschaft. Und lauter Männer.

Es ist Montagabend. Der erste Tag des neuen Studiensemesters liegt hinter dir. Dieser Abend gehört nicht dir allein. Du verbringst ihn beim gemeinsamen Convent mit deinen Bundesbrüdern. Vor einem Jahr bist du kurz nach deinem Einsprung auf das Haus gezogen. Seither wächst du täglich mehr in eine familiäre Gemeinscha­ft hinein, in einen Männer- und Lebensbund, der dich und deinen Alltag prägt. Nach langen Sommerferien bist du wieder in vertrauter Runde angekommen – im Kreis deiner Burschenscha­ft!

Die wöchentlichen Convente, die täglichen Paukstunden, das Semesterprogramm und nicht zuletzt die Mensuren bestimmen den Lebensrhythmus eines Burschenschaft­ers während seiner Aktivzeit. Die zeitliche Belastung neben dem Studium ist hoch, ebenso die Ausfallquote. Auf jeden Alten Herren kommen zumindest drei Ausgetretene, die ihre Aktivzeit vorzeitig abgebrochen haben. In einigen Burschenscha­ften liegt dieser Anteil noch höher.

Gerade die ersten Jahre als Waffenstudent sind stark von Pflichten geprägt. Erfolgreich ist nur, wer Müssen, Können und Wollen in Einklang bringt. Selbstverständlich kommt in Studentenverbindungen die gemeinsame, feuchtfröhliche Freizeitgestaltung auch nicht zu kurz – nichtsdestotrotz bleibt die Frage: Warum begibt sich ein junger Mann im Jahr 2020 freiwillig in die enge Gemeinscha­ft eines Männerbundes?

Des Lebens Ängste, er wirft sie weg

Spezielle Merkmale des Männerbundes sind hierarchische Strukturen, Gemeinschaft­srituale, Initiationsriten, strenge Ehrenkodizes und gemeinsame Erkennungszeichen. Die Gemeinscha­ft stärkt damit den inneren Zusammenhalt, schafft eine gemeinsame Identität und grenzt sich nach außen ab. Dies gilt gleichermaßen für die ersten, primitiven Jagdgesellschaft­en und die mittelalterlichen Ritterbünde wie auch für die neuzeitlichen Studentenverbindungen.

Gemeinsame Identität, Korpsgeist und Gruppendenken sind die Grundpfeiler des Männerbundes im Lauf der Geschichte. Das „Wir“ dieser Gemeinscha­ften wird von den Bundesbrüdern (zumindest zeitweise) dem „Ich“ übergeordnet. Die eigene Männlichkeit und Opferbereitschaft ­ sollen in diesen Bünden immer wieder unter Beweis gestellt werden. Ein echter Mann ist… (weiter lesen Sie in der FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“)

Mehr über Burschenschaften lesen Sie in der FREILICH Sonderausgabe „Burschen heraus“.

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Gewalt gegen Burschenschaften ist längst keine Seltenheit mehr. Die Straftaten reichen von Schmierereien über Brandstiftungen bis zu körperlichen Angriffen.

Wenn man durch Hochschulorte in Deutschland und Österreich spaziert, erkennt man die Häuser von Studentenverbindungen nicht nur an den bunten Fahnen, sondern oft­mals auch an bunten Schmierereien an der Fassade.

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Farbbeutelwürfe und linke Graffiti mit Drohungen und Parolen wie „Burschis boxen“ oder „Wir kriegen euch alle“ gehören fast schon zur Normalität. Meist nutzen die Täter die Ruhe und Finsternis der Nacht. Dementsprechend niedrig ist für gewöhnlich die Aufklärungsquote solcher Straft­aten. Diese Farbangriffe sollen nicht nur Sachschaden verursachen, sondern die Verbindungshäuser „markieren“. Auf linksextremen Blogs erscheinen dann Bekennerschreiben, in denen Gesinnungsgenossen zur Nachahmung aufgerufen werden.

Doch bei eher harmlosen Schmierereien bleibt es natürlich nicht. Militante Antifagruppen gehen stets einen Schritt weiter und eskalieren. Sie schrecken weder vor Brandsti­ftungen noch Körperverletzungen zurück. Im Jahr 2020 kam es wiederholt zu tätlichen Angriffen, bei denen Linksextreme – fast ausschließlich in Überzahl – auf Korporierte losgingen.

Unter www.linke-gewalt.info dokumentieren wir linke Straftaten!

Zuletzt geschah dies Ende Oktober, als ein 22-jähriger Corpsstudent nachts in Braunschweig hinterrücks überfallen, zu Boden gerissen und anschließend durch Tritte ins Gesicht verletzt wurde. Glücklicherweise konnte er sich geistesgegenwärtig wehren und die Täter dadurch in die Flucht schlagen.

Brandanschläge auf Fahrzeuge von Korporierten gab es im Januar in Lübeck und im Februar in Jena. Anfang November wurde dann auch noch der Pkw eines Burschenscha­fters in Marburg abgefackelt. Speziell im November dieses Jahres nahm die Anzahl linker Straftaten gegen Korporationen noch einmal merklich zu. Mehrere Verbindungshäuser wurden mit Steinen angegriffen oder großflächig beschmiert.

