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Graue Wölfe

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Gerade ein Terroranschlag zeigt, dass nicht alles Schwarz oder Weiß ist. Auch bei den Helden von Wien ist die Wirklichkeit grau – wie ein Wolf.

Nicht jedermanns Sache: wenn scharf geschossen wird, in Richtung des Feuers zu laufen, um einen anderen Menschen zu bergen. Die Wiener Recep Tayyip Gültekin und Mikail Özen haben das getan und einen verletzten Polizisten und eine Frau so vor dem Attentäter gerettet. Unter Einsatz des eigenen Lebens, wie man so schön sagt. Dafür gebührt ihnen Respekt, das tun Helden. Vielleicht kommen sie nicht ganz aus unserer Gesellschaft, die sowas sonst nicht mehr kennen will.

Recep Tayyip Gültekin im Interview. „Bitte tuts nicht alle in einen Topf werfen“, fordert er die Zuseher auf … 

Migrationshintergrund und Muslime

Nun sind Helden aber wichtig, auch um eine Geschichte zu erzählen. Viele Medien stürzen sich auf die Wiener Helden. Sie haben auch noch einen Vorteil, sie haben einen „Migrationshintergrund“ und sind Muslime. Also: nichts spalten, das sind die Guten. Den Attentäter soll man nicht benennen und und keinen Namen nennen. Am besten auch keinen islamistischen Hintergrund.

Dann das: Wolfgruß, beschriftete türkische Bombe, Kamando Türkiye und kein Mitlied für das islamistische Attentat in Berlin am Breitscheid-Platz. Social Media hat sich schnell eingeschossen auf die „Helden von Wien“.

Die Jugend und ihre Sünden

Strahlende Helden mit glänzender Rüstung gibt es nur im Märchen. Bald nach den ersten Huldigungen an die Helden kamen vor allem über Linkstwitter Zweifel an der Untadeligkeit der zwei Männer auf. Ein Bild mit dem – in Österreich verbotenen – Wolfsgruß der Grauen Wölfe, eine beschriftete Bombe gegen die bei Afrin kämpfenden Kurden, Tarnanzug und Bandana-Beschriftung „Komando Türkiye“ kommentiert mit „Alles für das Land“. Supergau, der eine der beiden hat nach dem Anschlag auf den Breitscheid-Platz in Berlin „mir tut es überhaupt net leid was ihn Berlin passiert ist“ gepostet. Die Bösartigkeit hat er im Alter von 15 Jahren hinterlassen, vermutlich nicht ganz untypisch für Menschen seines Hintergrundes, wir müssen verstehen.

„Not my president“ – gilt eher für Alexander van der Bellen, der sich nicht entschlossen hat, die zwei türkischen Helden anzurufen, angeblich wegen ihrer alten Postings. Dass Erdogan anruft, ehrt die beiden extrem. Sie laden sich sogar zu ihm ein.

Und dann übernimmt die Politik. Der türkische Außenminister gratuliert. Und Erdogan himself, sie sollen auf Österreich aufpassen, wünscht er. In der österreichischen Politik schaffen sie es vermutlich daher nur bis zum Wiener Bürgermeister Ludwig. Immer schneller dreht sich die Correctness-Maschine aus der linken Ecke, wo man auch die PKK ganz gerne mag und meint, die Favoritner Ausschreitungen hätten nur etwas mit „Faschisten“ zu tun. Da sind die Helden nun angelangt.

Junge Türken und österreichische Helden

„Um das mit einer drastischen Analogie zu verdeutlichen: Wenn man vom deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus die Stalinisten und Deutschnationalen abzieht, bleibt nicht mehr allzu viel übrig“, schreibt Deniz Yücel, bekanntlich kein Erdoganist, dazu in der „Welt“. Will sagen: die Welt ist grau. Sie passt nicht immer in das Klischee, das gute Menschen und wir sich wünschen. Recep Tayyip Gültekin und Mikail Özen sind Österreicher und obendrein stolze Türken, die keine Linken sind. Menschen, die hier angekommen sind, aber auch verwurzelt in der alten Heimat ihrer Eltern.

Und tapfere Männer. Die ins Feuer laufen und einem Polizisten das Leben retten. Wir würden ihnen auf die Schulter klopfen, wenn wir ihnen begegnen, und mit ihnen auf ein Bier gehen und ihren Erzählungen lauschen … Ehrenmänner. Sie haben unseren Respekt.

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