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Islamophobie

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Insgesamt verwenden vor allem solche Akteure den Begriff „Islamophobie“, die ihn in der zwischenkulturellen Auseinandersetzung als Kampfbegriff missbrauchen. Die Gegenseite wiederum lehnt ihn in aller Regel gänzlich ab und unterstellt eine Absicht der Instrumentalisierung. Was ist wirklich dran?

Sichtbar wird dies durch inhaltliche Framings und Agenden zu großen Schicksalsfragen unserer Zeit. Weite Teile der Aufnahmegesellschaften empfinden eine Masseneinwanderung aus islamischen Kulturräumen als Islamisierung. Daraus entstehende Kritik wird dann von Verfechtern der „Islamophobie“ gerne außerhalb des Sagbaren gestellt. Denn obwohl der Diskurs nicht allein als Kulturkampf-Debatte zu führen wäre, sondern auch wirtschaftliche Dimensionen hat (angeblicher Fachkräftemangel, Einwanderung in untere Einkommensstrata, Drückung des bestehenden Lohnniveaus etc.), sind es kulturelle Fragestellungen, welche politische Lager in Europa stark entzweien und polarisieren. Der Umschichtung politischer Trennlinien von der ökonomischen auf die kulturelle Ebene und deren Implikation für den „Islamophobie“-Diskurs ist ein eigenes Kapitel im hinteren Teil der Studie gewidmet.

Wie der einstige Papst Benedikt XVI. bereits 2005 feststellte, ist wichtig, zu beachten, dass „[die] Renaissance des Islam […] nicht nur mit dem neuen materiellen Reichtum islamischer Länder verbunden [ist], sondern auch von dem Bewusstsein gespeist [wird], dass der Islam eine tragfähige geistige Grundlage für das Leben der Völker zu bieten vermöge, die dem alten Europa abhanden gekommen zu sein scheint, das trotz seiner noch währenden politischen und wirtschaftlichen Macht immer mehr zu Abstieg und zum Untergang verurteilt angesehen wird. […] Mit dem Sieg der posteuropäischen technisch-säkularen Welt, mit der Universalisierung ihres Lebensmusters und ihrer Denkweise verbindet sich weltweit, besonders aber in den streng nicht-europäischen Welten Asiens und Afrikas der Eindruck, dass die Wertewelt Europas, seine Kultur und sein Glaube, worauf seine Identität beruhten, am Ende und eigentlich schon abgetreten sei; dass nun die Stunde der Wertesysteme anderer Welten, des präkolumbianischen Amerika, des Islam, der asiatischen Mystik gekommen sei. Europa scheint in dieser Stunde seines äußersten Erfolgs von innen her leer geworden, gleichsam von einer lebensbedrohenden Kreislaukrise gelähmt, sozusagen auf Transplantate angewiesen, die dann aber doch seine Identität aufheben müssen. Diesem inneren Absterben der tragenden seelischen Kräfte entspricht es, dass es auch ethnisch Europa auf dem Weg der Verabschiedung begriffen zu sein scheint.“

Zusammenfassend zeigt die im Jahr seiner Papstwahl verfasste Analyse, aus welcher Richtung die oft fordernde und diskursiven und tatsächlichen Raum beanspruchende Verhaltensweise stammt, die islamische Kultur- und Religionsvertreter zeigen. Aggressive Ton- und Wortwahl in medial ausgetragene Debatten hilft ihnen, Anliegen in der allgemeinen Öffentlichkeit zu verankern. Ergänzend führt der Strategieprofessor Joel Haywards aus, dass Islamkritiker häufig den Eindruck vertreten, dass der islamische Glaube weitaus militantere, aggressivere und gewaltaffinere Formen der Kriegsführung kenne als westliche Konfliktethik, die sich durch Zurückhaltung, Ritterlichkeit und Respekt vor dem Leben von Zivilisten auszeichnet. Ungeachtet allfälligen Zutreffens sollten aber die Mentalitätsunterschiede, welche solche Auffassung entstehen lassen, zumindest in die Bewertung eingerechnet werden.

Am stärksten vertritt die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC; früher: Organisation der Islamischen Konferenz) auf dem internationalen Parkett den Begriff der „Islamophobie“. In dieser zwischenstaatlichen Konferenz organisieren sich 56 Staaten, in denen Muslime entweder die Mehrheit oder eine nennenswerte Minderheit darstellen; ihr Sitz ist in Dschidda in Saudi-Arabien. Der Historiker Heiko Heinisch führt aus: „Im Rahmen einer Kampagne gegen ‚Diffamierung von Religionen‘ ist die Verabschiedung einer internationalen ‚Resolution gegen Islamophobie‘ eines der erklärten Ziele der Organisation. Alle Staaten der Welt werden darin aufgefordert, Gesetze zu erlassen, die Islamophobie mit abschreckenden Strafen ahnden. Zur Untermauerung dieser Forderung setzte die OIC 2007 eine eigene Beobachtungsstelle ein, die ‚alle Formen der Islamophobie‘ weltweit dokumentieren und jährlich einen Bericht veröffentlichen soll.“ Dabei verstehe die OIC aber lediglich „die Diffamierung des Islam sowie von Persönlichkeiten und Symbolen, die den Muslimen heilig sind“, als „islamophob“. Weiters sei festzuhalten: „Ziel der Bestrebungen der OIC ist, neben einem Schutz vor Kritik, die weltweite Deutungshoheit über das Thema Islam. Das Verbot von Religionskritik, wie es in fast allen islamischen Staaten gesetzlich verankert ist und dort auch von großen Teilen der Bevölkerung als legitim betrachtet wird, soll nach Ansicht der OIC internationale Geltung erhalten.“

Allerdings hatte bereits im März 2004 der ehemalige UNO-Generalsekretär Kofi Annan aus Ghana den „Islamophobie“-Begriff zur internationalen Verwendung freigegeben: „Wenn sich die Welt genötigt sieht, einen neuen Begriff zu münzen, um damit zunehmend verbreiteten Ressentiments Rechnung zu tragen, dann ist das eine traurige und problematische Entwicklung. Dies ist der Fall mit der ‚Islamophobie‘. Das Wort scheint sich in den späten 1980ern und frühen 1990ern gebildet zu haben. Heute haben das Gewicht der Geschichte und die Nachwehen jüngster Entwicklungen viele Muslime in einer Situation zurückgelassen, in der sie sich angefeindet und missverstanden fühlen und sich Sorgen machen über eine Erosion ihrer Rechte, ja sogar Angst um ihre körperliche Sicherheit haben“. Die Rede fand auch in der internationalen Presse rege Beachtung. Annan kritisierte darin zudem, dass „zu viele Menschen […] den Islam als einen Block, der in Opposition zum Westen steht“, sähen.

