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Ring Freiheitlicher Studenten

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Nachdem Ex-Arbeitsministerin Christine Aschbacher auf Grund von Plagiatsvorwürfen bei ihrer Magisterarbeit bereits zurückgetreten ist, werfen nun auch die Arbeiten von Innenminister Karl Nehammer und Finanzminister Gernot Blümel Fragen auf.

Die Masterarbeit von Innenminister Karl Nehammer, welche er 2014 an der Donauuniversität Krems unter dem Titel „Strategie und politische Kommunikation der Volkspartei Niederösterreich im Landtagswahlkampf 2013“ wirft viele Fragen auf.  Seine Hypothesen sind dabei auffallend positiv gegenüber der Volkspartei Niederösterreich formuliert. Vielmehr als die Arbeit selbst steht nun jedoch sein Betreuer, TV-Politik-Analyst Peter Filzmaier im Zentrum der Debatte. Er hat die Arbeit von Karl Nehammer mit einem „gut“ benotet, obwohl sie laut Aussagen mehrerer Experten sehr schlampig und von nicht guter Qualität sein soll und vielmehr dem Niveau einer vorwissenschaftlichen Arbeit entsprechen soll.

Daran ändert auch der Beitrag von Meinungsforscher Thomas Hofer nichts, welcher sich über zweieinhalb Seiten erstreckt und durchwegs positiv gegenüber der Volkspartei Niederösterreich formuliert ist. Diese Ungereimtheiten sind nun ein Fall für die Staatsanwaltschaft, da die freiheitlichen Studenten (RFS) eine Sachverhaltsdarstellung wegen Verdacht des Missbrauchs der Amtsgewalt eingereicht hat. Betreuer Peter Filzmaier soll laut den freiheitlichen Studenten bewusst die Arbeit trotz Unzulänglichkeiten durchgewunken haben.

Auch die Arbeit von Finanzminister Gernot Blümel wirft Fragen auf. Laut Medienberichten soll die Arbeit „ÖVP-Ideologie mit Dollfuß-Sympathie“ beinhalten und auch die Literatur der Diplomarbeit mit dem Titel „Der Personenbegriff in der Christlichen Soziallehre und -philosophie unter der besonderen Berücksichtigung von Vogelsang, Lugmayer und Messner“ soll keinen wissenschaftlichen Kriterien entsprechen, da ein erheblicher Teil Lexika und Lehrbücher oder katholische Tendenzliteratur sein soll.

Nachdem Christine Aschbacher bereits zurückgetreten ist und auch die wissenschaftlichen Arbeiten von weiteren Ministern zumindest Fragen aufwerfen, scheint es nicht verwunderlich, dass die geplante Novelle des Universitätsgesetzes auf Grund von erheblichen Verschlechterungen für Studenten und Lehrpersonen in der Kritik steht. Neben erheblichen Leistungshürden für Studenten sieht sie auch vor, dass die Politik mehr Einfluss auf die unabhängigen Universitäten nehmen soll. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich die Regierungsmitglieder nicht an den Studienerfahrungen des Kanzlers Sebastian Kurz orientieren, sondern an den Bedürfnissen der Betroffenen.

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Neues Jahr, neue Inhalte. FREILICH startet die Buchreihe POLITIKON. Band 1 von FREILICH-Herausgeber Heinrich Sickl singt „Das Lob der Grenze“.

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An der TU in Wien werden Aufnahmen von Studierenden nicht nur aufgezeichnet sondern auch gespeichert. Dies stellt einen massiven Eingriff in die Privatsphäre der Studenten dar.

Auf Grund der derzeitigen coronabedingten Maßnahmen der Regierung werden einige Prüfungen verschoben, viele finden aber online statt. Und das ist grundsätzlich auch eine gute Sache, wenn Studenten trotz der Maßnahmen ihr Studium fortführen können. Während in vielen Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften anstelle von Prüfungen Take-Home-Assignments angeboten werden, ist das in technischen und naturwissenschaftlichen Fächern durchaus schwieriger. Hier werden die Studenten oft mittels Laptopkamera überwacht. Manchmal nehmen die Überwachungen der Studenten während der Onlineprüfungen jedoch kuriose und bedenkliche Ausmaße an.

