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Drei Männer, drei Generationen Burschenschaft. In der FREILICH‑Sonderausgabe „Burschenschaften“ sprechen sie über ihre Welt, ihre Erfahrungen und unsere Gesellschaft­.

­FREILICH Magazin: Beginnen wir mit einer persönlichen Frage: Was war ein besonderer Moment in Ihrem Burschenschafterleben?

Lukas Feichtenschlager: Am 10. Oktober 2020 hat die Burschenscha­ft Leder das Grab des Bundesbruders Ernst Großmann besucht und dort im Zuge des 100-jährigen Jubiläums der Kärntner Volksabstimmung einen Kranz niedergelegt. Ernst Großmann war Schweizer Staatsbürger und hatte die Kriegsjahre während des Ersten Weltkrieges als alleiniger Aktiver in Leoben verbracht. Mit dem Beginn des Kärntner Abwehrkampfes meldeten sich viele Leobener Studenten und zogen als  Leobener akademische Legion nach Kärnten, auch Ernst Großmann. Leider wurde er durch eine MG-Kugel verwundet und verstarb im Wolfsberger Krankenhaus. Auf seinem Grabstein ist folgende Inschri­ft zu lesen: „Dem freiheitsliebenden Schweizermitkämpfer die dankschuldigen Wolfsberger Ernst Großmann stud. mont. B! Leder, gefallen für Kärntens Freiheit.“ Diese Achtung und  Dankbarkeit, welche durch die Inschrift­ vermittelt werden, haben mich zutiefst berührt und mir in Erinnerung gerufen, dass man als Burschenschaft­er stets einen Beitrag für den Erhalt der Freiheit leisten kann und dieser nie vergessen sein wird.

Das ganze Interview lesen Sie in der FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“.

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Gerd Korisek: Ein unvergessliches Erlebnis war für mich die Teilnahme als junger Aktiver am Festkommers der Deutschen Burschenschaft­ anlässlich der Wiederkehr des 150. Gründungstages. Der Kommers fand in Berlin im Palais am Funkturm mit über 2000 Teilnehmern statt. Die Festrede hielt Bischof Thielicke zum Thema „Darf man alle drei Strophen des Deutschlandliedes singen“ und kam zum Schluss: Man darf, weil es wie die Liebeserklärung eines Kindes an seine Mutter ist. Unvergessen ist auch die Besichtigung der Mauer am Reichstag, und damit verbindet sich auch das Hochgefühl beim Mauerfall. Stolz erfüllte mich damals, da die Deutsche Burschenscha­ft entgegen vielen zeitläufigen Strömungen immer wieder geradezu perseverierend die Wiedervereinigung eingefordert hat.

Christopher Perk: Mir kommt da meine erste Mensur in den Sinn. Nach zwei Semestern Einpaukzeit war es endlich so weit, und ich dur­fte mich am Paukboden beweisen. Ich kann mich noch sehr gut an diesen Tag erinnern. Die Nervosität und Anspannung nahmen zu, je näher der entscheidende Moment rückte. Als mir mein Gegenpaukant gegenüberstand und mir zuletzt die Schutzbrille angelegt und der scharfe Schläger in die Hand gedrückt wurden, wusste ich, dass es nun kein Zurück mehr gab. Trotz der Anwesenheit meiner Bundesbrüder stand ich in diesem Moment meinem Kontrahenten allein gegenüber. Mit dem Kommando des Sekundanten zum ersten scharfen Gang löste sich aber alle Anspannung. Am Ende habe ich noch einen wuchtigen Treffer kassiert und musste anschließend vom anwesenden Arzt vernäht werden. Es war für mich sicher eines der intensivsten Erlebnisse überhaupt.

Wie kamen Sie selbst als junge Studenten überhaupt zur Burschenschaft?