Auch wenn dies die erste prominente Akzeptanz des Begriffes seitens eines führenden UN-Vertreters darstellt, leisteten einschlägige Interessengruppen bereits länger Vorarbeit, um diesen in den offiziellen Sprachgebrauch der UNO und ihrer Mitgliedstaaten sowie in weiterer Folge der EU zu integrieren.

So legt der oben bereits erwähnte Bericht der EUMC nahe, dass diese eine Kampagne in diese Richtung fuhr. Sie trug „nach dem 11. September 2001 eine Fülle von sehr unterschiedlichen antiislamischen Vorfällen in den verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten, die von verbalen Ausfällen bis zu physischen Attacken reichten“, zusammen. Zwar hätte die EUMC gerade angesichts der Verschiedenartigkeit der Vorfälle und zahlreicher Beispiele für Kritik an selbigen und Solidaritätsbekundungen mit betroffenen islamischen Communities ein differenziertes Bild zeichnen können. Stattdessen attestierte die Einrichtung den am Ausgang des Untersuchungszeitraumes 15 EU-Staaten ein „tief sitzendes Wesen von Islamophobie und Xenophobie“.

Einen eigenen Definitionsversuch nahm die EUMC nicht vor. Auch blieb der Bericht den Nachweis für eine weite Verbreitung schuldig. Im Lauftext heißt es lediglich: „Da jedoch kein umfassendes Datenmaterial verfügbar ist, bleiben das wahre Ausmaß und der wahre Charakter der gegen Muslime gerichteten Diskriminierung und islamfeindlichen Vorfälle weiterhin unzureichend dokumentiert.“ Dass derart unpräzise Auswertungen zur Folge haben, dass Interpretationen in beide Richtungen – sowohl die Annahme einer hohen Dunkelziffer als auch die gänzliche Negierung des Phänomens – fruchtbar bleiben, liegt auf der Hand.



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Einrichtungen, welche „Islamophobie“ im Namen tragen, besitzen fast ausnahmslos ein Näheverhältnis zum politischen Islam.

Darunter etwa das französische „Collectif contre l’Islamophobe en France“ (CCIF). Alain Léuthier schrieb für das Portal „Marianne.net“, dass es sich beim CCIF um ein „Flaggschiff­ des politischen Islam in der Nähe der Muslimbrüder und Tariq Ramadan“ handele. Nach Ansicht des Journalisten sei es „sehr aktiv in allen Kampagnen, die sich gegen das laizistische Lager richten“, und sei somit schlichtweg mit der extremen Rechten gleichzustellen.

Doppelt brisant ist, dass Farid Hafez und Enes Bayraklı für ihren 2017er-Bericht mit Yasser Louati ausgerechnet einen ehemaligen CCIF-Sprecher für den Frankreich-Teil engagierten, welcher sich entsprechend liest. Ähnliche Seilschaften sind auch im Fall des litauischen Teilberichtes greifbar. So erscheint dessen Mitautorin Birute Sabatauskaite bürgerlich. Suchmaschinentreff­er verorten die studierte Anwältin für Internationales Recht im Umfeld thematisch eher linker NGOs, mittlerweile ist sie Direktorin des unverdächtig benannten „Lietuvos žmogaus teisiu centras“ („Litauisches Zentrum für Menschenrechte“).

Zwischen 2010 und 2016 war sie Vorstandsmitglied des „European Network Against Racism“ (ENAR). Im selben Vorstand saß auch Intissar Kherigi, Tochter des Chefs des tunesischen Muslimbruderschaft-Ablegers ENNAHDA. Kherigi ist in mehreren Organisationen des Muslimbruder-Netzwerkes aktiv. Auch die CCIF ist eine ENAR-Teilorganisation, Kritiker werfen dem gesamten Netzwerk eine positive Rezeption der Muslimbrüder vor. Der Vorwurf gründet darauf, dass auch weitere Teilorganisationen diesen nahestehen sollen. Als maßgeblicher Financier der ENAR sowie weiterer ihrer dem politischen Islam nahestehenden Untergruppen dienen die Open Society Foundations des US-Milliardärs George Soros.

Nicht weniger problematisch erscheint die Vergabe des britischen Teilberichtes an Arzu Merali, wissenschaftlicher Leiter der „Islamic Human Rights Commission“ (IHRC). Diese gilt als islamistische Organisation mit Hauptsitz in London. Vorwürfe, ihre Ausrichtung sei neokhomeinistisch, weist die Gruppierung zurück. Zu ihren Verteidigern gehört auch der Publizist Stuart Weir, welcher der sozialdemokratischen Labour-Partei nahesteht. In der Vergangenheit geriet die Gruppe außerdem aufgrund von  Äußerungen auf einer Demonstration in ihrem Dunstkreis in den Verdacht der moralischen Unterstützung der libanesischen Terrormilliz Hisbollah.

Als besonders umstritten gilt eine Aktion aus dem Jahr 2015: Damals verlieh die IHRC ihren „Islamophobe of the Year Award“ an die Redaktion von „Charlie Hebdo“ – nur zwei Monate zuvor hatten Islamisten bei einem Anschlag, der weltweit Entsetzen auslöste, zwölf Mitarbeiter des Satiremagazins ermordet.

Auch anhand von Personalauswahlen lässt sich ablesen, dass sowohl der „Islamophobie“-Begriff­ als auch viel beachtete Studien zu anderen Themen unter dem Deckmantel der Wissenschaftlichkeit als Instrument dienen, um ausgesprochen islamophile Ansichten zu befördern. Die von diesen Akteuren geführte Liste angeblich antimuslimischer Vorfälle soll den Eindruck einer flächendeckenden „Islamophobie“  erwecken.

Dabei wird wohl nicht zufällig eine entsprechende Tendenz in der Politik und im ö­ffentlichen Alltag unterstellt. Der wissenschaftliche Schein der jeweiligen Papers neigt dazu, Verantwortlichen in der Politik, aber auch Bürgern zu vermitteln, dass konkrete Maßnahmen vonnöten seien, um die Inklusion der vermeintlich Betroffenen anzukurbeln. Insbesondere soll das Gefühl erweckt werden, dass es einen strukturellen antimuslimischen Rassismus gebe, den es zu überwinden gelte.

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Der Kunstbegriff der „Islamophobie“ bleibt wegen seiner Ungenauigkeit höchst umstritten. Weil er gerade aufgrund dieser allseits bekundeten Unschärfe als Kampfbegriff geeignet ist, endet er in der akademischen Debatte zumeist keine breite Akzeptanz.