Speziell der jüngste Fall in Deggendorf zeigt, wie die Gewaltspirale gegen Korporationen gedreht wird. Ende November brachen mutmaßliche Linksextreme in das Haus der Akademischen Burschenschaft­ Markomannia Wien zu Deggendorf ein und verwüsteten die Innenausstattung. „Dass Burschenscha­ften kritisch gesehen werden, ist für uns kein Problem und gehört zum demokratischen Alltag dazu. Buttersäureangriffe, Anschläge auf privaten Wohnraum, tätliche Angriffe und nun Einbruch und Verwüstung haben jedoch nichts mehr mit demokratischem Meinungsdiskurs zu tun… (weiterlesen in der FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“)

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Die Burschenschaft­ hat eine lange Tradition, auf die wir mit Stolz zurückschauen dürfen. Revolutionär und antikonservativ zu Beginn des 19. Jahrhunderts, maßgeblich beteiligt an der Revolution 1848, mit vielen Mitgliedern im Frankfurter Paulskirchenparlament vertreten. Immer an vorderster Front, wenn es um gesellschaftliche, demokratische Veränderungen ging.

Cum ira et studio waren Burschenschafter an vielen politischen und gesellschaftlichen Bewegungen beteiligt. Unsere Altvorderen in ihren Bünden waren immer unbequem, was in vielfachen Verboten und anderen staatlichen Repressionen mündete.

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Diese Kraft, nach außen zu wirken, fehlt uns heute. Wir sind sehr mit uns selbst beschäftigt. Mit vielen Traditionen und den Herausforderungen des Alltags in der Verbindung. Allerdings ist es genau diese gesellschaftliche Relevanz, die es braucht und die wir wiedergewinnen wollen, denn genau das wurde uns vorgelebt und ist damit unser Auftrag.

Viele kleine Schritte werden notwendig sein, um dies zu erreichen. Wir dürfen uns zuallererst nicht in interner Arbeit verzetteln, sonst wird die Traditionspflege zum Selbstzweck. Eine kalte Schale ohne Kern braucht niemand. Die Traditionen sind zu pflegen und zu leben, aber in einem Maße und Umfang, der auch weitere Betätigung erlaubt. Und sie sind auch mit der Zeit zu leben und an moderne Zeiten adaptierbar. Sie wollen ja nicht nur bewahrt, sondern vor allem gelebt werden. Und das bedingt, dynamisch und aktiv zu sein.

Eine erste und wichtige Aufgabe der Burschenschaft­ ist es, charakterstarke, mutige junge Männer heranzubilden, die weltanschaulich gefestigt in ihren Berufen und in der Gesellschaft­ ihren Mann stehen. Die wissen, wofür ein Burschenschafter steht, und die nicht beim ersten Gegenwind umfallen. Diese zentrale Aufgabe, eine Selbstverständlichkeit, formt Männer, die später in Strukturen wirken und damit unsere Ideale ins Volk tragen. Der Umstand, dass wir Burschenschafter ein Hauptgegner des Mainstreams sind, schweißt uns noch mehr zusammen und härtet aus. Permanente Diskussionen innerhalb des Bundes und o­ftmals Auseinandersetzungen außerhalb des Bundes bilden aus und lehren, zu argumentieren. Das Führen eines Verbandes mit oft­ über 100 Mitgliedern aller Altersstufen ist eine Erfahrung, die einem niemand nehmen kann. Da aber durch die personelle Größe der Bünde nur ein kleiner Anteil der jungen Studenten durch diese Schule geht, wird hier allein keine große Wirkmächtigkeit erreicht.

Viel wichtiger erscheint es, ins Volk zu gehen, eine Gegenkultur zum Zeitgeist auf unseren Häusern zu etablieren. Unsere Häuser sind Horte der freien Rede, ja, dies ist heute schon etwas Besonderes, auf das hinzuweisen ist. Eine Gegenkultur, die junge Menschen anzieht, die die gesellscha­ftlichen Verwerfungen erkannt haben und dagegenwirken wollen. Eine Gegenkultur, die der modernen Gesellscha­ft mit manchmal antiquiert erscheinenden Ritualen und Bräuchen entgegentritt.

Wir müssen unsere Häuser öffnen und zu Knotenpunkten des Widerstandes gegen den Zeitgeist werden lassen. Der Zerfall der Gesellschaft, eingeleitet durch die 68er, die den Weg durch die Institutionen geschafft und uns dabei verdrängt haben, ist im vollen Lauf und kann nur durch viele kleine Widerstandsnester gestoppt werden, die Keimzellen einer lebendigen Veränderung sind. Jedes Haus einer jeden Burschenschaft­ muss eine kleine Revolutionszelle werden, die sich gegen diesen Zerfall stellt. Hier wird es wichtig sein, Koalitionen zu schmieden, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen und auf den Häusern diskutieren, planen und umsetzen zu können.

Willkommen ist, wer mit uns ist. Nur vereint können wir hier wirken, kleinkarierte Eifersüchteleien, wie manchmal in der Vergangenheit gepflegt, haben heute keinen Platz mehr. Nur das gesamte Mosaik der Rechten hat eine Chance, dem Kulturverlust entgegenzutreten. Und für die Burschenschaft­ ist es eine wesentliche Möglichkeit, gesellscha­ftlich wieder wirksam zu werden.