Korisek: Mein Kontakt zur Burschenschaft ­ geht eigentlich zurück auf die Mittelschulverbindung, der ich angehört habe, wiewohl das keine Burschenschaft­, sondern ein pennales Corps war. Aber dort habe ich die ersten Eindrücke des Waffenstudententums kennengelernt. Damals hat mich besonders das Säbelfechten, das sehr sportlich ist, interessiert. Als ich dann durch einen Freund meiner Pennalverbindung zu meiner Hochschulburschenschaft­ in Graz gekommen bin, musste ich diesbezüglich völlig umstellen, denn das Schlägerfechten ist zwar körperlich und auch geistig fordernd, aber in dem Sinne nicht als Sport zu bezeichnen. Was mir aber gefallen hat, war, dass ich in einen Kreis gekommen bin, der zwar grundsätzlich meine Weltanschauung geteilt hat, wo wir uns aber immer in Diskussionen austauschen konnten und auch die Meinung anderer berücksichtigt wurde. Wenn es Unterschiede gab, wurde letztendlich im Convent abgestimmt, und diese Meinung war dann die Bundesmeinung, der sich alle angeschlossen haben. Dieses demokratische Prinzip hat mich schon als jungen Studenten sehr beeindruckt.

Das ganze Interview lesen Sie in der FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“.

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Feichtenschlager: In Leoben kommt man vermutlich leichter als an anderen Studienorten mit Studentenverbindungen in Kontakt. Als junger Student lebte ich noch gemeinsam mit einem Landsmannschafter im Studentenwohnheim und habe öft­ers mit ihm über Verbindungen gesprochen. Er meinte, ich müsse mir unbedingt einmal die Burschenschaft ­ Leder anschauen, weil die zu mir passen würde. Und ich habe dann die Aktiven dort kennengelernt, mich gleich sehr gut mit ihnen verstanden und bin dann auf verschiedene Veranstaltungen eingeladen worden. Dort hat es mir immer sehr gefallen, und ich habe mich dann bald entschieden, Burschenschaft­er zu werden.

Perk: In Graz ist die Situation etwas anders als in Leoben. Die Korporationen sind im öffentlichen Leben der Universität, insbesondere am Campus, nicht so stark wahrnehmbar. Insofern war es bei mir auch kein Zufall, dass ich zur Burschenscha­ft gekommen bin, sondern eine bewusste Entscheidung. Ich wollte schon vor Beginn meines Studiums einer Burschenschaft­ beitreten, habe gezielt Kontakte hergestellt und bin bei der erstbesten Gelegenheit eingesprungen. Fasziniert hat mich zu jener Zeit unter anderem die etwas geheimnisvolle Aura, die die Burschenschaft­en umgibt. Burschenschaft­en haben heute ja eher einen schlechten Ruf. Viele haben den Eindruck, dass es sich hierbei um sektiererische Geheimbünde handelt, die den Staat unterwandern wollen. Dass hier vor allem medial ein sehr verzerrtes Bild vermittelt wird, habe ich aber sehr bald festgestellt. In meinem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis waren zudem alle mehr oder weniger dagegen, dass ich einer Burschenschaft­ beitrete, und haben mir davon abgeraten, weil man Sorge hatte, dass ich in falsche Kreise gerate oder mir durch die Mitgliedschaft meine Zukunft­ verbauen könnte. Ich habe mich durch derartige Vorurteile aber nicht abbringen lassen und mir selbst ein Bild gemacht …

LESEN SIE IN DER FREILICH SONDERAUSGABE „BURSCHENSCHAFTEN“ ANTWORTEN AUF FOLGENDE FRAGEN:

Wie hat Sie die Burschenschaft geprägt bzw. was haben Sie dort gelernt?

Wie wird man denn heute als Burschenschafter wahrgenommen?

Wie bewerten Sie hier das Auftreten der Burschenschaften?

Wie könnte also die Rolle der Burschenschaft im 21. Jahrhundert aussehen?

Es gibt bei der Burschenschaft strikte Hierarchien, Rituale und klare Regeln. Wie ist das für die Entwicklung des Einzelnen? Inwiefern bleibt hier Platz für Individualität?

Burschenschaften werden oft als Netzwerke dargestellt, die den Mitgliedern Jobs und Einfluss zusichern. Ist das tatsächlich so?

Burschenschaften gibt es bereits seit über 200 Jahren. Was ist so besonders an ihnen, dass es sie heute noch gibt?

