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Matthias Kornek

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An der TU in Wien werden Aufnahmen von Studierenden nicht nur aufgezeichnet sondern auch gespeichert. Dies stellt einen massiven Eingriff in die Privatsphäre der Studenten dar.

Auf Grund der derzeitigen coronabedingten Maßnahmen der Regierung werden einige Prüfungen verschoben, viele finden aber online statt. Und das ist grundsätzlich auch eine gute Sache, wenn Studenten trotz der Maßnahmen ihr Studium fortführen können. Während in vielen Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften anstelle von Prüfungen Take-Home-Assignments angeboten werden, ist das in technischen und naturwissenschaftlichen Fächern durchaus schwieriger. Hier werden die Studenten oft mittels Laptopkamera überwacht. Manchmal nehmen die Überwachungen der Studenten während der Onlineprüfungen jedoch kuriose und bedenkliche Ausmaße an.

Totale Überwachung

An der TU in Wien fällt es einigen Professoren merklich schwer, sich auf den neuen Online-Modus einzustellen und sie verlangen von Studenten unrealistische und bedenkliche Überwachungsmöglichkeiten. So sollen die Studenten jederzeit hör-, sicht-, und kontrollierbar sein, was einer Totalüberwachung des Wohn- bzw. Lernraums des Studenten gleichkommt. So steht in einer Vorkehrung zum Beispiel wörtlich: „Die Kamera ist so auszurichten, dass der/die Studierende von vorne links oder vorne rechts und der Schreibtisch mit allen zulässigen Hilfsmitteln zu sehen ist. Dabei steht die Kamera in einem Abstand von 1,5 – 2 Metern und in einer Höhe von ungefähr 1,2 Metern. Die Kamera muss während der gesamten Prüfung eingeschaltet bleiben und darf während der Arbeitszeit nicht bewegt werden“. Auf Verlangen des Prüfers kann sogar ein Kameraschwenk durch das Eigenheim nötig sein. Und auch zu den Trinkbehältnissen und zum Essen gibt es eine Vorschrift. So darf nur ein durchsichtiges Glas Wasser auf dem Tisch stehen und ausgepacktes Essen ohne Etikett.

Einverständnis zur Aufzeichnung

Kritisch wird es jedoch, wenn die Prüfungen nicht nur live überwacht werden, sondern auch aufgezeichnet und gespeichert werden. Bei einigen Prüfungen ist das Einverständnis zu dieser Aufzeichnung sogar verpflichtend, da sonst eine Teilnahme nicht möglich ist. Dies stellt einen massiven Eingriff in die Privatsphäre des Studenten dar. Auch wenn der Vizerektor der TU, Kurt Matyas, betont, dass eine Einwilligung zur Aufzeichnung nicht als Bedingung für die Teilnahme an einer Prüfung herangezogen werden darf, so sind es doch die Professoren, welche für die Prüfung verantwortlich sind. Und dort scheint es einige schwarze Schafe zu geben.

Auch eine stabile Internetverbindung muss beim Ablegen einer Prüfung garantiert werden. Dies stellt jedoch für viele Studenten eine psychische Belastung dar, da dies oft nicht in ihrer Hand liegt und auf Grund der vielen Zugriffe durch Homeoffice, Homeschooling und Online-Uni gibt es immer wieder Ausfälle. Was dann mit dem Studenten und seiner Prüfung passiert, ist unklar, da es keine klaren Regelungen für einen Internetausfall während einer Prüfung gibt. Es liegt folglich in der Hand der Professoren zu entscheiden, wie vorgegangen wird.

Heftige Kritik

Heftige Kritik an den Maßnahmen kommt indes von den Studentenvertretern. Auf Anfrage teilte uns der Bundesobmann des Rings Freiheitlicher Studenten (RFS), Matthias Kornek, mit, dass zwar eine Form der Überwachung grundsätzlich notwendig sei, diese Vorschriften allerdings deutlich zu weit gingen. Sie würden einen massiven Eingriff in die privaten Lebensbereiche der Studenten sein. Deshalb würde die Kritik an diesen fragwürdigen Regeln auch zurecht zunehmen.


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