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Nur 0,6 Prozent der Fläche Deutschlands sind Wildnis. Die Bundesregierung scheitert mit ihrer Biodiversitätsstrategie für 2020 an fehlenden 5.000 Quadratkilometer.

Deutschland ist eine mächtige Industrienation. Nahezu jeder Quadratmeter des Landes wurde umgegraben oder bebaut. Kann es hier überhaupt neue Wildnis geben? 3SAT hat sich für eine Dokumentation auf die Spurensuche begeben. Für ursprüngliche Natur ist kaum noch Platz zwischen Infrastruktur-, Siedlungs- und Agrarflächen.

Die häufigste natürliche Vegetationsform Mitteleuropas ist Wald. Und noch immer ist rund ein Drittel Deutschlands von Wald bedeckt. Ökologisch wertvoll sind jedoch nur kleine Bereiche. Meist stehen Bäume derselben Art und gleichen Alters in Reih und Glied, ohne Unterwuchs oder natürliche Dynamik.

Nur wenige Tier- und Pflanzenarten können solche Wirtschaftswälder als Lebensraum nutzen. In einem Wald wildes Wachstum zuzulassen – das ist ein gewaltiger Schritt, den die Deutschen erst wieder lernen müssen. Kann man tatsächlich Wildnis neu erschaffen? Wie geht das, und ab wann gilt eine Fläche tatsächlich als Wildnis?

Besondere Chancen dafür bieten sich auf ehemaligen militärischen Sperrgebieten, wie sie sich etwa im Osten Deutschlands auf den Flächen der Stiftung „Naturlandschaften Brandenburg“ finden. Hier vollzieht sich ein erstaunlicher Wandel. Die Gebiete sind wirtschaftlich kaum interessant, schwer zugänglich und groß – ideale Freilandlabore und zukünftige Wildnisgebiete. Stürme und Feuer gestalten hier die Landschaft, nicht der Mensch. Die Bestände von bedrohten Tierarten wie Seeadlern erholen sich spürbar. Wölfe kehren zurück, und sogar Elche wandern wieder aus Polen nach Deutschland ein. Die 3SAT Doku ist in Zusammenarbeit mit der Initiative Wildnis in Deutschland entstanden.

HIER geht es zur Dokumentation „Neue Wildnis in Deutschland“.

Ein Film von Axel Gomille
Erste Kamera: Michael Habermehl
Kameraassistenz & Drohne: Philipp Podlich, Carsten Schöning
Schnitt: Ute Rübesamen
Redaktion: Bianca Charamsa
Leitung: Katharina Finger
Länge: 45 Minuten


Mehr über Deutschlands vielfältige Natur erfahren Sie im Buch „Deutschlands Natur. Lebensräume im Porträt“. Dieser mit erstklassigen Fotos ausgestattete prächtige Bildband möchte Leser und Betrachter mitnehmen in die zwölf wichtigsten Lebensräume Deutschlands (HIER im FREILICH Buchladen beziehen).


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Rolf Peter Sieferles “Rückblick auf die Natur” erschien zuerst 1997, in einer Phase, als das Umweltthema eine konjunkturelle Delle bekam. Der Untergang des Ostblocks und die Wiedervereinigung Deutschlands setzten andere Notwendigkeiten auf die Tagesordnung der 1990er Jahre.

Gerade in dieser Situation schien es Sieferle ratsam, an die Grundlagen zu erinnern, auf denen unser wirtschaftliches Anspruchsdenken beruht: die Natur und ihre Veränderung durch den Menschen. Dieses Verhältnis betrachtet Sieferle nüchtern, ohne daraus politischen Nektar saugen zu wollen. Gerade dieser distanzierte, aber dennoch wehmütige Blick auf die Veränderungen der Jahrtausende sorgt dafür, daß dieses Buch seine Gültigkeit behalten hat.

Sieferle spannt einen weiten Bogen von den Jägern und Sammlern der Altsteinzeit über die Ackerbaukulturen bis hin zur Industrialisierung oder Modernisierung, die als zweite Transformation der Landschaft begriffen wird: vom agrarischen System hin zum fossilen Industriesystem. Damit ist der entscheidende Prozess benannt, der die uns umgebenden Landschaften zu »totalen Landschaften« gemacht hat, die einer stetigen Umformung unterworfen sind und die keinen stabilen Zustand mehr erreichen werden.

Sieferle ist kein Romantiker, der in der Vergangenheit stabile Gleichgewichte ausmacht. Es geht ihm um die Totalität und die Geschwindigkeit des Wandels, der innerhalb weniger Jahre vollzieht, wozu es früher Generationen brauchte. Sieferles interdisziplinär angelegte Umweltgeschichte eröffnet neue Perspektiven auf das Verhältnis von Natur und Mensch. Gerade der Naturschutz muß sich die Frage gefallen lassen, ob seine Bemühungen nicht nur ein Teil der Umweltgestaltung sind, da es eine vom Menschen unabhängige Natur schon lange nicht mehr gibt. Aber auch die totale Unterwerfung der Natur scheint unmöglich: ihre Komplexität entzieht sich dem Planungsanspruch des Menschen.

Das Buch „Rückblick auf die Natur. Eine Geschichte des Menschen und seiner Umwelt“ von Rolf Peter Sieferle im FREILICH Buchladen.

Rolf Peter Sieferle (1949‒2016) studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Soziologie an den Universitäten Heidelberg und Konstanz und lehrte ab 1991 in Mannheim. Seit 2005 war er ordentlicher Professor für allgemeine Geschichte an der Universität St. Gallen. Zu seinen Hauptwerken zählen Epochenwechsel (1994) und die universalhistorische Bilanz Rückblick auf die Natur (1997). 2010 verfasste Sieferle für den „Wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltveränderungen“ der Bundesregierung die Abhandlung Lehren aus der Vergangenheit. 2017 beginnt die Herausgabe seiner gesammelten Werke im Manuscriptum Verlag.


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