Totale Überwachung

An der TU in Wien fällt es einigen Professoren merklich schwer, sich auf den neuen Online-Modus einzustellen und sie verlangen von Studenten unrealistische und bedenkliche Überwachungsmöglichkeiten. So sollen die Studenten jederzeit hör-, sicht-, und kontrollierbar sein, was einer Totalüberwachung des Wohn- bzw. Lernraums des Studenten gleichkommt. So steht in einer Vorkehrung zum Beispiel wörtlich: „Die Kamera ist so auszurichten, dass der/die Studierende von vorne links oder vorne rechts und der Schreibtisch mit allen zulässigen Hilfsmitteln zu sehen ist. Dabei steht die Kamera in einem Abstand von 1,5 – 2 Metern und in einer Höhe von ungefähr 1,2 Metern. Die Kamera muss während der gesamten Prüfung eingeschaltet bleiben und darf während der Arbeitszeit nicht bewegt werden“. Auf Verlangen des Prüfers kann sogar ein Kameraschwenk durch das Eigenheim nötig sein. Und auch zu den Trinkbehältnissen und zum Essen gibt es eine Vorschrift. So darf nur ein durchsichtiges Glas Wasser auf dem Tisch stehen und ausgepacktes Essen ohne Etikett.

Einverständnis zur Aufzeichnung

Kritisch wird es jedoch, wenn die Prüfungen nicht nur live überwacht werden, sondern auch aufgezeichnet und gespeichert werden. Bei einigen Prüfungen ist das Einverständnis zu dieser Aufzeichnung sogar verpflichtend, da sonst eine Teilnahme nicht möglich ist. Dies stellt einen massiven Eingriff in die Privatsphäre des Studenten dar. Auch wenn der Vizerektor der TU, Kurt Matyas, betont, dass eine Einwilligung zur Aufzeichnung nicht als Bedingung für die Teilnahme an einer Prüfung herangezogen werden darf, so sind es doch die Professoren, welche für die Prüfung verantwortlich sind. Und dort scheint es einige schwarze Schafe zu geben.

Auch eine stabile Internetverbindung muss beim Ablegen einer Prüfung garantiert werden. Dies stellt jedoch für viele Studenten eine psychische Belastung dar, da dies oft nicht in ihrer Hand liegt und auf Grund der vielen Zugriffe durch Homeoffice, Homeschooling und Online-Uni gibt es immer wieder Ausfälle. Was dann mit dem Studenten und seiner Prüfung passiert, ist unklar, da es keine klaren Regelungen für einen Internetausfall während einer Prüfung gibt. Es liegt folglich in der Hand der Professoren zu entscheiden, wie vorgegangen wird.

Heftige Kritik

Heftige Kritik an den Maßnahmen kommt indes von den Studentenvertretern. Auf Anfrage teilte uns der Bundesobmann des Rings Freiheitlicher Studenten (RFS), Matthias Kornek, mit, dass zwar eine Form der Überwachung grundsätzlich notwendig sei, diese Vorschriften allerdings deutlich zu weit gingen. Sie würden einen massiven Eingriff in die privaten Lebensbereiche der Studenten sein. Deshalb würde die Kritik an diesen fragwürdigen Regeln auch zurecht zunehmen.


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Nur die Hälfte der Studenten schließt die Studieneingangsphase in einem Semester ab. Ein Viertel der Studenten tritt sogar zu gar keiner Prüfung an, in Klagenfurt, Innsbruck und Salzburg sogar 40 Prozent. Lukas Heim über mögliche Hintergründe.

Die 2011 eingeführte Studieneingangs- und Orientierungsphase (Steop) soll den Studenten einen Überblick über den Inhalt und die Ausrichtung des Studiums liefern und sind Voraussetzung für das Besuchen von weiteren Kursen an den Universitäten. Dabei hat jede Universität selbst zu bestimmen, welche Lehrveranstaltungen für die Steop herangezogen werden. Der Umfang bewegt sich zwischen acht und 20 ECTS Punkten.

