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ESSAY VON: NICOLE HÖCHST

Sollte Feminismus heute nicht längst wertkonservativ sein? Die Freiheit der Frau muss gegen die Ansprüche eines angegrauten Utopismus ebenso verteidigt werden wie gegen die Zumutungen der grassierenden multikulturellen Gesellschaft.

Essay im FREILICH Magazin NO6 erschienen

HIER gibt es das FREILICH Magazin im Abonnement: www.freilich-magazin.at/#bestellen

Nicole Höchst

Jahrgang 1970, Lehrerin und AfD-Politikerin. Sie wurde 2017 in den Deutschen Bundestag gewählt und ist dort Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung sowie im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Seit Februar 2015 ist sie Mitglied der Bundesprogrammkommission der AfD. Sie ist weiters Obfrau in der Enquete- kommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“ und Obfrau im Unterausschuss„Bürgerschaftliches Engagement“.

Nicole Höchst lebt in Speyer und hat vier Kinder, die sie allein erzieht.

nicole-hoechst-afd.de

Frauenrechtlerinnen haben uns Frauen in den vergangenen Jahrhunderten die Gleichberechtigung erstritten. Dafür kommt ihnen für immer der Dank der nachfolgenden Generationen zu. Jedoch trieb diese Bewegung auch immer schon selbstbewusst und faktenfrei seltsame Blüten. Hier sei auf meine Lieblingsrealitätsverweigerin Simone de Beauvoir verwiesen. Sie selbst lebte in einer offenen Beziehung mit Jean-Paul Sartre, aus der keine Kinder hervorgingen. Sie wollte sich nicht durch die Gründung einer Familie in Abhängigkeiten begeben. Ihr Rat an alle Frauen, die nach wahrer Unabhängigkeit streben, war es, einen Beruf zu ergreifen. Dieser erlaube es ihnen, sich um die Versorgung des Nachwuchses eigenständig zu kümmern und sich folglich auch mit Kindern scheiden zu lassen. Nichts war für sie verachtenswerter als eine klassische Familie, in der die Frau einfach „nur“ sorgende Mutter ist. Völlig realitätsfremd wollte sie vom biologischen Determinismus unabhängig sein. Sie ging so weit, diese Lebenseinstellung für möglichst alle Frauen zu propagieren. Das war hip, das war chic, das war modern, das war frei.
In ihrem Fahrwasser wurden aus Frauenrechtlerinnen plötzlich Feministinnen und sogar einige erklärte Gegnerinnen der Penetration. Diesen Frauen gilt die eigene Befindlichkeit als Toppriorität. Die Befindlichkeiten der anderen haben sich unterzuordnen. Ihre Lebenswelt und -philosophie ist gut durch die Fragen abgebildet: Will ich das wirklich? Macht mich das unfrei? Wie fühlt sich das für mich an? Was macht das mit mir? Alles scheint sich nur noch um subjektives Empfinden und Erfahren zu drehen. Willkommen in der Wellnesszone von Frauen, die sich immer und überall in Konkurrenz- und Geschlechterkampf mit den Männern befinden – deren Sinn des Lebens die totale Unabhängigkeit vom Mann und von ihrem eigenen biologischen Determinismus war. Selbstverwirklichung und Freiheit – was sie damals unter den gegebenen Umständen eben dafür gehalten haben. Aber: Tempora mutantur, nos et mutamur in illis. 

Aus den befreiten Frauen wurden die Begründerinnen einer Gesellschaft, die permanente Nabelschau betreibt. Individuell, aber und vor allem auch im Kollektiv. Alles und jeder ist durchpsychologisiert und psychopathologisiert. Nur so erklärt sich meines Erachtens, dass noch keiner der Zeitgeistfeministinnen aufgefallen ist, dass das gefühlte Patriarchat des bösen weißen heterosexuellen Mannes schon längst von den Xanthippen mit der Subtilität von Panzern geschliffen worden ist und schlicht nicht mehr existiert. Es ist kaputt, verloren, passé, perdu. 

