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Petr Bystron

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Der AfD-Bundestagsabgeordnete Petr Bystron ist ein um Wahrnehmung bemühter Politiker.  Professionell und unkonventionell setzt er sich selbst als Markenbotschafter für eine alternative Politik in Deutschland und für die Alte Welt ein.

Der 1972 in Olmütz in der Tschechoslowakei geborene Politiker ist, wie die „Welt“ bereits 2016 süffisant bemerkte, „anerkannter Asylbewerber. Als 16-Jähriger war er mit seinen Eltern aus der damaligen kommunistischen Tschechoslowakei über Jugoslawien nach Deutschland geflohen“. Bystron offenbare mit Blick auf die aktuelle Situation in Deutschland ein verschwörungstheoretisches Weltbild. Das zeige sich darin, dass er rückblickend „ähnliche Zustände wie am Vorabend des Kommunismus“ ausmache.

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Bystron beklage „Political Correctness, Ideologie statt gesundem Menschenverstand“ und habe Angst, „wie mit Menschen umgegangen wird, die sich gegen den Mainstream stellen“. Ohne es zu wollen, skizzierten die Mainstreamschreiber so die wesentlichen, schlüssigen Motive des politischen Engagements Bystrons.

Der zweifache Familienvater studierte Ökonomie und internationale Beziehungen an der Hochschule für Politik und der LMU in München. Während des Studiums arbeitete er in seiner eigenen Kommunikationsagentur, die er später verkaufte. Dem neuen Eigentümer brachte Bystron durch diesen Deal immerhin Kunden wie Casio, BMW, C. H. Beck, Vaude und andere. Eine Beratungstätigkeit für Unternehmen sowie politische Parteien zu Fragen der Kommunikation und strategischen Markenführung schloss sich an.

Doch der früh mit Repressalien eines totalitär auft­retenden Regimes vertraute Diplom- Politologe sah in der Politik und einem entsprechenden Engagement seine Zukun­ft: Von 2005 bis 2013 war er Mitglied der  FDP, 2013 bis 2015 AfD-Vorsitzender LfA Europa- und Außenpolitik und von 2015 bis 2017 AfD-Landesvorsitzender Bayern. 2017 konnte Bystron als Abgeordneter in den deutschen Bundestag wechseln. Dort ist er Obmann und ordentliches Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und des Unterausschusses Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik. Zusätzlich ist er Stellvertretendes Mitglied im Ausschuss des Deutschen Bundestags für die Angelegenheiten der Europäischen Union.

Seit jeher findet man den bekennenden Freiheitlichen Bystron in den Schlagzeilen der arrivierten Medien. Genüsslich wurde das Scheitern seines Projektes „Mainstream-Aussteiger-Programm“, das „die schlimmsten Lügen und Manipulationen der Haltungsredaktionen“ anprangern sollte, kommentiert. Doch Bystron servierte es den links unterwanderten Medien schonungslos: „Dieses Land krankt an linker Dominanz im öffentlichen Diskurs wie in der Politik. Diese gilt es zu bekämpfen. […] Die Altachtundsechziger haben Deutschland mit ihrer Denke verpestet.“ So die sicher nicht elegante, aber zutreffende Analyse.

Grobschlächtigkeit wird dem Kommunikationsprofi ohnehin gern von unberufener Seite attestiert. Für große Empörungsheuchelei sorgte besonders Bystrons klare Position zur „Identitären Bewegung“. 2017 schrieb er: „Die mir persönlich bekannten Aktionen der IB verdienen unseren Respekt – […] sie alle sind intelligent, haben Humor und sind absolut gewaltfrei. […] Ich erkenne hier nichts Rassistisches, nichts Fremdenfeindliches und schon gar nichts, was die Verfassung unseres Landes bedrohen würde.

Ebenso gelingt es mir nicht (selbst nach mehrmaliger Betrachtung) aus dem Motto der IB: „Heimat, Freiheit, Tradition – Multikulti Endstation“ etwas Negatives herauszulesen. Mir persönlich ist es lieber, wenn auf den Gipfeln der bayerischen Berge auch weiterhin die christlichen Kreuze stehen, als dass dort der islamische Halbmond thront. Daher gründet meine Sympathiebekundung gegenüber der IB auf tiefem Respekt vor deren Mut, Intelligenz und Entschlossenheit.“

So viel Eigensinn dürft­e auch in der AfD beim einen oder anderen Parteifreund Kopfschütteln verursacht haben, doch Bystron bleibt streitbar und klarsichtig: „Die einen wollen die totale Distanzierung von der IB, die anderen die totale Umarmung mit ihr. Ich werde mit diesem Papier wohl beide Gruppen enttäuschen – denn ich halte beides für falsch.“

Damit hatte Bystron dennoch die Aufmerksamkeit des instrumentalisierten Verfassungsschutzes geweckt. Till-Lucas Wessels schrieb auf der Suche nach den „Sonntagshelden“ der „Sezession“: „Nun sind solcherlei Positionierungen natürlich ein gefundenes Fressen für diejenigen, die in einem wachsenden Dateiordner jede IB-Referenz, jeden zweifelhaft­en Facebook-Like und jedes Stammtischfoto sammeln  und akribisch dokumentieren, um der AfD daraus den lang ersehnten Verfassungsstrick zu drehen.

Dementsprechend folgte die Antwort auf solch ungezogene Solidarität stante pede: Im Rahmen der Pressekonferenz zur Vorstellung des bayerischen Verfassungschutzberichtes ermöglichte die zufällige Nachfrage eines engagierten Journalisten dem Leiter des entsprechenden Landesamtes, Burkhard Körner, ein gut vorbereitetes Dossier aufzuschlagen und die Beobachtung von Bystron unter ausführlicher Zitation desselben zu bestätigen.“ Doch mit der Beobachtung ist seit September 2017 Schluss.

Sämtliche medialen Angriffe verpuffen denn auch, wenn Petr Bystron auf die Pauke haut. So unterstützte Bystron Italiens Innenminister Matteo Salvini. Der Bundestagsabgeordnete: „Es ist europaweiter Konsens, dass die Schlepperei im Mittelmeer rechtswidrig ist. Daher ist die Festnahme von Frau Rackete ein völlig normaler Vorgang. […] Sie ist eine gewöhnliche Kriminelle, bei der jedoch von linken Kreisen in Deutschland versucht wird, sie zu einer Heldin hochzustilisieren.“ Der Sympathiewert Bystrons dürft­e beim Mainstreamschreibpersonal nach dieser Äußerung den absoluten Tiefpunkt erreicht haben.

Jüngst veröffentlichte Fotos, die Bystron mit dem  kurdischstämmigen Chia Rabiei, einem der „Helden von Würzburg“, zeigen, sind ebenfalls nicht sonderlich hilfreich dabei, Anerkennung in allen politischen Lagern zu erlangen. Doch das scheint Petr Bystron einerlei. Vielleicht hat er David Engels Sätze aus dessen Buch „Was tun?“ verinnerlicht: „Lassen wir uns etwa von Gedanken wie dem der „action directe“ der revolutionären französischen Gewerkscha­ler inspirieren und wagen wir es, öffentlich mit Hilfe von symbolischen, pazifistischen und legalen Taten unsere Empörung kundzutun, um all jene, welche das Abendland zugrunde richten, bloßzustellen und vor den Augen jener, die sich wie wir verraten und verkauft­ fühlen, als das zu demaskieren, was sie wirklich sind.“

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