Die Evaluierung der Steop durch das Institut für Höhere Studien (IHS) hat nun ergeben, dass einer von vier Studenten gar nicht zu den Steop Prüfungen antritt. Auffallend ist dabei die Liste der Universitäten mit den wenigsten prüfungswilligen Studenten. Sowohl an den Universitäten in Innsbruck als auch in Klagenfurt und in Salzburg, wo erst kürzlich die Wogen auf Grund des Reformvorschlags von Rektor Lehnert hochgingen, treten knapp 40 Prozent der Studenten gar nicht erst zur Steop an. Aber auch an den restlichen Universitäten sind die Zahlen alarmierend: Nur jeder zweite Studienanfänger absolviert die Steop innerhalb eines Semesters. Nach zwei Semestern erhöht sich diese Zahl auf drei von vier, wobei diese Zahl bei Männern und Frauen etwa gleich hoch ist. Hier bilden die Montanuniversität in Leoben und die TU in Wien mit einem höheren Männeranteil die Ausnahme.

Die Motive für das Fernbleiben von Steop Prüfungen sind unterdessen unklar. Einerseits ist es möglich, dass sich Studenten für mehrere Studien anmelden und dann im Laufe des Semesters ein Studium abbrechen oder sich einer ganz anderen Tätigkeit widmen. Andererseits besteht auch die Möglichkeit, dass es zu wenig Informationen zu den Studien gibt, die Studenten schlichtweg eine zu geringe Verbindlichkeit im Studium sehen oder unklare Erwartungshaltungen gegenüber einem Studium vorherrschen. Es steht dabei auch die Frage im Raum wie „studierbar“ die Curricula sind und ob die Steop durch schwere Prüfungen als versteckte Zugangsbeschränkung missbraucht wird, was die niedrigen Regelabschlüsse erklären könnte.

Lukas Heim war bis vor kurzem Bundesobmann und Mandatsträger des Rings Freiheitlicher Studenten. Er ist Politologe und studiert aktuell Betriebswirtschaftslehre und Change Management & Leadership im Masterstudiengang.

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Als Konsequenz der Pläne für die Umstrukturierung der Universität wurde die Amtsenthebung von Rektor Hendrik Lehnert beantragt. RFS-Obmann Lukas Heim berichtet von einem Klima der Angst.

Im rund 40-seitigem Antrag werden angebliche Verfehlungen des Rektors aufgelistet. Kern der Kritik ist, dass Lehnert den Führungskräften der Universität zu wenig Informationen zu den geplanten Reformen gegeben haben soll. Wie das FREILICH Magazin bereits berichtete, plante Lehnert die Zusammenlegung von Fachbereichen sowie eine umfassende Umstrukturierung.

Unter anderem sollen sowohl eine Fakultät für Data Science als auch eine Fakultät für Economy and Society kommen und dafür im Bereich der Sprach-, Geistes- und Sozialwissenschaften eingespart werden. Die Universität Salzburg besteht derzeit aus vier Fakultäten.

Unmut sorgen die Pläne auch bei den Professoren, welche in einer Initiative ein Klima der Angst kritisieren. Anstelle von Synergien würden Drohgebärden geschaffen und im Bereich der Geisteswissenschaften wäre man einem ständigen Rechtfertigungsdruck ausgesetzt. Rektor Lehnert wies wiederum die Vorwürfe zurück und versprach Aufklärung. In den letzten vier Monaten legten jedoch bereits zwei Vizerektoren ihr Amt zurück.

Klärung gefordert

Klärung der Vorwürfe fordern auch diverse Studentenvertreter. Sowohl Vertreter der lokalen Exekutive als auch der lokalen Opposition forderten eine rasche und umfassende Aufklärung der Anschuldigungen. Nachdem derzeit auf Grund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus ohnehin bereits Chaos herrscht, sollte die Universität Salzburg und ihr Rektor die Angelegenheit möglichst rasch klären um weitere Nachteile zu verhindern.