Die FREILICH Sonderausgabe „Burschenschaften“

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Neues Jahr, neue Inhalte. FREILICH startet die Buchreihe POLITIKON. Band 1 von FREILICH-Herausgeber Heinrich Sickl singt „Das Lob der Grenze“.

Grenzen, so Heinrich Sickl, helfen uns Identität zu bewahren und Sicherheit zu garantieren. Aktuelle Herausforderung wie Corona und illegale Migration machen klar, dass es Zeit ist für Freiheit und Frieden Grenzen zu setzen und zu verteidigen.

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Mit der Erntehelfer-Aktion zeigten die steirischen Burschenschaften, dass Solidarität für sie nicht nur ein Lippenbekenntnis ist. Bisher wurden in verschiedenen Regionen der Steiermark etwa 1.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet.

Die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Steirischer Burschenschaften, der insgesamt neun Grazer und zwei Leobener Verbindungen angehören, hatte diese Aktion Ende März ins Leben gerufen. Anlass dafür waren Meldungen aus dem Landwirtschaftsministerium, wonach wegen der Corona-Maßnahmen in Österreich 5.000 Erntehelfer fehlten. Es wurde sogar von gewaltigen Ernteausfällen gewarnt.

Kurz darauf veröffentlichten die steirischen Burschenschaften auf der Tagesstimme und FREILICH einen Aufruf zur Unterstützung der heimischen Landwirtschaft:

„Die Bauern brauchen unsere Hilfe! Gerade in Krisenzeiten ist Solidarität gefragt. Für uns ist das mehr als nur ein reines Lippenbekenntnis. Jetzt ist es an der Zeit, mit anzupacken und unsere heimischen Bauern nicht im Stich zu lassen!“

1.000 Stunden ehrenamtliche Hilfe

Und nur wenige Wochen später fanden auch bereits die ersten ehrenamtlichen Hilfseinsätze der Burschenschafter statt. Organisiert vom ARGE-Vorsitz, der Grazer akademischen Burschenschaft Marko-Germania, halfen bisher rund 30 Personen in verschiedenen Regionen der Steiermark mit. Bis jetzt leisteten sie insgesamt knapp 1.000 Arbeitsstunden. Angepackt haben dabei jedoch nicht nur Burschenschafter – nein, es meldeten sich auch mehrere Menschen, die mit Studentenverbindungen bislang nichts am Hut hatten. Vom Arzt bis zur Musikstudentin brachten sich völlig unterschiedliche Helfer ein.

Ein Erlebnis der ursprünglichen Art: Erntehelfer sein

Bei den ersten Hilfseinsätzen ging es aber noch nicht direkt um die Ernte. Mitte April setzten die Helfer stattdessen beispielsweise drei Tage lang zahlreiche Maronibäume in der Nähe von Stubenberg in der Oststeiermark.

Am Puls der Heimat

Die weiteren Einsätze fanden im April und im Mai bei Weinbauern in der Süd- und Weststeiermark statt. Dort half man beispielsweise beim Setzen eines neuen Weingartens und beim Ausbrechen überschüssiger Triebe an den Weinstöcken. Und wie es bei Weinbauern gute alte Tradition ist, durften alle Helfer am Ende des Tages auch stets die Weine von jenen Hängen verkosten, an denen sie zuvor selbst gearbeitet hatten. So kam auch trotz der Corona-Regelungen die Geselligkeit nie zu kurz.

Als Erntehelfer Wein von seiner vielschichtigen Seite kennenlernen

Heuernte im Juni

Im Juni geht es bereits mit dem nächsten Einsatz weiter. Diesmal helfen Burschenschafter bei der Heuernte auf einer Alm in der Obersteiermark. Die Aktion der ARGE Steirischer Burschenschaften ist also noch nicht am Ende. Wenn auch Sie Heimat ursprünglich erleben und dabei etwas Gutes tun wollen, können Sie sich unter folgender E-Mail-Adresse für weitere Einsätze melden: [email protected]. Jeder ist dabei herzlich eingeladen und willkommen.

Den Internetauftritt der Arbeitsgemeinschaft Steirischer Burschenschaften finden Sie HIER.

Mehr über die vorsitzende Burschenschaft Marko-Germania können Sie HIER erfahren.


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