Ernsthafte Debatten, die sich um diesen Begriff ergeben, sind wissenschaftlich unmöglich, sowohl Begriffsgeschichte als auch einschlägiger Charakter seiner Proponenten sollten ihn eigentlich außerhalb des öffentlichen Diskurses stellen. Dennoch war er breit genug in Verwendung, um gerade durch Unschärfe zum Bestandteil generalisierter Rassismus- bzw. Xenophobiedebatten zu werden. Infolge der Polarisierung landeten entsprechende Diskurse im Begriffsfeld des Kulturkampfes, wurden „entlang ethnischer bzw. völkischer Grenzziehungen und dem Topos kulturelle Überfremdung“ geführt.

Die Politisierung des Begriffs trotz seiner – ernsthaften Wissenschaftlern zufolge – akademisch unredlichen Natur fand kräftigen Aufwind durch die offenkundig politische Motivation von Akteuren wie der OIC oder SETA. Diese nahmen die Vermischung und Unschärfe der Begrifflichkeit dankbar auf und ermöglichten dieser erst die öffentliche Geltung. Es ist auch diese konstruierte „Islamophobie“, welche dazu führte, dass sogar die Vereinten Nationen im Jahr 2004 die Scheinthematik in eine Vortragsreihe unter dem Motto „Unlearning intolerance“ inkludierten. Neben anderen Formen der Intoleranz fand auch „Islamophobie“ umfassende Behandlung. Der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan zog sogar den problematischen Antisemitismusvergleich und attestierte dem Westen eine „tief verwurzelte Feindschaft“ gegenüber den Islam.

Ob sich Annan der Tragweite seiner Äußerung bewusst war oder nicht – seine These lässt sich schlichtweg nicht belegen. Für Pfahl-Traughber stellt die fehlende Abgrenzung und schleichende Entdifferenzierung gegenüber dem Rassismusbegriff ein Problem dar. Weiters gilt laut dem Politologen als umstritten, dass „in den Begriff Islamophobie aber auch Dimensionen eingeschrieben sind, die zum Grundbestandteil jeder liberalen und aufgeklärten Gesellschaft gehören und insofern berechtigte Kritik an europäischem Rassismus vermischt wird mit der islamistischen Intention, Freiheit und Aufklärung abzuwehren.“ Darüber hinaus definiere Hafez in seinen „Islamophobie“-Berichten den Begriff überhaupt als „antimuslimischen Rassismus“. Schließlich besteht für Pfahl-Traughber „ein anderes Problem […] darin, dass mit ‚Islamophobie‘ islamistische Organisationen eine Immunisierung vor Kritik beabsichtigen.“

Gerade in Bezug auf den letzten Punkt ist auffällig, dass gemäßigte europäische Muslime die schärfsten Kritiker des „Islamophobie“-Kampfbegriffes sind. Eindrucksvolles Beispiel hierfür ist eine Aussendung der „Initiative Liberaler Muslime Österreichs“ (ILMÖ) vom 20. April 2006, die den Terminus als „niederträchtiges Werkzeug radikaler Islamisten“ einordnete. Dieser ermögliche eine Art „Islamophobiekeule“, welche Islamisten nur dazu diene, ihre Außenwirkung aufzupolieren. Für die ILMÖ passte damals Islamkritik klar in die Meinungsfreiheit und nicht zur Einordnung ins Begriffsfeld Rassismus/„Islamophobie“.

Bemerkenswert ist die Deutlichkeit der ILMÖ wider den Begriff: Es handele sich bei der Kampagne für den „Islamophobie“-Begriff „um eine europaweite konzertierte Kampagne gegen die Meinungsfreiheit, der sich alle aufgeklärten Menschen und liberalen Muslime in den Weg stellen müssen.“ Aussagen und Veranstaltungen in Europa, die sich um den Begriff formierten, bezweckten, „unter dem Deckmantel des Kampfbegriffes ‚Islamophobie‘ jegliche Kritik am Islam und an radikalen Islamisten wie der Muslimbruderschaft, Millî Görüş, ATIB oder Salafisten im Keim zu ersticken.“ Der damalige Präsident der Gruppierung, Amer Albayati, sah eine „gefährliche Kampagne“ und stellte heraus, dass es „niemals Islamophobie sein kann, wenn man im Rahmen der Meinungsfreiheit offenkundige Fehlentwicklungen kritisiert“. In ganz Europa beobachte man einen Versuch, „mit diesem von dubiosen Islamisten erfundenen Kampf begriff Kritiker mundtot zu machen“.

Zu einer ähnlichen Schlussfolgerung kam der Philosoph Pascal Bruckner, der vor einer Gleichsetzung der freien Ausübung von Religion in den westlichen Demokratien mit einer Verteidigung von Fanatismus warnte. Für ihn gebe es das Recht auf Religionsfreiheit nur in Symbiose mit jenem auf Meinungsfreiheit. Man müsse für Kritik offen bleiben und jeglichen Extremismus bekämpfen. Neben tatsächlichem Rassismus in Frankreich identifizierte Bruckner auch einen „imaginären Rassismus“, welchen die „Islamisten dem Westen und dem laizistischen Frankreich im Besonderen unterstellen“. Damit meinte er den „Islamophobie“-Begriff, an welchem zudem auch viele politische Linke festhielten. Für diese ergebe sich durch dessen Verwendung die Möglichkeit, „die muslimischen Einwanderer zu den neuen Entrechteten und Unterdrückten des Systems zu verklären“.

Die Wurzeln für dieses Phänomen sieht auch Bruckner in der Kultivierung von Schuldgefühlen im Hinblick auf das schlechte Gewissen westlicher Länder bezüglich totalitärer Systeme des 20. Jahrhunderts und der Kolonialgeschichte. Dieses Bewusstsein sei Wurzel für eine „fahrlässige Sympathie des Westes für den Islam“. Eine Sorge vor dem Einfall samt gesellschaftlichen Umwälzungen durch diesen sei nach jenem Weltbild nicht rational. Der „Islamophobie“-Vorwurf ist für Bruckner außerdem in der Position, jegliche Kritik am Islam außerhalb des Diskurses zu stellen. Fundamentalistische Strömungen und Dogmen innerhalb der Glaubensgemeinschaften würden nicht mehr vonseiten gemäßigter Muslime unterbunden. In die Konkurrenz der Minderheiten mische sich dazu ein Opferstatus, welcher sich nicht selten am Antisemitismusvorwurf orientiere. Dies gehe so weit, dass Kopftuchverbot und Diskussionen über die Reichung halal geschächteter Mahlzeiten zu einem ersten Schritt anti-muslimischer Verfolgung umgedeutet würden. Wer den Islam als mögliches ideologisches Fundament für extremistische Anschläge und Attentate diskutieren wolle, dem werde mit der Rassismuskeule aufgewartet.