In der kommenden Woche tagt der Universitätssenat, wo Lehnert zu den Vorwürfen Stellung nimmt. Der Senat besteht aus Vertretern vor Professoren, Mitarbeitern und Studenten. Sollte der Antrag die Hürde des Senats tatsächlich nehmen, würde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und schlussendlich wäre der Universitätsrat das Entscheidungsgremium. Eine tatsächliche Amtsenthebung scheint aus derzeitiger Sicht jedoch unrealistisch. Es wird jedoch wohl noch länger einiges an Gesprächsstoff an der Universität Salzburg geben.

Lukas Heim studiert Politikwissenschaft und ist Bundesobmann und Mandatsträger des Rings Freiheitlicher Studenten.

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Die Verweigerung des akademischen Diskurses und das Verbannen von Büchern aus den Bibliotheken ist vielen Studenten nicht mehr fremd. RFS-Obmann Lukas Heim über die Erkenntnisse einer aktuellen Studie über Meinungsfreiheit.

Nachdem es in der Vergangenheit an der Goethe-Universität in Frankfurt immer wieder zu Eskalationen bei Vortragen und Diskussionen gekommen war, wurde sie nun von einer Studie von zwei Frankfurter Sozialwissenschaftlern, die in der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie veröffentlicht wurde, untersucht. Dabei ist dieser Trend nicht neu.

Im angloamerikanischen Raum werden Redner vor ihren Auftritten vermehrt auf ihre Gesinnung geprüft und, wenn diese nicht dem entspricht, was man sich vorstellt, mit einem Auftrittsverbot verstehen. Diese Entwicklungen sind nun auch vermehrt an deutschen und österreichischen Universitäten zu beobachten. Nicht zuletzt die Eskalation rund um die Proteste gegen den renommierten Historiker Lothar Höbelt, der an der Universität Wien lehrt, zeigt, dass dieser Trend auch bei uns aktueller denn je ist.

Beträchtlicher Anteil der Befragten gegen freie Meinungsäußerung

Die Ergebnisse der Studie sind schockierend. Von den knapp tausend überwiegend links eingestellten Studenten gaben beinahe die Hälfte an, keine Redner mit abweichenden Meinungen an der Universität zu dulden. Wesentlich größer ist die Anzahl derer Personen, die den Personen, die nicht ihre Meinung in umstrittenen Themen vertreten, keine Lehrbefugnis an der Universität geben. Ein Drittel der Befragten gab sogar an deren Bücher aus der Bibliothek verbannen zu wollen.

Verfall von Meinungskultur

Angesichts dieser Entwicklungen ist die Frage nach der Zukunft der Meinungsfreiheit an den Hochschulen unumgänglich. Auch wenn die Studie nur als Grundlage für weitere, umfangreichere Forschungen dienen kann, so bestätigt sie doch eine Tendenz, die sich an den Hochschulen schon seit längerem abzeichnet.

Es ist ein Verfall von Meinungs- und Diskussionskultur im Gange, der in ein paar Jahren noch wildere Auswüchse hervorbringen kann. Bereits jetzt ist es für offen konservative Studenten in manchen, vor allem sozialwissenschaftlichen Studienrichtungen beinahe unmöglich eine PhD-Anstellung zu erhalten und in weiterer Folge werden konservative Lehrpersonen immer seltener.

Durch dieses Kippen des Systems in eine Richtung werden die Studenten auch immer einseitiger geprägt und verlernen den wichtigen akademischen Meinungsdiskurs. Wenn dieser fehlt, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis diese Entwicklungen auch in der gesamten Bevölkerung Fuß fassen.

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Vor Tagen wurde bekannt, dass im Zuge der Ermittlungen gegen die Muslimbrüder auch gegen einen Politologen der Universität Salzburg ermittelt wird. RFS-Obmann Lukas Heim weiß mehr über die Hintergründe.