Viel zu tun, um uns vielleicht wieder zu der Bedeutung zurückzuführen, die unsere Altvorderen einst hatten. Auch mit vielen kleinen Schritte zu erreichen. Dies erfordert Mut und Tatendrang, ist vielleicht nicht immer klug, war aber niemals so wichtig wie heute. Im Schillerschen „Reiterlied“ heißt es: „Es sitzt keine Krone so fest, so hoch, der mutige Springer erreicht sie doch“. Das muss uns Mut machen! Offene Häuser für ein neues Leben. Und während der Bund ein Leben lang hält, sind es viele, kleine Bündnisse, die Leben in den Bund bringen.

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Die Zeiten, in denen Burschenscha­fter das gesellschaftliche Leben maßgeblich prägten, sind seit den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts vorbei. Doch bis heute wirken Burschenschafter für und in der Gesellschaft.

Max Weber, Carl Bosch, Paul Laband, Theodor Storm, Victor Adler, Gustav Stresemann – diese Liste klangvoller Namen ließe sich noch lange fortsetzen. Die Genannten eint – bei allen Unterschieden – dreierlei: zunächst einmal ihr Ruf, der noch forthallt, nachdem allesamt bereits seit mindestens 100 Jahren tot sind. Dann: ihre bemerkenswerten Leistungen auf wissenschaftlicher, künstlerischer und politischer Ebene. Und zu guter Letzt: ihr Engagement als Burschenschafter. Sie stehen sinnbildlich für die Vielzahl an Burschenschaftern, die dem späten 19. und dem frühen 20. Jahrhundert ihren Stempel aufgedrückt haben.

Die ganze Geschichte lesen Sie in der FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“.

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Gewiss, zwischen damals und heute liegen zwei Weltkriege, unzählige Wirtscha­fts- und politische Krisen, eine mehr als 75 Jahre währende Friedensperiode und eine nachhaltige soziale Transformation. Jedoch: In seiner Max-Weber-Biographie beschreibt der FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube das Studentenleben des Begründers der deutschen Soziologie im Heidelberg der 1880er-Jahren als ein Potpourri aus strebsamen Studien, „‚männliche[n] Rituale[n] wie Kamp­trinken, Fechten, öffentliche Krawalle“ sowie einer „kostspielige[n] Lebenshaltung“. Manch ein Leser wird doch die ein oder andere Parallele zu heute erkennen können.

Doch während Max Weber die Zahl von 900 bis 1.000 Studenten, die zu Beginn der 1880er-Jahre an der Universität Heidelberg immatrikuliert waren, bereits als „unerhört große“ Zahl empfindet, studieren heute an deutschen und österreichischen Universitäten und Hochschulen mehr als 3,2 Millionen Studenten. Das Studienangebot umfasst nicht mehr nur klassische Studien wie Philosophie, Rechtswissenschaft, Medizin o.ä., sondern mehr als 20.000 Studiengänge – eine schier unüberschaubare Zahl. Angesichts dieser Größenverhältnisse nimmt sich auch die Zahl der rund 4.500 Mitglieder der Deutschen Burschenschaft­ (DB), dem größten und ältesten burschenschaftlichen Dachverband, verschwindend gering aus. Und geht man von etwa 500 aktiven Studenten aus, so ist diese Zahl bereits wesentlich geringer als die Zahl der Erstsemester an einer x-beliebigen kleinen Universität.

Diese Zahlen verdeutlichen einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel – und der ist der entscheidende Grund für das Schattendasein, das studentische Korporationen und ihre Mitglieder trotz hundertjähriger Tradition heute fristen. Denn im Gegensatz zu den Studentennationen in Schweden und Finnland oder den im angelsächsischen Raum anzutreffenden Colleges haben die meisten Studentenverbindungen im deutschen Raum festere Strukturen und Prinzipien, die nicht massentauglich sind. Man denke an die weitverbreitete Mensur oder den volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriff der Deutschen Burschenschaft. Und es nimmt daher auch nicht wunder, dass die Zahl der Mitglieder in dem Maße zunimmt, in dem die „massenuntauglichen“ Prinzipien abnehmen. So verzeichnet der katholische und nichtschlagende Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) rund 30.000 Mitglieder, davon 4.000 Studenten.

„Snowflakes“ und linke Gewalt

Anders als die Korporationen haben linke und linksextreme Initiativen, begünstigt durch gleichgesinnte Professoren, wohlwollende Universitätsleitungen und das Versagen konservativer Bildungspolitik in den 60er- und 70er-Jahren, die rasant steigende Zahl der Studenten für sich genutzt. Indem diese Antifa-Gruppen in wohlstandsgeprägten Jahrzehnten nahezu vollkommene Narrenfreiheit genossen, entstand an den Universitäten eine neue Form geistiger Unfreiheit. Niall Ferguson, Historiker an der Harvard University, kommentierte diesen Wandel im Gespräch mit der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ): „Der Stimmungswandel, der in den letzten dreißig Jahren stattgefunden hat, ist tiefgreifend. Ich muss es so direkt wie simpel sagen: Die Linken haben die Macht übernommen. Und sie, die sich in der Theorie für die Inklusion stark-machen, haben in der Praxis alle Andersdenkenden konsequent exkludiert.“

Und deshalb finden wir Burschenschaft­er im öffentlichen Leben insbesondere an Orten, die für jene prädestiniert sind, die sich für die offene politische Auseinandersetzung entschieden haben: bei der Identitären Bewegung, bei der FPÖ, der AfD oder im metapolitischen Umfeld der Neuen Rechten bzw. des Dritten Lagers, etwa Bürgerinitiativen oder alternativen Medien.