Aber beim in Fahrt gekommenen Femopanzer scheint das Visier kaputt, es fokussiert nicht die neuen Realitäten unserer Zeit. Gefeuert wird immer noch auf die Schatten eines Feindbildes, die schon vor vielen Jahren aufgehört haben zu zucken. Leider konnte sich im toten Winkel unbehelligt ein ohne Not in großer Stärke importiertes Steinzeitpatriarchat in Deutschland einrichten, welches in seinen Herkunftsländern die Unterwerfung und Unterlegenheit der Frau nicht selten durch Auspeitschen, Steinigen, Messern, Vergewaltigen usw. zelebriert. Dort gehört sich die Frau nie selbst, sondern erst dem Vater und den Brüdern, später dem Gatten und der Schwiegerfamilie. Häufig werden Frauen in den Herkunftsländern sehr jung – deutlich vor dem Eintritt in das Erwachsenenalter – verheiratet, nach Vorbild des Propheten

Mohammed. Auch ist es dort üblich, sich den Gatten mit bis zu drei weiteren Frauen zu teilen. Liebesheiraten gibt es so gut wie nicht, dafür mehrheitlich Zwangsehen; Cousin- und Cousinenheiraten sind häufig. Dieses Frauenbild und diesen Umgang mit Frauen dulden unsere sogenannten Frauenrechtlerinnen hier in Deutschland ohne Aufschrei. 

In regelmäßigen Selbstbeweihräucherungsritualen blicken unsere Feministinnen der alten Schule am Weltfrauentag in ferne Länder und sagen salbungsvoll und selbstgerecht Genitalverstümmelungen, Unterdrückungen von Mädchen und Frauen, Kinderehen, Mehrehen, Ehrenmorden, Gewalt gegen Frauen, Massenvergewaltigungen am anderen Ende der Welt den Kampf an. Gelächter! Was für eine Heuchelei! All die beschriebenen Phänomene sind doch längst hier! Hier in Europa, hier in Deutschland, mitten in der Komfortzone der sogenannten Frauenrechtlerinnen. Sie bemänteln den riesigen Elefanten im Raum mit dem Deckmäntelchen der totalen Toleranz und der geheiligten multikulturellen Vielfalt, die ach so bereichernd sein soll. Ganz ehrlich, wie verlogen ist das denn? Ob sich die betroffenen Frauen, die momentan noch mehrheitlich dem gleichen islamisch sozialisierten Kulturkreis entstammen wie ihre Peiniger, bereichert vorkommen? Sie erhalten von den allermeisten Feministinnen keine Stimme. Denn was sie sagen, würde das Leben in der bunten Multikultiwelt ganz schön ins Wanken bringen. Aus dem Vielfalt preisenden Gruppenkuscheln aller Kulturen auf der Wohlfühlscholle ist ein Deutschland mit stetig wachsenden muslimischen Parallelgesellschaften geworden. Diese Parallelgesellschaften wünschen Kontakt mit den Schon-länger-hier- Lebenden, wie unsere Kanzlerin Angela Merkel die deutschen Bürger nannte, nur zu ihren Bedingungen, die sie auch laut einfordern. Nix Gruppenkuscheln. Nix Grundgesetz. Nix Gleichberechtigung von Mann und Frau. 

Ich denke, wir sind uns alle einig: Gewalt gegen Frauen geht gar nicht, ganz unabhängig davon, wer die Opfer sind und wer die Täter. Das heißt aber auch, dass wir als aufgeklärte freiheitlich-demokratische Gesellschaft ein gesteigertes Interesse daran haben sollten, unsere grundgesetzlich verbrieften Rechte auch für alle gleichermaßen durchzusetzen. Denn heute sind es vielleicht noch mehrheitlich Frauen aus islamisch sozialisierten Kulturkreisen, die durch das pseudotolerante Wegsehen in Deutschland ihre Grundrechte nicht durchsetzen können. 

