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Manuscriptum Verlag

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Nachdem der Autorin Monika Maron vom Verlag S. Fischer die Zusammenarbeit aufgekündigt wurde, weil sie in einem „rechten“ Verlag veröffentlicht hätte, rufen Jörg Bernig und Uwe Tellkamp zur Mäßigung auf. Sie warnen vor den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. Wir bringen ihre Warnung im Wortlaut.

In großer Sorge und mit Entschiedenheit stellen wir uns vor die Buchhändlerin, Verlegerin und Veranstalterin Susanne Dagen. Desgleichen treten wir an die Seite unserer Kollegin Monika Maron, der die weitere Zusammenarbeit mit dem Verlag S. Fischer aufgekündigt wurde, weil sie in der edition buchhaus loschwitz, dem Verlag Susanne Dagens, einen Band mit Essays veröffentlicht hat. Wohlgemerkt: nicht was Monika Maron in ihren „Essays aus dreißig Jahren“ geschrieben hat, war für S. Fischer inkriminierend, sondern daß sie es in Susanne Dagens edition buchhaus loschwitz publiziert hat. Susanne Dagens Buchhandlung, ihr dort angeschlossenes KulturHaus und der Verlag edition buchhaus loschwitz werden als Ort (neu)rechten Denkens stigmatisiert und das, bei Lichte besehen, schlicht aus dem Grund, weil Susanne Dagen sich einer Festlegung auf ein bloß irgendwie links geartetes Denken entzieht und stattdessen einen Ort bietet, der für alle offen ist.

Unsere große Sorge erwächst aus Beobachtungen und Erfahrungen, die wir selbst während der letzten Jahre gemacht haben. Wir stellen eine Verwahrlosung und gewalttätige Aufladung der Berichterstattung und Kommentierung fest, wenn über Positionen und Menschen geschrieben und gesprochen wird, die sich kritisch zu problematischen Entwicklungen in diesem Land äußern – sei das zu Fragen der Meinungsfreiheit, der Verquickung von Politik und Medien, der Migrationspolitik, der Erscheinung des Islams in unserer Gesellschaft oder der Beschneidung verfassungsmäßig festgeschriebener Freiheiten.

Mit großer Sorge blicken wir auf uns nachgerufene Formulierungen wie: „pegidafiziert“, „rassistisch“, „ausländerfeindlich“ oder „definitiv neurecht[s]“. Wir fragen: Wohin soll das führen? Was soll der Schritt sein, der auf derlei verbale Attacken folgt? Oder: Welchen Folgeschritt sollen solche Attacken vorbereiten?

Wir leben in einer Zeit enormer Umbrüche. – Diskussion? Ja. Streit? Ja. Diffamierung? Nein. Denunzierung? Nein. Ausgrenzung? Nein. Verbale Gewalt? Nein und nein! In großer Sorge um die Entwicklung in unserem Land rufen wir zu Mäßigung im Umgang miteinander auf.

Wir von FREILICH schließen uns dem Aufruf an!

Den Internetauftritt von „buchhaus loschwitz“ finden Sie HIER. Der Aufruf wurde als erstes auf der Facebook-Auftritt von TUMULT veröffentlicht.

Im aktuellen Heft FREILICH 10 spricht Uwe Tellkamp über das Leben im Westen, den Widerstand im Osten und die durch Gleichgültigkeit bedrohte Identität.

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Die aktuelle Ausgabe 10 des FREILICH Magazins beschäftigt sich unter dem Titel „Unpopulär rechts“ mit den Problemen des Rechtspopulismus in Europa und Österreich. Die Heftvorschau finden Sie HIER.

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Band 1 der Werkausgabe: Rolf Peter Sieferles politisches Hauptwerk in einer vom Autor bearbeiteten, unveröffentlichten Fassung.

1994 legte Sieferle diesen Großessay vor, in dessen Zentrum das gegenüber dem universalistischen Projekt des „Westens“ widerständige Deutschland mit seinem Willen zum eigenen Weg steht. Die beiden Weltkriege in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert waren Vorboten einer Auseinandersetzung zwischen universalistischen Perspektiven und deren partikularistischer Abwehr. Er zeigt, wie die beschleunigte Moderne in ihrer seit hundert Jahren anhaltenden, ständigen „Flucht nach vorne“ wachsende Problemberge vor sich herschiebt, zu deren gedanklicher Bewältigung die alten Ideologien des Liberalismus, des Sozialismus und des Nationalismus immer wieder in neue Kleider schlüpfen und in neuen Paradoxien sich verheddern.

Der Hauptgegner der konservativ-revolutionären Position sind die Mächte der bürgerlichen Welt, also Liberalismus, Individualismus und Kapitalismus. Der marxistische Sozialismus erscheint in dieser Perspektive insofern nur als eine Variante des bürgerlichen Materialismus, als er den Prozess der Atomisierung und Zertrümmerung mitträgt und sogar verschärft. Liberalismus und Sozialismus sind beide letztlich universalistisch orientiert, das heißt, sie zielen auf eine homogene „Menschheit“, die nicht mehr systematisch differenziert.