Medienwirksam inszeniert wurde diese Exklusion etwa im Oktober 2019 an der Universität Hamburg, wo die erste Vorlesung nach dem Ausscheiden des AfD-Mitgründers und Professors für Ökonomie Bernd Lucke  aus dem Europäischen Parlament von mehreren Hundert Demonstranten verhindert wurde. Oder kurz darauf an der Universität Wien als Linksextremisten mehrfach Vorlesungen des Historikers Lothar Höbelt zu stören versuchten. Doch auch abseits der medialen Aufmerksamkeit entfalten linke Gruppen ein ernstzunehmendes Gefährdungspotenzial: Korporierte aller Couleur sehen sich regelmäßig Angriffen auf Leib und Eigentum ausgesetzt. Allein in Hessen wurden in den Jahren 2010 bis 2018 133 Stra­ftaten gegen Studentenverbindungen aktenkundig. In Bayern forderte der AfD-Landtagsabgeordnete und Burschenschaft­er Christoph Maier deshalb eine  kriminalstatistische Erfassung linksextremer Gewalt gegen Studentenverbindungen“. Und erst im Juli 2020 berichtete die „Tagesstimme“ von der Verurteilung eines „linksextremen Demonstranten“, dessen Angriff auf einen Burschenschaft­er im Januar dieses Jahres filmisch fixiert wurde.

Diese physische Gewalt ist dabei lediglich die Spitze des Eisbergs, der die linksextreme Hegemonie an deutschen Universitäten repräsentiert. Und sie ist auch gewissermaßen notwendig, denn Korporierte gefährden mit ihren jahrhundertealten Traditionen, ihrer männerbündischen Prägung und ihrer konservativen Ausrichtung schon durch ihre Existenz die Aufrechterhaltung  eines „safe space“, den linke Gruppen sich „erkämp­ft“ haben, sprich: der ihnen von den Universitäten überlassen wurde. Erneut Ferguson: „Aus Angst, Ideen könnten schmerzen, wollen sich die jungen Leute mit ihnen unangenehmen Ideen gar nicht mehr beschäft­igen. Studenten sind zu Schneeflocken geworden, die man vor gefährlichen Gedanken schützen muss – und das an Universitäten, die es letztlich nur zu dem einzigen Zweck gibt, dass ein freier Ideenaustausch stattfinden kann.“

Die Wege des Burschenschafters

Für junge Burschenschaft­er gibt es angesichts dieser beiden Entwicklungen – zahlenmäßige Bedeutungslosigkeit auf der einen, linksextreme Hegemonie auf der anderen Seite – demnach zwei Möglichkeiten. Erstens: der sprichwörtliche Kampf mit offenem Visier. Diesen Weg beschritten in jüngerer Vergangenheit insbesondere jene, die sich der Identitären Bewegung anschlossen und damit ihrem Verständnis des politischen Au­ftrags, den die Burschenschaft­ seit 1815 für sich reklamiert, Ausdruck verliehen. Ein Schritt, der für die Betroffenen nicht nur mit Anfeindung, Angriffen und „Outing“ verbunden ist, sondern auch prägend für den weiteren Lebens-, insbesondere Berufsweg. Eine zweite Möglichkeit, die weit häufiger gewählt wird, ist das „Abtauchen“ in den Massen abertausender Studenten, die – vor dem Corona-bedingten totalen Digitalisierungsmodus – tagtäglich die Vorlesungssäle und Seminarräume stürmten.

Und, man lese und staune, all diese Irrungen und Wirrungen zusammen ergeben jenes gi­ige, oder modischer: toxische Klima, das den Korporationen mehr oder weniger an die Substanz geht. Einige wenige Ausnahmeerscheinungen wie Reinhard Kienberger, Professor an der TU München und Alter Herr der Akademischen Burschenschaft­ Oberösterreicher Germanen in Wien, bestätigen diese Regelmäßigkeit. Und deshalb finden wir Burschenschaft­er im öffentlichen Leben insbesondere an Orten, die für jene prädestiniert sind, die sich für die offene politische Auseinandersetzung entschieden haben: bei der Identitären Bewegung, bei der FPÖ, der AfD oder im metapolitischen Umfeld der Neuen Rechten bzw. des Dritten Lagers, etwa Bürgerinitiativen oder alternativen Medien.

Doch spätestens seit der programmatischen Schrift­ „Kulturrevolution von rechts“ des französischen Philosophen Alain de Benoist hat die von Gramsci stammende Idee, dass Politik zuvörderst außerhalb der Parlamente gemacht werde, im neurechten und konservativen Lager… (…weiterlesen in der FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“)

Die ganze Geschichte lesen Sie in der FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“.

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Der Alltag von Burschenschaftern spielt sich häufig auf den Buden ab. Die FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“ gibt Einblick in das Leben der Aktiven.