Insidern zufolge soll es sich dabei um Farid H. handeln. Dieser verlautbarte kurz nach den Hausdurchsuchungen, bei denen auch elektronische Geräte sichergestellt wurden, auf Facebook derzeit nicht telefonisch erreichbar zu sein. Der Politikwissenschaftler soll sich bereits in jungen Jahren bei der Muslimischen Jugend Österreich engagiert haben und ist nun an der Universität Salzburg beschäftigt.

Pikant: Der Politologe lehrt und forscht zum Islam und er gilt als einer der Gründer des Begriffs der Islamophobie. Bezahlt wird er durch eine Stiftung in der Schweiz und auch Saudi-Arabien soll bei der Finanzierung des Politologen beteiligt sein. Zu den Arbeiten zählen unter anderem aber auch ein jährlicher Islamreport.

H. war über die letzten Jahre an mehreren österreichischen und ausländischen Universitäten wie der Uni Wien, Uni Salzburg, der Georgetown University und UC Berkeley tätig und ist regelmäßig in renomierten internationalen und nationalen Medien wie dem ORF oder der Washington Post als Experte gefragt. Für den Leiter des Fachbereichs für Politikwissenschaft und Soziologie, Reinhard Heinisch, scheint dies kein Problem darzustellen. Laut seinen Angaben habe der Politologe immer „vernünftig und verständnisvoll“ gewirkt.

Derartige Entwicklungen sind für Kenner der Österreichischen Universitäten keine Überraschung. Durch die übertriebene Toleranz und das kontinuierliche Wegschauen bei Problemen werden derartige Verstrickungen zu den Muslimbrüdern geradezu provoziert. Die Universität Salzburg, die erst kürzlich auf Grund von internen Umstrukturierungen öffentlich in der Kritik stand, würde gut daran tun die Probleme anzugehen.

In der FREILICH Studie „Islamophobie – Zur Konstruktion eines Kampfbegriffes“ erfahren Sie weitere Hintergründe zum Thema. HIER die Studie kostenlos downloaden.

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Die ÖH fordert Zusammenhalt und Solidarität und grenzt gleichzeitig kleine Fraktionen beim Totengedenken aus. RFS-Obmann Lukas Heim über die Ausgrenzungspolitik der ÖH.

Seit dem Terroranschlag vom 2. November versuchen sämtliche politischen Institutionen an den Zusammenhalt und die Rücksichtname zu appellieren. Oft wird davon gesprochen, dass die Gesellschaft nicht gespalten werden soll. So haben die Regierung und Vertreter aller im Nationalrat vertretenen Parteien bereits am Tag nach dem Anschlag gemeinsam der Toten gedacht.  Auch die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) reiht sich in die Liste der Institutionen, die zu Zusammenhalt und gegen Ausgrenzung aufrufen und eine Kranzniederlegung organisiert. Doch lebt die ÖH selbst diesen Zusammenhalt? Mitnichten.

So änderte auch der Vorsitzwechsel im September nichts daran, dass die Ausgrenzungspolitik gegen die kleinen Fraktionen fortgeführt wird. Bei der offiziellen Kranzniederlegung am 11.11. am Tatort des Terroranschlags in Wien wurden von der Vorsitzenden Sabine Hanger (ÖVP-nahe Aktionsgemeinschaft) nur die größten fünf Fraktionen – VSSTÖ (SPÖ), GRAS (Grüne), JUNOS (NEOS) und die Fachschaftslisten – eingeladen und die kleinen Fraktionen, wie etwa der RFS (FPÖ), nicht berücksichtigt.

Der Druck von den großen linken Fraktionen scheint der Vorsitzenden wohl zu groß geworden zu sein. Anders lässt sich eine solche Ausgrenzung bei einer Kranzniederlegung wohl nicht erklären. Pikant: Just in dem Schreiben, das in den sozialen Netzwerken von der ÖH dazu veröffentlicht wurde, wird mehr Zusammenhalt und weniger Ausgrenzung eingefordert. In welcher politischen Institution die größte Ausgrenzung herrscht, schein nun zumindest geklärt.