Rolf Peter Sieferle

Fluchtpunkt des Heils vor den herannahenden Umwelt- und Ressourcenproblemen wird schließlich eine universalistische Weltvereinigung unter einem Globalgouvernment. Sieferle analysiert ebenso nüchtern wie intensiv, dass sich hinter dem Rücken dieser angeblichen rettenden Weltinstanz bei ideell und real beseitigten Nationalstaaten strukturlogisch und unvermeidbar die ursprünglichen Kollektive familiärer Clans und tribalistischer Stämme wieder durchsetzen würden und ein tausendjähriger Prozess der Zivilisation rückabgewickelt wäre. Dies ist auch ein Blick auf den gegenwärtigen Zustand Europas, dem die Akteure dieser Retribalisierung seit 2015 regelrecht aufgedrängt werden.

Ein Anziehen der Steuerschraube bei den erfolgreichen Elementen des neuen globalen Netzwerks ist wohl unvermeidlich. Die dadurch bewirkte Umverteilung dürfte sich jedoch nicht darauf beschränken, den wachsenden unproduktiven Bevölkerungsteil durchzufüttern, sondern die Mittel müssten darauf verwendet werden, den Anteil der globalen Spezialisten an der Gesamtbevölkerung zu vergrößern.

Auf rund 500 Seiten bearbeitet Sieferle als Universalgelehrter unglaublich viele Themen und Bereiche auf kühle und rationale Weise. Er geht auf die Umbrüche ein, die in Bewegung gerieten, als das jahrzehntelange Gleichgewicht zwischen den Machtblöcken in Ost und West ab 1989 ins Rutschen kam. Sieferle erkannte schon sehr früh, dass das „europäische Projekt“ über kurz oder lang ins Stottern geraten wird und dann in Chaos und Zerfall endet.

Das Buch „Epochenwechsel. Die Deutschen an der Schwelle zum 21. Jahrhundert“ von Rolf Peter Sieferle im FREILICH Shop.

Rolf Peter Sieferle (1949‒2016) studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Soziologie an den Universitäten Heidelberg und Konstanz und lehrte ab 1991 in Mannheim. Seit 2005 war er ordentlicher Professor für allgemeine Geschichte an der Universität St. Gallen. Zu seinen Hauptwerken zählen Epochenwechsel (1994) und die universalhistorische Bilanz Rückblick auf die Natur (1997). 2010 verfasste Sieferle für den „Wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltveränderungen“ der Bundesregierung die Abhandlung Lehren aus der Vergangenheit. 2017 beginnt die Herausgabe seiner gesammelten Werke im Manuscriptum Verlag.


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Tumult – Vierteljahresschrift für Konsensstörung ist eine von Wissenschaftlern und Künstlern betriebene Zeitschrift. Mainstreamkundig und randständig, versteht sich Tumult als unabhängiges Organ der Gegenwartserkundung fernab akademischer und volkspädagogischer Sprachregelungen.

Gerade ist die Ausgabe Frühjahr 2020 erschienen. Wir geben einen Überblick über die Inhalte:

Albert Sonnaben – 18 Bilder
Frank Böckelmann – Weg des geringsten Widerstands

SCHNEISEN

Peter J. Brenner – Offene Grenzen, verschlossene Räume
Sven K. Knebel – Von der Jakobiner ihrer Diktatur
Bettina Gruber – Die Wissenschaft und ihr Double
Lothar Fritze – Elitärer Kampfbegriff – Der Populismusvorwurf als Diffamierungsinstrument
Johannes ScharfDeutsche und Juden – Ursachen des Antisemitismus

BELICHTUNGEN

Konrad Adam – Jetzt!
Thomas Palzer – Kleine Theologie der Materie
Stefan Barme – Verlieren wir unsere Sprache?
Jonathan Meynrath – Hölderlin in Stalingrad – Harald Schmidt als Reaktionär

Tumult – Vierteljahresschrift für Konsensstörung erscheint viermal im Jahr

ISLAMISIERUNG

Tilman Nagel – „Der Islamismus hat mit dem Islam nichts zu tun“ – eine westliche Illusion

DAS GESPENST SEXUALITÄT

Siegfried Gerlich – Rape Culture – Feminism on Campus
Horst G. HerrmannGanz in Weiß … Die Unschuld an die Macht
Lorenz Jäger – Daddy ist weg – Wahrheit, Feminismus und Marielouise Jurreit

RÄUME DES POLITISCHEN

Albrecht Goeschel/Paolo Goeschel de Carvalho – Deutsches Kriegsmuseum in der Kongresshalle Nürnberg – Teil II: Vorschlag für ein Kriegsmuseum der Entdeckung
Bernd Schick – Angela oder Das Elend der Vernunft
Michael Böhm – Der Feind der Kunst – Betrachtungen zur „Erklärung der Vielen“
Sebastian T. Hartmann – Hässliche Frucht eines psychopathischen Antifaschismus – Das Zentrum für Politische Schönheit

Empfehlenswert ist auch die TUMULT Werkreihe wo interdisziplinär ermittelnde Selbstdenker zu verschiedenen Themen zu Wort kommen.

LANDSCHAFTEN

Uwe Tellkamp – Das Märchenreich am Rhein – Expedition zu den Inseln der Demokratie
Takasaki – 8259,1 8260,1 8264,1 8265,1
Marc PommereningMikroaggressionen

TUMULT – Vierteljahresschrift für Konsensstörung geht auf Abstand zu Hetze, Hysterie und Panik. TUMULT  wirft einen kühlen Blick auf die herrschenden Vorstellungen von Grundgesetz, Europa, Gleichberechtigung, Islam und Antisemitismus, die Veränderung des öffentlichen Raums, die Wissenschaft im Sog der Political Correctness, das Kunstverständnis in der Erklärung der Vielen.

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