Freitagabend bei einer Burschenschaft. Gedämpftes Licht und Kerzenschein. Es herrscht Stille im Raum. Im sogenannten Kneipsaal steht ein junger Student vor zwei gekreuzten Klingen. Ihm  gegenüber befindet sich der Sprecher der Burschenschaft und reicht ihm die Hand.

Der Neuling gelobt vor den Anwesenden, stets nach den Grundsätzen der Burschenschaft­ zu handeln und die Freundscha­ft zu den Bundesbrüdern zu pflegen. Danach springt er über die gekreuzten Klingen in den äußeren Verband der Verbindung ein und bekommt seine Mütze überreicht. Er ist jetzt Fuchs, das heißt: ein Probemitglied, und bekommt exklusive Einblicke in das Innenleben der schlagenden  Studentenverbindung. Gerade die alten studentischen Traditionen und Riten, wie der eben beschriebene Einsprung, wecken bei vielen Menschen Neugier. Durch zahlreiche Mythen und Gerüchte scheint es, als seien die Burschenschaft­en wie von einer geheimnisvollen Aura umgeben. Doch was passiert wirklich auf den Häusern der deutschnationalen Studentenverbindungen?

Die ganze Geschichte lesen Sie in der FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“.

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Die „Bude“, wie man das Verbindungshaus auch nennt, ist das soziale Zentrum der Burschenschaft. Hier finden die Veranstaltungen großteils statt, und gerade die jungen Aktiven – also jene  Burschenschafter, die noch studieren – wohnen zumeist in den günstigen Studentenzimmern am Haus. Betritt man ein Verbindungshaus zum ersten Mal, kann es sein, dass man sich wie in vergangenen Zeiten fühlt. Die Häuser stammen häufig aus der Gründerzeit, und die Einrichtung ist dementsprechend traditionell gehalten. In den verschiedenen Räumen stehen oft­ alte Möbel, an den Wänden sind beispielsweise Holzvertäfelungen angebracht, und überall hängen Bilder oder  burschenschaft­liche Dekorationsgegenstände.

Neben dem Kneipsaal, in dem regelmäßig Kneipen, Vorträge und Seminare stattfinden, verbringt man als Burschenschaft­er ebenso viel Zeit im Paukraum. Dort trainieren die jungen Aktiven mehrmals die Woche das Fechten, um sich auf anstehende Mensuren vorzubereiten.

Der beliebteste und am häufigsten frequentierte Bereich ist aber mit Sicherheit die Hausbar. Hier lassen die Aktiven gern mal den Tag bei einem gemütlichen Bier ausklingen oder feiern bis in die frühen Morgenstunden – beides kann natürlich spontan ineinander übergreifen. Alkohol gehört doch irgendwie zur Burschenschaft­. Gerade Wein und Bier werden in zahlreichen Studentenliedern besungen und bei den meisten Veranstaltungen ausgeschenkt. Ob Burschenscha­fter mehr trinken als durchschnittliche Studenten, ist schwer zu sagen. Doch wie einige andere Dinge ist bei Burschenschaft­en auch der Alkoholkonsum reglementiert. Wer über die Stränge schlägt und sich an gewisse Regeln nicht hält, kann schon mal mit einem längeren Alkoholverbot belegt werden – und das gilt dann nicht nur am Haus, sondern in allen Lebensbereichen.

Auf rund 80 Seiten lesen Sie mehr über Mensur, Burschenschaft und studentisches Leben. Die FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“: HIER im FREILICH Buchladen bestellen.

Der Weg zur Burschenschaft

Die Akademische Burschenschaft­ Germania zu Graz bezog 1990 ihre Räumlichkeiten im Dr.-Adalbert-Aigner-Studentenwohnheim in der Bergmanngasse, nur wenige Gehminuten von der Karl-Franzens-Universität entfernt. Das dreistöckige Haus wurde 1888 von Stadtbaumeister Franz Josef Böhm errichtet und die Fassade ist im Stil der Neorenaissance gestaltet. Im ersten Stock befinden sich die Vereinsräumlichkeiten der Germania: Bar, Kneipsaal, Bibliothek und Arbeitszimmer. Gefochten wird im Keller. Außerdem besteht auch für Germanen die Möglichkeit, Studentenwohnungen im Hochparterre, im zweiten Stock und im Dachgeschoss zu mieten.

Günstige Zimmer sind unter Studenten heiß begehrt – von deren unmittelbaren Nachbarscha­ft profitiert die Burschenschaft­. Der Erstkontakt wird o­ftmals über ein solches Zimmer hergestellt. Doch die Wege zu einer Burschenschaft­ verlaufen ganz unterschiedlich. Bei manchen ist bereits ein familiärer Hintergrund vorhanden, andere wiederum werden durch (soziale) Medien neugierig. Viele kommen hingegen einfach über Freunde zur Burschenschaft­.

Der 22-jährige Molekularbiologie-Student Robin wohnt auch am Germanenhaus. Er ist nicht nur Germane, sondern wurde bereits während seiner Schulzeit Mitglied in einer pennalen Burschenschaft­. Mit 16 Jahren habe er begonnen, sich für Politik zu interessieren, erzählt Robin. Dadurch kam er in Kontakt mit der Schülerverbindung und wurde dort aktiv. Als er dann in Graz sein Studium aufnahm, sprang er bei der Germania ein.