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RFS-Obmann Lukas Heim zeigt die Pläne der türkis-grünen Bundesregierung für die Universitäten in Österreich auf und wie diese die Macht an sich binden will. 

Die UG Novelle sieht vor, dass die Senate der Universitäten bei der Bestellung von Rektoren Macht verlieren und im Gegenzug dazu die von der Politik besetzten Universitäts-Räte Macht gewinnen. Diese Änderung wird sich zwar wenig auf die Studenten auswirken, schafft jedoch die Möglichkeit einer politischen Steuerung. Dadurch kann sich die türkis-grüne Regierung noch stärker in die internen Angelegenheiten der Universitäten einmischen und diese in die gewünschte Richtung lenken.

Erhebliche Einschnitte in die Studienplanung der Studenten

Wer in Zukunft weniger als 16 ECTS pro Studium und Jahr schafft, wird exmatrikuliert und ist somit vom Studium ausgeschlossen. Pro Studienjahr sind in der Mindeststudienzeit zwar 60 ECTS vorgegeben, jedoch ist dies auf Grund von überfüllten Laborplätzen und überlaufenen Kursen in den meisten Fächern nahezu unmöglich. Obwohl diese Hürde nicht die Masse der Studenten treffen wird, wären einige prominente Politiker im hohen Bogen aus der Universität geflogen: ÖVP Wissenschaftsminister Faßmann brauchte für sein Geografie-Studium 32 Semester, Grünen Klubobfrau Sigi Maurer studierte 28 Semester in mehreren Studienfächern, ÖVP Bundeskanzler Sebastian Kurz studierte 24 Semester Jus – ohne Abschluss. Besonders hart wird diese Maßnahme Studenten treffen, die berufsbegleitend studieren oder Kinder und Familie haben. Ihnen wird die Möglichkeit auf einen universitären Abschluss schlichtweg genommen.

Die Cooling-Off Phase in der STEOP fällt, dafür gibt’s zwei Semester Urlaub

Bislang war es möglich bei einem Nichtbestehen der Studieneingangs- und Orientierungsphase (STEOP) nach zwei Semestern erneut in das Studium zu inskribieren. Diese Möglichkeit sieht die UG Novelle nicht vor, was bedeutet, dass man bei einem Nichtbestehen der STEOP sein Leben lang für eine Studienrichtung gesperrt ist. Das einzig Positive der UG Novelle ist die Möglichkeit unbegründet maximal zwei Semester „Studienurlaub“ zu nehmen. Dies setzt die 16 ECTS Grenze außer Kraft und schafft den Studenten die Möglichkeit ohne Druck zu studieren. Dass diese den Urlaub wohl kaum für eine Studienpause nutzen werden, sondern vielmehr die fehlenden ECTS nachholen werden, bezweifeln derzeit wenige Studenten. 

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RFS-Obmann Lukas Heim zeigt, wie sich die ÖH-Chaostruppe selbst demontiert und wie Grüne Kritik an der Bundesregierung unterdrücken wollen.

Seit Beginn der Corona-Maßnahmen und den damit verbundenen Einschränkungen im österreichischen Hochschulbetrieb, hat die Österreichische Hochschülerschaft wieder einmal eindrucksvoll bewiesen, weshalb sie in der politischen Landschaft nicht ernst genommen werden kann. Anstatt Hilfe für die Studentenschaft auf die Beine zu stellen, beschäftigt sie sich mit internen Auseinandersetzungen und Machtkämpfen.

ÖH Uni Wien zersplittert

Bereits im Frühjahr, nur wenige Wochen nach der Einführung der Corona-Maßnahmen, ist die Exekutive der ÖH Uni Wien, die mit über 90.000 Studenten rund ein Viertel der Studenten in Österreich vertritt, gesprengt worden. Grund dafür waren die Machtansprüche des VSSTÖ, der die Krise – ähnlich wie die Bundesregierung derzeit – zum unkomplizierten Machtaubau nutzen wollte. Bis zum heutigen Tag, also mehrere Monate später, wurde noch immer keine neue Koalition an der ÖH Uni Wien vereinbart, was dazu führt, dass sich die noch verbleibenden Funktionäre intern austoben können und mit Hilfe von interimistischen Einsetzungen von Referenten weiterhin am Futtertrog sitzen.

