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Europa verwehrt sich gegen den Gedanken, dass Flüchtlingsströme bewusst ausgelöst und als Form der Druckmittel eingesetzt werden. Die US-Politikwissenschaftlerin Kelly M. Greenhill kann über 50 Versuche nachweisen, wo Flüchtlinge als „demographische Bombe“ missbraucht wurden.

Kelly M. Greenhill ist Professorin für Politikwissenschaft und internationale Beziehungen an der Tufts University und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Harvard University in den USA. Ihr im Jahr 2016 auf Deutsch erschienenes Buch „Massenmigration als Waffe“ gewann 2011 den Preis für das beste Buch des Jahres der International Studies Association (ISA). Ihre Forschungsergebnisse und politischen Kommentare wurden in internationalen Medien veröffentlicht, darunter die New York Times, Foreign Affairs und auf BBC und CBC.

In „Massenmigration als Waffe“ beschäftigt sie sich mit der sehr aktuellen Frage, wer die Einwanderung von Migranten als politisches Werkzeug benutzt, zu welchem Zweck, und wie und warum es funktioniert. Die Urheber dieser Nötigungspolitik verfolgen u.a. das Ziel, Zielstaaten zu beeinflussen, indem sie miteinander konkurrierende politische Interessen und Gruppen gegeneinander ausspielen. Greenhill erläutert und untersucht ihre These anhand einer Vielzahl von Fallstudien aus Europa, Ostasien und Nordamerika.

Greenhill listet insgesamt 56 Fälle auf, darunter den libysche Erpressungsversuch gegen die EU vom Sommer 2006 und davor die Massenwanderung von der DDR in die Bundesrepublik im Umfeld des 17. Juni 1953. Beim Großteil der von Greenhill untersuchten Migrationsbewegungen waren die Initiatoren mit ihren Forderungen erfolgreich. Entweder durch die Überforderung der Aufnahmekapazitäten in den Zielländern oder durch moralische Erpressung.

Wer Bedenken hat wegen des Verlages: Das Buchangebot des Kopp-Verlags reicht zwar von Verschwörungstheorie über Selbstversorgung bis hin zu Gesundheit und Medizin. Bei manchen Büchern scheint dabei die Grenze zwischen Fakt und Fiktion fließend. Nicht so bei Kelly M. Greenhill, ihr Buch ist angesichts des aktuellen Migrationsdrucks auf Europa wichtiger denn je.

Greenhills Studie ist eine innovative und gut geschriebene Untersuchung darüber, wie und zu welchem Grade Flüchtlingsströme von Staaten auch ausgenutzt werden, um politische Handlungsmöglichkeiten und Entscheidungen ihrer Gegenspieler zu beeinflussen. Gerade der gegenwärtige Migratenansturm nach Griechenland – angeschoben vom türkischen Präsidenten Erdogan – belegt die Thesen der US-Autorin.

Das Buch „Massenmigration als Waffe“ von Kelly M. Greenhill im FREILICH-Shop.

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