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Ähnlich verlief es bei seinen Bundesbrüdern Fabian (21) und Gernot (30). Fabian kommt aus Leoben und wurde ebenfalls schon während seiner Schulzeit Pennäler. Mit Beginn seines Jus-Studiums in Graz habe er sich dann bei allen Burschenschaft­en umgesehen und sich schließlich für die Germania entschieden. Gernot war vorher genauso in einer pennalen Burschenscha­ft aktiv. In seiner Familie ist er allerdings nicht der einzige, auch sein Vater und der ältere Bruder sind Grazer Germanen – die Entscheidung fiel dem angehenden Mediziner deshalb nicht allzu schwer.

Die Reaktionen aus dem persönlichen  Umfeld waren völlig unterschiedlich. Fabians Freunde seien anfangs skeptisch gewesen, hätten aber kaum etwas über Burschenschaft­en gewusst, erzählt er. Man kennt die Gerüchte und typischen Antifa-Unterstellungen zur Genüge. Nach ein paar Gesprächen habe sich die Skepsis aber in Interesse und Neugier gewandelt. „Wir brauchen viel mehr Aufklärungsarbeit, dann legen sich auch die Vorurteile“, betont Fabian. Das bestätigt auch Gernot: „Im ersten Moment ist es bei vielen so, dass sie negativ reagieren. Aber wenn man Außenstehende über Burschenschaft­en persönlich aufklärt oder ihnen einmal das Haus zeigt, dann kann sich das schnell zu einem positiven Bild wandeln.“

Heutzutage ist es schwieriger geworden, junge Mitglieder anzuwerben. Die Zahl der jungen Aktiven ist mit jener vor einigen Jahrzehnten nicht mehr vergleichbar. Das hat mit verschiedenen gesellschaftlichen Entwicklungen zu tun, auch der Linksruck an den Universitäten macht sich bemerkbar. Vielen gilt die Burschenscha­ft als nicht mehr zeitgemäß und überholt. Wer bekennt sich heute noch zum deutschen Vaterland, bindet sich ein Leben lang an eine Gemeinschaft oder stellt sich mit scharfen Klingen zum blutigen Zweikampf? Burschenschaft­en sind also alles andere als Spaßvereine, nicht nur ein „Hobby“ für die Freizeit. Burschenscha­fter sein hat viel mit Idealismus und Überzeugung zu tun – das merkt man in den Gesprächen mit jungen Aktiven, aber auch Alten Herren, die durch die Burschenschaft­ geprägt wurden.

Fuchsen haben innerhalb der Verbindung nur eingeschränkte Rechte und Pflichten. So verfügen sie etwa über kein Stimmrecht bei Conventen. Im Burschenconvent (BC) wird beispielsweise der laufende Aktivbetrieb geregelt. Dort sitzen allerdings nur Burschen und Alte Herren, also Vollmitglieder, die das dreifärbige Band der Verbindung tragen. Nach seinem Einsprung wählt jeder Fuchs ein Vollmitglied, mit dem er sich besonders gut versteht, zu seinem „Leibbursch“. Dieser ist dann eine Art Mentor und vertritt seinen „Leibfuchs“ auch bei Conventen. Dieses besondere Leibverhältnis…

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Zwei Männer stehen einander gegenüber. Der Comment bestimmt, in welchem Abstand. Diese Abmessung (lat. „mensura“) ist namensgebend für den studentischen Brauch der Mensur. Die FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“ schildert, was bei einer Mensur passiert.

Eine erhabene Szenerie: zwei Männer, die kaum ein Meter trennt. Penibel ausgerichtet stehen sie sich gegenüber. Jeweils ein Schlepper reicht ihnen die Waffe. Stille ist angeordnet. Nur leises Flüstern ist noch zu vernehmen, letzte Worte, die den Paukanten von ihren Sekundanten zugesprochen werden. Eine gewisse Schwere liegt in der Lu­ft. Desinfektionsmittel. Rauchschwaden, die manch einer vom Tresengespräch mit ins Pauklokal hinüberzieht. Nicht selten steht bereits der Schweiß in den Nasen, o­ft kann man die Lu­ft gar schmecken, ihren Eisengehalt, den sie zehrt aus den Blutlachen, die an diesem Tag bereits vergossen wurden von anderen Waffenstudenten. Sie stehen mit wüsten Verbänden und Pflastern in der Menge, lassen sich zuprosten, während sie auf das soeben ärztlich erteilte Alkoholverbot mit großen Bierkrügen anstoßen.

Die ganze Geschichte lesen Sie in der FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“.

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Dann wird es ernst. Die Mensur ist abgemessen, ausgesteckt oder genommen, mit den Korbschlägern oder den Glocken, je nachdem, aus welchen deutschen Landen die Beteiligten hier  zusammengekommen sind. Ihre behandschuhten Finger sind an die Griffe der Hiebwaffen gelegt. Sie starren sich an durch die kleinen Sichtgitter metallener Schutzbrillen. Manch einer steht wie auf Appell, manch einer lockert noch einmal die Beine. Einen Ausweg gibt es nicht mehr. Kein Ausweichen, keine Ringecke, in die man sich flüchten kann. Nur eine Haltung ist erlaubt: geradestehen. Durchziehen. Es ist ein Teil der inneren Dimension jenes Schauspiels. Wer weicht oder jammert, für den endet dieses Abenteuer heute in Gram und Schmach.