Und ja, an dieser Stelle müssen sich die Regierungen der letzten 50 Jahre gefallen lassen, dass sie durch das angestrengte Wegsehen und ihr lautes Schweigen zu dieser Unkultur der Unterwerfung von Frauen sich der strukturellen Diskriminierung und Benachteiligung ebendieser schuldig gemacht haben. Das ist eine unverzeihliche Unterlassung, die zugleich sexistisch und rassistisch ist in ihrer Ausprägung und die es zudem erlaubt hat, dass sich unter dem Deckmäntelchen der Toleranz religiöser Vielfalt und kultureller Bereicherung in Deutschland wie in ganz Europa parallelgesellschaftliche Strukturen etablieren und verfestigen konnten, die Frauen unterwerfen. Mitten unter uns. Das kann nicht sein in einer Demokratie, die etwas auf sich hält. 

Gewalt gegen Frauen und Unterdrückung von Frauen müssen hart sanktioniert werden, Gleichberechtigung muss nachhaltig durchgesetzt werden. Denn aus der Parallelgesellschaft mit Parallelrechtsverständnis wird, wenn wir Deutschen nicht die demografische Kurve kriegen, in den nächsten Jahren die Mehrheitsgesellschaft werden. Das sollten sich die zeitgeistverstörten Feministinnen einmal klarmachen. Sie hinterlassen ihren Kindern und Enkeln ein Land, in dem unser Grundgesetz Makulatur sein wird, insbesondere für die Mädchen und Frauen. Will heißen: Sie sind dabei, unsere freiheitlich-demokratischen Grundwerte zu verraten und wegzuwerfen. Und wofür? 

Um sich bei der stetig wachsenden Gruppe der moralisierenden Bessermenschen verorten zu können, die sich hyperreflexiv und dauersensibel allen moralisch überlegen und von allem genervt fühlt. Sie politisieren für Toiletten für das dritte Geschlecht, für die Legalisierung von Abtreibungswerbung oder für „bunt“ statt „braun“ und kämpfen mit allen Mitteln gegen vermeintlich „Rechtes“ und Klartext, bevorzugen gewaltfreie Kommunikation, den gesamtgesellschaftlichen Konsens und das betreute Denken durch Relotius und Co. Die schiere Panik, zu Lebzeiten von ihrer Wohlfühlscholle ins kalte Wasser gestoßen zu werden und feststellen zu müssen, dass sie einem großen bunten Regenbogentraum aufgesessen sind, treibt immer absurdere Blüten der Realitätsverweigerung. Und statt sich der Wirklichkeit zu stellen und die gegenwärtigen und zukünftigen Probleme anzuvisieren, zu analysieren und zu diskutieren, werden lieber Wahrheitsunterdrückungsmechanismen installiert. Das reicht von Zensurgesetzen für das Internet bis hin zu Handreichungen, wie man am besten Arbeitskollegen in Firmen als „Rechte“ outet und anschließend zur Abschreckung möglichst sozial und medial hinrichtet. Die moderne Hexenverbrennung quasi. 

Dabei stehen außer der Tatsache, dass wir als Gesellschaft dabei sind, die Gleichberechtigung von Mann und Frau – ganz auf Kosten der Frauen – aus dem Fenster zu schmeißen, viel drängendere Themen auf dem Zettel, vor allem für uns Frauen. 

Die eingangs erwähnte Freiheit der Frau, etwas anderes aus ihrem Leben machen zu können, als Frau und Mutter zu sein, ist längst Zwang geworden. In unserer Gesellschaft besteht heute für Frauen ein spürbarer Zwang zur Erwerbstätigkeit. Der drückt sich durch deutliche Nachteile bei der Erwirtschaftung der Rente aus, aber auch sonst gibt es kaum Familien, die es sich leisten können, dass nur ein Elternteil arbeitet. Der ausufernde Umverteilungsstaat der offenen Grenzen und der zutiefst frauenfeindliche Tittensozialismus – getarnt als moderner Feminismus – scheinen mit dem Raubtierkapitalismus der zunehmenden Globalisierung eine unheilige Allianz eingegangen zu sein. Das geht hochgradig zu Lasten der Frauen, die deutlich häufiger an der Mehrfachbelastung durch Erwerbstätigkeit, Haushalt und Familie sowie dem Gefühl, nichts von alledem zufriedenstellend erledigen zu können, erkranken. 

