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„Was tun?“ Diese Frage hat sich nicht nur Lenin in seinem gleichnamigen und wohl bekanntesten Werk gestellt, sondern spukt als Frage in den Köpfen unzähliger Europäer herum. Eine ganz persönliche Antwort hat der Althistoriker und Publizist David Engels mit seinem nunmehr in Spanisch, Französisch und Deutsch vorliegendem Essayband „Was tun?“ gegeben.

„Was tun?“ ist dabei kein Parteimanifest oder Anleitung für einen politischen Widerstand, sondern ein Vademecum für ein Leben mit dem allgegenwärtigen Untergang des Abendlandes. Die wohl schwerwiegendsten und nicht immer offensichtlichsten Symptome dessen hat Engels jeweils kurz geschildert, um dann die Antwort darauf zu geben, was zu tun sei. Dass es sich um persönliche Antworten handelt, wird im Vorwort entsprechend betont.

Der Standpunkt, von dem die Antworten folgen, ist ein durchgängig christlich-konservativer-proeuropäischer. Zwischen praktischen Handlungsempfehlungen wie etwa, möglichst regional bzw. europäisch zu kaufen oder sich innerhalb der eigenen vier Wände mit Schönem zu umgeben, gibt es auch langfristige und tiefergehende, wie der der Gründung einer Familie, sowie Zwischenstufen wie die Empfehlung, sich wieder ernsthaft mit dem Christentum zu beschäftigen und innerhalb der eigenen Gemeinde entsprechend aktiv zu werden.

Umgang mit dem Niedergang Europas

Es ist der Natur der Konzeption als persönliche Antworten darauf, wie mit dem Niedergang Europas umgegangen werden kann und wie vielleicht doch annähernd ein richtiges Leben im Kleinen im großen Falschen gelingen kann, geschuldet, dass man vermutlich kaum jemand allen der vielseitigen Handlungsempfehlungen zustimmen wird. Jedoch dürfte jeder zumindest Einzelne, für sich beachtenswerte Punkte finden, weswegen die Lektüre für die Leser verschiedener Ausrichtungen gewinnbringend sein dürfte.

Trotz aller Empfehlungen für die Gestaltung des individuellen Lebens ist es dennoch keine Abwendung vom großen Ganzen, Engels ruft vielmehr dezidiert zum aktiv werden auf, auch wenn die jetzige Generation voraussichtlich nicht mehr einen direkten Erfolg erleben wird. „Dies macht aber“, führt Engels in der letzten Seite aus, „unsere Verantwortung umso größer, die Fackel zu übernehmen, welche die vorangehenden Generationen uns überreichen, und ihre Flamme so rein und leuchtend wie möglich denen weiterzugeben, die nach uns kommen, damit aus der Nacht einer sinnentleerten Welt, welche den Menschen zu einer bloßen Sache degradiert hat, eine neue Ordnung entstehen mag.“

Dass der Autor mit seiner Konzeption einen Nerv getroffen hat, zeigt die mittlerweile notwendig gewordene vierte Auflage des kleinen und dezent, aber stillvoll gestalteten Büchleins. Bleibt zu hoffen, dass der Aufruf Engels Gehör gefunden hat.

Der Westen ist am Ende. Es ist spät, wahrscheinlich sogar schon zu spät, um noch eine andere Richtung einzuschlagen, und niemand weiß, was aus dem Zusammenprall zwischen dem politisch korrekten Denken und der Wirklichkeit entstehen wird. Was tun? Wie unser tägliches Leben ausrichten? Wie uns trotz allem in die Zukunft hineinversetzen? Und vor allem – wie unseren Nachfahren unser bedrohtes Erbe weitergeben? Dies sind einige der Fragen, auf welche dieses Brevier einige ebenso praktische wie realistische Antworten zu geben versucht.

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