Auf rund 80 Seiten lesen Sie mehr über Mensur, Burschenschaft und studentisches Leben. Die FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“: HIER im FREILICH Buchladen bestellen.

Die Sekundanten gehen in Stellung. Ab sofort zieht ihr bellendes Kommando scharf: „Hoch bitte!“ Auf ihr Wort schnellen die Klingen in die Auslage. Ein letztes Einatmen. Dann ein Ruf – meistens „Los!“ –, und wie ein düster angerolltes Gewitter entladen sich die Kräfte der Kontrahenten. Es wird aufgezogen und wieder in Deckung gegangen. Es gibt ein charakteristisches blechernes Scheppern, wenn das rasende Bestreben beider Paukanten aufeinandertrifft. Funken fliegen, wenn die Klingen in der Lu­ft aneinanderprallen. Mal zerfetzt es ein Stück der Schutzkleidung oder auch den Haarschnitt, meist akkurat gekämmt und mit besonders frischen Seiten, die dem Paukarzt sein Wirken genauso erleichtern sollen wie dem Mensurfotografen.

Mindestens vier Hiebe lässt jeder Paukant pro regulären Gang auf sein Gegenüber niederregnen. Die Anzahl der Hiebe und Gänge regelt der jeweilige Comment. Mal sind es 40, mal 60 Gänge. Ab und zu ist es auch nur einer. Wenn das Fuchteln und Wedeln der Klingen sich seinen Weg bahnt, dann klingelt es dort, wo sich das meiste abspielt bei diesem Treiben: im Kopp! Oft­ zunächst unbemerkt rauscht das Eisen auf die Köpfe und Stirnflächen, frisst es sich in Kinn oder Wange, wo noch immer der prominenteste Schmiss zu Hause ist. Dann obliegt es dem Entscheid von Paukarzt und Sekundant, wie zu verfahren ist. Wie schlimm ist es? Wie weit geht man? Der Paukant hat bei all dem keine Mitsprache. Bloß darum anzusuchen, doch noch ein paar Gänge stehen zu dürfen, das mag man ihm zubilligen. Und so steht mancher, bis ihm das Blut fast bis…

Wie es weitergeht, lesen Sie in der FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“

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Grenzen, so Heinrich Sickl, helfen uns Identität zu bewahren und Sicherheit zu garantieren. Aktuelle Herausforderung wie Corona und illegale Migration machen klar, dass es Zeit ist für Freiheit und Frieden Grenzen zu setzen und zu verteidigen.

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Drei Männer, drei Generationen Burschenschaft. In der FREILICH‑Sonderausgabe „Burschenschaften“ sprechen sie über ihre Welt, ihre Erfahrungen und unsere Gesellschaft­.

­FREILICH Magazin: Beginnen wir mit einer persönlichen Frage: Was war ein besonderer Moment in Ihrem Burschenschafterleben?

Lukas Feichtenschlager: Am 10. Oktober 2020 hat die Burschenscha­ft Leder das Grab des Bundesbruders Ernst Großmann besucht und dort im Zuge des 100-jährigen Jubiläums der Kärntner Volksabstimmung einen Kranz niedergelegt. Ernst Großmann war Schweizer Staatsbürger und hatte die Kriegsjahre während des Ersten Weltkrieges als alleiniger Aktiver in Leoben verbracht. Mit dem Beginn des Kärntner Abwehrkampfes meldeten sich viele Leobener Studenten und zogen als  Leobener akademische Legion nach Kärnten, auch Ernst Großmann. Leider wurde er durch eine MG-Kugel verwundet und verstarb im Wolfsberger Krankenhaus. Auf seinem Grabstein ist folgende Inschri­ft zu lesen: „Dem freiheitsliebenden Schweizermitkämpfer die dankschuldigen Wolfsberger Ernst Großmann stud. mont. B! Leder, gefallen für Kärntens Freiheit.“ Diese Achtung und  Dankbarkeit, welche durch die Inschrift­ vermittelt werden, haben mich zutiefst berührt und mir in Erinnerung gerufen, dass man als Burschenschaft­er stets einen Beitrag für den Erhalt der Freiheit leisten kann und dieser nie vergessen sein wird.

Das ganze Interview lesen Sie in der FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“.

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Gerd Korisek: Ein unvergessliches Erlebnis war für mich die Teilnahme als junger Aktiver am Festkommers der Deutschen Burschenschaft­ anlässlich der Wiederkehr des 150. Gründungstages. Der Kommers fand in Berlin im Palais am Funkturm mit über 2000 Teilnehmern statt. Die Festrede hielt Bischof Thielicke zum Thema „Darf man alle drei Strophen des Deutschlandliedes singen“ und kam zum Schluss: Man darf, weil es wie die Liebeserklärung eines Kindes an seine Mutter ist. Unvergessen ist auch die Besichtigung der Mauer am Reichstag, und damit verbindet sich auch das Hochgefühl beim Mauerfall. Stolz erfüllte mich damals, da die Deutsche Burschenscha­ft entgegen vielen zeitläufigen Strömungen immer wieder geradezu perseverierend die Wiedervereinigung eingefordert hat.

