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Stefan Petzner

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Auch nach über einem Jahrzehnt nach seinem Tod ist Jörg Haider für viele eine der umstrittensten und schillerndster Politpersönlichkeiten. Stefan Petzner galt als langjähriger Haider-Intimus, nun lässt er tief in Haiders Seele blicken.

2004 wurde Petzner vom damaligen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider als Pressesprecher engagiert. Nach der Gründung des BZÖ durch Haider im Jahr 2005 übernahm Petzner mehrere verschiedene verantwortungsvolle Positionen und war bis 2010 Generalsekretär. Vielen blieb er wegen seiner emotionalen Interviews in Erinnerung, in denen er Jörg Haider nach dessen Tod als Lebensmenschen bezeichnet hatte.

Am 26. Jänner wäre Jörg Haider 70 Jahre alt geworden. Das nahm Petzner zum Anlass, um seinem einstigen Lebemenschen zu gedenken und dessen politisches Lebenswerk zu würdigen. Dabei ging er auch auf die sehr persönliche Seite Haiders ein.

Viele stellten sich die Frage, wie Haider mit den vielen Anfeindungen, Angriffen, Nazivorwürfen und den Ausgrenzungen im In- und Ausland umgegangen sei. Nach außen wirkte Haider immer resolut und unverletzlich und machte den Anschein, als ob ihm all der Hass über Jahrzehnte völlig egal waren. Prallte das alles spurlos an ihm ab?

Petzner weiß: „Nein, im Gegenteil! Vieles schmerzte ihn, nicht weniges verletzte ihn sehr tief, und einiges nahm er sehr persönlich. Jörg Haider war in Wahrheit ein sehr sensibler, feinfühliger Mensch, mit einem weichen Herzen. Nur öffentlich zeigte er das nie“, offenbarte nun der Haider-Vertraute.

Auch auf die Frage, ob Jörg Haider ein glücklicher Mensch gewesen sei, ging Petzner ein. Privat erlebte er Haider sehr bescheiden. Haider war der ruhige, nachdenkliche Typ und sehr harmoniebedürftig. Traurig merkte Petzner an: „Wirklich glücklich war er nicht, gegen Ende seines Lebens zunehmend sogar unglücklich.“

Für Petzner ist klar: „Haider war der Erste, der bereits in 90er Jahren das Problem Migration und Asyl aufgegriffen hat. Er hatte inhaltlich mit allem recht. Hätte man damals auf ihn gehört, statt ihn einen Nazi zu rufen, wäre uns heute vieles erspart geblieben!“

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