Die omnipräsenten Forderungen des sogenannten Gender-Mainstreaming, das seine gesellschaftliche Umerziehung bereits in den Kindertagesstätten beginnt, tragen zur gesamtgesellschaftlichen Verstörung bei, denn hier wird permanent versucht, Intellekt und Bewusstsein dazu zu erziehen, Gefühle, eigene Wahrnehmungen und das ureigenste Wesen zu überlagern. Frauen wie Männer werden zunehmend von sich selbst entfremdet und dazu gebracht, quasi zwangsneurotisch „typisch männliche“ und „typisch weibliche“ Gefühle und Verhaltensweisen bei sich selbst zu entdecken und auszumerzen. Sie können sich bei jedem Psychologen darüber erkundigen, was aus Menschen wird, die permanent gegen ihre eigene Natur angehen müssen, weil sie darauf konditioniert worden sind. Im glimpflichsten Falle werden sie einfach nur todunglücklich. 

Sogenannte Feministinnen müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, nicht länger für die Freiheit und Gleichberechtigung von Frauen zu kämpfen. Sie verkämpfen sich für die Gleichheit von Männern und Frauen, die es aber so nicht gibt, und für den daraus resultierenden Anspruch auf Gleichstellung. Sie merken nicht, dass allein darin schon ein fundamentaler Widerspruch besteht, denn was gleich ist, muss nicht durch gesetzgeberische Anstrengungen gleichgestellt werden. Das Manna ihrer Religion heißt Quote. Diese aber ist zutiefst sexistisch, denn sie schaut eben nicht auf Kompetenzen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Motivation, Wissen usw. der Menschen, sondern zunächst einmal danach, ob Busen vorhanden sind oder nicht. Aus diesem sekundären Geschlechtsmerkmal leitet sich dann die weitere Vorgehensweise, der weitere Umgang mit einer Person ab. Wahnsinn! Außerdem sind Quoten unserer Ansicht nach verfassungswidrig. Meine Kollegin Beatrix von Storch drückte es im Deutschen Bundestag so aus: „Es ist heute selbstverständlich, dass Frauen und Männer das gleiche Wahlrecht haben, dass sie die freie Berufswahl haben und dass Frauen und Männer vor dem Gesetz gleich behandelt werden. […] Die Geschlechterparität im Wahlrecht zerstört die freie und geheime Wahl, vor allen Dingen die gleiche Wahl. Die Quote behindert die freie Berufswahl und die Gleichheit der Bürger vor dem Gesetz. Wir müssen heute aktiv die Gleichstellungspolitik bekämpfen, um die Gleichberechtigung zu bewahren. Gleichberechtigung heißt: Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz, unabhängig von ihrem Geschlecht.“ 

Aber auch die Quotendebatte und das Busenzählen sind virtuose Schattenboxkämpfe von Feministinnen, die spüren, dass ihre Zeit abgelaufen ist. Die neuen Frauenrechtlerinnen setzen sich ein für den Erhalt der Rechte von Frauen, jetzt und auch in Zukunft. Dazu gehört eben auch das Recht, Frau sein zu dürfen, nicht mit Männern in allem Möglichen konkurrieren zu müssen und die Wahlfreiheit zu haben, ob man erwerbstätig oder Hausfrau und Mutter sein will. 

Es gilt, den fortwährenden Vorgang der sogenannten Optimierung der Geschlechter auf Kosten des Urweiblichen zu stoppen. Frauen wohnt die Gnade inne, Leben schenken zu können. Dies wurde über lange Zeit als Fluch der gefühlten Unfreiheit verteufelt und bekämpft. Das ist heute biologisch längst überwunden. Keine Frau muss heute schwanger werden, wenn sie das nicht möchte. Und keine Frau ist dazu gezwungen, ein Kind auf die Welt zu bringen, wenn triftige Gründe dagegen sprechen. Aber diese biologischen Zwänge wurden längst durch gesellschaftliche ersetzt, die die gewonnene Freiheit in Zwang ummünzten. 

Unsere Gesellschaftskonstrukteure haben längst ins Auge gefasst, die Zeugung und die Reifung von Kindern aus der Mutter heraus in Reagenzgläser und künstliche Gebärmütter zu verlagern. Was uns in literarischen Werken wie „Schöne neue Welt“ von Aldous Huxley oder in Filmen wie „Matrix“ dystopisch dargeboten wurde, ist längst technisch und medizinisch möglich oder steht bereits kurz vor der Serienreife. 