Christopher Perk: Mir kommt da meine erste Mensur in den Sinn. Nach zwei Semestern Einpaukzeit war es endlich so weit, und ich dur­fte mich am Paukboden beweisen. Ich kann mich noch sehr gut an diesen Tag erinnern. Die Nervosität und Anspannung nahmen zu, je näher der entscheidende Moment rückte. Als mir mein Gegenpaukant gegenüberstand und mir zuletzt die Schutzbrille angelegt und der scharfe Schläger in die Hand gedrückt wurden, wusste ich, dass es nun kein Zurück mehr gab. Trotz der Anwesenheit meiner Bundesbrüder stand ich in diesem Moment meinem Kontrahenten allein gegenüber. Mit dem Kommando des Sekundanten zum ersten scharfen Gang löste sich aber alle Anspannung. Am Ende habe ich noch einen wuchtigen Treffer kassiert und musste anschließend vom anwesenden Arzt vernäht werden. Es war für mich sicher eines der intensivsten Erlebnisse überhaupt.

Wie kamen Sie selbst als junge Studenten überhaupt zur Burschenschaft?

Korisek: Mein Kontakt zur Burschenschaft ­ geht eigentlich zurück auf die Mittelschulverbindung, der ich angehört habe, wiewohl das keine Burschenschaft­, sondern ein pennales Corps war. Aber dort habe ich die ersten Eindrücke des Waffenstudententums kennengelernt. Damals hat mich besonders das Säbelfechten, das sehr sportlich ist, interessiert. Als ich dann durch einen Freund meiner Pennalverbindung zu meiner Hochschulburschenschaft­ in Graz gekommen bin, musste ich diesbezüglich völlig umstellen, denn das Schlägerfechten ist zwar körperlich und auch geistig fordernd, aber in dem Sinne nicht als Sport zu bezeichnen. Was mir aber gefallen hat, war, dass ich in einen Kreis gekommen bin, der zwar grundsätzlich meine Weltanschauung geteilt hat, wo wir uns aber immer in Diskussionen austauschen konnten und auch die Meinung anderer berücksichtigt wurde. Wenn es Unterschiede gab, wurde letztendlich im Convent abgestimmt, und diese Meinung war dann die Bundesmeinung, der sich alle angeschlossen haben. Dieses demokratische Prinzip hat mich schon als jungen Studenten sehr beeindruckt.

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Feichtenschlager: In Leoben kommt man vermutlich leichter als an anderen Studienorten mit Studentenverbindungen in Kontakt. Als junger Student lebte ich noch gemeinsam mit einem Landsmannschafter im Studentenwohnheim und habe öft­ers mit ihm über Verbindungen gesprochen. Er meinte, ich müsse mir unbedingt einmal die Burschenschaft ­ Leder anschauen, weil die zu mir passen würde. Und ich habe dann die Aktiven dort kennengelernt, mich gleich sehr gut mit ihnen verstanden und bin dann auf verschiedene Veranstaltungen eingeladen worden. Dort hat es mir immer sehr gefallen, und ich habe mich dann bald entschieden, Burschenschaft­er zu werden.

Perk: In Graz ist die Situation etwas anders als in Leoben. Die Korporationen sind im öffentlichen Leben der Universität, insbesondere am Campus, nicht so stark wahrnehmbar. Insofern war es bei mir auch kein Zufall, dass ich zur Burschenscha­ft gekommen bin, sondern eine bewusste Entscheidung. Ich wollte schon vor Beginn meines Studiums einer Burschenschaft­ beitreten, habe gezielt Kontakte hergestellt und bin bei der erstbesten Gelegenheit eingesprungen. Fasziniert hat mich zu jener Zeit unter anderem die etwas geheimnisvolle Aura, die die Burschenschaft­en umgibt. Burschenschaft­en haben heute ja eher einen schlechten Ruf. Viele haben den Eindruck, dass es sich hierbei um sektiererische Geheimbünde handelt, die den Staat unterwandern wollen. Dass hier vor allem medial ein sehr verzerrtes Bild vermittelt wird, habe ich aber sehr bald festgestellt. In meinem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis waren zudem alle mehr oder weniger dagegen, dass ich einer Burschenschaft­ beitrete, und haben mir davon abgeraten, weil man Sorge hatte, dass ich in falsche Kreise gerate oder mir durch die Mitgliedschaft meine Zukunft­ verbauen könnte. Ich habe mich durch derartige Vorurteile aber nicht abbringen lassen und mir selbst ein Bild gemacht …

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Wie hat Sie die Burschenschaft geprägt bzw. was haben Sie dort gelernt?

Wie wird man denn heute als Burschenschafter wahrgenommen?

Wie bewerten Sie hier das Auftreten der Burschenschaften?

Wie könnte also die Rolle der Burschenschaft im 21. Jahrhundert aussehen?

Es gibt bei der Burschenschaft strikte Hierarchien, Rituale und klare Regeln. Wie ist das für die Entwicklung des Einzelnen? Inwiefern bleibt hier Platz für Individualität?

Burschenschaften werden oft als Netzwerke dargestellt, die den Mitgliedern Jobs und Einfluss zusichern. Ist das tatsächlich so?

Burschenschaften gibt es bereits seit über 200 Jahren. Was ist so besonders an ihnen, dass es sie heute noch gibt?

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