Tag

Video

Browsing

Es ist Zeit zu gehen

„Es ist Zeit zu gehen“, singt die Band „Unheilig“. Auch für Hans-Jörg Jenewein ist es jetzt Zeit. Neun Jahre hat er als FPÖ Abgeordneter im österreichischen Parlament gewirkt und Politik für unser Land aktiv mitgestaltet. Als freiheitlicher Mediensprecher stand er in der vordersten Linie in einem feindlichen Terrain.

Der Abgang Jeneweins ist kein freiwilliger, er geht nicht, weil er sich ins Privatleben oder in die Pension zurückziehen will. Er ist eine Folge des desaströsen Wahlergebnisses im letzten Wahlgang, das eine besondere Herausforderung für die freiheitliche Gemeinschaft ist, die in nächster Zeit dringend beantwortet werden muss. „Unsere besondere Herausforderung ist, dass wieder freiheitliche Werte gelebt und umgesetzt werden. Die FPÖ muss aufhören sich mit sich selbst zu beschäftigen – seit Monaten tun wir nichts anderes. Doch Politik ist kein Selbstzweck“, betont Jenewein. „Wir haben die Wahl verloren, wir müssen beginnen in die Zukunft zu schauen. Wir müssen freiheitliche Politik machen. Diese freiheitliche Politik muss unterscheidbar sein und darf nicht ein Klon der ÖVP sein. Die FPÖ – besonders Innenminister Kickl – hat bewiesen, dass es geht freiheitliche Politik auch in einer Regierung umzusetzen.“

Hans-Jörg Jenewein nimmt mit einem Video Stellung, FREILICH eröffnet damit die Debatte um die freiheitliche Zukunft – das ganze Video hier (klick) am FREILICH YouTube Kanal.

Hans-Jörg Jenewein auf der Homepage des Österreichischen Parlaments.

Hier sind sie versammelt zu löblichem Tun: Florian Klenk, Chefredakteur des „Falter“, und der Schriftsteller Doron Rabinovici haben eine Bühne bekommen, die des Akademietheaters zu Wien. Da stehen sie nun und können nicht anders als dem p. t. Publikum Einblick zu geben in die Gedankenwelt der Rechtspopulisten. Das Stück, das gegeben wird, hat die Wirklichkeit geschrieben. Die zwei Mutbürger haben es gesammelt: Recycling von Reden rechter Politiker. Matteo Salvini – siehe S. 10 im FREILICH Magazin – führt im Unterhaltungswert natürlich an, Herbert Kickl glänzt, dazu der klassische Viktor Orbán und polnische Populisten. Das Tribunal der Lesenden besteht aus vier Schauspielerinnen, die abwechselnd zum Besten geben, was das p. t. Publikum schaurig berühren soll.

Politik auf der Bühne: Ein wohliger Schauer läuft über den Bürgerrücken.

Da hebt die erste an: In Europa gebe es 20 Millionen Arbeitslose, eine Migration, die außer Kontrolle geraten sei, und dazu islamistischen Terrorismus. Wer mittelmäßig politisch interessiert ist, erkennt Matteo Salvini in einer Rede an das EU-Parlament 2016. Doch womit beschäftige sich das EU-Parlament? Mit Facebook- und Internetzensur. „Euch sollte ein sehr guter Arzt therapieren“, so der Italiener im Original, „ihr seid doch nicht normal.“ Der Parlamentspräsident unterbricht ihn und mahnt, mit seinen Worten vorsichtiger zu sein. „Ich sage doch nur, dass ihr meiner Meinung nach nicht normal seid, mit vollem Respekt“, so Salvini. „Wenn das europäische Volk gegen islamistischen Terrorismus ist, bedeutet das, dass es islamophob ist. Ist es gegen die Homo-Adoption, ist es homophob. Ist es für die Schließung von Roma-Camps oder für die Beendigung der Flüchtlingsinvasion, bedeutet es, sie sind Rassisten. Nein, das bedeutet, sie haben einen gesunden Menschenverstand und sind freie Menschen“, so liest die Schauspielerin. Dann geht es weiter. Der Titel der Veranstaltung „Alles kann passieren“ kommt vom scharfen Ungarn. Der Zusammenhang des Zitates ist übrigens, dass in der Zukunft alles offen sei.

Im Ernst. Im Wiener Burgtheater werden Rechtspopulisten von vier Damen gelesen.

Eine Stunde später, wir haben noch immer keinen Höhepunkt entdeckt. YouTube springt von der aufgezeichneten Live-Übertragung auf das nächste Video. Florian Klenk erklärt in „Jung & Naiv“ einem deutschen Journalisten Österreich und gibt den Sebastian-Kurz-Imitator. Eigentlich sollte man das abtippen und auf die Bühne des Burgtheaters bringen. Deutlich skurriler, deutlich unterhaltsamer. Man stelle sich vor: Eine Schauspielerin imitiert Florian Klenk, wie er Sebastian Kurz imitiert.

Am Ende applaudiert das Publikum. Klenk kommentiert sein eigenes Bild, rasiert im schwarzen Anzug, auf Facebook mit: „Pate“. Wir finden: eher Joaquin Phoenix als Kaiser in „Gladiator“. Ob die Zuseher wohl einen wohligen Schauer mit nach Hause nehmen? Nicht nur das Theater ist eine bürgerliche Bildungsanstalt. Schon zu Beginn hatte der Schriftsteller darauf hingewiesen, dass es die Aufführung auch als „rotes Büchlein (nicht Mao)“ gebe, das man sich unter den Christbaum legen könne. Ein kleines Stück Angst-Lust für jeden.

Das Buch Zum STÜCK: „Alles kann passieren“, kompiliert von Doron Rabinovici und Florian Klenk, 64 Seiten für stolze € 10.

Die nächste Erstaufführung findet am 31. Jänner im Burgtheater statt.