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Begriffsunschärfe bei Fragen und die Verwendung als Kampfbegriff durch einschlägig islamfreundliche und offen islamistische Gruppierungen erlauben eine Verschiebung des öffentlichen Diskurses. Unter mittelbarem Vorsatz soll bereits legitime und akademische Islamkritik eine Art „Tatbestand“ der „Islamophobie“ erfüllen.

Verfechter des Begriff es behaupten einen strukturellen Rassismus gegenüber Islamgläubigen. Dass diese Behauptung kein offenkundiges Paradoxon darstellt, dürfte sich aus der starken Polarität aufgrund des Islams als De-facto-Migrantenreligion speisen. Der US-amerikanische Politologe Samuel P. Huntington sprach in diesem Zusammenhang von einander gegenüberstehenden „Kulturblöcken“.

Eine weitere Problematik zeigt sich im Versuch, einen muslimfeindlichen Gestus mit antisemitischen Haltungen gleichzustellen. Diese Einebnung verschiedener im religiösen Spannungsfeld stehender Rassismen zielt auch auf die Erinnerungskultur im europäischen, vor allem deutschsprachigen Raum ab. Die Muslimfeindlichkeit – und aufgrund der genannten Unschärfen die gesamte Islamkritik – würde in die Nähe einer tatsächlich nicht greifbaren Schuldsituation rücken. Aufgrund der Singularität der Schoah zum Verständnis der europäischen Nachkriegsordnung hätte eine erfolgreiche Umdeutung den Effekt, Islamkritik noch weiter außerhalb der zulässigen Diskursbreite zu stellen. Zumindest käme sie – ähnlich der Praxis beim Antisemitismusvorwurf – selten ohne Rechtfertigung der Äußernden aus, dass es sich um legitime Kritik, nicht um rassistische Ressentiments handele.

Dies gilt besonders dann, wenn sie aus einem Lager stammt, das bereits historisch Kritik übte. Bis heute tut sich die politische Rechte in Europa schwer, Israel im gleichen Ausmaß zu kritisieren, wie sie es bei vergleichsbaren Verhaltensweisen anderer souveräner Staaten täte, nicht zuletzt aus Sorge, man könnte mit Fehlern und Verbrechen totalitärer Systeme in Verbindung gebracht werden. Und dies, obwohl etwa die „International Holocaust Remembrance Association“ (IHRA) ganz klar feststellt, dass solche Kritik nicht als antisemitisch zu deuten sei – und obwohl Pfahl-Traughber auch dieser, im Übrigen ebenso von der EUMC als Arbeitsdefinition gesehenen, Definition eine fehlende Trennschärfe (ähnlich dem „Islamophobie“-Begriff ) attestiert.

Das Ziel der Schaffung derartiger Schuldkomplexe gegenüber Muslimen ist offenkundig, dass diese zu Zugeständnissen an deren Religionsvertretungen, aber mitunter auch Bewegungen des politischen Islams führen können. In diesem Fall richtet sich ein solches Verständnis allerdings länderübergreifend auf ganz Europa, während die Schuldsituation und das Empfinden einer moralischen Wiedergutmachungspflicht beim Holocaust aus historischen Gründen primär den deutschen Sprach- und Kulturraum betrifft. Rolf Peter Sieferle charakterisierte diesen Mechanismus wie folgt: „Aus der Kollektivschuld der Deutschen, die auf ‚Auschwitz‘ zurückgeht, folgt ebenfalls der Aufruf zur ewigen Buße, doch fehlt in dieser säkularisierten Form der Erbsünde das Element der Gnade und Liebe vollständig“.

Abzielen auf konkrete politische Maßnahmen

Dass die Verwendung eines umfassenden Begriff es der „Islamophobie“ auf konkrete politische Maßnahmen abzielt, wird bereits im EUMC-Report von 2006 klar: „Wie bereits in früheren Berichten, gelangt das EUMC auch hier wieder zu der Feststellung, dass es in der gesamten EU eindeutig an Daten und amtlichen Informationen erstens über die soziale Situation der Muslime und zweitens über Ausmaß und Charakter der Islamophobie fehlt. Die Folge ist, dass – mangels zuverlässiger und vergleichbarer Daten – wichtige Informationen für die Entwicklung politischer Maßnahmen fehlen.

Die Mitgliedstaaten sollten sich daher dringend Gedanken darüber machen, in welchem Umfang Daten und Informationen über islamfeindliche Vorfälle und Diskriminierungen von Muslimen in den wichtigen Bereichen Beschäftigung, Bildung und Wohnung erhoben werden sollten und wie sich dies realisieren lässt.

Dabei zielen einschlägige Akteure auch auf die allmähliche Gleich- oder Ähnlichstellung von Antisemitismus und „Islamophobie“ ab, obwohl eigentlich offenkundig ist, dass sich diverse Phänomene eines neuen Antisemitismus in der ideologischen Herkunft diversifizieren. Eine Studie der EU-Agentur für Grundrechte (FRA) über Erfahrungen europäischer Juden brachte 2018 Interessantes zutage. Eine relative Mehrheit der Befragten (41 %) gab etwa in Deutschland an, Antisemitismus von muslimischen Tätern erfahren zu haben. Zwar sprachen immerhin noch 20 % von rechten Tätern – übrigens in krassem Gegensatz zur offiziellen Polizeistatistik, die mit über 90 % vermeintlich politisch rechts motivierter Delikte eine große Diskrepanz hierzu aufweist. Aber sogar linke Täterschaften machten damals für deutsche Juden 16 % der Fälle aus. In Großbritannien wurde dabei die Normalisierung eines Antisemitismus von linker Seite postuliert – vor allem über den Umweg überbordender Israelkritik. Beobachter sehen darin die Absicht der früheren Arbeiterpartei, sich für muslimische Wähler attraktiv zu machen.

