Ibiza ist eine Insel. Diese Homepage auch: „Die Ibiza Hintergründe“ heißt sie und sie verspricht – die Hintergründe von Ibiza. Wer steht dahinter? Hier die Selbstbezichtigung der Homepage-Bauer: „Wir sind eine Unterstützergruppe welche die Geschehnisse seit der Veröffentlichung des Ibiza-Videos interessiert verfolgt, mit Machern des Videos gesprochen und die vielen offenen Fragen in monatelanger Arbeit recherchiert und zusammen getragen hat. Im Laufe dieses Prozesses sprachen wir auch mit Akteuren und Journalisten die Einsicht in den Strafakt haben, der mehrere hundert Seiten umfasst. Viele unserer Erkenntnisse stammen aus diesen Interviews, andere sind aus öffentlich zugänglichen Quellen recherchiert und zusammen getragen, weitere Fotos und Belege konnten wir einsehen.“

Spannend, man kennt sich. Bisher scheinen nur zwei Uschis und ein paar andere mit den Machern journalistisch gesprochen zu haben. Florian zeichnet auch gerne Karten von Netzwerken. Bezeichnend ist, dass es der Homepage auf den ersten Eindruck nicht um Aufklärung geht, sondern um die Abwehr „rechter Seilschaften“, die ein Interesse an der Aufklärung der Affäre um den Inselurlaub hat. Es fällt halt auf, dass linke Verschwörungstheoretiker sich in einem grundsätzlichen Abwehrkampf gegen übermächtige Gegner wähnen.

Immer mehr begabte Netzwerkzeichner arbeiten in Österreich.

Gleichzeitig sollen die Videomacher fröhlich heroisiert werden. So steht auf der Ibiza Homepage diese optimistische Behauptung, ganz als ob es „ein zivilgesellschaftliches Projekt“ gewesen sei:

  • Am Video hat sich niemand bereichert. Mehrfache Kaufangebote, auch seitens Strache naher Kreise über zwei Millionen Euro wurden ausgeschlagen.
  • Das gesamte Video ging unentgeldlich an die Redaktionen. Nachträgliche Erpressungsvorwürfe sind damit unglaubwürdig.

Freilich nur, nachdem der Verkauf gescheitert war und man das gute Zeugs verschenkt (?) hat, um zumindest einen politischen Nutzen daraus zu ziehen. Spannende Argumente, die sich auch zum Beispiel sehr dicht gegen die recherchierende EU-Infothek richten, so als ob sie mit ihren Erkenntnissen störe.

Anonyme Homepages sind seit jüngster Zeit ein spannendes Tool in der heimischen Innenpolitik. Die Seite „Zoom“ hatte etwa anonym angefangen über Bundeskanzler Sebastian Kurz, seine Freunde in der heimischen Gastronomie und weißes Pulver zu bloggen.

Wieviel weißes Pulver die Macher der „Ibiza Hintergründe“ nehmen, wird sich noch klären müssen. Schaut aber auf den ersten Blick nach viel aus … 

Die lustige Homepage findet der unterhaltungssüchtige Leser hier: https://ibiza-hintergrund.net/

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