Die Bundes ÖH stützt sich ins Chaos

Die logische Konsequenz aus den Vorfällen an der ÖH Uni Wien waren deren Fortsetzung innerhalb der Bundes ÖH, welche sich erstmals bei der Sitzung des Bundesvertretung Ende Juni öffentlich zeigten. In einer 31-stündigen Marathonsitzung stimmten die Koalitionsfraktionen mehrmals gegeneinander, was die engen Verstrickungen zwischen der ÖH Uni Wien und des Bundes ÖH deutlich machte. Was darauf folgte, waren wilde Schuldzuweisungen und Auseinandersetzungen während der Sitzung und etliche Unterbrechungen, bei welchen auch persönliche Streitigkeiten ausgetragen wurden. Als Konsequenz wurden weitere Gespräche zwischen den Koalitionsfraktionen über den Sommer stets von Seiten der GRAS verweigert.

Grüne unterdrücken Kritik an Bundesregierung

Die GRAS spielte auch beim Ende der Koalition in der Bundes ÖH eine entscheidende Rolle. Der Einfluss der Grünen innerhalb der GRAS zeigte sich einmal mehr dadurch, dass die GRAS jegliche Kritik von Seiten der ÖH an den Maßnahmen der Bundesregierung vehement unterdrückte und die ÖH in dieser Hinsicht mundtot machte. Im Gegensatz dazu konnten bei Gesprächen mit Regierungsvertretern beinahe keine Erfolge erzielt werden, was auch in einer Anfrage des Rings Freiheitlicher Studenten (RFS) von der Vorsitzenden zugegeben wurde. Gleichzeitig werden immer weiter interimistische Referenten und Sachbearbeiter eingesetzt, welche mehrere hundert Euro monatliche Aufwandsentschädigung erhalten.

Keine Aussicht auf Besserung

Das Ende der linken ÖH, wie wir sie kennen, scheint vollzogen, jedoch ist die Zukunft weiterhin ungewiss. Die Mandatsverteilung sowohl an der ÖH Uni Wien als auch an der Bundes ÖH lassen mehrere Möglichkeiten zu, die Ideologien der Fraktionen jedoch beinahe keine. Eine linke Koalition aus GRAS und VSSTÖ ist zwar rechnerisch möglich, die internen Streitigkeiten und das verlorene Vertrauen nach zwei beendeten Koalitionen scheinen zu überwiegen. Rechnerisch würde sich auch eine Koalition aus GRAS und AG ausgehen.

ÖH als verlängerter Arm der Bundesregierung

Diese nähern sich auch auf Grund der Funktionäre der AG, die konservative Werte höchstens vom Hörensagen kennen, ideologisch an. Während die Spitzenfunktionäre bereits öffentlich turteln, scheinen jedoch die Basen der beiden Fraktionen nicht zu überzeugen zu sein. Würde diese Variante dennoch umgesetzt, so würde die ÖH ein weiterer verlängerter Arm der Bundesregierung werden und die Studenten wären den Maßnahmen von Minister Faßmann ausgeliefert. Alle weiteren Möglichkeiten sind entweder rechnerisch nicht möglich oder ideologisch höchst unwahrscheinlich, sodass sich als einzig wahrscheinlicher Weg eine Minderheitsexekutive bis zu den nächsten Wahlen ergibt, auch wenn so manche Funktionäre bereits von einer bunten ÖH träumen, bei der die Referate nach Fraktionen aufgeteilt werden.

Die Situation scheint festgefahren und die Fronten verhärtet. Sollte kein rascher Sinneswandel bei einigen ÖH Funktionären kommen, dann wird sowohl die ÖH Uni Wien als auch die Bundes ÖH mehr oder weniger manövrierunfähig bis zur ÖH Wahl im Mai dahinschippern. Echte Vertretung und die – vor allem von linken Fraktionen – vielzitierte Solidarität sehen anders aus!

