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Die Verweigerung des akademischen Diskurses und das Verbannen von Büchern aus den Bibliotheken ist vielen Studenten nicht mehr fremd. RFS-Obmann Lukas Heim über die Erkenntnisse einer aktuellen Studie über Meinungsfreiheit.

Nachdem es in der Vergangenheit an der Goethe-Universität in Frankfurt immer wieder zu Eskalationen bei Vortragen und Diskussionen gekommen war, wurde sie nun von einer Studie von zwei Frankfurter Sozialwissenschaftlern, die in der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie veröffentlicht wurde, untersucht. Dabei ist dieser Trend nicht neu.

Im angloamerikanischen Raum werden Redner vor ihren Auftritten vermehrt auf ihre Gesinnung geprüft und, wenn diese nicht dem entspricht, was man sich vorstellt, mit einem Auftrittsverbot verstehen. Diese Entwicklungen sind nun auch vermehrt an deutschen und österreichischen Universitäten zu beobachten. Nicht zuletzt die Eskalation rund um die Proteste gegen den renommierten Historiker Lothar Höbelt, der an der Universität Wien lehrt, zeigt, dass dieser Trend auch bei uns aktueller denn je ist.

Beträchtlicher Anteil der Befragten gegen freie Meinungsäußerung

Die Ergebnisse der Studie sind schockierend. Von den knapp tausend überwiegend links eingestellten Studenten gaben beinahe die Hälfte an, keine Redner mit abweichenden Meinungen an der Universität zu dulden. Wesentlich größer ist die Anzahl derer Personen, die den Personen, die nicht ihre Meinung in umstrittenen Themen vertreten, keine Lehrbefugnis an der Universität geben. Ein Drittel der Befragten gab sogar an deren Bücher aus der Bibliothek verbannen zu wollen.

Verfall von Meinungskultur

Angesichts dieser Entwicklungen ist die Frage nach der Zukunft der Meinungsfreiheit an den Hochschulen unumgänglich. Auch wenn die Studie nur als Grundlage für weitere, umfangreichere Forschungen dienen kann, so bestätigt sie doch eine Tendenz, die sich an den Hochschulen schon seit längerem abzeichnet.

Es ist ein Verfall von Meinungs- und Diskussionskultur im Gange, der in ein paar Jahren noch wildere Auswüchse hervorbringen kann. Bereits jetzt ist es für offen konservative Studenten in manchen, vor allem sozialwissenschaftlichen Studienrichtungen beinahe unmöglich eine PhD-Anstellung zu erhalten und in weiterer Folge werden konservative Lehrpersonen immer seltener.

Durch dieses Kippen des Systems in eine Richtung werden die Studenten auch immer einseitiger geprägt und verlernen den wichtigen akademischen Meinungsdiskurs. Wenn dieser fehlt, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis diese Entwicklungen auch in der gesamten Bevölkerung Fuß fassen.

Lukas Heim studiert Politikwissenschaft und ist Bundesobmann und Mandatsträger des Rings Freiheitlicher Studenten.

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Dieses Problem besteht unabhängig von der derzeitigen Coronakrise auch lange nach dem Studienabschluss. Der Obmann der Freiheitlichen Studenten (RFS) Lukas Heim schreibt für FREILICH über das Spannungsverhältnis zwischen Akademikern und Facharbeitern.

Im Jahr nach dem Abschluss des Studiums haben ein Viertel der Masterabsolventen keinen passenden Arbeitsplatz. Als passend werden in der Studie dabei jene Arbeitsplätze gesehen, die ihrer Qualifikation, die sie durch das Studium erlangt haben, entsprechen. Selbst fünf Jahre nach Studienabschluss arbeiten immer noch rund 20 Prozent in einem Job, der nicht dem Fachbereich ihres Studiums entspricht. Wenn man bedenkt, dass die Zahl der Akademiker in Österreich in den letzten Jahrzehnten deutlich angestiegen ist, die Zahl der Facharbeiter jedoch gesunken, so kommt diese Erkenntnis nicht überraschend. Die Wahl des Studiums ist auch für die Arbeitsplatzsuche nach dem Abschluss entscheidend: Viele Sozialwissenschaften werden überlaufen, wo hingegen vor allem die MINT Fächer gebraucht werden und nach dem Abschluss heiß begehrt sind.

Andere europäische Länder abgeschlagen

Vergleicht man Österreich mit anderen Ländern, so zeigt sich, dass der Wert dort deutlich höher ist. In Litauen, Griechenland oder Malta finden vier von zehn Hochschulabsolventen keine adäquate Arbeit. Selbst fünf Jahre nach Abschluss waren es zwischen einem Drittel und der Hälfte der Akademiker, die nicht in ihrem Fachgebiet arbeiten oder arbeitslos sind. Diejenigen, die in ihrem Fachgebiet arbeiten, verdienen dafür im Schnitt rund 13 Prozent weniger als in ihrem Qualifikationsniveau üblich ist. Neben der Arbeitsmarktsituation ist vor allem der familiäre Hintergrund und das Bildungsniveau der Eltern für die Absolventen entscheidend. Wollen sie eine ihrer Qualifikation entsprechende Arbeit finden, so sind sie oft auf die Unterstützung der Eltern angewiesen. Länder, die davon besonders betroffen sind, sind Deutschland Litauen und Kroatien.

Immer mehr „brotlose Akademiker“

Um den Trend der „brotlosen Akademiker“ gegenzusteuern, wäre es sinnvoll, die MINT Fächer entsprechend zu fördern. Im Gegensatz zu den Sozialwissenschaften, die lediglich Hörsäle für die Lehre benötigen, sind die Voraussetzungen für eine qualitativ hochwertige Lehre in den MINT Fächern weitaus umfangreicher. Neben Hörsälen braucht es auch Labore und Übungsplätze sowie teure technische Geräte. Viele dieser Studiengänge sind leider nicht ausreichend mit diesen Kapazitäten ausgestattet, sodass lange Wartezeiten auf freie Plätze in Kursen mehr die Regel als die Ausnahme sind. Um das Studium zu beschleunigen und die fleißigen Studenten zu belohnen, ohne den weniger fleißigen Studenten etwas wegzunehmen, wäre auch die Aufstockung der Leistungsstipendien denkbar.

Bologna-System Teil des Problems

Da seit der Einführung des Bologna-Systems die Akademisierung der Gesellschaft immer weiter vorangeschritten ist, hat sich auch die Arbeitssuche für Akademiker stetig erschwert. Dabei bleibt der Bedarf an Akademikern mehr oder weniger konstant, während die Anzahl steigt. Im Gegenzug verringert sich die Anzahl der Facharbeiter, während der Bedarf steigt. Hier ist es Aufgabe der Politik verstärkt den Facharbeitermangel auf die Agenda zu setzen und für eine entsprechende Attraktivität ihrer Ausbildung zu sorgen.

Lukas Heim studiert Politikwissenschaft und ist Bundesobmann und Mandatsträger des Rings Freiheitlicher Studenten.

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