Eine Diskussion darüber findet aber nicht statt. Es ist eine groß angelegte, gesamtgesellschaftliche, ethische Debatte, die wir hier führen müssten und die über die Frage entscheiden wird, ob wir Menschen uns weiter von dem entfernen wollen, was uns existenziell von Maschinen unterscheidet: den menschlichen Beziehungen, den komplexen Gefühlen von Bindung, von der Familie. Es ist bereits gelungen, die Familiengefüge in Deutschland nachhaltig zu zerstören und die Kinder möglichst früh in die Kitas oder die Fremdbetreuung zu zwingen. Wollen wir diesen Weg der Entmenschlichung weitergehen? 

Diese Dehumanisierung, die uns stetig ein Stück weiter von dem entfernt, was wir aber sind, wird von allen Seiten befeuert. So ist es bereits gelungen, Androiden herzustellen, die primär als Sexualpartner fungieren, körperwarm und auch sonst erschreckend nah an ihren menschlichen Vorbildern. Die neueste Generation dieser Puppen kann Gespräche führen, fragt nach dem Arbeitstag und lernt, nicht nur die sexuellen Vorlieben ihres Besitzers zu erfüllen, sondern eben auch sonst zu gefallen. Sie kann staubsaugen und Hausarbeit verrichten. 

Auch wenn es diese Roboter ebenfalls als Männernachbau gibt, stellen Männer die überwiegende Mehrheit der Kunden. Ich werte das als starkes Indiz dafür, dass nicht nur die Frauen ihr eigenes Wesen zunehmend vermissen, sondern eben auch die Männer mit der ökonomisch optimierten Frau partnerschaftlich wenig anfangen können. Und auch hier wieder die Frage: Wollen wir Frauen das so? Auch wenn diese Roboter auf dem deutschen Markt derzeit noch nicht allzu präsent sind, poppt doch auch in Deutschland hier und dort eine Ausprägung desWunsches, die derzeitige Version von Frauen zu ersetzen, auf. Zum Beispiel hat in Speyer jüngst ein Puppenhaus eröffnet, in welchem die sexuellen Dienste von unterschiedlichsten, sehr menschenähnlichen Puppen in Anspruch genommen werden können. 

Ich vermisse auch in diesem Zusammenhang die lauten Stimmen von Frauenrechtlerinnen, die sich nicht nur in eine gesellschaftliche Diskussion einklinken, sondern diese dezidiert anführen. 

Ganz ehrlich, ich persönlich hätte mir nie träumen lassen, dass ich einmal für Frauenrechte und die damit verbundenen Themen öffentlich eintreten würde. Aber ich habe über die letzten Jahre hinweg einfach verstehen müssen, dass unsere Epoche mit der größten relativen Freiheit für Frauen ihren Zenit bereits überschritten hat und dass es jetzt wichtig ist, jene Themen zu adressieren, die im Begriff sind, unsere gesellschaftliche Rolle für immer zu prägen und unwiederbringlich zu verändern. 

Ich habe einmal gesagt, dass zeitgenössischer Feminismus wertekonservativ sein müsse, um unsere Freiheit zu erhalten und durchzusetzen. Das ist natürlich ein Widerspruch in sich; dieser macht aber deutlich, dass sozialistisch geprägter Feminismus uns über die anfänglichen Segnungen hinaus in eine üble Sackgasse geführt hat und uns den sehr zweifelhaften Freuden einer entmenschlichten, widernatürlichen Zukunft zuführen wird, sofern nicht schon vorher die Rückkehr in die Gleichberechtigungssteinzeit stattgefunden haben wird. Denn aus dem Multikulturalismus wird früher oder später eine Monokultur wie in Saudi-Arabien oder Iran werden. Diese Entwicklung konnten wir beispielsweise im Libanon beobachten. 

Wenn ich in die Augen meiner Kinder blicke, tief in ihre Herzen hinein, weiß ich mit unverrückbarer Sicherheit und Klarheit, dass ich diese düstere Zukunft für sie nicht zulassen kann. Und zwar weder die eine noch die andere. 

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