Keine Gleichsetzung aktueller Bedrohungsszenarien

Immerhin ist den Verfechtern des Begriffs hier ein zumindest vorläufiges Teil-Scheitern im Verrücken des Diskurses zu bescheinigen. Die akademische Debatte ist sich weitgehend darüber einig, dass „die verhältnismäßig neue Wortschöpfung der ‚Islamophobie‘ nicht der gleichen Bewertungsstufe wie ‚Antisemitismus‘ zuzuordnen“ sei, wie der Jurist, Publizist und ehemalige Staatssekretär Klaus Faber 2008 in einer Handreichung der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) herausstellte. Er verneinte auch eine Gleichsetzung aktueller Bedrohungsszenarien: „Keines der zahlreichen Herkunftsländer islamischer Immigranten ist von Vernichtung bedroht, Israel hingegen schon. Niemand möchte Muslime in aller Welt bekämpfen und töten, Juden hingegen werden sehr wohl auf diese Weise angegriffen. Weiterhin wird keinem, auch keinem muslimischen Nationalstaat wegen tatsächlicher oder behaupteter Verbrechen die Vernichtung angedroht.“ Es gebe weiters keinen Islamhass und auch keine angebliche „Islamophobie“, welche darauf abziele, „Muslime in aller Welt zu verfolgen und sie in all ihren Heimatländern unter den Verdacht einer Weltverschwörung zu setzen und sie schließlich anzugreifen und auszurotten. Einen solchen Hass gibt es nur gegenüber der jüdischen Gemeinschaft und dem Staat Israel.“

Faber (1940–2019) gilt als Experte und Vorreiter in der Erforschung des muslimischen Antisemitismus, über den er bereits im Jahr 2006 für den jüdischen Onlineblog haGalil schrieb. Damals nahm er eine absolute Position in der Debatte um allfällige Wechselspiele zwischen „Islamophobie“- und Antisemitismusdebatte ein. Dass Muslime selbst im arabischen Raum eine Legitimität für Judenfeindlichkeit aus eigenen Erfahrungen ableiten könnten, verneinte er vehement: „Für Antisemitismus gibt es ebenso wenig eine Rechtfertigung wie für Sklaverei oder Terrorismus; auch angenommene oder tatsächliche ‚Demütigungen‘ rechtfertigen Antisemitismus nicht. Für Antisemitismus darf es in gleicher Weise kein – wie auch immer begründetes – Verständnis geben.“ In der FES-Studie fügte er zwei Jahre später hinzu: „Wer diese Art von Sonderbehandlung Israels nicht als Unrecht erkennt, dafür aber in der ‚Islamophobie‘ eine Hauptgefahr wahrnimmt, die in ihrer abstrakten Dimension dem Antisemitismus gleichzustellen sei, der bedient, zurückhaltend formuliert, Vorurteile in der Problemwahrnehmung.“

Kahlweiß und Salzborn argumentierten 2012 ähnlich im Hinblick auf die Fragestellung, ob eine Gleichsetzung der Phänomene möglich sei. Dabei schossen sie sich einmal mehr auf die Unschärfe des „Islamophobie“-Begriffes ein. Diese ermögliche erst die Situation, in welcher „Vorurteile in der Problemwahrnehmung“ den Blick auf die Wirklichkeitssicht verwaschen würden, jedenfalls aber eine Vermengung von Realitätsebenen bezweckten. Der Antisemitismus verweise „in seinen Ressentiments auf antisemitische Phantasien“ – erwähnt seien hier die nach einhelligem wissenschaftlichen Konsens erfundenen „Protokolle der Weisen von Zion“. Die Kritik am Islam hingegen beziehe sich auf reale Probleme der islamischen Welt und ihrer Begegnung mit der westlichen Welt. Dabei hätten die Anschläge des 11. September 2001 ebenso einen greifbaren islamistischen Hintergrund wie auch die Anschläge von London und Madrid. Das Gleiche gelte weiter für das Terrornetzwerk al-Qaida oder die gegen Israel gerichteten antisemitischen Vernichtungsdrohungen des Iran. Dabei halten die beiden Autoren weiters fest, dass eine „reale rassistische Ablehnung, die es in Europa gegenüber Zuwanderungen vor allem aus dem südlichen und östlichen Raum gibt, illegitimerweise in Beziehung gesetzt werden mit Problemen, die dem Islam inhärent sind“. Die zulässige – und wohl notwendige – Schlussfolgerung ist also, dass es zwischen den Begriffen „Islamophobie“ und Antisemitismus erhebliche Unterschiede gibt.

Durch missbräuchliche Gleichsetzung versuchen „linientreue“ orthodoxe Muslime, in Europa für sich eine Opferrolle zu reklamieren. Aufgrund der Gedenkkultur in Europa – gerade im deutschsprachigen Raum – sehen sich die dortigen Gesellschaften im Ernstfall in einer Situation, in welcher sie einer Rolle als Diskriminator vorauseilend vorbeugen wollen. Das Resultat ist, dass sie durch die entstehende Solidarität weder sich selbst noch den Muslimen einen wirklichen Gefallen tun, indem sie deren Opferrolle verstetigen und eine Mentalität in diese Richtung fördern.

Die Aufnahmegesellschaft endet dabei am Gängelband eines stigmatisierenden, in Teilen pathologisierenden Vorwurfs verwerflicher Gesinnung auch bei legitimer Kritik. Muslime finden sich in einer Rolle wieder, in der sie sich als Paria verstehen können, gleichzeitig aber ihre gesellschaftliche Emanzipation als greifbare Option scheinbar verschwindet. Dies bereitet optimalen Nährboden zur Radikalisierung junger Muslime in den politischen Islam. Dort findet sich mit dem „Islamophobie“-Schlagwort dann eine mächtige Waffe, um aus der Opferrolle ausbrechen wollenden Jugendlichen einfache Erklärungen für komplexe Probleme geben zu können. Wie Ednan Aslan und Evrim Erşan Akkıllıç in ihrem Werk zu islamistischer Radikalisierung von 2017 erörtern, ist der „Opferdiskurs ein fest verankerter Teil dieser Bewegungen“.

Somit trägt der „Islamophobie“-Vorwurf innerhalb der muslimischen Community zur Mobilisierung und Demobilisierung verschiedener Lager und Denkschulen bei. Wie die liberale Imamin Seyran Ateş feststellt: „Es ist aber auch wichtig zu fragen, was sich innerhalb der muslimischen Community in Europa abspielt. Es fällt auf, dass der Islamophobievorwurf nicht nur an den Westen gerichtet ist, sondern auch innerhalb der muslimischen Community genutzt wird, um binnenmuslimische Kritikerinnen und Kritiker von der Diskussion auszugrenzen. So begegnet einem der Islamophobievorwurf aus einem muslimischen Kontext etwa, wenn man sich kritisch mit dem Islam des siebten Jahrhunderts, mit kopftuchtragenden Kindern oder mit Themen wie Zwangsverheiratung innerhalb muslimischer Gemeinschaften beschäftigt. Letztlich besteht zwischen sachlicher und legitimer Islamkritik und „Islamophobie“ ein großer Unterschied. „Islamophobie“, verstanden als negatives Bild über Muslime durch die Betonung der Ungleichwertigkeit, diskriminiert Muslime aufgrund faktischer, vermuteter oder zugeschriebener Gruppenzugehörigkeit.“


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„Islamophobie“ – dieses Schlagwort findet sich heute in der politischen und gesellschaftlichen Debatte ganz selbstverständlich wieder. Die FREILICH Studie beschreibt die Konstruktion dieses Kampfbegriffes.