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Dieses Problem besteht unabhängig von der derzeitigen Coronakrise auch lange nach dem Studienabschluss. Der Obmann der Freiheitlichen Studenten (RFS) Lukas Heim schreibt für FREILICH über das Spannungsverhältnis zwischen Akademikern und Facharbeitern.

Im Jahr nach dem Abschluss des Studiums haben ein Viertel der Masterabsolventen keinen passenden Arbeitsplatz. Als passend werden in der Studie dabei jene Arbeitsplätze gesehen, die ihrer Qualifikation, die sie durch das Studium erlangt haben, entsprechen. Selbst fünf Jahre nach Studienabschluss arbeiten immer noch rund 20 Prozent in einem Job, der nicht dem Fachbereich ihres Studiums entspricht. Wenn man bedenkt, dass die Zahl der Akademiker in Österreich in den letzten Jahrzehnten deutlich angestiegen ist, die Zahl der Facharbeiter jedoch gesunken, so kommt diese Erkenntnis nicht überraschend. Die Wahl des Studiums ist auch für die Arbeitsplatzsuche nach dem Abschluss entscheidend: Viele Sozialwissenschaften werden überlaufen, wo hingegen vor allem die MINT Fächer gebraucht werden und nach dem Abschluss heiß begehrt sind.

Andere europäische Länder abgeschlagen

Vergleicht man Österreich mit anderen Ländern, so zeigt sich, dass der Wert dort deutlich höher ist. In Litauen, Griechenland oder Malta finden vier von zehn Hochschulabsolventen keine adäquate Arbeit. Selbst fünf Jahre nach Abschluss waren es zwischen einem Drittel und der Hälfte der Akademiker, die nicht in ihrem Fachgebiet arbeiten oder arbeitslos sind. Diejenigen, die in ihrem Fachgebiet arbeiten, verdienen dafür im Schnitt rund 13 Prozent weniger als in ihrem Qualifikationsniveau üblich ist. Neben der Arbeitsmarktsituation ist vor allem der familiäre Hintergrund und das Bildungsniveau der Eltern für die Absolventen entscheidend. Wollen sie eine ihrer Qualifikation entsprechende Arbeit finden, so sind sie oft auf die Unterstützung der Eltern angewiesen. Länder, die davon besonders betroffen sind, sind Deutschland Litauen und Kroatien.

Immer mehr „brotlose Akademiker“

Um den Trend der „brotlosen Akademiker“ gegenzusteuern, wäre es sinnvoll, die MINT Fächer entsprechend zu fördern. Im Gegensatz zu den Sozialwissenschaften, die lediglich Hörsäle für die Lehre benötigen, sind die Voraussetzungen für eine qualitativ hochwertige Lehre in den MINT Fächern weitaus umfangreicher. Neben Hörsälen braucht es auch Labore und Übungsplätze sowie teure technische Geräte. Viele dieser Studiengänge sind leider nicht ausreichend mit diesen Kapazitäten ausgestattet, sodass lange Wartezeiten auf freie Plätze in Kursen mehr die Regel als die Ausnahme sind. Um das Studium zu beschleunigen und die fleißigen Studenten zu belohnen, ohne den weniger fleißigen Studenten etwas wegzunehmen, wäre auch die Aufstockung der Leistungsstipendien denkbar.

Bologna-System Teil des Problems

Da seit der Einführung des Bologna-Systems die Akademisierung der Gesellschaft immer weiter vorangeschritten ist, hat sich auch die Arbeitssuche für Akademiker stetig erschwert. Dabei bleibt der Bedarf an Akademikern mehr oder weniger konstant, während die Anzahl steigt. Im Gegenzug verringert sich die Anzahl der Facharbeiter, während der Bedarf steigt. Hier ist es Aufgabe der Politik verstärkt den Facharbeitermangel auf die Agenda zu setzen und für eine entsprechende Attraktivität ihrer Ausbildung zu sorgen.

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