Traditionell vereinnahmte die Linke die Arbeiterschaft für sich, weite Teile ihrer Theorie transportieren bis heute den klassenkämpferischen Anspruch. Die historische Rechte kam in der Regel aus dem bürgerlich-gehobenen Milieu, nicht selten stammten ihre Vertreter aus traditionsreichen Geschlechtern. Die einstige Besserstellung kann auch als ideengeschichtlicher Hintergrund für die Erklärung dienen, weshalb sich insbesondere im deutschsprachigen Raum das liberale und das nationale Lager über viele Jahrzehnte gemeinsam entwickelten. Die Umstände der sozialen Stellung verkehrten sich aber infolge der geänderten hegemonialen Verhältnisse im Sog der „Kulturrevolution“ der 68er.

Gleichzeitig diversifizierte sich die politische Debatte: Einerseits nahmen ökologische Position ab den späten 1970er-Jahren erstmals einen großen Raum in der öffentlichen Debatte ein, andererseits folgte ab den 1980ern, insbesondere aber in den 1990ern und 2000er-Jahren der große Aufstieg populistischer politischer Bewegungen. War die Ökologie ursprünglich ein konservatives Nischenthema, entdeckte die politische Linke auch dieses ihrem ureigenen Fortschrittsgedanken widersprechende Feld für sich, nutzte auch dieses für die eigene Kampagnenfähigkeit bis hin zum Haupterkennungsmerkmal einer gleichermaßen „radikalen“ wie „bürgerlichen“ Linken.

Der Populismus, der originär kein ausgewiesenes Thema der Rechten war, wurde zum Markenzeichen „rechtspopulistischer“ Bewegungen in Europa. Deren Haupterkennungsmerkmal war nicht selten die volksnahe Parole und allzu oft ein seichtes theoretisches Fundament. Neben der hegemonialen Umkehrung dürfe diese unterschiedliche Herangehensweise auch erklären, weshalb die neuen gesellschaftlichen Trenn- und Bruchlinien eher kulturelle sind als jene der unterschiedlichen ökonomischen Positionen. Sozialdemokraten können heute durchaus wirtschaftsliberale Positionen vertreten. Der rechte Publizist Norbert Borrmann stellte 2011 gar die These auf, dass der „neue linke, politisch korrekte Überbau wie angegossen auf unsere kapitalistische Gesellschaft passt“, weil beide Seiten in ihrem hauptsächlichen Metier von diesem Pakt profitierten.

Identität als Thema von AfD und Grünen

Wie der Journalist Dieter Rulff in einer Analyse für den Deutschlandfunk feststellte, sind Identität, Zuwanderung und Zugehörigkeit in Deutschland eher die Themen von AfD und Grünen als der ursprünglichen „mittigen“ Volksparteien SPD und CDU/CSU. Er schreibt: „Auf der einen, der von den Grünen repräsentierten Seite, leben die Kosmopoliten. Es sind die weltoffenen Bewohner urbaner Milieus. Sie sind meist gut gebildet, verdienen auskömmlich und stehen für Multikulturalismus, Feminismus und Diversität. Auf der anderen […] Seite [sitzen] die Kommunitaristen. Wie der Name schon sagt, sind sie ihren Gemeinschaften verhaftet, eher auf dem Lande beheimatet und orientieren sich am Leitbild der [autochthonen] Kultur.“ Erstere befürworteten dabei Globalisierung, EU und offene Grenzen. Letztere hingegen befürchteten einen „Kontrollverlust“ und sähen die Antwort darauf in einer Rückbesinnung auf das Eigene. Die Gruppe der Kommunitaristen verfüge durchaus über Mobilisierungspotenzial: „Sie sind in ganz Europa anzutreffen. Zuletzt bewiesen die Gelbwesten in Frankreich, welche Macht in dieser Bewegung steckt.“

Identitätspolitik und Machtverhältnisse

So oder so konstruiert sich die neue Bruchlinie an zwei Punkten: Die Linke profitiert heute von den Gegebenheiten, erhebt aber traditionell den Anspruch, die Benachteiligten anzusprechen. Die Rechte (zu welcher infolge der Diskursverschiebung längst auch die historische „Mitte“ zu zählen wäre) wiederum ist originär auf den Erhalt des Bestandes ausgerichtet.

An die Stelle der alten Verteilungskonflikte als Ersatzbetätigungsfeld treten somit Fragen der Identität und der Anerkennung, wie auch Seyed Alireza Mousavi feststellte: „Identitätspolitik ist in der westlichen Welt zu einem maßgeblichen Hebel innerhalb der Machtverhältnisse geworden.“

Festzustellen ist dabei, dass diese Kämpfe um die Identität hart und kompromisslos ausgefochten werden. Dabei bezieht gerade die Linke ihre Identitätspositionierung aus der Mischung des historischen Auftrages ihres Lagers und dem bereits erwähnten Schuldkomplex, respektive dem schlechten Gewissen des Westens bezüglich seiner historischen Belastungen des Kolonialismus und des Faschismus. Ihre Suche nach dem „neuen Menschen“ will dabei immer vermeintliche Unterdrücker ausfindig machen, gegen die sie ihr Dogma der vermeintlichen Gerechtigkeit mit einem „antifaschistischen Narrativ“ in Position bringen kann. Wie Lichtmesz/Sommerfeld 2017 schrieben: „Die immer wieder neu beschworene Angst vor dem Nationalsozialismus […] verleiht der Linken, die sich als großer Gegenentwurf zu diesem ‚absolut Bösen’ inszeniert, eine beträchtliche Macht über die Gefühle, Affekte und Köpfe der Menschen. Nur wer sich ihren Dogmen, Geboten und Bußen unterwirft, darf hoffen, irgendwann einmal von der Erbsünde der historischen Schuld erlöst zu werden“. Dabei werden – mangels eigener Benachteiligung – Migranten und insbesondere Muslime zu den Ersatzunterdrückten.

Jene, welche Kritik an diesen üben, werden zu den Unterdrückern, welche es mit Vehemenz zu bekämpfen gilt. Erstaunlicherweise erkennen aber auch Teile der Linken die eigentliche Problematik. Ein Artikel auf dem Portal „linksnet.de“ identifiziert Folgendes: „Selbst ein vorbehaltloses Aufeinanderzugehen auf gleicher Augenhöhe, das unter ungerechten Verhältnissen eh nicht die Lösung sein kann, war und ist nicht das Ziel der Integrationspolitik. Offensichtlich wird ein vermeintlicher Gegensatz von WIR und die ANDEREN in die Köpfe eingehämmert. Das zeigt in allen Gesellschaftsschichten und -gruppen seine Wirkung.“ Das „Wir“ stehe für eine abendländische Mehrheitsgesellschaft, welche sich als „überlegene Leitkultur“ begreife und eine „kapitalistische Leistungsideologie“ verkörpere. Die „Anderen“ seien „Fremdkörper, die unter anderem als kriminell, unzivilisiert und bildungsfern diffamiert werden“.

Antifaschismus gegen alle

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass die Autoren dabei ihren eigenen Umgang mit der politischen Rechten als Feindbild der eigenen Identität auf deren Umgang mit islamischen Einwanderern projizieren. Weil Unsagbarkeiten der Rechten allerdings häufig über Strohmänner, Dammbruchargumente und ebenfalls undeutliche Definitionen lediglich herbeikonstruiert und nicht tatsächlich systematisch greif bar sind, bedient sich die politische Linke zur Pflege ihrer eigenen Identitätsfrage an beliebigem Inhalt ihrer eigenen Kategorien. Der Politikwissenschaftler Benedikt Kaiser beschrieb dies im September 2019 auf Twitter – „Das Perfide am Antifaschismus: Er richtet sich gegen den leeren Signifikanten ‚Faschismus‘ und füllt ihn situativ. Alles kann Feindbild sein: Abtreibungsgegner, Konservative, Neurechte, opponente Linke usf. Man reproduziert sich seine eigenen Faschisten“.

Weil die Linken sich Einwanderer im Generellen, oft Muslime im Besonderen zu schützenswerten „Unterdrückten“ bzw. „Anderen“ erwählen, entstehen eigenartige Dynamiken. Die Linke schlägt sich vorbehaltlos auf die Seite der Immigranten, nimmt auch den Terminus der „Islamophobie“ in den eigenen politischen Begriffskatalog auf. Damit rechtfertigt sie humanitäres Eintreten für Asylwerber, vermeintliche Glaubensfreiheit und Integration bzw. Inklusion.

Diskriminierung und Intoleranz

Dank weitreichender Deutungshoheit im öffentlichen Diskurs gelingt es ihr, internationale Organisationen in deren Ausrichtung zu beeinflussen, und sei es nur als Lippenbekenntnis. Höhepunkt war die Annahme einer „Kultur des Friedens“ der UNESCO im Jahr 1999. Diese beteuert das Ziel, „alle Formen der Diskriminierung und der Intoleranz zu beseitigen“. Um dies zu erreichen, wolle sie „Einstellungen, Traditionen, Verhaltens- und Lebensweisen unterstützen, die dazu beitragen, dass das Leben geachtet und Gewalt beendet wird. Gewaltlosigkeit soll durch Erziehung, Dialog und Zusammenarbeit eingeübt und gelebt werden. […] Auch wenn die Ziele, Akzeptanz, Toleranz und Dialog zu fördern, natürlich nur in Ansätzen erreicht werden konnten, so kommt der Kultur des Friedens eine wichtige Funktion zu. Sie stellt ein alternatives Konzept zur quasi naturwüchsig erscheinenden Verbindung von Kultur und Konflikten dar. […] Die Förderung von Toleranz und Dialog ist in den heutigen Zeiten, in denen in [Europa] gegen vermeintlich fremde Kulturen demonstriert wird, besonders wichtig. Die Kultur des Friedens kann so stellvertretend für einen Pluralismus von Kulturen, für ein konstruktives Neben- und Miteinander von kultureller Vielfalt, stehen.“

Prima facie könnte der neutrale Beobachter davon ausgehen, dass eine solche Definition vor allem die Bekundung guten Willens seitens einer überstaatlichen Körperschaft sei, die ein unverbindliches Leitbild bleibt. Gerade im Fall des „Islamophobie“-Begriffes und seiner problematischen Verwendung sowie unklaren Absteckung entlarvt sich der Ansatz aber als problematisch. Denn wenn Islamkritik bereits „Islamophobie“ ist und „Islamophobie“ eine zu bekämpfende Intoleranz ist – dann liefert schon die Äußerung gesellschaftlicher Kommentare eine Situation, in welcher der Äußernde sich in den Augen seiner Diskussionsgegner überhaupt gegen den Konsens einer anerkannten internationalen Organisation richtet.


Neues Jahr, neue Inhalte. FREILICH startet die Buchreihe POLITIKON. Band 1 von FREILICH-Herausgeber Heinrich Sickl singt „Das Lob der Grenze“.

Grenzen, so Heinrich Sickl, helfen uns Identität zu bewahren und Sicherheit zu garantieren. Aktuelle Herausforderung wie Corona und illegale Migration machen klar, dass es Zeit ist für Freiheit und Frieden Grenzen zu setzen und zu verteidigen.

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Vor Tagen wurde bekannt, dass im Zuge der Ermittlungen gegen die Muslimbrüder auch gegen einen Politologen der Universität Salzburg ermittelt wird. RFS-Obmann Lukas Heim weiß mehr über die Hintergründe.

Insidern zufolge soll es sich dabei um Farid H. handeln. Dieser verlautbarte kurz nach den Hausdurchsuchungen, bei denen auch elektronische Geräte sichergestellt wurden, auf Facebook derzeit nicht telefonisch erreichbar zu sein. Der Politikwissenschaftler soll sich bereits in jungen Jahren bei der Muslimischen Jugend Österreich engagiert haben und ist nun an der Universität Salzburg beschäftigt.

Pikant: Der Politologe lehrt und forscht zum Islam und er gilt als einer der Gründer des Begriffs der Islamophobie. Bezahlt wird er durch eine Stiftung in der Schweiz und auch Saudi-Arabien soll bei der Finanzierung des Politologen beteiligt sein. Zu den Arbeiten zählen unter anderem aber auch ein jährlicher Islamreport.

H. war über die letzten Jahre an mehreren österreichischen und ausländischen Universitäten wie der Uni Wien, Uni Salzburg, der Georgetown University und UC Berkeley tätig und ist regelmäßig in renomierten internationalen und nationalen Medien wie dem ORF oder der Washington Post als Experte gefragt. Für den Leiter des Fachbereichs für Politikwissenschaft und Soziologie, Reinhard Heinisch, scheint dies kein Problem darzustellen. Laut seinen Angaben habe der Politologe immer „vernünftig und verständnisvoll“ gewirkt.

Derartige Entwicklungen sind für Kenner der Österreichischen Universitäten keine Überraschung. Durch die übertriebene Toleranz und das kontinuierliche Wegschauen bei Problemen werden derartige Verstrickungen zu den Muslimbrüdern geradezu provoziert. Die Universität Salzburg, die erst kürzlich auf Grund von internen Umstrukturierungen öffentlich in der Kritik stand, würde gut daran tun die Probleme anzugehen.

In der FREILICH Studie „Islamophobie – Zur Konstruktion eines Kampfbegriffes“ erfahren Sie weitere Hintergründe zum Thema. HIER die Studie kostenlos downloaden.

Lukas Heim studiert Politikwissenschaft und ist Bundesobmann und Mandatsträger des Rings Freiheitlicher Studenten.

Zum Ring Freiheitlicher Studenten geht es HIER.

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Die aktuelle Ausgabe 10 des FREILICH Magazins beschäftigt sich unter dem Titel „Unpopulär rechts“ mit den Problemen des Rechtspopulismus in Europa und Österreich. Die Heftvorschau finden Sie HIER.

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„Islamophobie“ – dieses Schlagwort findet sich heute in der politischen und gesellschaftlichen Debatte ganz selbstverständlich wieder. Die „FREILICH Politische Studie” beschreibt die Konstruktion eines Kampfbegriffes.  

Tatsächlich ist der Begriff „Islamophobie“ allerdings wissenschaftlich höchst umstritten und wird vor allem von Akteuren mit Sympathien zum politischen Islam als Kampfbegriff missbraucht. Aber wie konnte ein konstruiertes Problem in den letzten zwanzig Jahren zum allgemein akzeptierten Phänomen werden?

Die vorliegende FREILICH-Studie geht dieser Frage nach und analysiert die Begriffsgeschichte sowie die Hintergründe und Aktivitäten seines Aufstieges hin zur kaum hinterfragten Floskel, die mittlerweile auch Eingang in den Sprachgebrauch höchster internationaler Organisationen fand. Dabei ist vor allem das Wechselspiel zwischen respektabel scheinenden Einrichtungen und den Verfechtern islamistischer Ideale von Interesse. 

Ein Hauptaugenmerk widmen die Autoren dabei dem umstrittenen jährlichen „European  Islamophobia Report“. Dabei wird klar: Das als Gradmesser geltende Jahrbuch weist nicht nur grobe methodische Mängel auf, sondern auch seine Verantwortlichen zeichnen sich durch fragwürdige Seilschaften aus. Bewegen sich die Herausgeber etwa im mittelbaren Dunstkreis der türkischen Regierung, so gehören die Verfasser der Teilberichte teilweise gar klar islamistischen Bewegungen oder deren Netzwerken an.

In weiteren Kapiteln widmet sich die Studie der Kampagnenfähigkeit des Begriffes sowie der Frage, inwiefern eine durch ihn suggerierte Opferrolle nicht nur akademische Debatten – etwa durch versuchte Gleichsetzung mit dem Antisemitismus-Begriff – vergiftet, sondern durch Akteure des politischen Islams auch zur gewollten Radikalisierung junger Muslime beiträgt. Auch die Rolle der politischen Linken als Stellvertreterin vermeintlich Entrechteter steht auf dem Prüfstand.

Am Ende der Analyse steht die Feststellung, dass Identitätspolitik – egal, ob von linker, rechter oder islamischer Seite – einen zunehmend größeren Platz im Diskurs einnimmt. Dabei schaffen es die Verfechter des „Islamophobie“-Begriffs mittels geschickter Schachzüge, sich weitreichende Deutungsmacht zu verschaffen, mit der sie ein völlig überzeichnetes Schein-Phänomen als heilige Kuh in die Agenda großer europäischer und internationaler Organisationen einbringen.

Entsprechend deutlich ist auch das Fazit der Studie: „Nur durch Versachlichung des Kampfs um diese Begriffe ist es möglich, die europäische Politik zu drängenden Zukunftsfragen – die demographische Zusammensetzung und sozio-kulturelle Richtung unserer Gesellschaft ist vielleicht die drängendste – wieder in konstruktive Bahnen zu lenken. Letztendlich wird es hier aber auch auf die Bereitschaft einzelner politischer Lager ankommen, sich hier neu auszurichten.“

Hier die aktuelle FREILICH Politische Studie „Islamophobie – Konstruktion eines Kampfbegriffes“ gratis herunterladen.


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Tatsächlich ist der Begriff „Islamophobie“ allerdings wissenschaftlich höchst umstritten und wird vor allem von Akteuren mit Sympathien zum politischen Islam als Kampfbegriff missbraucht. Aber wie konnte ein konstruiertes Problem in den letzten zwanzig Jahren zum allgemein akzeptierten Phänomen werden?

Die vorliegende FREILICH-Studie geht dieser Frage nach und analysiert die Begriffsgeschichte sowie die Hintergründe und Aktivitäten seines Aufstieges hin zur kaum hinterfragten Floskel, die mittlerweile auch Eingang in den Sprachgebrauch höchster internationaler Organisationen fand. Dabei ist vor allem das Wechselspiel zwischen respektabel scheinenden Einrichtungen und den Verfechtern islamistischer Ideale von Interesse. 

Ein Hauptaugenmerk widmen die Autoren dabei dem umstrittenen jährlichen „European  Islamophobia Report“. Dabei wird klar: Das als Gradmesser geltende Jahrbuch weist nicht nur grobe methodische Mängel auf, sondern auch seine Verantwortlichen zeichnen sich durch fragwürdige Seilschaften aus. Bewegen sich die Herausgeber etwa im mittelbaren Dunstkreis der türkischen Regierung, so gehören die Verfasser der Teilberichte teilweise gar klar islamistischen Bewegungen oder deren Netzwerken an.

In weiteren Kapiteln widmet sich die Studie der Kampagnenfähigkeit des Begriffes sowie der Frage, inwiefern eine durch ihn suggerierte Opferrolle nicht nur akademische Debatten – etwa durch versuchte Gleichsetzung mit dem Antisemitismus-Begriff – vergiftet, sondern durch Akteure des politischen Islams auch zur gewollten Radikalisierung junger Muslime beiträgt. Auch die Rolle der politischen Linken als Stellvertreterin vermeintlich Entrechteter steht auf dem Prüfstand.

Am Ende der Analyse steht die Feststellung, dass Identitätspolitik – egal, ob von linker, rechter oder islamischer Seite – einen zunehmend größeren Platz im Diskurs einnimmt. Dabei schaffen es die Verfechter des „Islamophobie“-Begriffs mittels geschickter Schachzüge, sich weitreichende Deutungsmacht zu verschaffen, mit der sie ein völlig überzeichnetes Schein-Phänomen als heilige Kuh in die Agenda großer europäischer und internationaler Organisationen einbringen.

Entsprechend deutlich ist auch das Fazit der Studie: „Nur durch Versachlichung des Kampfs um diese Begriffe ist es möglich, die europäische Politik zu drängenden Zukunftsfragen – die demographische Zusammensetzung und sozio-kulturelle Richtung unserer Gesellschaft ist vielleicht die drängendste – wieder in konstruktive Bahnen zu lenken. Letztendlich wird es hier aber auch auf die Bereitschaft einzelner politischer Lager ankommen, sich hier neu auszurichten.“

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